Rainers Horen
Sonntag, den 05.11.2006 [00:18]
Saddam Hussein ist zum Strang verurteilt worden und zeitgleich ist in Europa flächendeckend der Strom ausgefallen. Ein Zusammenhang besteht sicher nicht – aber einige Wirrköpfe werden ihn sicher noch konstruieren. Zusammenhänge sind überall.

Schon allein die Zahl 23 ist mystisch. Das ist nun wirklich Gemeingut und bedarf keiner Beispiele. Oder doch? Immerhin schaut nicht jeder Welt-des-Wissens oder Schau-Dich-schlau. Also an einem 23. wurde Olof Palme ermordet, Ernte23, am 23. März 1933 erläßt Hitler das Ermächtigungsgesetz, am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet, am 3. Oktober 1990 war Wiedervereinigung (Quersumme=23), am 23. März legt Konrad Adenauer den CDU-Vorsitz nieder, am 23. März tritt Willy Brandt vom SPD-Parteivorsitz zurück, am 23. April 1998 ratifiziert der Bundestag die €-Einführung, die Höhe der Reichstagskuppel misst 23 Meter..., im Jahre 23 nimmt Augustus das Tribuniziat auf Lebenszeit, im Jahre 23 reißen die Prätorianer in Rom die Macht an sich, William Shakespeare lebt 23.04.1564–23.04.1616, am 23. August 1572 war die schreckliche Bartholomäusnacht, am 23. Mai der war Prager Fenstersturz, der den dreißigjährigen Krieg auslöste, am 23. Dezember 1888 trennt sich van Gogh im Wahn ein Ohr ab, am 23. Februar gründet Leo D. Trotzki die Rote Armee, am 23. Februar 1942 nimmt sich
Stefan Zweig das Leben (Quersumme!), am 23. August beschloss Hitler und Stalin ihren Geheimpakt, am 23. Mai 1992 ermordet die Mafia Giovanni Falcone und am 11.09.2001 war derTerroranschlag auf WTC (Quersumme=23), Port23 ist ein Hackerport im Netz – na dämmert es?

Aber wie war das mit Windows XP? Ist nicht Symbol für den Gesalbten Jesus? Da muss es also Leute in Redmont geben, die Arges wollen. Oder die ganze Namensgebung es ist eine supergeschickte Kommunikationsmasche, die an das archaïsch Unterbewußte appeliert und uns verleiten soll, dieses „Betriebsystem“ kaufen.

Saddam antwortete auf die Urteilsverkündung nur mit ???? ??????? (G*tt ist der Größte) und wird nun sicherlich Rechtsmittel einlegen. Solche Entgegnungsformeln sind nicht unüblich. Bei den Grenztruppen zu DDR-Zeiten war es angeraten, bei Auszeichnungen oder Beförderungen mit „Ich diene der Deutschen Demokratischen Republik“ zu antworten.

Als irgendwann mal wieder zum Dienstzeitwechsel eine Beförderung anstand, waren wir in Stendal zwischen unserem Kasernenblock und dem der Verwaltung2000 angetreten und ein Major verteilte diese Gefreitendings. Als die Reihe an den Förstersohn aus Schmiedeberg kam, der während der Armeezeit seinen Jagdschein machte, sagte der einfach nichts; nickte vielleicht nur. Der magenkranke und gefreitenschaffende Major mit Tagesdrücken fragte nach: „Und?“ und Lutz antwortete halb stotternd: „Danke!“. So war das wohl nicht erwartet. Und heute er Chef einer Personalserviceagentur in Torgau. So laufen Lebensfäden …

Wie kommt man als hoffnungsvoller junger Mann zum Stab des Grenzkommandos Nord in Stendal? Also eine Wehrdienstverweigerung aus Gewissengründen gab es grundsätzlich nicht. Bestenfalls kam man zu den Spatentruppen, durfte Wehranlagen bauen helfen und die berufliche Zukunft war dann eh' im Eimer.
Wollte man also studieren, war drei Jahre „freiwillig“ Pflicht. Gab es da Diskussionen am Gymnasium … Es gab nur eine Ausnahme: das waren die Mathematikspezialklassen, die nicht dem Volksbildungsministerium unterstanden. Da lief es anders. Jedenfalls war irgendwann mal in der Unterprima Musterung. Das Ganze fand in den Baracken in Halle-Neustadt statt und war nicht fein. Wer keine ¬Armeerundschau abonniert hat, bekam gleich mal einen Vorgeschmack auf die Stimmgewalt deutscher Offiziere. Also haben alle den Aboschein unterschrieben und dann gleich wieder abgemeldet. Sie wollen studieren? Grenztruppen!

