Rainers Horen
Sonntag, den 11.03.2007 [20:43]
Furchtbar! Fast alle Menschen haben gleiche Bedürfnisse. Kaum ist die Sonne draußen, strömt alles zur Ponyschenke im Klövensteen. So erscheint es. Schon um drei gibt es das Langneseangebot (gefrorene Magarine mit Haferflocken und viel Chemie) nur noch sehr eingeschränkt und die geliebte Bockwurst ist auch schon lange aus. Eine Nachfrage generiert nur ein müdes Lächeln. So strömt alles zum Ponyverleih. Es kostet sechs Euro pro halber Stunde. Quittung gibt es natürlich nicht, das Geld verschwindet einfach in der Halftertasche. Diese fiskalisch nicht ganz korrekte Verhalten wird dadurch ausgeglichen, dass die Geschäftemacher alle noch minderjährig und deswegen auch nicht strafmündig sind.
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Sonnabend, den 10.03.2007 [20:25]
Eibo hat es geschafft; er steht zwischen den beiden bemerkenswertesten Linguistikprofessoren der Hamburger „Uni“ und wir haben wieder einmal Futter für die graphische Verfremdungsphase. Warum in Tüttelchen?



Als der nun fast emeritierte Elmar Ternes nach Hamburg kam und sich ob des Fehlens einer Haltestelle „Universität“ wunderte, fragte er einen Busfahrer nach der Uni. Der: „Hat Hamburg überhaupt eine Uni?“... Daß in der Professorenmensa BILD betrachtet wird (und das waren keine medienwissenschaftlichen Profs), ist ein ebenso markantes Anzeichen der geistigen Verwahrlosung.

Und nun wird tatsächliche diejenige Fakultät gestrichen, die in Deutschland die größte Tradition hat – eine der Gründungsfakultäten Hamburgs. Alles strebt zu einer wirtschaftsgerechten Ausbildung. Ist es aber auch nicht immer wieder eine Forderung der Bildungspolitik, nämlich die größere Praxisnähe? Trotzdem ist es eine Schande für die Uni in der Stadt, die sich das Tor zur Welt nennt.

Obwohl: nun ist auch Hermann Hesse ins Leben getreten. Vorgestern war „Unterm Rad“ dran und seit gestern werden wir per Hörbuch mit dem „Steppenwolf“ versorgt. In der Zeit, in der wir uns mit dem gehärteten Stahl beschäftigten mussten, durften sich die Söhne und Töchter des deutschen Wirtschaftswunders mit dem Weisheitsborn Hesses ihre Zeit vertreiben. Immerhin ist das Machwerk immer noch in einigen US-Staaten verboten.
Flash wird benötigt!
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Freitag, den 09.03.2007 [16:39]
Sicherlich kann man seine zuckerkranken Racker mit modernsten Messgeräten beobachten. Diese Datenlogger haben sogar eine RS232-Schnitte (hört, hört wie modern!), mit deren Hilfe man die Daten weiter verwursten kann. Vorgestellte Lösung ist weniger kostenintensiv und kann noch mehr leisten:

Die Eingabe der Daten in das Webfrontend (an einem WAP-Frontend wird gearbeitet) sollte nicht allzu mühevoill sein. Die Daten lassen sich dann per RSS-Feed oder per PDF/Excel/XML-Export direkt zum behandelnden Arzt übermitteln. In der graphischen Anzeige kann man selbstverständlich zeitlich blättern. ;-))
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Donnerstag, den 08.03.2007 [20:17]
Früher hießen die Photographen „Lichtbildner“. Es war also viel klarer um was es ging. Die Technik war dermaßen unempfindlich, dass der Künstler immer an der Grenze des Machbaren langschlitterte. Aber ein Problem gab es immer schon: wie errege ich die Aufmerksamkeit des potentiellen Betrachters. Das Hirn ist verrückt — alle ähnlichen Szenen erregen keine Neugier, machen keinen Spaß. Was ist ein gutes Photo? Häuser in Landschaften, Menschen, die etwas gewöhnliches tun – das ist es meistens nicht. Dem Aug (oder genauer gesagt dem Hirn) müssen ständig neue, ungewohnte Reize geboten werden. Ergo trumpfen ungewöhnliche Perspektiven, Kompositionen oder eben auch neue Farbverteilungen. Falschfarbendarstellungen sind zu weit der Realität entfernt – das klappt so nicht. Die HDR-Technik bedient genau diese Nische: es ist noch real, bietet aber völlig neue Sehgenüsse.

