Rainers Horen
Sonntag, den 04.03.2007 [16:47]
Die letzten Tage laufen in den Networks verschiedene Filme, die die Flucht Deutscher „zurück ins Reich“ zum Thema haben. Zufall? Gerade unsere Nachbarn im Osten und Südosten sind auf das Thema Flucht und Vertreibung sehr obstinat. Die Polen hatten (bisher völlig unberechtigt) behauptet, die Deutschen hätten gerne Teile von Westpolen zurück. Nun läuft wieder vermehrt Wasser in diese Richtung. Die Medien bestätigen die Ängste. Das ist doch kein Zufall und die Meinungsmacher sind sich blöd, aber so blöd nun auch wieder nicht. Oder hat sich die Praktikantin, die für den Spielplan bei ARD/ZDF/Arte verantwortlich ist, beschwatzen lassen?

Moin, die Fälschung ist offensichtlich: solche schmalen S-Bahnen gibt es noch nicht einmal in Hamburg und wo ist der Fahrgastgang?

DoppelRainer

Mehr lässt sich aus dem GraphicConverter von Thorsten Lemke eben mit fruggenhaften Fähigkeiten nicht herausholen.

Nun ist es Sonntag und bis auf Brötchenholen und verspeisen selbiger gibt es für heute noch keinen Plan. Die Backwarenverkäuferin (das Wort „Bäckerin“ verbietet sich wohl) hatte keine Stimme – sie gestikulierte nur als ich nach körnerlosen, unprätenziösen Weizenbrötchen bat. Das ist die brutale Fratze des (Schweine-)Systems!

Die Kornelkirsche beginnt zu blühen. Sie ist wie jedes Jahr einer der ersten Vorboten des nahenden Frühlings. Das sind die weit ausladenden Sträucher, die vor ihrer Begrünung gelb und kugelig blühen. Mit ihr sind zur hohen Zeit der Studenten die Jenaer reich geworden. In Ziegenhain (einem Ortsteil von Jena) wurden daraus die Stenze (Spazierstöcke) gefertigt worden. Aus den herrlichen Früchten lässt sich eine prima Marmelade und Schnaps herstellen. Leider kann man die Früchte nicht pflücken – man muß warten bis sie herabfallen. Wieder so ein Gleichnis.

Tatort Aumühle, ZZ-Laden, wir wollen einen togolesischen Kaffee kaufen: „Fragen Sie nur, wir haben Zeit“ Er: “ein Franzbrötchen ohne Rosinen und eine Marlboro.„ PAUSE. Er nach längerem Nachsinnen: “Ja ihr habt Zeit. Hätte ich nur mal in der Schule besser aufgepasst.“ PAUSE (Sozialneid). Aber nun: „Dafür verdiene ich eine Schweinegeld“ Das war ihm wohl sehr wichtig, uns das zu sagen. Trotzdem waren wir baff, wie wir das ausgelöst haben.

Gerade gab es ein böses Erwachen: nur so aus Updatewahn mal das prototype/scriptaculous-Gespann aufgespielt und schon ging hier in den Horen die Volltextsuche nicht mehr. Sie setzt noch auf openrico auf und da gibt es wohl ein Problem. Der Albtraum aller Programmierer: Software ist nicht abwärtskompatibel. Also wieder das alte scriptaculous-Paket aufgespielt und morgen mal tiefer in das Problem eindringen. Gute Nacht!

Einen haben wir noch — heute früh kam ein wirklich genialer Beitrag im DeutschlandRadio zum vulgären Zeitgeist von ¬Wolfgang Sofsky.
Flash wird benötigt!
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Sonnabend, den 03.03.2007 [22:09]
Gestern kam noch eine Nachfrage rein, was die wunderbaren Pflanzen im Novalisweg machen und warum es bei dem laufenden Damenfließband™ keine Navigationsmöglichkeit gäbe. Nebiges Photo legt ein trauriges Zeugnis zum ersten Themenkreis ab. Die andere Nachfrage hat es in sich. Es wäre doch praktisch zu verlangsamen oder zurückzugehen. Nein. Das geht nicht. Wie im richtigen Leben muss man Gelegenheiten am Schopfe packen, ein Zurückblättern gibt es nicht. Das ist wie beim Ballonfahren; auch hier gibt es keine effektiven Steuermöglichkeiten und es gibt nur Notlandungen. Das soll kein Metapher zur Lebensabschnittspartnersuche sein…