An einem kalten 1. November war dann der „langersehnte“ Tag des Beginns eines völlig neuen Lebensabschnittes. In einer Gaststätte in der Nähe des Hallenser Hauptbahnhofes war früh halb 4 Treffpunkt. Schon die erste Lektion gelernt: warten bis es losgeht. Na irgendwann, so gegen sechs trotteten wir mit unseren Reisetaschen (teilweise schon furchtbar besoffen) über den Thälmannplatz zum Bahnsteig 7. Ein Sonderzug brachte uns nach Halberstadt. Auf dem dortigen Vorplatz üben wir erstmal Aufsitzen und Absitzen, bis alle auf den W50 saßen. Dann großer Begrüßungsappell auf dem großen Kasernengelände, das heute eine Asyleinrichtung des Bundes beherbergt.

Schon die geforderte, laut und deutliche Antwort nach Namesaufruf: Hier Genosse Stabsfeldwebel! brachte einige ins Stottern und damit auf eine virtuelle schwarze Liste. Dann bezogen wir unser neues Heim in der hintersten Bude des obersten Stock der Kaserne. Da waren wir nun: zwölf Männer auf 20 qm, herrliche graue Stahlrohrdoppelstockbetten mit blaukarierter Bettwäsche. Und das geht. Den ersten Tag stickten wir in die zugeteilte, lange Unterwäsche unseren Namen ein. Eine völlig sinnlose Tagesaufgabe, da wir a) die Wäsche sechs Wochen nicht gewechselt bekamen und b) eine Personenbindung nicht stattfand. In dem Regiment waren 1000 Soldaten – da sortiert niemand die Buxen.

Das ganze halbe Jahr war voller netter Erlebnisse. Schon das könnte einen Roman füllen. Gut erinnerlich sind das Zeltlager im Schnee zwischen Weihachten und Silvester 1977 oder der Gewaltmarsch über 50 km, bei dem das MPI-Schloß verlorenging und welch Wunder am nächsten Tag von einem Trupp bei Hadmersleben wiedergefunden wurde. Jedenfalls war klar, das wir alle nach dem halben Jahr Ausbildung und Angstmache zum „Kanten“ mussten. So wurde die Grenze achtungs- und liebevoll genannt. Von den 1000 angehenden Verteidigern des antifaschistischen Schutzwalls wurden genau vier eine Woche vor der Verlegung abgeholt und nach ¬Stendal gebracht. Neben dem Horenschreiber war ein ein Professorsohn aus Berlin, ein Förstersohn aus Bad Schmiedeberg und ein gewisser Gerald, der irgendwie aus dem Mannsfeldischen kam und dessen Heimatadresse Schacht 44 hieß. Das war schon das rechte Kleeblatt, die waren also schlau genug, sich vor der Verantwortung zu drücken. Abgeholt wurden wir an dem besagten Abend vom Stendaler Spieß, der ein professioneller Alkoholiker war. Seine erste Ansage: „Schmeißt mir ja nicht die blauen Plastetrinkbecher vom W50.“. Na, da wussten wir doch gleich was Tradition ist und schmissen die Dinger im hohen Bogen vom LKW in Richtung Regiment von Nebenan, so wurden die benachbarten Russenkasernen genannt. Auf halber Strecke hielt der Spieß an, rauchte eine Zigarette und wollte wohl mal schauen, was für einen Bodensatz er da bekommt.

Stendal war völlig anders. Da gab es gepflegte Rabatten – überhaupt war alles ziemlich zivil. Auf den Straßen wurde kaum militärisch gegrüßt und es gab sehr viele Zivilangestelltinnen.



