Rainers Horen
Sonntag, den 20.08.2006 [10:03]
Nebiger Werbefilm über eine Innovation auf dem Kastrationsmarkt, der von einer Freundin (Männerhasserin?) per eMail kam, wirft Fragen auf:

Muss man sich als Mann das antun und ist das eine Satire/Fälschung oder ein wirklicher Werbefilm. Den Amis ist ja nun wirklich viel zuzutrauen. Aber das?

Jedenfalls hat die Firma tatsächlich eine ¬Webseite, auf der u.a. auch dieses Produkt auch angepriesen wird. Selbst ein ¬PDF-Katalog ist verfügbar – dann wird es wohl stimmen.

Es ist schon verwunderlich und erschreckend, was Menschen den Tieren antun. Fast noch fieser ist der Beruf des Schnupperhengstes: die Wallache können ihr Restpferdeleben wenigstens noch auf den unendlichen Weiten der Weiden Waid fressen, so lebt der Schnupperhängst vornehmlich im Stall. Da Stuten nur wenige Tage in der Rosse sind und eine ultraschallige, tägliche Untersuchung zur Feststellung der Duldungsphase (Sägebockstellung, Drehen der Ohren nach hinten, Halten des Schweifes zur Seite, Präsentieren der Scham) sehr teuer ist, werden in großen Gestüten diese speziellen Hengste gehalten. Jeden Morgen werden sie von kräftigen Stallburschen am Zaumzeug an allen Stuten vorbeigeführt. Falls die Dame rossig ist, fängt der Hengst furchtbar zu wiehern an. Damit, falls er sich doch mal losreißt, kein Deckakt stattfindet, ist sein Penis operativ als Haken gestaltet. So kann er nicht eindringen. Ist das nicht eine noch größere Gemeinheit als die schwerarme Kastration durch Geräte der Firma Stone Manufacturing and Supply Co. aus Kansas City?
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Sonnabend, den 19.08.2006 [18:52]
Da sitze sie nun – unserer Generation 70+ – und steuern tapfer regelmäßig ihre Schiffe und Boote über die Wellen des Stadtparksees. Es ist eine Muße ihnen zuzusehen.

Es ist quasi Angeln ohne Fische. Wenn sie kommen packen sie sorgfältig die Boote aus den Koffern und stecken die Teile erstmal auf solche in den Boden gerammten Säulen aus Edelstahl. Das ist dann das transportable Minidock. Kleine Reparaturen können auf diese Weise gleich vor Ort gemacht werden. wahrscheinlich haben die alle einen heißen Lötkolben in der Hosentasche.

Dann wird ohne Slipwagen gewassert… und der Tag kann seinen Verlauf nehmen – bis die Batterien trotz Kupferkopf den Geist aufgeben.
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Freitag, den 18.08.2006 [08:55]
Warum rauchen Raucher und worin besteht das der Genuß?
Auf einer Packung eines Nahrungsergänzungsproduktes, das dem Körper täglich Zink und Vitnamin C zuführt, ist zu lesen: „Eine Nahrungsergänzung ist besonders sinnvoll bei Nikotingenuß und bei einseitiger Ernährung“. Dreht man die Packung um 90º und schaut auf die Seitenfläche, steht dort: „Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung dienen.“ Das klingt schon fast wie „Raucher sterben früher und haben dafür länger Spaß am Sex“

Also was ist jetzt richtig – soll man nun ausgewogen essen oder doch lieber stattdessen die Kapseln oral einführen?
Jetzt wäre ein guter Moment um über Wahrheit und Soheit zu schwadronieren – nein heute geht es um die Nikotingenießer.

Wie jeder weiss, ist (S)-(L)-3-(1-Methyl-
pyrrolidin-2-yl)-pyridin
ein starkes Nervengift. Der Volksmund kennt das Wortungetüm besser unter dem Wort „Nikotin“ und kommt dann auch rasch zum Wort Nikotingenießer.

