Aber vorerst gibt es ein Fundstück aus der hiesigen Zeitschriftenlandschaft. Nicht nur, dass es eigene Gelbe Seiten für Hamburger Russen gibt, es kommt auch monatlich eine sehr engagierte Zeitschrift heraus, die ein buntes Kaleidoskop des Hamburger Lebens zeigt. Besonders gut ist Grafik und Layout gelungen, das ist gerade bei solchen mittelauflagenstarken Blättern keine Selbsverständlichkeit. Wer also leidlich die russische Sprache versteht, kann hier prima seine Schulrussischkenntniss auffrischen und der neuen Zeit anpassen und bekommt ein wenig mit, wie unserer russischsprachigen Mitbürger ticken. Übrigens ГАМБУРГСКИЙ ДУX heisst soviel wie Hamburger Geist.
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass bei den rechtsläufigen Sprachen (Farsi, Urdu, Pashtu, Arabisch und Hebräisch) große Probleme auftreten. Für die persischen Sprachen bietet ¬BerliOS eine Lösung. Für Hebräisch ist das eine Fingerübung für den Feierabend. Das ist keine echte Herausforderung – man muss eben nur die Stapelreihenfolge ändern. Nur um den Softwareaberglaube (die nächste Version macht glücklich) zu befriedigen, schon mal von freetype die neueste Version installiert.
Um das Pangramm Шеф взъярён тчк щипцы с эхом гудбай Жюль. zu erhalten, muss man links Shef vz"yaryon ttshk shtshiptsy s eechom gudbaj Shyul'. eingeben. Für die anderen Sprachen ist rechts oben die Referenzliste angegeben. Das mit dem Moldawischen ist fast so etwas wie ein Scherz. Als die ruhmreiche Rote Armee sich dieses Teiles des damaligen Rumänien bemächtigte (sowjetische Sprachregelung: „befreite“), wurde flugs die rumänische Sprache, die in Bessarabien gesprochen wurde, „Moldawisch“ genannt und wurde natürlich in Kiriliza aufgeschrieben. Deshalb gibt es kein Rumänisch/Modawisches-Wörterbuch – es käme einer Transliterationstabelle gleich.
In Hamburg und wahrscheinlich nicht nur in der quirligen Hansestadt gibt es eine serbische, blau gestaltet Wochenzeitung Недеља zu kaufen. Zusätzlich gibts die auch in Lateinschrift zu kaufen. Nun könnte man denken, das sei Kroatisch. Bei genauem Hinsehen muss man die Hypothese fallen lassen. Das ist tatsächlich lateinisches Serbisch. Was soll nun dieser ideologische Spaghat? Offenbar gibt es in Deutschland viele serbische Mütterlein, die serbisch verstehen, aber nicht lesen können. Durch ihrer Migrationshintergrund können sie leidlich „unsere“ Schrift lesen und so ist dieses romanisierte Serbisch eine tolle Möglichkeit, doch noch Zeitung lesen zu können.
Das war ja nun alles Pillepalle. Versuchen wir es mit Hebräisch, das ist eine größere Herausforderung. Zumindest hängt die Schreibweise einiger Buchstaben von der Stellung im Wort ab. Das ist zwar nicht so krass wie im Arabischen, wird aber im Gegensatz dazu nicht automatisch erledigt.
Gut, das wäre auch erledigt und so richtiges Gehirnjogging hat es nicht abgeworfen, lediglich das Einfügen der Zeichen war eine kleine Fingerverwirrübung. Spannend wären jetzt noch die Vokalzeichen, die aber nur für die Sprachausbildung, für Gedichte oder für kalligraphische Zwecke (beispielsweise für koschere Mazzeverpackungen) benötigt werden.

Das hintersinnige, verschmitze Lächeln sagt doch alles. Die Gedanken der beiden Frauenzimmer kreisen bestimmt nicht um den leckeren Tee aus nachhaltigem Anbau und um die nahrhafte Käsetorte… So sind sie, immer eine Nase voraus – sie hatten eben mal eine wissenschaftliche Weltanschauung und einen festen Klassenstandpunkt.

Die Dönerbude am Markt in Saalfeld: schlimmer geht es nicht. Eine ehemalige HO-Gaststätten-Mieze (es fehlte nur noch das weiße Häubchen und das vorgehängte Schürzchen) schneidet von einer sich drehenden Riesenfrikadelle so Fetzen ab, legt das Zeug in ein kaltes, altbackenenes Baguettebrötchen und dann noch Rotkraut obendrauf – lecker! Es schmeckte wie Wurstpelle und war es wohl auch.
Kommt ein Hamburger von einem Ausflug aus dem anderen Teil unseres Vaterlandes zurück, dann hört man allfällig Berichte von Glatzköpfen und anderen Auffälligkeiten. Nach der Multimomentenmethode© ergibt das ein unschönes Bild. Als ob es da drüben nur glatzköpfige Hartzvierer und Mändies gibt. Obwohl – der MDR verbreitet zuweilen so ein Bild, als ob dort zwischen Kap Arkona und Fichtelberg nur Volksmusik gesungen wird und die Telefone eine festeingebaute 0137-Taste haben. Welche Nummer man da anruft, ist ja auch egal. Hauptsache man signalisiert die eigene Dummheit. Ist eine Art Steuer.
