Rainers Horen
Sonntag, den 23.07.2006 [22:21]
Seit einigen Tagen kämpfen die von iranischen Kreisen gesteuerten GottesPartei ??? ???? gegen Israël. Oder anders gesagt, werden hunderte Granaten von jungen Männern, die vollgestopft mit Testesteron bestimmt Besseres – beispielsweise am Strand von Tel Aviv ?? ????-??? &ndash vorhaben, von Nordisraël aus nach dem Libanon verschossen, um zwei entführte israelische Soldaten zu befreien.

Was ist im in unserer kleinen Welt Hamburg los? Dreizehn BeamtInnen der Unterabteilung „Höhenrettung” der Feuerwehr rücken mit drei Einsatzfahrzeugen aus, um ein Vögelchen zu retten, das sich im Dachfirst verstiegen hat.

Was ist nun aberwitziger?
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Sonnabend, den 22.07.2006 [23:52]
Schon ist es wieder um zwölf und noch nichts für die Buchhaltung gemacht. Ist da nicht alles Andere weniger unangenehmer als das?
Unglaublich – Menschen verdienen damit ihr Geld. Das hat doch was Beständiges. Zumindest muss man nicht kreativ sein – Phantasie ist da mehr auf anderem Gebiete gefragt. Letztlich muss doch jeder, der nicht buchhaltert, neidisch sein. Einfach nur Regeln abarbeiten – es erscheint so einfach. Und doch erscheint es Menschen, die es gewohnt sind Algorithmen zu bauen, so schwer, diese einfachen Rechenoperationen abzuarbeiten. Es muss eine andere Hemmung sein. Ist es vielleicht die Hemmung vor so banalen Vorgängen wie Addition von Dezimalzahlen, der Multiplikation mit 1.16 und Auftackern von Belegen.

Gerade kommt eine Anfrage rein, was auf dieser Webseite steht. Hm. diese Frage hat zweifellos eine appellative Komponente. Die Selbstoffenbarungskomponente sagt: „He, wenn sich im Web der Pfeil in ein Händchen verwandelt, weiss ich nicht was ich tun soll.” Tja, es hat eben nicht jeder den PC-Führerschein oder PC-Führerinschein…
Am bedenklichsten ist wohl die Beziehungskomponente (Vier Schnäbel und vier Ohren – eine wirklich hörenswerte Vorlesungsreihe an der Hamburger Uni von Schulz von Thun). Was sagt diese Komponente? „He, ich habe keine und nehme mir auch keine Zeit, das zu lesen, fasse es mir bitte zusammen.”. Peng! jetzt sind die Fronten klar. Oder merken das manche Zeitgenossen ihre schlechte Kinderstube nicht – oder sind andere zu empfindsam?

Oder verhält es sich wie der etwas verzweifelt wirkende Claim der Aeltesten Deutschen Knäckebrotfabrik in Burg, der mit echt altdeutschen Tugenden versucht, ihr ¬knackiges Brot unter die westdeutschen Bevölkerung zu bringen.
Wo zahlt sich noch wirkliche Treue aus? Das ist doch wohl nun wirklich eine der Deppentugenden. Gut, die große Liebe klammern wir mal aus – wir wollen doch keine religiösen Gefühle verletzten. Und vielleicht stimmt es ja doch.

