Rainers Horen
Sonnabend, den 13.05.2006 [11:52]
Fernsehzeitungen, die der Tageszeitung beilegt sind, haben immer einen besonderen Charme. Die affine Zielgruppe ist klar. Nebiger Herr wirbt für eine Sterbeversicherung. Es ist eben wieder diese deutsche Selbstverachtung, die Werbe-Kreative zu solch skurrilen Sprüchen animiert. Immerhin fällt es auf.
„Wenn ich schon in Deutschland lebe” impliziert ja wohl eine negative Konotation. Also ist Deuschland irgendwas schlechtes => ich bin etwas schlechtes. Für ¬Eric Berne ist der Fall klar: „Ich bin nicht OK, Du bist nicht OK, die Anderen sind OK.” bedeutet für ihn schwere Depression.

Seit heute morgen läuft das Klangarchiv über eine Playlist. Das hat den Vorteil, dass der Sound erst geladen wird, wenn jemanf und/oder jefrau auf den Abspielknopf drückt. Das spart Traffickosten und lässt die Horen schneller laden. ¬Profunde Infos zu den Playlistformaten gibt Lucas Gonzes Blog.
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Freitag, den 12.05.2006 [23:59]
Upps, nur noch 10 Minuten Zeit für die Horen. Da muss ich mich wohl sputen. Kein Plan — der Chat mit der Oberpfälzerin raubt mir Zeit und Sinne.
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Donnerstag, den 11.05.2006 [15:53]
Slawen untereinander möchten gerne Freunde sein. Das ist zwischen Deutschen und Holländern nicht so. Auch wenn es nicht gerne thematisiert wird, gibt es auch in dieser Region falsche Freunde. Wegen dieses Fraternitätsgebotes werden sprachliche Unterschiede nicht gerne gesehen und es gibt auch keine Listen von falschen Freunden. Dem soll jetzt geholfen werden:
Da wäre der „Tisch”, der in vielen slawischen Sprachen so etwa wie [?tu:l], also wie das Ding was unter oder am Tisch steht (cz=st?l sl=stôl ru=????).
Geradezu gefährlich wird es, wenn es um Richtungen geht, die man laufen soll. So heißt im Bulgarischen ??????? „geradeaus” und im Russischen das orthographisch gleiche Wort, da sich nur minimal im Auslaut unterscheidet „nach rechts”.
Aber auch Maßeinheiten sind betroffen: Wenn der Bulgare „??????” sagt, meint er „Jahr”. Der Tscheche und der Slowake verstehen unter „hodina” eine Stunde.

Noch mehr Missverständnisse als nötig können zwischen Russen und Polen auftreten: Das lautliche bis auf die Palatisierung gleiche Wort „?????????” bzw. „zapomnie?” steht einmal für „vergessen” und im Polnischen für „erinnern”.

Gewissermaßen der Klassiker in der Westslawischen Welt ist das Wort ['?ukat?]. Im Polnischen bedeutet das ganz harmlos „suchen”. Das tschechischen Pendant „šukat” hat die etwas derbere Bedeutung „vögeln”.

Nun was zur hyperkorrekte Lautierung:
Da sagt ein Radiosprecher ein Band mit dem Namen „Next door” an. Weil er davon gehört hat, das auf der Insel zwischen [?] und [e] unterschieden wird, sagt er alo folgerichtig: nicht [n?kst], sondern überkorrekt [nækst], was nun wirklich falsch ist. Das mag jetzt nicht so auffallend sein. Nun werden Worte, die orthographisch mit 'w' geschrieben werden, im Englischen nicht wie das deutsche 'w', sondern eben mit diesem Stülplaut ausgesprochen – das sollte aber wohl nicht verführen, das schlichte Wort „very” als [w?ri] auszusprechen.
Neulich in einem Hamburger Restaurant wird ein Glas Cointreau verlangt. Die Bestellung wird prompt von der Servierkraft als [ko??trø] korrigiert… Ähnlich ergeht es dem französischen Capitaine, der plötzlich ein Endnasal bekommt [??].

Oft oder zumindest irgenwann mal fragt man sich, warum das Ding „Anrufbeantworter” heisst – immerhin wird ja wohl nicht beantwortet. Im Englischen gibt es den Satz: „can you answer the phone”. Daraus entstand das englische Neuwort „answering machine”; hier wird aber nicht geantwortet, sondern gewissermaßen „herangegangen”. Da nun „answer” so ähnlich wie „antworten” klingt, entstand dann wohl das Unwort.
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Mittwoch, den 10.05.2006 [22:49]
Es soll noch sinnvolle Seiten im Web geben. Eine davon ist diese – eine andere ist beispielsweise der ¬CopyScaper, der netterweise Kopisten im Netz aufspüren. Wie das schnell funktioniert ist ein Rätsel.
Im Univiertel war wieder der Teufel und die Teufelin los. Studierende demonstrierten gegen die Einführung von Studiengebühren. Da ging nichts mehr. Immer mehr Leute wollen offenbar für ihre Leistung mehr Geld, wie beispielsweise die ver.di-Leute, die beim Hafengeburtstag Trillerpfeifen verteileilten oder eben Studenten, die für die Leistung nicht bezahlen wollen. Also im Supermarkt wäre der Ausgang einer Abstimmung über die Bezahlung auch klar.

Heute war nun bei Katja die erste Einführung in die afrikanische Sprache Hausa. Klingt schon beeindruckend mit den Ejektiven…
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Dienstag, den 09.05.2006 [19:33]
Was es so gibt. Nicht nur, dass Typo3 viel Energie bindet und hoffentlich mal lohnenswert wird, da ist bei Stöbern im Netz ¬YAML aufgefallen. Da finden sich Problemlösungen, von deren Problem bisher nicht bekannt war. Schon der „¬3-Pixel-Jog Bug” war neu. Offenbar war bisher ein Pixel nicht so bedeutsam. Die Suche nach diesem Begriff bringt ¬positioniseverything.net zutage. Letztere Webseite hat übrigens die angenehme Eigenschaft eine variable Breite zu haben und dadurch den Schirm immer optimal auszunutzen. Das sollten sich mal die Webdesigner hinter die Ohren schreiben.

