Rainers Horen
Sonntag, den 08.04.2007 [19:22]
Jeder und Jede hat so seine geheimen Träume und Visionen: der eine träumt beim Computerspiel von endlosen Waffen und Unsterblichkeit, andere vom Weltfrieden und Exoten vom freien Zugriff beim Bäcker und Konditor. Letzteres ist heute wahr geworden: Das Wiener Café in Volksdorf bot heute zum Ostersonntag ein Kuchenbuffet an. Ist das nicht famos? Einfach mal von links nachr rechts durchgenießen. Leider tritt zu schnell das Sättigungsgefühl ein, aber es gilt ja: Wer schlingt, schafft mehr.
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Sonnabend, den 07.04.2007 [15:20]
Heute ist also nun der berühmte Tag zwischen Kreuzigung und Auferstehung. Wenn der Wirrkopf damals nicht am Kreuze endete, sondern im Jordan ertränkt worden wäre, stünde da in jedem bayrischen Klassenzimmer ein Aquarium? Unser heutiges Quiz fragt das nicht ab, sondern der geneigte Nutzer soll gehörte Sprache identifizieren. Das erinnert an die Zeit, an denen unsere Generation an der DOMINANTE saß und verträumt am KW-Rad-drehte...



Zuerst also durch Klick auf die Radios reinhören und dann das hoffentlich richtige Textfähnchen auf das Radio ziehen. Da es gewöhnlicherweise bei solchen Gewinnspielen vornehmlich um das Adressaufsammeln geht, ist das Spiel natürlich keine echte Herausforderung.
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Freitag, den 06.04.2007 [10:51]
Passend zu Karfreitag, dem christlichen Jom Kipp?r ??? ????, führte gestern zum fast letzten Male das Hamburger Ernst-Deutsch-Theater das Ein-Personen-Stück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ auf. Jetzt drängen sich verschiedene Fragen auf: Warum Ein-Personen-Stück, wo doch in nebigem Applausfilm der Personen zweie auflaufen und wo liegt der Jahreszeitbezug?

Fangen wir doch einfach am Anfang an. Da gab es die letzten Jahre den erfolgreichen Film zum Buch. Der etwas dünne Plot (später dazu mehr) wird gemäß dem Medium mit einer opulenten Bilderwelt des Pariser Montmarte und anderer fotogenen Landschaften übertüncht. Was nimmt der (Programm-)KInogänger mit nach Hause? Ein netter Film mit interreligiösem Bezug.

Da macht das Ansinnen des EDT neugierig – wie bringendie wohl diese Bilderflut auf die Bühne. Zumal der Insider weiß, daß das Privattheater an der Mundsburg früher ein Kino war und somit übliche Bühnentechnik nicht zur Verfügung steht. Das Publikum an diesem Gründonnerstagabend ist durchwachsen – es entpspricht mit Außnahme von Kindern dem natürlichen Altersbaum der deutschstämmigen in Deutschland. Bis auf wenige Plätze ist alles besetzt. Und da die wenigsten (wie wir) Ehrenkarten haben, wird das wohl auch die Buchhaltung ihre Freude haben.

Nach einigen auffordernden und ungeduldigen Händeklatschrn kommt ein Oudist auf die Bühne, er setzt sich links in die Ecke und stimmt sein ???. Und nun kommt er: Ilja Richter, weiland Ostberliner, der uns in den Siebzigern mit seinen unlustigen Einlagen in seine ultraerfolgreichen Discosendung („Licht aus, womm, Spot an, ja ...“) malträtierte und unsere Eltern ins Grübeln brachte. Ja, da steht er, holt ein großes Buch heraus und fängt an, daraus vorzulesen. Was ist denn das? Ist das hier eine kleinkünstlerische live-Audiobuch-Vorlese?

Die Anfangsskepsis legt sich. Das Buch wird auch mal beiseite gelegt und der 55-Jährige spricht den Text auch mal frei. Es ist schon faszinierend, wie Ilja den ganzen Abend alleine die verschiedenen Rollen: Moses (aka Momo), sein Vater, seine Mutter, Ibrahim, Nutten und einen Autoverkäufer spielt. Der Oudist spielt so ein wenig die Rolle des Stichwortgebers und Auflockerers, einmal hat er sogar einen ganzen Satz zu sprechen. Darum also auch in der Einleitung die Bezeichnung „Einpersonenstück“…

Nun aber zum Inhalt: ein halbstarker Jude lebt mit seinem Vater in einer Pariser Rotlichtstraße und tritt dort in Kontakt mit einem muselmanischen Kolonialwarenhändler, der ihn in das Geheimnis des Lächelns und des Glücks einführt. Sie werden Freunde, er wird adoptiert und übernimmt schließlich das Leben des alten Krämers und sitzt nun an seiner Stelle fast unbeweglich auf dem Hocker hinter seinen Waren – wie man in der Branche sagt bis 24:00 Uhr und auch Sonntags.

