Rainers Horen
Sonnabend, den 15.07.2006 [22:38]
Eine traumhafte Vision für alle Verkäufer, deren Wirklichwerdung ein Grünhöker aus dem Alten Land jeden Sonnabend auf dem Grundstraßenmarkt in Eimsbüttel herbeireden will: der Ansturm der Kunden muss kanalisiert werden. Also immer schön anstellen! Nun hat die Aufforderung aber auch so etwas typisch Deutsches an sich: Da heisst es (sogar durch eine Unterstreichnung betont) ein einer Reihe und dann noch von rechts! Und dann das deutsche Ausrufungszeichen, das wie nachgewiesen als Symbol der Aufforderung in Deutschland (wo sonst — oder ist es denkbar, dass das Fragezeichen deutsch ist; ist wohl mehr ein französisches Symbol — obwohl nach der Kopfnuss von Zidane…) seinen Anfang nahm.

Nun muss ja die linguistische Ausbildung auch mal Früchte tragen. Irgendwie stört es, dass bei der IPA immer nur Laute dokumentiert werden, die es in menschlichen Sprachen gibt. Was ist nun, wenn wir mal auf Außerirdische stoßen, dann können wir diese Laute nicht verschriften. Da wäre es doch eine überaus sinnvolle Aufgabe, diese Lücken zu füllen und sich damit ein ewiges Denkmal zu setzen. Ideen kommen oft beim Radfahren durch den quirligen Großstadtmoloch Hamburg.
Da denke ich an den retroflexen, alveolo-palatalen Frikativ. Die Lautierung ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, kommt aber langsam durch viel Übung in Schwung . Interessant an dem Laut ist der unterschwellige Pfeifton.
Wir schlagen der phonetisch interessierten Welt das Symbol [??] vor. Nett wäre auch der ejektive, alveolare Tap. Das wäre eine Kreuzung aus einem japanischen R oder eben L und einer leicht pathologischen Ausprache einiger afrikanischen Handelssprachen. Dieser japanische Laut kommt beispielsweise in dem Namen der japanischen Stadt vor, die nicht ganz korrekt in Europa Hiroshima heisst und unter anderem durch eine Song von Wishful Thinking, nachdem der Horist in seiner Jugend tanzte, bekannt wurde.

Die Japaner nennen die Stadt völlig richtig ???? und sprechen es [?i?o?ima] aus. Ein Darüberfahren über die IPA-Symbole offenbart, dass es eben kein 'r' ist.
Als Symbol für diesen laut schwebt uns das [?] vor.

Überhaupt würden mit dieser selbstlosen Maßnahme die Westeuropalastigkeit (wunderbares Stolperwort für Radiosprecher) der IPA aufgeweicht.
Im heutigen oder morgigen Klangarchiv ist das nachzuhören.

Heute hat Hamburg einen großen Tag: nicht nur weil der Große Kombinator zwei neue Laute geschaffen hat, nein, heute ist das Harleytreffen, die Queen Mary II kommt in den Hafen und der Enkel von Frank Sinatra in seiner Reinkarnation Robby Williams singt. Ist das noch zu toppen?

Gedächtnisprotololl einer gewissermaßen ungewollten Lauschung bei Omas Apotheke im Beisein eines Radeberger Bieres:

Drei rauchende Großraumbürograzien um die Vierzig: „Hast Du schon gehört, die Harley-Fritzen sind wieder in der Stadt?” — „Ja, ja - ist das lohnenswert, sind das Männer für uns?” — „Das sind doch die langhaarigen Nichtskönner.” — „ Nee, so ne Maschine kostet wie ein Kleinwagen! ” — „ Kann man da nicht auch so'ne billige Yamaha kaufen? ” — „ Nee, mit so'ner Yogurtschachtel kannst Du da nicht auftauchen! ” — „ Na, kommt drauf an wie lange man darauf spart - wenn man schon mit 18 mit dem Kindergeld anfängt? ” — „ Bafög? ”. usw.

Ist das nicht entweder desillusionierend oder vorurteilsbestätigend?