Die anderen Drei kamen in die Stabskompanie und unsereins in die Verbandsnachrichtenzentrale VNZ-25. Nach der Ausbildung im Zehnfingerschreiben sollten wir als Fernschreiber/Fernsprecher eingesetzt werden. Nach einigen Wochen (wir waren gerade bei „asdf jkl“), bekamen die Wind vom Sprachfehler und so wurde mir auch das noch erspart, ich kam in die Stabskompanie und wir waren wieder komplett. An dem Tag lag der Spieß wieder mal volltrunken im Klo und nüchterte aus. Er sei die Treppe hochgefallen, hieß es. Nächsten Tag wurde ich von ihm bestellt und ich bekam die Tagesaufgabe einen Strauß roter Rosen zu besorgen. Bedingung war, keine Rosen von den Kasernenrabatten zu nehmen. Das war selbst im Juni unmöglich, im staatlichen Blumenhandel Rosen zu bekommen; aber immerhin bekam ich in einem Laden in Stendal das passende Seidenpapier. In einer Vorortsiedlung standen in einem Vorgarten herrliche Rosen. Ein kurzer Schnack so von Mann zu Mann (am Wochenende fahre ich zu meiner Verlobten auf Kurzurlaub) bekam ich die Rosen und einen Job als Schreiber.

Ab sofort teilte ich das Zimmer mit dem Generalsfahrer und dem Sani aus dem Medpunkt und brauchte keinen Frühsport mehr so machen. Meine erste Tagesaufgabe war Kaffee zu kochen, Bockwurst heiß zu machen und mir das Gedöns der Offiziere anzuhören. Jeden Tag verdächtigten sich Politstellvertreter und Spieß gegenseitig mehr abzunüssen. Und da saß ich nun an meiner ERIKA und dachte mir meinen Teil. Zu den Tagesaufagen gehörte noch die Stärkemeldung für den Stab und die essensbestellung für den morgigen Tag. Hin und wieder wurden auch Dienstaufträge zur Inspektion der Grenze, die ich nie sah, oder Urlaubs- und Ausgehscheine ausgestellt. Einmal pro Woche für ich mit dem B1000 oder dem GAZ in die Stadt zur Wäscherei, wo die immer knapp bekleideten Damen wuschen und bügelten. Und der Sommer 1978 war heiß. War das eine Tortur für einen jungen Mann! Die hatten wirklich nichts drunter unter ihren Dederonkitteln und ich mit meiner schicken Einstrichkeinstrichfelddienstuniform. Na, jedenfalls durfte ich immer die verschmutzten Bettlaken meiner Kämpfer gegen die Einsamkeit vorzählen. Da wurde immer ein Laken (und da suchte ich immer das peinloseste aus) auf den Boden gelegt und dann wurde gezählt. Da waren ganze Atlanten drauf und heute könnte man da prima DNA fürs Klonen gewinnen …

Irgendwann wurde meine Phantasie und gute Schreibe entdeckt und ich mussten den ganzen Schriftverkehr der Kompanie abwickeln. Was es da zu phantasieren gibt! Alle vier Wochen Auswertung und Zielstellung Sozialistischer Wettbewerb der Partei- und der FDJ-Gruppe. Dann gab es noch Überprüfungen der Ordnung/Sicherheit der Bekleidung und Ausrüstung, B/A-Appelle. Na jedenfalls brauchte das viel Ideen, um den ganzen Schmarren über mehrere Jahre zu basteln. Und das alles ohne Computer. War das eine Arbeit, den ganzen Kram in die ERIKA einzutippen. Es geht da nicht nur um die Feststellung von Mängeln (unzureichender Pflegezustand des Wagenparkes oder Löcher in der Unterhosen des PKW-Zuges) sondern auch um die Festlegung von Maßnahmen, solche Mängel in Zukunft zu vermeiden. So gab es zusätzliche Putz- und Flickstunden oder nächtliche Übungen, um die Moral der Truppe zu erhöhen. Superstress waren Ereignisse wie Erster Deutscher im All und der 9. Parteitag. Da mussten viele, viele Auswertungen und Kampfaufträge verfasst werden.

Nachtrag zum heutigen Aufmacherbild: bei den Grenztruppen gab es keine Generaloberst. Der höchste Rang war Generalleutnant und da gab es nur einen. Was sich Amerikaner immer so ausdenken: da nehmen die eine Offiziersuniform und pappen die Effekten eines nicht existierenden Generals dran.