In der Mode (oder in der Alltagskultur) gilt ähnliches: es kommt das, was am schrillsten erscheint. Die letzten Männer mit Hüten verschwanden schon vor sehr Langem. Mann mit Hut: das Sinnbild für den Opa, der gerne über den Krieg erzählt. Ansonsten waren behütete Männer mehr Außenseiter. Denken wir nur an den Leichenprofessor von Hagen odere dem Filz-undFett-Spezialisten J. Boys. Allerdings wurden gerade in letzter Zeit wieder junge, forsche Mannsbilder mit Kopfputz gesehen. Sie kommen daher spaziert, als wäre nichts Und nun heute in der Mopo! Der neue SPD-Kandidat für das Bürgermeisteramt in Hamburg und ehemaliger Herausgeber der ZEIT präsentiert sich auf der Titelseite mit Hut.

Achter März – Weltfrauentag. Das erinnert an den Internationalen Frauentag und an eine schöne Tradition in der alten Zeit. Einmal im Jahr waren die DDR-Frauen nicht nur formell emanzipiert. Nein – sie zogen wie Männer durch die Kneipen, tranken Likör, grölten, erzählten sich Unanständigkeiten und kamen dann erwartungsvoll in ihr eheliches Bett und drangsalierten ihre Gatten mit ihrer Likörfahne und gerade aufgeschnappten neuen Ideen. In Russland ist das der Tag, an dem die Männer nicht saufen. ;-))

Ist das nicht wunderbar, erfrischend und ventilöffnend — was ist dagegen der Muttertag?

Er ist eine Erfindung des Verbandes Deutscher Blumengeschäftsinhaber und wurde von der Hitlerbande als ein Ehrentag für gebährfreudige deutsche Frauen umgewidmet. Ist doch die Frage, was die Grundbedürfnisse der Frauen sind. Ist es das Gebären/Blumen riechen oder die schiere Lebenslust?

Damals, als die deutschen Kolonialisten noch denen im Bismarck-Archipel lebenden Palaunern das deutschen Wesen und die Kultur schenken wollten, stellten sie fest, dass es dort eine wunderschöne Kulturtradition gab. In jedem größeren Dorf gab es ein Männerclubhaus und das funktionierte so: dort wohnten die verheirateten Männer gemeinsam und wurden von ihren Gattinnen mit Nahrung versorgt. Für das andere Wohl bemühten sich (freiwillig) junge Mädchen aus dem Nachbardorf, die nach der freudvollen Zeit Geschenke mitbekamen. Das war ihre Art der Erwachsenenwerdung. Klingt sehr männerfreundlich, was sich die „Wilden“ in Umbukul ausgedacht haben.

Sehr hundefreundlich ist eine neue ¬Webseite, die am digitalen Horizont auftaucht. Bisher gelten zuckerkranke kleine Racker als austherapiert, was gewissermaßen hundeverachtend ist – haben die kleinen und größeren Vierbeiner doch auch ein Recht aufs Leben. Und hier greift Birtes Initiative: sie bietet Lösungen an, wie man seinen Hund diagnostiziert und therapiert. Als Dankeschön kommt hier nachfolgend ein kleiner Kalkulator, der den Blutzuckerspiegel zwischen den beiden üblichen Maßeinheiten umrechnet:


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Mittwoch, den 07.03.2007 [23:01]
Es gibt eben doch immer wieder überraschende Neuerungen in unserem Leben. Und tatsächlich hat Computerei auch mal was Kreatives an sich. Unter dem Slogan „Schärfer als das Auge“ hat gerade ein großes Nachrichtenmagazin von der Alster das Thema HDR aufgegriffen. Was ist das? Bestimmt ist schon aufgefallen, das Photos immer anders aussehen, als man vorher selber das Motiv gesehen hat. Das liegt an der subjektiven Sichtweise unserer Augen. Das Hirn sieht nämlich zu einem großen Teil mit. Es denkt sich was dazu. Der Datenstrom zwischen den beiden Augen und dem Hirn umfasst ungefähr nur 100 kbit/s. Das ist nicht viel. Die grauen Zellen müssen da viel rausrechnen. Nun gut.

