Rainers Horen
Sonntag, den 28.01.2007 [10:59]
Es soll da Webseiten geben, die haben so eine zeitgeistige Bonbonlutschoptik. Dann wäre es nett und im Sinne des einheitlichen Designs, wenn auch Bilder von Nutzern oder von CMS-Patienten abgerundet werden. Heute stellt sich das Werkzeug dazu vor:

Um neue Bilder einzubinden, braucht man nur auf die linke Schaltfläche zu drücken und eine verschiebliche Eingabemöglichkeit erscheint. In die noch leere Textzeile einfach die Webadresse eines Bildes eintragen und ENTER drücken. Das war es schon.
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Sonnabend, den 27.01.2007 [23:28]
Als wir letzten Donnerstag zum Datingcafe in Bergedorf fuhren, war es als führe man nach Kleinmoskau. Die ganze S-Bahn war voll in russischer Hand. Und, wie kann es anders sein, als wir eine Frau auf der Straße nach dem Wege zurück nach Hamburg fragten, antwortete sie mit russischem Akzent. Prima! Nun ist es auch klar, warum es ein auch eine russisch/ukrainische Fernsehzeitung in Deutschland gibt. Sie heißt 7+7?. Ein kleines Wortspiel. Das russische Wort für Familie ist ?????. Die Ziffer 7 ist ????. Und jetzt ist auch klar, wie das funktioniert.

Das Blättern in der Zeitschrift ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Schon auf der ersten inneren Seite fällt die etwas gewöhnungsbedürftige Ikonografie auf. Die Filme aus dem russichen und deutschen Angebot werden schubladisiert und der geneigte Leser soll mit ihrer Hilfe rasch zum gewünschten Beitrag im Füllhorn von Angeboten stoßen.

Also frisch ans Werk und mal die Textfähnchen genommen und zu den zutreffenden Sinnbildern geschoben – viel Spaß beim Rätseln! Je mehr Treffer richtig sind, umso mehr wächst der graue Wahrheitsbalken.

Nach den gestrigen etwas erfolglosen Versuchen der dynamischen Bildmanipulation hat es heute mehr Erfolg gezeitigt. Einfach viel fernsehen und schon weiss man, was zielführend ist. Dort werden auch immer Autonummerschilder und Gesichter per Mosaik anonymisiert. Ist eben doch viel rechenzeitsparender als das zweidimensionale Integrieren von Pixelwerten, wie es eine Bewegungsunschärfe erfordert. In nachfolgender kleinen Demo kann man mit dem linken Schieberegler die Rasterung und damit die Gesichtsanonymisierung einstellen.
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Freitag, den 26.01.2007 [16:35]
„Wäre π gleich 3, würde der Satz etwa so aussehen.“



Dieser selbstähnliche Satz braucht zum Verständnis den Schulabschluss 8. Klasse. Das sollte wohl gegeben sein. Bei dem Versuch obigen Satz einigermaßen stimmig typographisch darzustellen, fällt auf, dass es in keiner bekannten Schrift dieser Welt ein sechseckiges Zeichen gibt. Geschlossene Zeichen gibt es überhaupt nur in europäschen Sprachen. Katakana, Bopomofo, Mongolisch, Thai, Devanagari und die anderen indischen Schriften sind streng ungeschlossen. In den Schriften des Nahen Ostens (Persisch, Thaana, Syrisch) ist es eh abwegig, da diese eine ganz andere Ästhetik aufweisen.

Gehen wir mal systematisch vor: das Dreieck als Antipode des Kreises gibt es in einigen Schriftsystemen. In der Silbenschrift der kanadischen Indianerstämme gibt es gleich die volle Ladung. Die Dreiecke in verschiedenster Lage sind denn Vokalen vorbehalten. Es gibt ?, ?, ? und ?. Das sind in dieser Reihenfolge E,I, O und A. Das Dreieck gibt es bekanntermaßen noch als ? (Delta) im Griechischem.

Mit dem Viereck sieht es noch magerer aus: in den heutigen Schriftsystemen gibt es nur das Schluß-M ? der Quadratschrift des Hebräischen und das Choseong Mieum ? im Koreanischen.