In der Linguistikvorlesung wurde erstaml ein Artikel in einem ¬Spiegel zerrissen, der eine südamerikanische Indianersprache (¬Pirahã) thematisierte, in deren Begriffssystem sich keine Zahlen befinden. Die Autorin Rafaëla von Bredow sprach dort von kakophonem Singsang. Mit dieser Bewerkung hat sie sich wohl aus dem Kreis ernstzunehmnder Linguisten ausgeschlossen. Das besondere in der Sprache ist neben des Fehlens der Zahlwörter das Vorhandensein von lingiolabialen Lauten. Dieses Phänomen wird in keinem der WELT-, Spiegel- oder telepolis-Artikel erwähnt. Diese Plosive-Laute kann jedermann und jedefrau bilden. Die Zunge berührt die Unterkannte der Oberlippe. Nur ist diese Lautgruppe Bestandteil keiner anderen Spache ist.

Kirche versu Kirsche
Ein schönes Beispiel für die Modifikation über Vokalqualitäten und -quantitäten stellt das Minimalpaar [k?r??] und [k?rç?] dar.
Im Taunuskreis (Südhessen) fällt das zum Homophon [kæ?] zusammen. Es gibt also keinen Unterschied, er müsste aus dem Kontext erschlossen werden. Da Kirche überwiegend im Singular und Kirschen im Plural verwendet wird, gibt es offenbar keine Probleme. In der Pfalz wird der Unterschied in der Tonlänge realisiert: [kæ?] bzw. [kæ:?].
Im Moselfränkischen ist der Ton unterscheidend: [¹k?r?] und [²k?r?]. Im ersteren Fall ist es der stetig fallende Ton und im zweiten Fall der modulierte Ton.
Für das Beispiel im Ilmthüringischen musste der Horist als Zeuge herhalten. In diesem Dialekt treten zwei Merkmale auf, die die beiden Worte trennen: es ist zum einen der Konsonant, aber auch die Vokalquantität. Das Obst
wird [k?r??] lautiert und das Gotteshaus als [ k?:r??].
Im Anhaltinischen kommen noch zwei Vokalqualität dazu. Unsere Annika spricht den Text in das heutige Klangarchiv. Zuerst spricht sie, dann der Horist und dann unsere Praktikatin M?ish? Zhèng aus Südchina als Referenz.
Die Aufnahmen sind übrigens mit einem aktiven Stereokondensatormikrophon „aiwa CM-S32” in Verbindung mit einer USB-Soundkarte „Herkules Gamesourround Muse Pocket LT” erstellt.
Beim Anhören der Aufnahmen fällt kaum ein Unterschied zwischen der Realisierung von Kirsche und Kirche auf. Offenbar ist nur die Rundung bedeutungsunterscheidend. Hier links sind die Phonogramme aufgezeigt. Oben ist der Plot für „Kirsche” und unten „Kirche”.

Phonetische Zeichen in Yugoslawien
Kroatisch, Serbisch und Slowenisch sind gemäßigte Tonsprachen. Der aktentuierte Vokal kann kurz/lang und steigend/fallend sein. Aus historischen Gründen verwenden Phonetiker in der Ausbildung an der Uni in Sarajevo folgende, kombinierte Zeichen für die Kennzeichnung: o?   o?   o?   o?. Nun scheint das für die Lateinschrift noch machbar zu sein. Für Kyrillisch ist das eine echte typographische Herausforderung: „ ??   ??   ??   ??”.
Aber wie man sieht, vom Spezialisten zu meistern.
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Montag, den 08.05.2006 [23:47]
Schon seit Tagen ist diese Gorilla-Werbung von wegen Internet über ¬KabelDeuschland in der Stadt. Da wird irgendwas von Flatrate und 39,- € und alles ganz schnell geredet. Wo liegt der Haken? Von einem Schnäppchenpreis kann man ja schon bei Lesen des Großgedruckten nicht reden.
Schon der Euphemsimus „Doppelte Flatrate”. Was nun dopplet satt — macht das nicht Bauchschmerzen. Nun aber das verschämt Kleingedruckte: Voraussetzung ist ein KabelDeuschland-Vertrag. Also wie ist das zu verstehen? Der Preis ist also nicht der Gesamtpreis, sondern er kommt offenbar noch oben auf den normalen Vertrag drauf. Wenn ich es recht erinnere waren das so ca. 10,- €. Sind wir schon bei einem Fuffi im Monat. Jetzt das, was auch nicht im Kleingedruckten steht: Bei DSL habe ich eine eigene Kupferleitung bis zum Aufschaltpunkt. Das heisst, die beispielsweise 4 Mbit habe ich garantiert, da ich sie nicht mit meinem Nachbarn oder mit allen Nachbarn im Wohngebiet teilen muss.
Das (Breitband-)Kabel ist ein Bussystem. Das hat leider eine gewisse, von mir nicht gewollte, Solidarität mit allen Teilnehmern zur Folge. Am Anfang habe ich dann vielleicht die 6.200 kByte/s — aber später wird das immer langsamer… Deswegen heisst es dort auch: „ bis zu soundsoviel blah” Nun denn.
Weiteres Studium der FAQ fördert weitere Schmankerl zutage: keine feste IP und kein ISDN. Also neue, alte Technik kaufen. Ob es da wieder das SSH-Problem wie bei freenet gibt?
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