Wie funktioniert das nun technisch? Der Photograph nimmt beispielsweise vom Motiv drei Bilder auf: normalbelichtet, unter- und eines überbelichtet. Das Programm holt sich für unterbelichtete Stelle die Infos vom überbelichteten Bild und umgekehrt. Der Kontrastumfang das Aufnahmeprozesses kann damit sehr erweitert werden. Das hat vielerlei Konsequenzen für das Gewerbe. Für lichtkritische Aufnahmen braucht man eventuell nicht mehr die ganze Lichtausrüstung. Viele Brot-und-Butter-Situationen lassen sich mit der neuen Technik lösen. Sicherlich gibt es jetzt auch bald Hardware (Geräte), die genau das automatisieren. Der Lichtstrahl wird beispielsweise prismatisch aufgeteilt und zeitgleich mit verschiedenen Verschlusszeiten aufgenommen. Auch im Kamerabereich ist die HDR-Technik sicherlich technisch realisierbar.

Was hat das für Folgen für unsere Sehgewohnheiten, für die Werbeindustrie? Greift es sich schnell ab – hat man sich schnell sattgesehen? Mal sehen. Die Welt ist jedenfalls (zumindest im Abbild) nicht mehr so fade…
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Dienstag, den 06.03.2007 [15:44]
Der Artikel für die nächste Ausgabe der RadCity muss heute noch raus. Probieren wir doch mal, wohin die Finger heute so fallen:

Aufgeschriebene Erinnerungen an ein Interview bei einem Glas Rotwein im Novalisweg

 Guten Abend Herr Schuldt, wir wollen heute mal über das Projekt „Radsternfahrt in Hamburg“ schnacken – soweit der Plan.
Wir können ruhig DU sagen, wir sind doch alle Radfahrer und ich heiße Udo.

 Hm. Standardaufwärmfrage: Udo, wo liegen die Ursprünge der Aktion?
Du wirst es nicht glauben, die Aktion „Mobil ohne Auto“ geht auf das „Autofasten“ in der DDR zurück. Anfang der Achtziger gab es nicht nur „Schwerter zu Pflugscharen“ sondern auch den Verzicht auf das Auto: war natürlich nicht sehr schmerzlich für die friedliebenden, fleißigen Werktätigen ;-)).

 Es gab also immer schon eine enge Verpflechtung zwischen Radfahren und Friedensbewegung?
Genau, wir verstehen uns als Umweltverbund. Wir wollen Rad, Fußgänger und Öffies befördern und damit den Weltfrieden zu sichern. Es bestehen da Zusammenhänge…

 OK. Das erinnert mich an den ¬Anfang eines Romans von Ilf/Petrows aus der goldenen NÖP-Zeit: „????????? ???? ??????. ???????? ?????????? ??????? ????? ????????????. “
Wie bitte?

 Fußgänger muss man lieben. Fußgänger bilden den größten Teil der Menschheit.
Ja , genau. Ist ja witzig, dass das schon in den frühen Zwanzigern klar war. Früher musste jemand mit der roten Laterne vorangehen, wenn jemand mit dem Auto fuhr. Heute ist der Fußgänger und Radfahrer ein Störfaktor auf den Straßen und darf ein geduldetes Nischendasein fristen…

 Zurück zur Demo: ist es nicht bedenklich, einen Zweig, nämlich den Kleinflottbeker, als Friedensdemo zu deklarieren – das könnte doch Krawallmacher auf den Plan rufen und dann Muttis mit ihren Kindern in eine unsympatische Situation bringen?
Das wird nicht passieren. Es geht vornehmlich nicht um eine Raddemo, sondern um das Bündnis autofreie Mobilität. Gerade jetzt, wo die uns sicher ereilende Klimaveränderung so in den Medienvordergrund gerückt ist, passt die Sternfahrt genau rein und wir hoffen, dass wir die Teilnehmerzahl vom letzten Jahr (13 Tausend) noch toppen werden. Noch mehr Infos gibt es bei uns im Netz unter ¬fahrradsternfahrt.info. Vielen Dank für den Abend und den guten Rotwein. Kommt der aus Russland?.

 Nein, das war ein französischer Merlot für 2,99 € von Rewe.

So, das waren jetzt 500 Anschläge über der Vorgabe. Seien wir gespannt, was gestrichen wird. Mehr (oder weniger) in der nächsten Ausgabe der RadCity.

Gerade sichtbar: die Suche nach „City-Dog-Hamburg“ in einer bekannten Suchmaschine bringt genau drei Treffer; einer davon zeigt hierher. Nun wird es Zeit, die Volltextsuche wieder zu aktivieren. Leider hat der Provider im Moment offenbar massive technische Probleme, so dass ein Fixing nun noch weniger Spaß macht.
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