Gerade kommt der wunderbare Film: „Balzac und die kleine Schneiderin”. Da spielt ein junger Chinese seinem Brigadier die Violinsonate
„Mozart hat Sehsucht nach dem Großen Vorsitzenden Máo Zéd?ng ???”.
Einfach köstlich!
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Freitag, den 21.07.2006 [11:59]
Viele Anschläge werden ins Netz getippt – da wundert es nicht, wenn sich ¬jemand der BILD annimmt und täglich Fehler in diesem Blatt aufspürt, dokumentiert und anprangert. Immerhin hat es der Blogger bis zum Grimme Online Award und dem Leuchtturm-Preis des Netzwerkes Recherche gebracht. Da hat Deutschland doch noch Reserven, wenn sich jemand die tägliche Mühe macht, die BILDende Zeitung so aufmerksam zu studieren.
Jetzt ist aber genug gedaddelt und es geht ab in den ¬Schumachers, wo, wie einige befürchten zuweilen der Blitz einschlägt.
Ein wunderbarer Platz direkt an der Mauer ist ergattert. Nun gilt es, den Tisch gegen Angriffe von Rauchern zu verteidigen. Das gelingt auch eine ganze Weile. Leider sind einige Zeitgenossen nicht so höflich, dass sie nachfrügen, ob den frei sei. Sie setzen sich einfach hin. Das erinnert an das Erlebnis des Käpt'n Blaubär, als er aus Finsterbergen nicht rausfindet, den lügenhaften Stollentroll befragt, der natürlich eine falsche Auskunft gibt. Monate später, als er in der Zamonienhauptstadt Blutschinken trifft, die auch bei Professor Nachtigaller im Finsterbergen waren und offenbar ganz schnell das Labyrint verlassen konnten. Die Lösung: sie stauchten einfach den Stollentroll, drohten ihm Gewalt an und der Lügenbolt wies den richtiegen Weg zum Ausgang — und das alles alles ohne philosophische Überlegungen über Lüge und Wahrheit. So einfach kann das sein!
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Donnerstag, den 20.07.2006 [14:29]
Schreibsperre, absolutes Vakuum. Nichts zu meckern. Nur Arbeit. Heute ist also mal Zeit, diesen Horen mit dem UFO-Teil auszustatten. Das ist so ein Javascript-Framework zur sicheren Einbettung von Flash-Werkzeugen.
Wenn schon das proprietäre Produkt, dann aber auch barrierefrei.
Bei der Hitze macht aber nun wirklich überhaupt nichts Spaß.
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Dienstag, den 18.07.2006 [08:48]
Wieder so ein wunderschöner Tag, der das ¬Orgon fließen läßt. Dieser Sommer erinnert an den Sommer 1933, in dem das unheilige „Neue Deutschland begann zu wachsen. Sebastian Haffner hat das mal so wunderschön thematisiert.
Wie man so hört, hat BILD (erfolgreichstes bedrucktestes Papier des 20. und wie leider zu befürchten auch des 21. Jahrhunderst – Bemerkung des Horisten) den Vorschlag unterbreitet, dass sich alle BILD-Leser duzen. Warum? Na wegen des neuerwachten Zusammengehörigkeitsgefühls nach der „gewonnenen” Weltmeisterschaft. Wie schon erwähnt, ist das menschliche Hirn zu akrobatischen Leistungen befähigt — und selbst in Redaktionshirnen sollen Synapsen arbeiten.

Der Schumachers ist immer wieder ein tolle Inspiration — mehr Konzentration an positivem Lebensgefühl geht nicht. Es erinnnert an „ Himmel über Berlin” Es ist die gleiche Leichtigkeit der gefühlten menschlichen Existenz. Wenn sich Blicke treffen, dann ist da soviel „Liebe”, mehr als Höflichkeit zu leisten vermag. Klar, Bier unterstützt – aber das ist nicht alles. Aus dem Stadtpark dröhnen angenehm Klangfetzen von C.C.R. herüber. Das muß irgendeine Coverband sein, die als Einstimmung für John Fogerty fungiert. Die wummernenden Bässe vermischen sich mit der gelebten Lebensfreuse eines Hamburger Sonnentages.

Greenpeacler sehe das wohl leicht anders: da werden solche Wetterlagen als bedrohliche Vorboten eine bevorstehenden Klima- und letztlich Weltapokalypse gesehen. Mag schon sein, dass so was ansteht. Nur es gibt auch gewichtige Argumente gegen diesen Aktionismus:
Die meisten Menschen (siehe oben) hängen anderen Problemen nach. Selbst die Elbhochwasseropfer werden mit ihren Versicherungen kämpfen oder um ihren Arbeitsplatz. Der Kampf um die Aufmerksamkeit geht wohl größtenteils ins Leere. Selbst wenn die Deutschen zwei Cent pro kWh mehr zahlen würden und ihren Müll noch präziser trennten – die Chinesen mit ihrem völlig ungebremsten Wirtschaftswachtum verhunzen die Ökobilanz beträchtlich. Dort sollte man vielleicht Agitation und Propaganda betreiben. Dort hätten theoretisch solche Aktionen mehr Effektivität, nur die Menschen wollen jetzt erst mal konsumieren. Das ist ähnlich den Ex-DDRlern, die auch mit Öko nicht zu fangen sind.
Kommt es tatsächlich zur Klimashoa (und es kommt), dann werden die Menschen damit leben. Ärger bringen immer nur Veränderngen. Da die Geschwindigkeit aber sehr lamgsam ist, ist auch die erste Ableitung fast null und damit unmerklich.
Als 1980/81 in der DDR die Versorgungslage schon mal bedrohlich zu kippen drohte und es schon Problem mit Butter und Fleisch gab, da entwickelten sich auch apokalyptische Gedanken. Ein weiser Mensch in Form eines Arztes und Vermieters bemerkte schon damals: „Die Menschen werden sich nach kurzer Zeit darauf einrichten, ihre Beziehungen knüpfen und es wird einfach weiter gehen.”. Hat ja dann noch 8 Jahre geklappt und die Wende wurde nicht durch eine Versorgungskrise ausgelöst, sondern durch zu viel Freizügigkeit in der Vergabe von Reisemöglichkeiten. Plötzlich hatten Erfahrungen mit dem Westen eine Massenbasis und die Absurdität des dortigen Lebens wurde immer offenbarer.
Flash wird benötigt!
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Montag, den 17.07.2006 [18:30]
(Höfliche) Umgangsformen sind hilfreich im Umgang mit Zeitgenossen, die man nicht liebt.
Das ist offenbar ein globales Prinzip in dieser Welt, wie auch die Bedeckung der männlichen Genitalien in allen Kulturen üblich ist.
Nun wissen wir spätestens seit dem Film ¬Lost in Translation von der – in unseren westeuropazentrierten Augen – übertriebenen Höflichkeit der Chinesen und Japaner. Ein Japaner hält sich quasi an die Mensa-Regel: „Wir haben keine Meinung.”.
Wenn man im geschäftlichen Kontext eine Visitenkarte übergibt, dann macht man das deutlich, zeigt sie lesbar vor, verneigt sich und knüpft erste Gespräche an. Denkbar sind Fragen nach der Bedeutung des Familiennamens usw. Überhaupt wird der Anschein der gegenseitigen Hochachtung verbreitet. Auch in der arabischen Welt gibt es einen hohen Formalisierungsgrad der Kommunikation, der erstmal ein Geländer ist, um sich warm zu reden.
Wie ist das nun in Deutschland? Also hier vermitteln Gesprächspartner nicht das Gefühl des sich Zeit nehmen Wollens, sondern oft ist der erste Satz (im Chat immer): „Sorry mein Lieber, habe keine Zeit , kann mich nicht auf längere Gespräche einlassen ...” Damit sind die Fronten klar, es kommt also jetzt nur noch darauf an, das zuerst zu sagen. Letztlich also auch eine Form der Höflichkeit, wenn man den Eingangsatz als Wortdefinition gelten lässt.