So und nun mal was zur Technik des laufenden Damenbandes: es sind ganz simple zwei DIVs, eines steht fest und hat begrenzte Dimensionen und darin läuft ein zweiter Streifen, der mit Javascript immer weitergeschoben wird. Leider sind in dem inneren Ding schon alle Bilder drin, so das sie zur Startzeit alle geladen werden. Besser wäre eine „gestreamte“ Lösung, bei der die Bilder erst nach und nach reingeschoben werden. Diese ¬Diashow macht das ähnlich. Irgendwie muss man die Position des inneren Streifens mit der Summe der Breiten der geladenen Bilder vergleichen und dann via var I=document.createElement('img');$('strip').appendChild(I); nachschieben. Eine gute Inspiration für neue Javascript-Projekte ist ¬JSfromHell. Da geht einiges.

Der Samstagnachmittag. Was macht man da, wenn man schon alles kennt? Auf zur Landungsbrücke und Touris gucken, wie sie da so an der Elbe sitzen und ihre Currywurste auf Pommes reinwürgen. Ja, die Reise hat sich gelohnt.

Auf der Elbe: ja da fahren die Pötte umher.
Heute kam angeblich das weltgrößte Containerschiff in den Hafen. Gut, war schon größer als sonst. Was bleibt dann als Beschäftigung und als Fotomotiv übrig? Klar, die anderen mit ihren Sonntagsknipsen.
Da (fast) jeder so ein digitales Ding hat und auf dem Oberdeck der Fähre nach Teufelsbrück ca. sieben Leute waren, können da schon mal einundzwanzig Bilder von fotografierenden Dilettanten entstehen. Übrigens Damen mit roten Haaren stellen sich leichter frei als Blondinen im Weizenfeld…
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Freitag, den 02.03.2007 [15:44]
Den Gedanken von gestern mit dem großen Lebensglück fortführend wäre es doch nett, wenn so im Sinne des Speed-Datings einfach die Bilder so wie hier durchlaufen.

Das könnte auch so per Syndikation im unteren Sichtbereich (quasi als Bildschirmrandschoner) dauern durchlaufen. Und wenn denn der Liebesgott Amor zuschlägt — vielleicht gerade als er/sie eine superwichtige Tabellenkalkulation abarbeitet — dann klickt der Empfänger des Liebespfeiles auf das Bild, das Laufband bleibt stehen, die anderen potentiellen Partner werden vorerst ausgeblendet und nun beginnt das ganze Gewitter von Dienstleistungen. Jetzt könnten Partnerprogramme anlaufen, die sich auch total freuen usw.
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Donnerstag, den 01.03.2007 [23:56]
Obwohl ab heute (rein kalendarisch) der Frühling begonnen hat, spürt man noch nichts vom Bauern, der die Rößlein einspannt. Es ist einfach immer noch zu nass da draußen auf den Schlägen.


Dafür ist das Wetter prima geeignet für kleine Fingerübungen. Ist nun wirklich nichts besonderes; solche Konstrukte bauen heutzutage Pennäler als Hausarbeit… — aber nett ist es doch.