Ein Software-Refactoring bleibt eigentlich nie bei einer reinen Verbesserung des Codes. Die Versuchnung, doch was zu erweitern juckt in den Fingern. So gibt es bei MuLi*CMS jetzt die Möglichkeit, beliebige Dokumente in Webseiten zu plazieren. Es ist ein wenig frickelig, für alle Dateitypen entsprechende Icons aufzuspüren. Leider stellt sich beim Austesten heraus, dass die Datei /usr/share/file/magic.mime (das ist die, die die automatische Dateitypenbestimmung via file realisiert) nicht auf dem aktuellen Stand ist: Openoffice-Dokumente werden als ZIP-Archive detektiert, was ja auch formell richtig ist, nur dem Nutzer nichts hilft.
Und: da die Dateien nicht in der Datenbank, sondern im Dateisystem abgelagert werden, gibt es Probleme mit Umlauten in Dateinamen. Aus beispielsweise 'Ä' wird putzigerweise 'A"'. Ist ein wenig verwunderlich, da das Dateisystem unter MacOSX doch UTF-8 ist. Offenbar fehlert move_uploaded_file() oder file_get_contents(). Linderung bringt die Anwendung des Gespanns base64-encode()/base64_decode().
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Freitag, den 14.07.2006 [22:46]
„Männer lieben ja vor allem ihre Autos.
Ich lehne Körperkontakt ja gänzlich ab und wenn überhaupt, dann habe ich nach einem feuchten Händedruck auch schon genug, jawohl.
Es gibt ja diese Dauererotiker, die meinen, für ein paar Gesprächsfetzen sei später auch noch Zeit, wenn es denn gar nicht zu vermeiden ist.
Das Gespräch natürlich. Diese Männer nennen als ihre herausragenden Eigenschaften ihre grandiose Sinnlichkeit und als Interesse, welche Bedeutung die Erotik mit einer schlankenfemininenhingebungsvollen aber leidenschaftlichsanftmütigen möglichstintelligentenjungen Frau habe. Dabei nennen sie jedoch nie ihre eigenen Maße, und da fehlt dann doch was, oder???
Jaja, Frau hat es schon schwer, und alle Männer wollen immer nur das Eine und alle Frauen wollen immer nur das Andere und insgesamt ist jetzt aber time to say goodbye.”

Ein großer ¬gebrauchtfahrradverkaufender Hinduist erwähnte mal beim vegetarischen Mittagessen im Gopalam, dass wir in einem Ozean von Fehlern leben würden. Ganz so krass würde ich es nicht formulieren – aber es ist schon so, dass das alte Wertesystem im Stürzen begriffen ist. „Früher” waren Frau und Mann auf einander angewiesen. Alleine leben ging gar nicht. Jetzt scheint das zu wunderbar zu gehen – nur zu welchem Preis? Der Preis ist die Freiheit, Unabhängigkeit, Authentizität und Wahrhaftigkeit.

In Hamburg gibt es eine halbe Million Singles, die nicht in „kleinbürgerlichen Ehehölle” schmoren. Und jeden Abend werden solch angesagte straßencafégesäumte Viertel von diesen überglücklichen Frauen und Männern bevölkert, die in gleichgeschlechtlichen Diskussionsgemeinschaften sich gegenseitig supervisionär ihr Weltbild abklopfen lassen. Ein typischer Gesprächsfaden: „Stell Dir vor, also überneulich treffe ich so einen Typen, sah ja gut aus, aber dann… — ist der nicht verrückt?”