Jetzt aber mal ein anderer Schnack. da lässt sich eine ausgebaute Festplatte (NTFS) auf einem anderen PC nicht lesen. Der neue Rechner sieht nur leere Verzeichnisse. Das ist noch nicht weiter verwunderlich – ist eben wieder so ein Windows-Dilemma. Aber jetzt kommt es: MacOSX von Apple kann die Platte anstandslos lesen. IssnDing!
Lieber Mitbewerber: arbeite immer schön mit Deinem Windowsrechner. Das ist nur gut so. In der Zeit, wo Du Dich mit dem Kampf gegen Viren, Würmern, Trojanern und mit der Installation von Treibern beschäftigst, können wir schon wieder im Kundeninteresse Probleme lösen.
Das ist wie mit LaGomera. Allen Leuten, die fragen wie der Urlaub auf der kanarischen insel war, erzählen wir was von schlechtem Wetter, steinigen Stränden… Nur so erhält sich die Einzigartigkeit.
Wir wissen nur zu gut: Journalisten und Reporter sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. ;-))
Da muss der unseelige Stoiber aus Bayern schon aufpassen, dass sein „plötzlicher“ Rücktritt nicht im medialen Gewitter untergeht. Wäre doch schade. Schon einmal in der jüngeren Weltgeschichte hatte ein „Christ“ großes Glück durch Ablenkung. Als der Stellvertreter Gottes auf Erden Anfang der Sechsziger (Papst Johannes XXIII.) in ideologischer Bedrängnis war, kam im die Kubakrise zu Hilfe, in die er selber noch selbstlos eingriff.
„Leben ist Erlösung“ so schreit die Firma mit dem magentenem T ihren neuen Claim in die Konsumentenwelt hinaus. Schon darüber könnte man vortrefflich ablästern. Drehen die jetzt nicht endgültig ab &ndash, wissen die, was sie tun? Es macht sich Sprachlosigkeit breit. Hier werden also Heilsversprechungen abgegeben. Als wir mal kurz nach der Wende im Süden von Leipzig Richtung Grimma rumkurvten, prangte uns das damals noch neue Schild „Bettenparadies“ entgegen. Das hat dem medienunerfahrenen Ostler Verwunderung abgerungen. Was hat das aufdringliche Verkaufsgespräch einer Bettenschwuchtel mit dem an sich am schönsten Vorstellbaren zu tun? Nun ist diese Inflation der Begriffe schon längst zu Gewohnheit geworden und wir wundern uns über fast nichts mehr.
Kramen wir doch mal in den ¬Religionen und stoßen auf die Lehre von ¬Samsara. Samsara betrachtet ewiges Leben als ewige Verdammnis. Hm. klingt ein wenig melancholisch. Der christliche Auferstehungsglaube sieht ewiges Leben als Erlösung und Freiheit. Schön – schon viel besser. Hier kommt es also her. Je mehr der Glaube an Samsara sich verbreitet, desto mehr verbreitet sich Verdammnis. Notabene: Dies ist nicht das, was nur die Christen behaupten! Die heiligen Schriften des Ostens sagen es selbst, und Buddhismus und Hindureligion sind ja gerade die Versuche, sich aus der Verdammnis Samsaras, aus diesem Teufelskreis zu befreien. Offenbar gelingt es nur mit dem richtigen Zweijahresvertrag mit einem er Telefonanbietern.
Aber wie schon gesagt – bei Inflationen dreht sich das Karusell im weiter. Gleich nach der Werbung für unheimlich günstige Unterhaltung und Kommunikation fällt ein Familienvater mit seinem Rad hin. Spruch: „Draußen ist doof“. Das Ganze soll Werbung für ein spezielles Bezahlfernsehen sein.
Überhaupt kommt in den TausendTeleTips kaum noch Werbung für reale Produkte, sondern nur noch für Handyverträge, Finanzdienstleistungen und ähnlichen virtuellen Geldausgebmöglichkeiten.
Verwunderlich ist nur, welchen Eindruck mal heute noch hinterlassen hat. Da weiß man in Sachsen-Anhalt, welche Dame angeblich damals die Rolle meiner Favoritin spielte (die aber leider mit 17 schon verlobt war) und überhaupt.
So wohnten wir damals im besagten Block in Miniappartments, in die man sich heutzutage kaum traut Einzelpersonen einzuquartieren, zu viert. Und es ging.
Wau!
Gerade öffne ich meine neue Digicam und gerade als die ganze Optik draußen ist, bekommt der Apparat Priapismus und will nicht mehr zurück in seine Ruhestellung, weil just in dem Moment die Batterie alle ist. Also muss das Ding im ausgefaherenen Zustand zurück in die Hose.
Wie jedes Jahr gibts auch heuer wieder passend zum beginnenden Frühling eine Radreisemesse im Hamburger CCH und die Redaktion der Drahteselpostille brütet über das Titelbild. Traditionsgmäß wird eine достопримечательность virtuell beklebt.
Immerhin – der Bogen ist weit gespannt. Er reicht vom plakatierten Michel bis zur beworbenen Eingang zur Herbertstraße. Der werte Horenleser darf raten, welcher Vorschlag aus unseren Reihen kommt. Das mit dem Gotteshaus ist schon aus dem Rennen, klar. Ob die Damen vom Gewerbe was dagegen haben?

