Rainers Horen
Sonntag, den 28.05.2006 [00:35]
„Penismerchandising” – das haute uns gestern spät abends in einer n-tv-Dokumentation doch wieder mal vom Hocker. Was Jounallien nicht alles so aufstöbern!

Seit den Beatles aus Liverpool gibt es kreischende Groupies. Manche belassen es nicht beim Kreischen, sondern wollen wesentlich? mehr. Da der Kapitalismus gleichzeitig scheu wie ein Reh, aber auch geil wie ein Bock ist, hat sich in den prüden USA eine Firma gefunden, die Abdrücke von bekannten Rock-Künstlern (vom ihren besten, erregierten Stück) abnimmt und dann vermarktet. Es gibt da gewissermaßen zwei Produkte: der ¬Originalabdruck für ca. zehn Riesen und der abkopierte Silikondildo für den etwas schmaleren Geldbeutel des Groupies.
Der oder die kann dann mehr als in Visionen und Träumen schwelgen. Leider ist der Originallink nicht mehr verfügbar.

Seit heute werden Gäste dieses Stundenbüchleins angezeigt. Eine leichte Berührung mit dem Mauszeiger verrät den jeweiligen Provider.

Bei Kübi haben wir mit dem größten Bedauern die „Aushebung” des Netzes mit der SSID „Piratennetz” festgestellt. Damit sinkt leider ein klein wenig die Attraktivität dieses wunderschönen Bootsverleihs am Goldbekkanal. Sie wird aber ungebrochen bleiben – schon wegen der superleckeren Erdbeerschnittchen…

Ist hier ein Stalker oder gar eine Stalkerin unterwegs? Also heute gibt es viele Gäste aus dem Taunus. Es würde ja sonst nicht auffallen, aber es sind immer andere Orte aus diesem Kreis. Natürlich gibt es auch andere Interpretationsmöglichkeiten. Da wären erstmal ¬Aliens, die mit uns Kontakt aufnehmen wollen und die zufällig dort in Südhessen gelandet sind oder es kam heute in einer Rundfunksendung des HR4 eine Meldung?
Apropos ¬Stalker: aus dem gleichnamigen Film von ¬?????? ?????????? wäre es hübsch mal was auszuschneiden. Eine kurze Recherche bei heise.de zum Thema Videoschnitt brachte nur ein Programm zu Tage. Es heisst AvidFreeDV, es nötigt einem ab, irgendwelche Marketingdaten wirr auszufüllen und nachdem es starten möchte, meldet es Speichermangel… Dann wird es wohl nichts mit der Draisinenfahrt in die Zone…

Das mit dem Dildomerchandising lockte ergebnislos auf die n-tv-Seite (dort lief gestern der Beitrag). Allerdings war dort eine bemerkenswerte neue Masche der Telefonwirtschaft aufgezeigt, die zum Thema von vor 14 Tagen passt.
In letzter Zeit werden wieder mal R-Gespräche vermarktet. Das sind Gespräche, bei denen früher ein nettes Fräulein vom Amt den Angerufenen fragte, ob er die Gebühren übernehme. Das kann in Notsituationen schon mal sinnvoll sein. Eine Nachfrage wegen einer Jobbewerbung sollte man aber schon selber zahlen. Dieses Produkt war in den letzten Jahren etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten und nun scheint die Spracherkennung am Telefon soweit fortgeschritten zu sein, dass man sich wieder auf den Markt traut. Der Pferdefuß: wenn jemand auf seinem AB einen Text, der im Fließtext JA enthält, kommt offenbar ein Vertrag zustande. Dann beginnt für den Betroffenen der deutsche Weg „Antrag-Ablehnung-Einspruch”, der sein mühsam sein kann – der Schreiber dieser Zeilen hatte mal eine einjährige Kommunikation mit einem großen deutschen Ehehygieneartikelversender aus dem hohen Norden unseres schönen, deutschen Vaterlandes. Und das nur wegen eines hochfunktionalen Dildos, den eine schrägdraufe Beamtin bei der BFA mir scherzweise zuspielte. Da sind plötzlich Arbeitsabläufe in Gag gesetzt, die kaum aufzuhalten sind. Letztendlich hilf nur eine persönliche Mail an den jemanden von der Geschäftsleitung , den ich darauf hinwies, dass das nette neue Vertriebsmethoden sind, bei denen große deutsche Versender unaufgefordert Produkte versenden, um das Geld dann gerichtlich einzutreiben…