Auch mit der politischen Korrektheit im Sinne des 21. Jahrhunderts nahm man es nicht so genau. So heisst es im §27/Absatz 4 (Anwendung von Schußwaffen) des Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik vom 25. März 1982: „Gegen Jugendliche und weibliche Personen sind nach Möglichkeit Schußwaffen nicht anzuwenden.“. Starkes Stück! Also auf Männer darf man schießen. Da haben wir wieder das Ewiggestrige des alten Regimes. Dann klingt der folgende Absatz schon fast wieder versöhnlich: „Bei der Anwendung der Schußwaffe ist das Leben von Personen nach Möglichkeit zu schonen. Verletzten ist unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen Erste Hilfe zu erweisen.“
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Sonnabend, den 04.11.2006 [23:56]
„Er ist damit beschäftigt ein Kind zu zeugen.“ Diese grandiose Meldung kommt heute auf allen Kanälen. Es muss wohl daran liegen, dass es sich um Jigal Amir ???? ????, den Attentäter von Rabin handelt. Es gibt schon seltsame Lebensläufe. Da gibt es eine promovierte russische Philsophin, die mit vier Kindern aus einer Ehe geht, den Attentäter kennenlernt, ihn telefonisch heiratet und sich jetzt künstlich befruchten lässt. Arme ??????, da verpasst sie etwas, zumal sie offenbar schon Erfahrungen hat.

Und Erfahrungen sind Bares wert. So ist es mittlerweile usus, für viele hundert Euro Spielercharaktere zu kaufen. Normalerweise braucht man über sechs Monaten, um in einem Adventuregame eine nötige Sammlung von Waffen und Gold zu haben bis das Spielen so richtig Spaß macht. Was liegt näher, als da etwas nachzuhelfen.

Dann ist es doch prima, wenn 75% der schwedischen Jugendlichen bei ¬Lunarstorm.se chatten und dort oftmals ihre gesamte Freizeit verbringen. Prima, da machen die Schwedinnen keine anderen Dummheiten. Aber reichen 3-4 Mitarbeiter (wie gerade in einer arte-Doku gezeigt) aus, um den Datenverkehr zu überprüfen? Das ist ja wohl ein Witz und soll nur besorgte Eltern beruhigen. Schön ist aber auch, das Lunarstorm feste Verträge mit CocaCola/Nike/MacDonald hat. Da werden die jungen Schweden gleich richtig auf Marken gebrieft und der junge Geschäftsführer weiß bestimmt, wie er den jährlichen Gewinn von 1,5 Mio umsetzt.
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Donnerstag, den 02.11.2006 [23:19]
Ist es nicht abartig, täglich irgendwas aufzuschreiben? Tja, Journalisten, die damit ihr Leben finanzieren, müssen es wohl. Aber unsereiuns &ndash, tut das Not?
Ein ganz gewönlicher Tag ist vollbracht. Zu Mittag gab es am Billekanal ein Wunder der Lebensmitteltechnologen zu bestauen und gegen Abend das übliche Abhängen und Rotweintrinken bei Petisco gegenüber der Roten Flora. Überall diese diese Frauengruppen, die sich auch noch zehn Jahre später sich gegenseitig die Welt erklären. obwohl, die von heute sahen so aus, als ob sie doch mal ihre Scham, Angst und Moral vergessen könnten und sich auf Männer einlassen könnten. Es ist oft schade darum.

Da hilft auch kein mit Freundin gemeinsam absolviertes, „entspannendes“ Yoga. Es gibt da feine Sachen, die viel unkomplizierter sind und doch auch eine starke, körperliche Auswirkung haben.

Das Gute steht so nah (auch beim Yoga wie man sieht)!
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Mittwoch, den 01.11.2006 [21:46]
Land unter in Hamburg! Und das ist noch nicht das Ende. Springflut ist gegen Mittag. Wohl dem, der nicht in Hafennähe wohnt. Das sind die Winterhuder und Eimsbüttler gut dran. Die können das Chaos im Internet beobachten.

Was sich Ärzte so ausdenken! Sitzen in ihren Praxen, das Hochwasser im Rücken, und fabulieren: das Leben ist wie ein Streichholz. Es kann schnell oder auch langsam abbrennen. Sagen wir mal, wenn wenig Sauerstoff vorhanden ist. Ratten und auch anderes Vierbeiniges würden eine anderhalbfache Lebenszeit haben, wenn sie ein wenig hungern. Hm. kann sogar stimmen. Aber eben nur im Versuchslabor im UKE. Was wäre in der heilen Natur? Sie würden den darwinistischen Überlebenskampf nicht durchstehen und weggebissen.

