Rainers Horen
Sonntag, den 26.03.2006 [20:50]
Immer öfters klingelt sehr kurz das Handy. Bisher unbeachtet stell' ich nun fest, dass es die anrufende Nummer "01377865939" ist. Also wieder eine neue Masche, die auf die Neugier unserer Zeitgenossen aufsetzt. Offenbar werden ganze Nummerngruppen angeklingelt. Da ein Anruf 0,47 Euro bringt, davon vielleicht die Hälfte für den Anbieter, ist es wohl lukrativ. Offenbar lebt der Bot in einem Flatratebereich.
Digitale Telephonie, aber auch digitales Fernsehen bieten mit ihrem sehr kostengünstigen Mikrobilling traumhafte Möglichkeiten.
Es ist wohl nicht nur auf das Ankassieren von Kleinstbeträgen im Telekom- und TV-Bereichbeschränkt — sondern auch im üblichen Briefwechsel mit Behörden macht sich eine einseitige Professionalität breit. Auf der "Gegenseite" gibt es feste Arbeitsabläufe mit Textbausteinen und der Bürger bekommt so ein Schreiben und muss erst mal einen halben Tag sich einen Gedanken machen, wenn er Pech hat, den falschen.
So wie auch gestern beim japanischen Abend im KONSUM auf dem Schulterblatt mit ??????? aus ???. Das Mysterium Asiens wird wohl noch länger anhalten. Googlesuche nach "Sachiko Handa" bringt viele erotische Treffer, obwohl es doch nur ein gewöhnlicher japanischer Name ist. Es sei den "Sachiko" heisst soviel wie Lolita im Deutschen.
Übersetzt heisst es wohl "Geschenk Gottes Kind". Jedenfalls wieder etwas ¬gelernt — besonders wenn man nach unten scrollt. Also wer Interesse hat, sofort Autokennzeichen HH - PS 6969 besorgen.

Nur gut, dass meine schwarze Lederhose nicht den Schriftzug "PS", trägt. Was da für Irrtümer entstehen könnten...
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Freitag, den 24.03.2006 [12:43]
Es gibt noch Sch?nes auf der Welt: die ¬Ger?uscheseite f?r Kinder. Es wird gezeigt, wie Kinder dieser Welt sich Ger?usche vorstellen. Da gibt es verschiedene Tiere, aber auch technische Ger?usche wie Autohupe, Feuerwehr und eben auch Eisenbahn. F?r mich ?berraschend, dass Russen die Eisenbahn genau so h?ren, wie bei Tarkovskys "Stalker". Es ist ein v?llig anderes Ger?usch als im Deutschen. ist mehr so der Sound des Schienenbusses.
Also im Stalker ist es eine Draisine, die in die Zone f?hrt.

Was hat das wundersch?ne Winterbild mit russischen Eisenbahnger?uschen zu tun? Selbst der Paganini der ?berleitung Harry R. w?sste da wohl nichts.
Als heutiger Klanganhang ein Nachtrag zum Chinathema, es ist ein kleines St?ck der ¬wellkueren.de.
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Mittwoch, den 22.03.2006 [16:55]
Gerade hat ein Wesen aus dem Netz eine Suchmeldung in einer Kontaktbörse abgesetzt. Es hat schon wieder was Poetisches. Das Bild ist übrigens echt:
"Ich freue mich über jede e-mail und beantworte auch jede.
Ich finde es schwer, sich selbst zu beschreiben.
Hier sind meine Angaben in Kürze:
Ich bin ehrlich, treu, zuverlässig, aber eigenwillig (die ersten 3 Eigenschaften sind für mich Grundlagen einer Partnerschaft).
Ich habe keine Kinder, ich habe keine Beziehung/Affäre oder ähnliches
(diese Dinge erwarte ich auch von einem möglichen Partner).
Ich lerne gerne neue Leute kennen.
Ich treffe mich gerne am Wochenende mit Freunden, um Tanzen zu gehen, Ausstellungen zu besuchen, sich zu unterhalten, ins Kino zu gehen und vieles andere.
Ich lasse mich aber gerne auch auf neue Vorschläge der Freizeitgestaltung ein.
In der Woche habe ich wenig Zeit.
Ich gehe gerne spazieren und fahre gerne Fahrrad. "


Ist das nicht tragisch? Wie sind da nur die ersten 36 Jahre des Lebens verlaufen? Ach so: mit spazieren und radfahren ohne Beziehungen oder gar Affairen.

In ¬Peter Dudeks Keller-Studio in der Feldstraße gab es heute als Kulturprogramm einen verbalen Ausfall von Klaus Kinski, wie er einen Regisseur zurechtstaucht. Hier unten ist das einhörbar.
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Dienstag, den 21.03.2006 [20:27]
kein Kommentar.
Doch heute in der Stadt entdeckt: "Du bist Astra". finde ich genial.
Da zeigen die nun einen typischen Mann mit aufdunsenem Gesicht, der Astra an sich darstellt. Das geniale ist wohl der Anklang an die Kampagne des ¬letzten Jahres.
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Montag, den 20.03.2006 [14:36]
Old Shatterhand - der Blutsbruder von Winnetou - hält sich in San Francisco auf und urteilt:"Sie scheinen alle samt und sonders über einen Kamm geschoren und über einen Leisten geschlagen zu sein. Bei allen ist die Nase kurz und gestülpt; bei allen ragt der Unterkiefer über den Oberkiefer hervor; alle haben die häßlich aufgeworfenen Lippen, die eckig hervorstehenden Backenknochen, die schief geschlitzten Augen, die nämliche Gesichtsfarbe, bräunlich grün ohne die Schattierung, überall sieht man in den häßlichen, nichtssagenden Zügen den Ausdruck, den man mit den Worte leer bezeichnen würde und der infolgedessen nicht einmal ein Ausdruck wäre, wenn er nicht aus den zugeblinzten Augen ein Etwas blickte, welches sie alle kennzeichnet: die List."
Nun klingt das alles ziemlich rassistisch, man muss aber auch bedenken, dass diese Gedanken aus er Kaiserzeit stammen. Bemerkenswert ist der letzte Satz, der die List in den Vordergrund stellt.
Also es war schon bis zu Karl May gedrungen. Karl May war ja sowas — zumindest was die Wahrheit betrifft — wie heute Wikipedia. Da steht auch das drin, was die Mehrheit denkt, was wahr ist.
Jetzt nochmals zur List. Nun gut, jetzt kennen alle Beteiligten die 36 Strategeme und sind auf der Hut. Führt das nicht zu Paranoia? Zu einem allgemeinen Misstrauen. Der Abt, dem das Laptop in der Bahn gestohlen wurde, da er trotz Schulung über die Strategeme sich hat doch ablenken lassen, war eben in diesem Konflikt: denkt er christlich wohlwollend oder chinesisch spitzbübisch. In seinem Falle wäre es wohl besser gewesen, sich an Christus Worte zu halten: "Seid listig wie die Schlange und einfältig wie die Tauben." (Mt 11,19)
Für die, die heute nicht dabeisein konnten, gibt es hier einen Mittschnitt.
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