Hier schon oft bei Meetings erlebt: Visitenkarten werden mit Schwung hingeknallt, als ob man gerade Skat oder Schafskopf spüle. Damit wird irgendwie signalisiert, dass das eine lästige Pflichtübung sei. Diese verquere Welt zeigt sich auch in der Tatsache der Nichtkennens des Wortes Streber in anderen Sprachen. Offenbar ist es dort nicht ehrenrührig fleißig zu lernen – außer eben in Deutschland. Bei Nachfrage nach dem Grunde für schlechte schulische Noten habe ich noch nie gehört: „Oh, da war ich nicht beharrlich und fleißig genug, da muß ich wohl in Zukunft meine Anstrengungen mindestens verdoppeln!” Häufig kommen solche Antworten: „Blöde Lehrer, Scheißschule, beknacktes System”. Das ist nicht nur reichlich parterre, sondern zeugt vor allem davon, dass das Problem immer in der umgebenden welt und nicht in einem selber vermutet wird.

Auflösung des weltweiten Schurzphänomens:
Da die Erregung und die Rutenaufrichtung in den seltensten Fällen vom Besitzer steuerbar ist, soll diese Beschurzung wohl soziale Konflikte (insbesondere mit der Dame noch näherstehenden Herren) infolge spontaner Bemerkbarmachung vermeiden. Man stelle sich nur mal vor, das weibliche Pendant wäre ebenso sichtbar – was das für Verwirrungen und unnötige Begehrlichkeiten daraus entstünden! Schon deshalb halten offenbar die plietschen aber doch auch kleinwüchsigen Japaner ihre Visitenkarte vor ihre Hosenställe, wenn sich wie im obigen Bild die Damen vor ihnen verneigen um besser sehen zu können. Bei der Körpergröße der Japaner reicht dann eine 8×5cm große Karte ausgiebig aus…

Bisher war die Welt in Ordung: da gab es Männer, Frauen, Schwule und Lesben. Ein heutiger Vortrag im ¬Freien Senderkombinat hat die Augen geöffnet. Da sind soviele neue Worte und neue Probleme erwähnt worden, dass jetzt noch der Kopf schwillt. Da gibt es also ¬Butschen und Femmen, Transgender, und eben auch Heteros und Heteras. Aus dem Zusammenspiel dieser Label ergeben sich nun vielfältigste Kombinationen. Eine kleine Liste mag die Verwirrung steigern: Andro-Lesbe, Queer-Lesbe, Queer- und Straightlesbe, Transbutche, F2M-Transer, Bio-Mann, Bio-Frau, Transgenderbutch, Femme mit butchy Äußerem, Femmelike, Beides, Stonebutch, CrossButche, Butch-Transmann, Feld-Wald-und-Wiesen-Femme und nun das Beste Wildfang-Femme im Leben, Top im Bett und Girl in Daddy´s Arm ;)

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