Aber was will der Arzt mit dem animalischen Gleichnis sagen? Genau, wir könnten 120 werden, wenn wir nicht soviel essen würden. Dann brennt das Streichholz zwar schwächer aber länger … Aber eigentlich ist das Leben kein brennendes Streichholz, sondern eine Klopapierrolle: am Anfang greift man unsparsam hurtig zum Papier — und plötzlich naht die innere Papprolle. Dann wird man sparsamer und das Dünnerwerden wird immer deutlicher – bis schließlich das letzte Blatt in der Hand liegt. Was dann kommt, ist allzu menschlich.

Heute ist nun dieser katholische Feiertag, gestern war in den ostelbischen Gebieten der Reformationstag. Es soll Bestrebungen geben, auch in Westdeutschland diesen protestantischen Feiertag einzuführen. Zu Recht! Steigert er doch das Wirtschaftswachstum. Bayern und insbesondere Augsburg hat die meisten Feiertage und doch auch gleichzeitig den höchsten Wirtschaftswachstum und das höchte Bruttosozialprodukt. Das ist eine eindeutige Korrelation. Also mehr Feiertage her und schon kommt der deutsche Aufschwung. Nun sind Ideen gefragt. Am einfachsten wäre es doch, die muslimischen und wegen der politischen Korrektnis auch gleich noch die jüdischen Feiertage zu übernehmen. Das sollte für einen kräftigen Schub sorgen.

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Dienstag, den 31.10.2006 [20:44]
Pünktlich zum Jahreszeitfest Halloween war heute an der Uni wieder eine Keltischvorlesung, obwohl wie Ternes betonte, dieses „Fest“ nichts Keltisches an sich hat.

In der alten Heimat Thüringen nervten die Wänster immer zum Andreasfest, das am Abend vom 29.11. begangen wird.
Die Quälgeister verkleideten sich möglichst gruselig, so dass sie nicht mehr erkannt wurden. Sobald es draußen dunkel wurde, zogen sie dann von Tür zu Tür und sagten einen Spruch auf:
Ich bin der kleine Andreas,
liebe Leute gebt mir was.
Gebt mir nicht zu wenig,
ich bin ein kleiner König.
Laßt mich nicht zu lange stehen,
ich will noch ein Häuschen weiter geh'n.

Die Leute geben den Kindern Süßigkeiten, Obst und manchmal auch ein Geldstück.

Der Abend hatte so etwas Lokales, im Prinzip vergaß man es und war erschrocken, wenn es wieder losging. Er wird wohl nur auf dem Gebiete des ehemaligen Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach begangen und wird seit einigen Jahrewn völlig von diesem amerikanischen Konsumfest verdrängt, bei dem Kürbisköpfe ausgehöhlt und beleuchtet werden. Irgendwann mag keiner mehr Kürbissuppe essen!

Apropos Irland: Manch einer mag denken Irish Coffee sei eine irische Erfindung. Na nicht ganz. Als Transatlantikflüge noch nicht nonstop von Frankfurt nach NY gingen, führte die Route über Irland nach Neufundland. Deswegen wurde in den Vierzigern in Foynes ein Flughafen gebaut, der nur als Zwischenstop nach Neufundland diente. Da war Geld von den reichen Amerikanern abzuschöpfen und so erfand man das Kaffeewhiskeymischgetränk.
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Montag, den 30.10.2006 [20:07]
Einkommenssteuererklärung – das ist wohl eines der schönsten Worte der deutschen Sprache. Seit einiger Zeit besteht die Pflicht elektronisch zu elstern. Das hat zwei Konsenzen: zum einen braucht man einen Windows-PC, der dann keine weitere Aufgabe (außer vielleicht Lebenszeit zu stehlen) zu erfüllen hat und was noch besser ist, dieses Gerät stellt dann ein neuartiges Rundfunkempfangsgerät dar und nötigt dem Kleinunternehmer die GEZ-Gebühr auf.

Wie zu erwarten war, ist die Elstersoftware mindestens genau so schlecht wie beispielsweise die Webseite vom Arbeitsamt. Da scheint ein Zusammenhang zwischen Budget und Qualität zu bestehen.

Schon die Eingabemasken sind sehr gewöhnungsbedürftig. Wie in einer Eingabezeile das Zusammenspiel zwischen Ziffern- Lösch- und Kursortasten funktioniert, sollte doch mittlerweile klar sein. Und dann kann man den Datensatz nur an das Finanzamt per Internet melden, wenn ein Drucker ordnungsgemäß angeschlossen ist. Und damit beginnt eine ewige Geschichte.
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