Hm, da drängt sich die Frage über die Ernshaftigkeit dieser Welt auf. Übrigens ein Thema für viele Heranwachsende und Ursache für viele Freitode. Die Psychopraxen und Coaches können ein Lied davon singen, wie viele Jugendliche sich vor dem Leben ekeln. Die moderne manipulative Kommunikation (neudeutsch für Werbung) geht ja per se sehr respektlos mit dem Konsumenten um und empfindsame Zeitgenossen stört das. Auf er Beziehungsebene zeigt es an, „ so können wir mit Dir reden…“.

Warum rauchen nun Leute? Um die Beantwortung der Frage anzugehen, ist es vielleicht hilfreich, typische Situationen aufzuzeigen, in denen geraucht wird.

Da kommen junge angehende Models in die Schanze, setzen sich und zack: Kippen raus. Lokaltermin Bushaltestelle: der Bus kommt nicht sofort, es bleiben wenige Momente und schon werden die Luppen gezogen. Oder eben einfach nur, wenn man mit der plötzlichen freien Zeit und/oder den Händen nichts zu tun weiß.

Gestern titelte TAZ: „Tabakindustrie ist Verbrecher“ Hintergrund ist das Urteil eines US-Gerichtes, das verbrecherische Methoden bei der Vermarktung des Genußmittels feststellte. Wer also die Ergebnisse von Untersuchungen verschweigt und suchtförderne Mittel beimischt, kann man nicht anders bezeichnen.

Eins steht fest: bei den Mensianern wird überhaupt nicht geraucht. Es fragt sich ernsthaft, warum Menschen mit einem IQ>130 nicht dieser Sucht verfallen. Das kann doch nicht wirklich nur eine Folge des schnellen und rationalen Denkens sein.
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Mittwoch, den 16.08.2006 [16:13]
Seit gestern gibt es im MuLi*CMS die feine
Möglichkeit, in vielen Sprachen Texte zu erfassen. Da das nur im passwortgeschützten Administrationsteil zugänglich ist, ist es hier in den Horen öffentlich gemacht.

Falls man einmal ein Text in Altgriechisch, Katakana, einen arabischen Text in der Transliteration der ¬Deutsche Morgenländische Gesellschaft oder Jiddisch geschrieben werden soll, einfach die Sprache auswählen und Sonderzeichen antippen:

Von der Realisierungseite wurden wir von der deutschen Version von Wikipedia inspiriert. Das Teil wurde genialerweise um die Buchstabenlupe und um weitere Sprachen erweitert. Leider kostet das Laden der Schreibmaschine fast 100 kB, da alle Texte vorgehalten werden müssen. Das ist eben immer das Problem bei reinen Javascript-Lösungen. Ajax brächte da echt eine Beschleunigung.


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Dienstag, den 15.08.2006 [15:08]
Seit Jahren erfreut das Schmidts Tivoli mit dem Caveman. Ein Stück, in dem die Gräben des Ge?chlechterkampfes fri?ch ausgehoben werden. Da werden von einem tapferen Schau?pieler über zwei Stunden lang so Sachen erzählt wie: „Männer können nicht zuhören” oder „Frauen können nicht einparken.” Be?timmt kann ?ich jeder vor?tellen, wie das jemand ?chafft, einen ganzen Abend lang das in aller epi?chen Breite auszuwalzen. Das i?t ähnlich unterhalt?am wie das Erzählen von Herrenwitzen. Formelll war es wohl toll, aber inhaltlich…

Das Drumherrum des Tivoli trägt auch ein wenig zum Erfolg des Abends bei: auf dem Wege dorthin wird man als Mann minde?tens zweimal von netten, gutangezogegen Damen ange?prochen: „He Süßer, ha?t Du nicht Lu?t – für nur 30 € ha?t Du viel Spaß!”