Wenn man dem Geschnatter von Singles glaubt, sind sie doch ein wenig auf der Suche nach dem Erfüller/Erfüllerin der Backfischträume. Nun ist es wohl nach allgemeiner Übereinkunft so, daß es auf Äußerlichkeiten wenig ankommt, trotzdem soll es da emotionale Verflechtungen (Hormonausschüttungen) auf den ersten Blick geben. Nun sind diese Singletreffpunkte (neu.de, single.de, datingcafe.de, friendscout24.de, elitepartner.de, nichtinsbett-zumtraualtarwillich.de — und wie sie auch immer heißen mögen) immer darauf aus, Trefferlisten zu zeigen, in denen man dan mühsam stöbern muss. Wäre es nicht einfacher, vor eine Art Diashow zu sitzen und im Sekundenabstand erscheinen Photos von potentiellen Gespielinnen oder harten, taffen Männern? Irgendwann beginnt das Herz zu hüpfen, dann drückt man/frau beispielsweise dieTaste H oder die Amentaste (Return=So soll es sein) und nun beginnt das Wunder der Liebe.

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Mittwoch, den 28.02.2007 [20:41]
Während der „Arbeit“ an der Glockenjukebox kamen bei Netzstöbern nette Dinge ans Tageslicht: In den christlichen Kreisen gibt es vermehrt gelangweilte, hochmotivierte und verspielte Pfarrer, die das Netz für ihre Botschaft verwenden. Klar, daß es Theoletter gibt. Die Bedeutung sollet sich selbst erschließen. Das ist ja auch ein uralter Wein in neuen Schläuchen. Nun aber ¬Godcasts. Nicht nur, daß unsere Kanzlerin für viel Geld Sonntagsreden für unterwegs anbieten – nein auch die Gottesleute wollen mobile Erbauung.

Und nun das noch: ein US-amerikanischer Filmemacher(!) bekommt von neuen, sensationellen Erkenntnissen Wind. Das Grab der heiligen Familie ist gefunden. Pünktlich im Jahreskreis kommt es am Karfreitag in Pro7. Was — das Grab der Heiligen Familie? Die Fakten: in Jerusalem hat man vor Jahren ein Familiengrab gefunden, in dem unter anderem ein Jeshua, eine Miriam und ein Joseph liegt. Jetzt das Sensationelle: Mann und Frau sind genetisch nicht verwandt. Ergo: sie sind verheiratet, so der logische Schluß im Filmplot. Dann bin ich wohl mit neunhunderttausend Frauen in Hamburg verheiratet?

Es soll auch einen Sohn Jesus' geben. Boa eh! Das ist dann der Enkel Gottes und der hat dann sicher auch wieder Nachkommen. Leben da vielleicht heute noch Nachkommen Jesus unter uns und hören kostenfrei Godcasts ihres Altvorderen?

Das andere Problemfeld betrifft die Glockendatenbank und die Positionierung der Glocken. Zur Zeit sind die Positionen der Kirchen als x/y-Koordinate dieser speziellen Karte gespeichert. Transparenter wäre natürlich eine Speicherung der GPS-Daten (geografische Länge und Breite) und der Umrechnung in Pixelkoordinaten zur Laufzeit. Der Kartennetzentwurf der Deutschlandkarte ist natürlich unbekannt. Es gibt da u.a. die Azimutal-, Bonnesche, Stab-Wernersche oder auch die Mercator-Projektion. Da Deutschland nun doch nicht so groß ist und die Karte auch sehr klein, reicht es vermutlich, einen linearen Ansatz anzunehmen. Dann brächte man nur vier bekannte (möglicht weit auseinander liegende) Punkte und könnte die beiden Streckfaktoren und Offsets rausrechnen.

Und natürlich gibt es auch undilettantischere Lösungen. Adam Schneider, der an der Uni in Santa Cruz u.a. über Träume studiert, hat sich mit seinem ¬GPSVisualizer viel Mühe gegeben. Man kann in einem Webprogramm Listen von Wegpunkten und/oder Routen hochladen und kann dann alles auf verschiedenste Karten und Google-Maps eintragen lassen. Hier links sind ein paar Beispiele aus dem Bereich des Freizeitsports. Also: Adam weiss offenbar wie das geht. Leider verrät er nicht die Programmlogik, sondern bietet nur den Service im Netz an.