Als kultureller Höhepunkt dieses Sonntagabends erfreut Max Goldt mit seiner urigen Sprachgewalt. Beim Aufräumen von Festplatten kann schon mal eine Aufnahme vom ¬Senatsrockwettbewerbsjuryabhörwochenende auftauchen.
Hier ist sie:
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Sonnabend, den 27.05.2006 [16:17]
Die Eröffnung des Hauptbahnhofes in der Reichshauptstadt hat leider wieder als Bühne und Aufmerksamkeitsfläche für eine Durchgeknallten gedient. Der Amokläufer hatte sechs Minuten Zeit, um 24 Menschen mit seinem Messer zu attackieren. Wie verlautet sind alle außer Lebensgefahr.

Mittlerweile ist der Tag forfgeschritten und der Kübis Bootsverleih am Goldbekkanal gibt uns Asyl und das kräftige, ungeschützte WLAN „Piratennest” ermöglicht das Schreiben in Echtzeit. Danke, Danke!

…Es ist schon eine besondere Idylle hier im Herzen von Winterhude: sachte gleiten die Kanus und Boote vorüber, zuweilen verirren sich auch Barkassen (wie gerade der Alsterschwan) und schieben vergnügungssüchtige Touris durch die Kanäle. Gerade kam eine kleine Rotte von Stadtpark-Booten bestückt mit Besuch aus Paris (Elle s'apelle Isabelle) vorbei und – Smalltalk geht doch Dank der sozialistischen Fremdsprachenausbildung flott von der Zunge.

Ein blonder Engel flüsterte uns durch den Äther: „Ich würd' Dir ja so gern den Frust wegpusten, den Kopf verdrehen, Dir die Schanze zum Leuchten bringen..”. Das ist doch wieder mal ein großer Schluck Lebenselixier und trägt ein Stück in diesem Elend weiter. Als wir aber von ihrem Arcor-Trittbrett orakelten und nach bestürtzter Nachfrage auch noch die Körbchengröße richtig als 'B' prophezeiten, war es zuviel der Klarsicht…
Im multimedialen Anhängsel findet sich ein Nachtrag zur kontrastiven Linguistikvorlesung vom Wochenanfang.
Flash wird benötigt!
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Freitag, den 26.05.2006 [23:53]
Am 80. Geburtstag des Cools-Jazz-Erfinders Miles Davis und dem Tag der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofes kann man dem Ticker die Meldung von der ¬Umfirmierung des Telefonladens T-Punkt in das The Phone House entnehmen. Jetzt klappt es mit dem Aufschwung – nicht zaudern und Kaufhemmungen entwickeln!

Der Horist ging heute beispielhaft zum Radhändler und kaufte sein viertes Fahrradschloss. Nun hat das LONGUS drei echt fett krasse Schlösser und eines für den Book-Sattel.

Aber was ist das gegenüber derm Optimismus des Bundesarbeitsministerium in Nürnberg?

Eine brandneue Studie ergab Erkenntnisse über verwaiste Einkaufswagen und ihre Beziehung zum Kaufverhalten. Zum einen fehlen schlichtweg die Wägelchen und der potentielle Kunde trollt sich aus dem Laden. Noch verheerender ist aber - laut Studie - der Anblick der Liegengelassenen.

Diese Vermüllung unseres urbanen Umfeldes senkt die Attaktivität des Konsumvorgangs, da es eine wichtige Ikone des Kaufens entwertet.
Die Wagen müssen also geschwind ihrer Bestimmung wieder zugeführt werden. Für dieses Zweck ist vom hamburger Senat eine Eingreifftruppe aufgestellt worden, die diese komplexe Aufgabe hocheffektiv bewältigen kann.