Auflösung:
Es gibt keine rationale Erklärung – wäre ja noch schöner. Vielleicht hat diejenige ein über die Jahre gefestigtes Weltbild, das sie plausible und normal hält; stößt auf einen anderen Menschen, dem das übrigens genauso geht, und stellt fest, daß er in einem völlig anderem Wertesystem lebt. Womöglich hält er Waschzwang für nicht mehr zeitgemäß oder hat Spaß an körperlichen Kontakten (wenn man/frau da von Spaß reden kann). Jedenfalls möchte sie jetzt von ihrer Besten Freundin™ wissen, ob sie da mit ihrer Normalität richtig liegt. Aus Höflichkeit…

Tja, und macht hier die Dame mit dem wilden Apparate? Ein Erfinder der Siebziger hat sich um die Wohlproportioniertheit unser Damen Gedanken gemacht. Der Körper produziert dann Fettgewebe, wenn es ihm zu kalt wird. Nun die kühne Hypotese: kühlt ein Apparat die weiblichen Brüste und/oder wärmt das Gesäß, dann wachsen die Brüste und der Arsch wird kleiner. Wunderbar!
Oft bei Männern zu sehen: trinken sie zuviel kaltes Bier, wächst ein Bäuchlein.
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Mittwoch, den 12.07.2006 [08:19]
Das Gehirn ist schon zu akrobatischen Leistungen fähig. Wenige Tage nach der Kopfnuss gibt es schon ein ¬Flash-Spiel, in dem man symbolisch italienischen Fußballern im Namen von Zinédine Zidane eine Kopfnuss geben kann. Dafür bekommt man dann rote Karten als Belohnung. Prima!

Die Anwendung von Flash kann ja Bauchdrücken bereiten, da im Fehlerfall (Flash nicht installert) häßliche Fehlermeldungen kommen. Eine professionelle Lösung muss her. Bobby van der Sluis hat da ein ¬feines Paket namens UFO geschnürt, das alle diese Problem löst. Ist schon toll, was manche so freiwillig und doch professionell leisten. Das Tool wird sogar von Adobe erwähnt. Erstaunlich! Warum kommen die nur nicht drauf?

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Montag, den 10.07.2006 [23:44]
Womit man sein Wochenende so alles vertreiben kann! Gut das Endspiel, genossen in ¬Jeanettes Lesecafé im Stadtpark, hatte was Unterhaltendes an sich. Persönlich kann ich den ¬Zinédine Zidane (??? ????? ?????) schon verstehen – er will eben einen merksamen Abtritt veranstalten. Haben das die Pharaonen mit ihren Pyramiden nicht auch geschafft? Vielleicht hatte er den Zirkus irgendwie satt oder der Italiener hat ihn auf Probleme mit seiner Mutter oder seiner Frau Veronique hingewiesen… Denkbar ist auch, dass er die italienischen Machenschaften thematisieren wollte. Er hatte also seine Aufmerksamkeitsbühne. Schade, dass die Werbeindustrie solche Punkte noch nicht aufgreift. Wäre doch aufmerksamkeitsstark, wenn bei einem solchen Faul gleich der Hinweis auf eine Versicherung aufpoppt. Es gibt also durchaus noch Reserven und Steigerungsmöglichkeiten. Vielleicht sollte man solche Gedanken nicht äußern, sonst werden sie wirklich noch wahr — wie auch die Idee der Bannerwerbung auf Geldscheinen.

Das Wochenende brachte nicht nur Fußballspaß. Leider oder glücklicherweise überkam uns ein Schaffensrausch, der MuLi*CMS eine neue Version beschehrte.
Antrieb war der Wunsch von ¬Greenpeace, beliebige Inhalte mit Bilder in den Portlets plazieren zu können. So kam die „geniale” Idee - ähnlich wie bei Wikipedia - an beliebigen Stellen im Text Grafiken einfügen zu können. Mit ein wenig DHTML und Javascript ist die Handhabung auch ganz einfach.
Nun war noch der hehre Wunsch geäußert worden, so kleine Diashows einbinden zu können. Gut, ist ja alles lösbar. Glücklicherweise gibt es so geniale Programmierer wie Jereon, der mal fix einen ¬Flash-JPGRotator bauen, der sich wunderbar über XML extern konfigurieren lässt. Was liegt also näher, als diese XML dynamisch über GET-Parameter zu konfigurieren. Klappt nicht! Ein Blick in die access-Log des Servers offenbart das Mysterium. Jereon reicht den Parameter nicht weiter, sondern bricht nach dem ersten '&' ab und hängt '?+Zufallszahl' an. Prima!. hat mich wieder zwei Stunden gekostet…
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