Rainers Horen
Sonntag, den 23.04.2006 [18:01]
Auf das gestrige Thema Telefonterror zurückkommend soll es Zeitgenossen geben, die nicht nur aktiv per Skript zurückschießen, sondern ihre Voice-Mailbox so ¬programmiert haben, dass alles automatisch abläuft. Ruft jemand also anonym an, dann springt die Mailbox an und beschäftigt den Marketender.
Im heutigen Klangarchiv befindet sich die Sammlung der knallharten Fragesätze.
Wenn ich allerdings wenig Zeit habe, dann nutze ich schon mal das Strategem €pfel auf dem Schreibtisch. Ist das nun ein 37. Strategem oder nur eine moderne Form von einem vorhandenem Strategem. Klar: es ist eine Mischung aus mehreren.
Da wäre das Zwanzigste: „Das Wasser trüben, um die Fische zu fangen”. Das heisst also davon auszugehen, dass das Gegenüber verwirrt ist (oser selber) und aufgibt. Ganz unbeteiligt ist auch die Nummer 27: „Verrücktheit mimen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren ”. Dieses Strategem ist schon in der Ming-Zeit bekannt. Damals hieß es noch „Blödheit vortäuschen, ohne umzufallen”. Allerdings ist der ¬Apple™-Nutzer wohl nicht blöd — obwohl was sagte da neulich der Schwager: „da laufen ja keine Windows™programme!”. Wer ist hier blöd?
Umgegkehrt das Pferd aufgezäumt, sollte sich jeder, der per Telefon was verkaufen will, sich diese Fragen mal zu Gemüte führen und Antworten zurechtlegen.
Zum Flachlegen schön - so ein Spruch aus einem MTV-Format, wo junger Männer sich aus drei Damen eine aussuchen dürfen. Das ist nicht wirklich neu, schon Paris hat das Vergnügen sich zwischen Helena, Aphrodite und Athene entscheiden zu dürfen. bei ¬MTV wählt der Mann über die Mütter der Töchter. Eine schlaue Idee und die Mütter können mit ihrem Lebensweisheitsvorsprung vorfiltern. Da habne wir doch wieder das archaische Modell der arrangierten Ehe, nur das es von den Müttern und nicht von den Vätern gelenkt wird. Oder war das vielleicht immer schon so?
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Sonnabend, den 22.04.2006 [16:47]
Hört denn der Regen nur nie auf? Einfach ätzend!
Im heutigen Klangarchiv liegt eine hübsche Sammlung verschiedener Klangproben aus der stomatologischen Praxis. Und das Beste: es sind Kunstkopfaufnahmen — also Kopfhörer rauf. Wozu kann man das gebrauchen? Beispielsweise, um Telefonspammer zu vergraulen. Als Alternative, besonders wenn man Zeit übrig hat, kann man sich auch mal mit einem ¬Gegenangriff üben und den Spieß rumdrehen.

Gestern beim Männerstammtisch in Omas Apotheke in der Schanze berichtete Hans von den Wünschen seiner 37-jährigen Tochter bezüglich den Männern. Er sagte es lässt sich auf die beiden Wünsche süß und reich eindampfen. Schon Schmidtbauer weiss von der Unmöglichkeit der Vereiningung dieser beiden Charaktereigenschaften. Er nennt es regressive Welt (Empathie, Künstler...) und progressive Welt (beruflicher Erfolg, Kontrolliertheit...)
Also schwups ein Profil mit nebigem Bild ins Datingcafe gestellt mit dem Text: »Liebe gesucht
Bin süß und reich und möchte Dich achtsam erobern.«.

Schon nach zwei Minuten meldete sich das erste Frauenzimmer, der Strom der Bewerbungen reisst nicht ab. Offenbar wird das das erfolgreichste Profil aller Zeiten. Vielleicht weil es so unrealistisch ist. Das Bild ist ja auch zu süß. Es ist übrigens unverhältnismäßig schwerer, attraktive Fotos von Männern im Netz zu finden. Die meisten Männer sind sehr formell oder eben BBB.
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Donnerstag, den 20.04.2006 [21:41]
Typo3 - 14. Tag
Der nebige Einkaufsbon sagt vielerlei: die Rolle muss hurtig gewechselt werden, die Systemzeit geht Stunden vor und es stellt sich die Frage, ob man nicht reklamieren sollte, da doch die Summe nicht stimmt. Immerhin ergibt sich eine Differenz von ca. neun Euro. Es wäre doch mal ein nettes Menschenexperiment ohne versteckte Kamera.