Im ersten Schritt werden von EineurojobberInnen aufgefundene Wagen beringt. Das heisst, sie werden mit einem solarbetriebenen Peilsender auf GPS/GSM-Grundlage ausgestattet. Auf dem heutigen Bilde ist eine Beringerin (so heisst das im Fachjargon) bei ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit abgelichtet. Nach und nach füllt sich eine virtuelle Landkarte von Hamburg mit den Fundstellen.

Erste Erkenntnisse zeigen eine erhöhte Wageauffindewahrscheinlichkeit in Wohnquartieren mit erhöhten Anteil von bildungsfernen Bürgern mit Migrationshintergrund wie Steilshoop, Osdorf und Bergedorf.
Ein von der ¬WebmastereiHamburg gemieter Großrechner wertet ständig in Echtzeit die empfangenene Ortungssignale aus und schlägt optimierte Aufsammeltouren vor.
Es besteht leider noch ein Dissenz über die Rückführungskosten und über die Zuordnung der Wagen zu den Ketten. In Zukunft wird es ein europaweites, einheitliches Markierungssystem für Einkaufswagen geben. Leider gibt es da verschiedene Systeme und die europäische Politik ist sich noch nicht einig.

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Donnerstag, den 25.05.2006 [22:36]
Da fällt dem ????? die „Schlangenbrut” (vierteljährliche nachrichten aus paradies und fegefeuer) in die Hand. Richtig fiel es wohl nicht – eine Verehrerin spielte es zu. Es trägt den Untertitel: „streitschrift für feministisch und religiös interessierte frauen”. Toll, was der Herrg*tt so zulässt…
Elga Sorge schreibt da über die „Sanfte Befreiung aller durch die ewige Lebenskraft” was zu den zehn Geboten. Klar – da wandert der Fokus
der Aufmerksamkeit auf das sechste Gebot:

„Du darfst ehebrechen, Du kannst ja nicht anders, weil jede, die einen anderen Mann ansieht, seiner zu begehren, in ihrem Herzen schon die Ehe gebrochen hat. Aber natürlich darfst Du auch treu sein.”

Darf man als Mann Feminist sein?

Nun leben wir fast 50 Jahre auf der besten aller Welten, schlagen das Sufragetten-Blättchen auf und – erblicken einen Gustav Doré. Ist die Welt wirklich so klein?