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Montag, den 14.08.2006 [23:44]
Nachtrag zum übervorgestrigen Thema „Gemütlichkeit”: ist das nicht ein göttliches Bild, wie ein Teil der Deutschen seinen Alltag verbringt? Einiges wird ja klar, wenn man die heutige DPA-Meldung richtig deutet: falls es der Arbeitsagentur trotz aller Bemühungen nicht gelingt, einen Arbeitsloser/Arbeitssuchender zu vermitteln, muss sie an (?) 10000 € zahlen. Das ist quasi das Schmerzensgeld für den Hartz-IV-Zahler und sollte Ansporn sein, noch effektiver zu vermittel, fördern und zu fordern.
Rechnet man pro Monat ca. 800,- € Kosten, dann „trägt” das ungefähr ein Jahr.

Jetzt eine weitere Überlegung und Milchmädchenrechnung: bei Existenzgründung gibt es auch ca. 10,- k€ pro Nase. Der Jungunternehmer verzichtet auf Sozialleistungen und bekommt das Geld gleich ausgezahlt. Packt er es nach einem Jahr trotz blendender Bedingungen nicht, bekommt er wieder Hartz-IV. Da könnte man denken, das sei ein Nullsummenspiel. Jetzt kommt der Trick: Das Überbrückungsgeld kommt vom Europäischen Sozialfond – also verdient der Staat an jedem Existenzgründer 10.- k€. Geschickt eingefädelt!

Ja, jetzt wird einiges klar und auch deutlich, warum der Stadtpark (und nicht nur der) voller Tagediebe ist, Männer, die im besten Alter einfach die Beine hochlegen und dösen.

Heute gab es in der Stadt zwei öffentliche Events: vor Saturn versammlte sich ein kleines Häuflein von Hartz-IV-Gegnern (und wohl auch Bezieherm) mit einem gitarrisierenden Liedermacher und einen Tubisten. Um eine Ecke verbreitete eine buntangezogene Promtiongruppe aus Berlin und machte Werbung für den Halbgott Robby Williams. Deutlicher geht es wohl nicht.

Es drängt sich die Frage auf, warum es so etwas wie ein Sozialsystem, wie beispielsweise Arbeitslose gibt. Der erste Gedanke könnte in Richtung Demokratie gehen: also die Mehrheit setzt sich für einen Ausgleich ein, da es einen ja auch treffen kann. Das würde die Demokratie als tatsächliches Instrument der Macht der Mehrheit einordnen. Das kann schon mal nicht sein, weil 60% der Deutschen Bild (oder eben auch die Alsterbibel SPIEGEL) lesen und einfach nur bequem diese vorgefertigte Meinung als ihre ausgeben und sicher auch daran glauben.

Warum werden dann in Deutschland mehr als fünf Millionen Menschen künstlich am Leben erhalten? Historisch gab es immer Krisen und gute Zeiten in dieser Welt und wenn in schlechten Zeiten die Arbeitskräfte wegstürben, dann würde in Zeiten des Aufschwungs der Preis genau dieser Kosten in die Höhe schnellen. Um das zu vermeiden, wurde eben investiert und die Arbeiter wurde den quasi in einen Art Winterschlaf versetzt. Langfristig gefällt das dem Kapital.

Nun ahnen viele und einige wissen auch, dass es keinen Aufschwung geben wird – zumindest nicht in Deutschland. Die Hoffung auf steigende Lohnansprüche in China und Indien sollte man in die Welt der Märchen und Sagen verbannen.

Genau! und deshalb lässt man die Leute jetzt fallen. Das ist gesetzmäßig.

Nun haben Sozialsysteme und der Staat neben der Aufgabe des Feigenblattes, der Vernebelung und der Erklärung, warum die Geldflüsse nun mal so fließen, noch eine zweite Funktion: den Ball flachhalten. Die, zu denen das Geld fließt, die möchten noch in Ruhe das Leben genießen können und keine Angst vor marodierenden Räuberbanden haben müssen. Dafür sind zum einen schon Negativghettos erfunden worden und überhaupt gibt es das wohl schon. An den Stränden der Cocacabana tun sich 40-50 Jungens zusammen, umstellen Touristen, rauben sie aus und ziehen weiter. In St. Peter-Ording oder auf Sylt ist das noch nicht aufgetreten und obiger Herr kann ganz entspannt zwischen zwei roten Parkstühlen ruhen…
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