In Typo gab es große Fortschritte: dort haben wir eigene PHP-Skripte eingebunden. Es geht offenbar abzählbar, unendlich viel.

In der heutigen kontrastiven Linguistikstunde wurden die drei Schulsprachen Englisch, Französisch und Deutsch in Bezug auf Bedeutungsvarianz untersucht. Offenbar ist das Englisch nicht nur wegen der Beatles und CocaCola™ so erfolgreich. Es ist wohl auch die Tatsache, dass es die Sprache mit dem größten Wortschatz ist. Ursache ist wohl die Erbschaft der Komposita aus dem Germanischen und das Erbe des präzisen Wortschatzes aus dem Romanischen. Nehmen wir das französische Wortpaar dormir/choucher oder nager/flotter, die jeweils nur eine Entsprechung im Deutschen haben.
Selbst das einfache Wort „neu” hat im Französischen zwei Entsprechungen: „nouveau/nouvelle” und „neuf/neuve”. Also eine neue Freundin kann nach christlichem Verständnis nur nouvelle sein — ein Voiture neuf oder nouveau, je nachdem das Auto nagelneu oder einfach nur Nachfolger des alten ist.
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Mittwoch, den 19.04.2006 [11:30]
Das Häuflein der Aufrechten im Vi?t ng?-Seminar nimmt ab: heute waren nur drei Schüler im Saal. Umso besser.
Heute waren alle Tonqualitäten durch. Beispielhaft die legendäre <ma>-Reihe, die es ja auch im Mandarin (Standartchinesisch) gibt:
ma = [ngang] Geist (ghost)
mà = [huy?n] aber (but)
má = [s?c] Mutter (mother)
m? = [h?i] Grab (grave)
m? = [n?ng] Reisschößling (rice slip)
mã = [ngã] Pferd (horse)
Spannenderweise stimmen zwei Bedeutungen überein, obwohl beide Sprachen in völlig verschiedenen Sprachfamilien beheimat sind. Chinesisch gehört bekantermaßen zur sinotibetischen Sprachfamilie und Vietnamesisch zu den Mon-Khmer-Sprachen. Das ist eine Sprachfamilie, zu der auch Teile der indischen Sprachen und australische Sprachen gehören.
Mittag im vedischen Restaurant „Gobinda” am Grindel. Dort ist eine dermaßen Konzentration von Wundern! Heute wieder was gehört von 300-jährigen Männern, die in Indien leben und von Spontanheilungen von austherapierten Patienten. Wenn es ψ-Messgerät gäbe, wäre dort ein lokales, wenn nicht sogar globales Maximum. Solche Messgeräte kann es nicht geben, da der ψ-Effekt verschwiendet, wenn man seine Aufmerksamkeit darauf lenkt. Er entzieht sich also der newtonschen, mechanistischen Denkweise. Trotzdem war das Linsengericht lecker, für das &mdas; der bibelfeste Bildungbürger weiß es selbstverständlich — schon mal jemand sein Erstgeburtsrecht verkauft hat.

Typo3 ist nicht vergessen. Um heute mal wieder aufzuräumen, habe ich die Root-Seite gelöscht. Leider war auch der TypoScript-Code weg, was ich nicht erwartet hatte. Das gibt mir Gelegenheit, nochmals alles frisch einzugeben. Die bei typo3.org liegenden Handbücher scheinen besser als das opensourcepress-Buch zu sein — zumindest ist das Kapitel über das Templatebauen schlüssiger.