Pünktlich zum nahenden Frühling gibt es einen neuen Stern am lokalen Zeitschriftenhimmel. City Dog Hamburg (Hamburger Stadthund) will — ganzseitige Anzeigen für 2500 € verkaufen &,dash; nein, es will Herrchen und Frauchen eine Hilfe im Angebotsdschungel an Tiernahrung und Zubehör sein. Ein fester Bestandteil, so Herausgeber Klaus Schümann, soll der Test von „Hamburger Auslaufwiesen“ sein. Nennen wir es lieber: „Wo gibt es die schönsten zentralen Abkackstellen in der Hansestadt.“

Immerhin gibt es 70 Tausend kleine und größere Racker in der Stadt und die müssen eben auch mal. Gedruckte Auflage ist 20 Tausend. Müssen sich also 3,5 Hunde eine Zeitung teilen. Ähnliche Statistiken gibt es auch mit Hamburger Huren, Cabrios und Taxen.

Hier nun die heutige therapeutische Fingerübung zum Thema GPS-Daten, Pixelkoordinaten und deren Wechselspiel:


Im linken Feld lässt sich eine grobe Vorwahl der Karte treffen. Rechts unten wird die Koordinate in xy laufend angegeben. Durch Klick wird der Auschnitt festgelegt und nun kann man rechts den genauen Punkt suchen. Ein Klick dort öffnet ein Fenster zur Eingabe von Parametern.
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Montag, den 26.02.2007 [18:11]
Jetzt konstruieren wir mal ein Problem , um dann sofort eine Lösung anzubieten. Das sind übliche Marketingstrategien – beispielsweise: „Telefonieren Sie immer noch teuer über Telekom?“ oder „Es ist schicklich mit geputzten Schuhe die Alster längs zu gehen; Sie haben beschmutzte Botten; ich putze gerne…“

Viele Ortsnamen haben trotz ihres Eigennamencharakters verschiedene Bezeichnungen in verschiedenen Sprachen. Das Phänomen tritt besonders bei historischen Grenzverschiebungen auf. Folgendes kleine Werkzeug unternimmt den Versuch, in diesem Thema Klarheit zu verschaffen.

Bedienungsanleitung: in das linksobige Eingabefeld den Ort in beliebiger Schreibweise eingeben. Darunter erscheint eine Liste mit möglichen Treffern. Nun dort einen Ort auswählen – et Voilà: erscheinen rechts die Exonyme. C'est tout. Das wunderschöne Bild von der Karluv-Most zum Hrad?any ist Deko ;-))

Apropos konstruiertes Problem: heute wurde Grünkohlessen auf den Plan gesetzt. Ein typisches Winteressen – denkt man, das muss doch zu kaufen sein. Immerhin gibt es das ganze Jahr frische Erdbeeren. Kurz gesagt, erst im fünften(!) Laden gab es Feinfrostgrünkohl. Spätestens im dritten Konsumtempel kommt der Gedanke auf: das ist ja wie im Osten. Grünkohl hätte es sicher gegeben, allerdings keine Erdbeeren.

Und jetzt kommt ein teuflischer Gedanke. Wäre der Sozialismus mit Internet nicht doch siegreich sein können? Grundlage war doch die Planwirtschaft, die sich Lenin von der deutschen Kriegswirtschaft abgeschaut hat. Das war natürlich sehr unvollkommen, da doch die Wirtschaftkommisionen nicht ahnen konnte, was die Werktätigen so für Bedürfnisse haben können.

Nun kommt das Web als Wirtschaftregulativ ins Spiel. Jeder DDR-Bürger könnte doch auf einer speziellen Homepage seinen Bedarf an Konsumgütern anmelden und schwups wird die Produktion von Tomatenketschup oder Toilettenpapier exakt an die Bedürfnisse angepasst. Eine Vision! Keine unnötiges Überangebot an Grünkohl mehr. Man musste auch nichts mehr wegwerfen und somit hätte man auch eine 100-prozentige Ökobilanz. Ach übrigens, die meisten lebensmittelverarbeitenden Betriebe arbeiten heutzutage abfallfrei. Das mittels hohem Verarbeitungsgrad der Naturprodukte, Geschmacksneutralität und starker Würze erreicht…
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