Damit der völlig verregnete Herrentag nicht langweilig wird, kam die Webseite von ¬Rolf auf die Werkbank.
Also das war ein Ritt! Nachdem ich mich auf Quicktime einschossen habe und die Kunden DVD mit ffmpegX in das *.mov-Format gewandelt habe und alles scriptmäßig geklöppelt habe, kam die Erkenntnis, daß ohne Geld bei den Knilchen nichts geht. Konkret: Das Quicktimeformat ist für das progressive Download nicht per se vorgesehen. Das heisst, integriert man es in eine Seite, dann klappt das mit dem Playlistformat wie bei Realmedia, MP3 und Konsorten. Bevor der Film gezeigt wird, muss der ganzen Batzen erstmal beim Client sein. Damit also die übliche Funktionalität funzt, muss im Header irgendwas umgeschaltet werden. Und genau das kann nur die Profversion von Quicktime für 39,- €. Mieses Spiel!
Ha! es gibt immer einen noblen Ausweg. ¬Jeroen Wijering hat liebenswerterweise ein Flashteil gebaut, was ein spezielles Flashvideoformat abspielt – und es klappt wunderbar. Jetzt heißt es, die ganzen Filme nochmals zu codieren. Ist eben Lehrgeld. Auf Jeroens Seite taucht der Begriff urchinTracker auf. Das klingt wie das morgige Thema. Seine Suchfunktio ist echt gut – riecht nach AJAX.
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Mittwoch, den 24.05.2006 [23:54]
Immer wieder poppen Wortmeldungen hoch, die die „schwere Art” dieses Stundenbüchleins thematisieren. Jaja, was heist schon normal? Wie ist wohl der Geheime Rat Wolfgang von Goethe mit solchen Vorwürfen umgegangen? Hat er sich darum geschert?
Nun gibt es sicher mehrere Ebenen der „Schwere”. Es könnten die angeschnittenen Lebenskreise sein – es kann aber auch die formelle Ebene sein. Die Themen werden vom Leben vorgegeben. Am zweiten Punkt ist Nacharbeit durchaus möglich. Gruß an Lisan. Dabei kann das Leben so leicht und heiter sein. Wie gerade abgelichtet verbringen Hamburger Redakteurinnen ihre Mittagspause im Lesecafé bei Janett im Stadtpark. Naja, und wenn gerade wenig Gäste da sind (heute ist kein Mutter-mit-Kind-Rabatt-Tag), da macht frau sich einfach lang und ruht sich vom Frohnschreiben aus und träumt von bezahlten Honorarrechnungen.
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Dienstag, den 23.05.2006 [21:54]
„Persuasionsforschung – wie kann der Mensch über die Sprache manipuliert werden?” war heute das Einstiegsthema in die allgemeine Linguistik. Ganz besonders krass ist die seit Jahren grassierende Werbeneologismen. Der geneigte Horenleser kann gerne über den Sinn im doppelten Sinne von Baufilligenz,
Schlanktastisch! und über die Frage Haben sie schon geroggt? nachdenken.

Neben den natürlichen Sprachen wie Deutsch, Haussa und Kaschubisch haben die Menschen aus verschiedenen Beweggründen (Profilierungssucht, Pazifismus, Langeweile) sogenannte Plansprachen entwickelt. Auch bei diesen Sprachen wird der Wahn von der Kongruenz zwischen Orthographie und Aussprache weiterentwicklt. Das Motto lautet dann: „Gesprochen wie geschrieben”.

Schon ein kleines Beispiel zeigt die Absurdität schon innerhalb der Schulsprachen. In der bekanntesten Plansprache Esperanto heißt „Guten Tag” = <bunan tagon>, man beachte die richtige Anwendung des Akkusativ. Ein Deutscher spricht dann den zweiten Teil des Grußes ['t?a:g?n], während der Spanier im reinsten Kastillisch ['ta??n] lautiert. Er kennt keine Aspiration und spricht den velaren Plosiv als velaren Frikativ. Noch anders der Sachse, sagen wir mal aus Dresden, der wird so was wie [d??x?n] sagen. Und alle drei Sprecher denken seine Version sei normal.

Konsonantenqualitäten im Slawischen
Im Russischen gibt es entweder ein velarisiertes 'L' oder ein palatisiertes. Merkmalslos gibt es quasi nicht.
Palatisierung hat nur Russsisch/Belarus/Ukrainisch. Slowakisch/Tschechisch hat palatale Konsonanten, wird leider oft von Slawisten mit Palatisierung verwechselt. Beispiele für Minimalpaar im Russischen: [l?u:k] (???=Zwiebel) gegen [l?u:k] (???=Luke). Offenbar hörten die Russen in dem deutschen Wort Luke kein velares 'L' und so musste es zwangsläufig palatisiert sein.

Der Ariadnefaden des Typo3 ist wieder aufgenommen. Also flugs das yaml-Paket installiert… Prüfsummerfehler! nach langem Probieren ist es klar: das Paket ist keine Extension, sondern eben eine Site un die muss man über die Weltkugel importieren. Als das dann klar war, kam ein Füllhorn von Fehlermeldungen entgegen, als ob ein DB-Import nicht möglich ist. Es sieht alles normal aus. Nach drei Stunden intensivem Suchen kam dann die Gummilösung – nämlich die Neuinstallation. Jetzt läuft es. Nun geht wie immer bei Typo3 um die Kastration der Funktionalitäten.

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