Lange Zeit habe ich gezögert, den gestrigen Kartuhn einzustellen. Weiß ich, was der koreanische Text bedeutet? In dieser globalen Welt zeigt ein norditalienischer, durchgeknallter „Politiker” andeutungsweise sein Leibchen (im Prinzip droht er nur damit) und schon werden Tage später Menschen in Beiruth umgebracht. Die Symbolhaftigkeit von von Bildern und eben auch die Gefährlichkeit von Andeutungen erinnert an die Zeit um 1981 in der DDR, als in der ESG Aufnäher mit der dem Sinnspruch „Schwerter zu Pflugscharen” verteilt wurden. Also mein Diplom an der TU war durch zwei Punkte gefährdet: der 3000-Meter-Lauf, der noch kurz vor Start der Diplomphase ausstand und eben dem besagten Aufnäher. Der damalige Fakultätschef entblödete sich nicht, mich zu bestellen un dmir die Repermante zu geben. Jedenfalls habe ich es dann wieder vom rechten Parka-Ärmel wieder abgetrennt. Also Helden waren wir nicht. Nun der Zusammenhang zur Liga Nord ist der, dass sogar Mitstudenten angesprochen worden, die statt des Originalaufklebers einfach nur ein Stück runden, weißen Baumwollstoffes gleicher Größe sich an den Parka nähten.
In Jena, der Heimatstadt des Horenschreibers, gab es eine Bewegung ”Weißer Ring” der nichts mit Opferhilfe zu tun hat. Ausreisesteller und Sympatisanten, die dann auch bald den Antrag stellten ;-)), trafen sich jeden Freitag ab 18:00 Uhr auf dem Zentralen Platz mit weißen Hemd bekleidet (und begleitet von der Stasi), um stumm was zu sagen. Die Welt kann schon pervers sein. Das Tragen von weißer Kleidung am Freitag auf dem Platz der Kosmonauten in Jena konnte also einen sozialen Abstieg einleiten... (der oft in Friedland eine neue Zukunft fand).
Die Suche nach einer Webseite eines alten Mitkämpfers bringt: „Ihre Suche hätte in den Suchergebnissen einen Treffer generiert, den
wir Ihnen nicht anzeigen, da uns von einer zuständigen Stelle in
Deutschland mitgeteilt wurde, dass die entsprechende URL unrechtmäßig
ist.
”. Was das nur heißen mag?
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Dienstag, den 18.04.2006 [18:02]
Typo3 - 13. Tag
Wie erwartet gab die Linguistikvorlesung noch genügend Gelegenheit, nebenbei noch Fingerübungen in Typo zu machen. Allerdings war es heute im Bereich Tonsprachen wieder sehr kurzweilig. Nach Kantonesisch, das im dritten Track kommt, wurden die beiden baltischen Sprachen (Litauisch und Lettisch) besprochen. Estnisch und Livländisch sind Uralische Sprachen, zu denen auch Ungarisch und Finnisch gehören.
Ternes hat schon recht, wie undidaktisch der heutige Sprachunterricht abgehaltenm wird: nicht nur, dass das Wort GRAMMATIK verschwiegen wird — solche Betrachtungen werden euphemisch mit SONSTIGES/WISSENSWERTES apostrophiert — sondern Hörbeispiele werden von Angang an unter der Vorwand der Praxisnähe so mit Hintergrundgeräuschen verstümmelt, dass ein HÖREN nicht möglich ist.
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Montag, den 17.04.2006 [22:49]
Typo3 - 12. Tag
Hat sich doch jedes Vorurteil über die USA bestätigt. Beim ¬Guhgeln nach Landkarten von Deutschland ist nebige, verstümmelte Karte ein Treffer unter den ersten Fünf. Also in texanischen Köpfen und offenbar auch Lehrbüchern gibt es noch die DDR und die BRD. OK, es gibt dort auch noch historische Karten - nur dort ist diese Karte nicht eingeordnet.

Weiter im Text mit Typo: das TypoScript muss natürlich dem Template angepasst werden. Also ran an die Bouletten!
Jetzt nach dem langen Tag in Ochsenwerder ist die Motivation ein wenig raus. Morgen während der Linguistikvorlesung, die ja inhaltlich mehrfach redundant ist, findet sich sicher noch viel Muse.
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