Immer diese Zufälle – in beiden Sprachen steht das Viereck für den bilabialen Nasal. Was für feine (verschwörungs-)Theorie liesen sich das konstruieren… Auch das Tonbruchsystem des heutigen Japanischen entspricht völlig dem des Biskaya-Baskischen. Gewisse Palatisierungsregeln des Russischen gibt es auch in goidelischen Sprachen. Verbindet man gedanklich diese Orte gleicher linguistischer Phänomene, so entsteht vom Weltall aus gesehen sicher das geheimnisvolle, altindische ? (OM!) oder eine Anflugskizze für außerirdische Raumschiffe…

So – welche Geistesblitze liegen heute an? Eine Singleplattform möchte gerne Photos „verschleiern/verwischen“, das auf jeden Fall besser, als gat kein Bild zu zeigen. So ein Bild durch eine Milchglasscheibe macht doch neugierig – oder? Der erste Gedanke ist, eines der Filter von ImageMagick zu verwenden. Hier mal ein kleiner Test:


Es zeigt sich recht schnell, dass das Werkzeug ungeeignet ist. Je krasser die „Versteckung“, umso unerträglicher wird die Laufzeit des Programms. Das trifft zumindest auf Gaußsche Verzerrung und Bewegungsunschärfe zu. Im Fernsehen werden ungeliebte Details oft so verpixelt. Offenbar frisst das weniger Rechenleistung.
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Mittwoch, den 24.01.2007 [08:31]
Das typographische Problem mit den semitischen und iranischen Schriften ist jetzt klarer – aber deswegen noch nicht gelöst. Zum einen laufen die Schriften von rechts nach links. Und da es europäische Einsprenklungen in solchen Texten gibt – denken wir nur an Zahlen oder Zifferngruppen oder Lehnworte, die nicht arabisiert werden – haben wir es mit edm etwas gewaltigeren Problem der Bidirektionalität zu tun. Dafür gilt Behdad Esfahbod der Dank, der die FriBidi-Bibliothek in die Welt gebracht hat. Sie rechnet auf Grund von Unicode-Eigenschaften, ob ein Text nach links, rechts oder gar nicht weiterläuft. Damit ist aber nun noch nicht das Problem der Ligaturenbildung gelöst. Im persischen Schriftsystem hat ein Zeichen vier Ausprägungsformen: je nachdem, ob es einzeln (Kreuzworträtsel), links, rechts oder im Wort steht, sieht es verschieden aus. Das ist ein wenig wie unsere Groß-/Kleinschreibung. Beispielsweise wird das Beth einzelstehend so ?, ansonsten je nach Stellung ? ? ? geschrieben. Dafür gibt es das ¬berliOS-Projekt. Ist aber leider unvollständig, es könnte ja mit Leichtigkeit gleich das Schlußzeichenproblem des Hebräischen lösen und vor allem auch die Ligatur Lam-Alif richtig bauen. Was ist denn das nun wieder? Eine ziemlich häufige Buchstabenkombination im Arabischen ist eine Verbindung aus Lamed und Alif. Einfach so hingeschrieben sähe das unästhetischerweise ähnlich U aus. Man kann das hier nicht darstellen, weil der Browser das gleich zu obiger Ligatur ?? austauscht.

So, und nun gewappnet mit diesem Wissen sollte es doch gelingen, beispielsweise mit den gd-Tools arabische Schrift dynamisch zu bauen. Hundekuchen! Die ganzen API-Funktionen sind sehr eurozentristisch angelegt und funktionieren einfach nicht.

Also, um es mit ?add?m ?ussayn zu sagen: „Lasst euch nicht hängen.“. Da müssen wir jetzt durch und ran an die TTF-Theorie. Die ¬Dokumentation von FontForge ist da ein guter Einstieg.
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Dienstag, den 23.01.2007 [00:41]
Trotz Globalisierung auf allen Ebenen gibt es gewissermaßen als Folklore in einigen Ländern noch andere Kalender, die nicht auf dem gregorianischen aufsetzen. Hier eine kleine Auswahl: Die Anzahl der Monate und die Tage darin sind sehr unterschiedlich. Das kommt immer darauf an , ob die Berechnung auf die Mond- oder auf die Sonnenbewegung zurückgeht. Allen Kalendern gemeinam ist der Siebentagezyklus. Das scheint also die absolute Basis aller Menschen zu sein. Das ist noch nicht einmal das Zahlsystem. Es gibt 10-er, 20-er und 12-er. Die ersten beiden referenzieren sich an der Fingeranzahl, bzw. an der Summe von Fingern und Zehen – in vielen Sprachen wird das nicht unterschieden. So nutzen die Franzosen, Waliser und Iren das Zwanzigersystem. Andere Völker haben die Zahl Zwölf als Zahlenbasis, was astronomische Hintergründe hat. So kocht jeder sein Süppchen und es wird nicht langweilig.
Warum gibt man sich so große Mühe, einen stimmigen Kalender zu bauen? In Ländern, in denen Jahreszeiten großen Einfluß auf das Leben haben, wird das besonders genau betrieben, einfach damit gewisse Feiertage immer wieder in den Naturrahmen passen. Das arabische Jahr, was ein reines Mondjahr ist und auf die Sonne keine Rücksicht nimmt, läuft permanent durch unser Jahr – der Fastenmonat Ramadan ????? ist mal im Sommer, im Herbst usw. Klar in der Wüste ist ies immer heiß und trocken.
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