Das erinnert an den „König der Löwen“, wo auch ein Junge nach der Phase des kämpferischen Erwachsenwerdens schließlich die Vaterrolle einnimmt. Hier ist es nun nicht der leibliche Vater, sondern ein Wahlvater; und was das „Schlimmste“ ist, dieser Wahlvater vertritt die entgegengesetzte Religion. Aber: das Judentum war nicht religiöse und Ibrahim ist Sufi, also ein ehr liberaler Muselman, für den ein Derwischtanz ein besonders spirituelles Gebet und mehr ist.

Das war aber ein Teilaspekt der Themen, die in dem Stück angesprochen werden. Hier einmal eine kurze Liste alle Menschheitsprobleme, die gestern abend angetippt wurden: Vater/Sohnkonflikt, Judendeportation, „Shoaüberlebenderschuld“, religiöse Vorurteile, virtuelle Geschwister, Frau heiratet falschen Mann, Säkularisierung der Religionen, gemeinsame Wurzel der abrahamitischen Religionen, Sufitum, Mülleimerphilosophie...

Wie schon lange angekündigt kam nun heute die „Doku“ zur Familie Jesu. Da hat man nun ein Sarg nit der Inschrift ???? ?? ??? (Jesus, Sohn des Joseph) gefunden. Gut, das ist nicht besonders spektakulär, da das die häufigsten Namen damals waren. Nun muß also was Neues her. Da wird ein Platte mit einer Inschrift vorgelegt, die etwa so aussieht: ????. Da geht der Strich im linkesten Buchstaben bis oben und der Haken hat ganz eindeutig das Fähnchen. Wenn man das ausspricht, heißt das etwa Maliach. Das passt nicht. Also wird dem unbedarften Zuschauer die Sequenz ???? eingeredet. Das sieht zwar ähnlich aus, aber die Unterschiede sind deutlich. Und das ist dann der Name der gebenedeiten Jungfrau Maria. Nur,:warum soll auf der Grabplatte der Name Mirjam in der Orthographie der gehassten Besatzungsmacht eingeschlagen sein?
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Donnerstag, den 05.04.2007 [18:34]
Nachdem am gestrigen Tage der Einbau des Soundmanagers2 von ¬Scott Schiller so problemarm geklappt hat und Visionen einen Soundcollagenwerkstatt ins Hirn kamen, kommen gleich heute neue Ideen. Nach Web2.0 kommt mit Sicherheit Web3.0; und das wird das singende, klingende Web sein.

Oftmals möchte man in einem Zusammenhang kurze Klangsequenzen einbinden, ohne daß da gleich mächtige Soundplayer hochpoppen oder gar Extraseiten mit einem in der Mitte prangenden Player aufschlagen. Schick wäre es, wenn einfach im Fließtext solche Symbole auftauchen, die beim sanften Überstreichen das gewünschte Sounderlebnis produzieren.

Weil das so schön klappt und die Flasche mit der Silberbronze noch lange nicht alle ist, hier gleich noch ein hübsches Spielchen. Nach dem Motto „Fit für die Glocke“ kann man sich hier als Carilloneur betätigen. Das ist doch ein wahres Geschenk an die Christen in aller Welt, die ab morgen Tod und Auferstehung ihres Heilands feiern werden.
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Mittwoch, den 04.04.2007 [12:42]
Hier entsteht so etwas wie eine IPA-Sprech-und-Schreibmaschine.

Wer braucht das? Wie heisst es so schön im Steppenwolf: „Nicht für jedermann – nur für Verrückte.“? OK — ist also was fürs für Phonetiker und Linguisten und Leute, die sich an schrillen Lauten (besonders im unteren Bereich) ergötzen.
Das Ding macht richtig Lust auf eine universelle Klangmaschine, wo man kurze Soundfetzen hochlädt, sie dann in Knöpfen anordnet und dann eine Konzert à la Mäusetanz aufführen kann.
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Montag, den 02.04.2007 [23:59]
Wie war der Schreck gestern groß, als dieser Blog und noch viele andere, schöne Webseiten „weg“ waren. Da hatten die bei 1&1 ein größeres Problem mit den Datenbanken und am Telefon war sich die Sonntagskraft nicht sicher, ob die Backups haben. Das war natürlich nur Spaß, weil das kann nun wirklich nicht sein.

Freizeittechnisch war der Sonntag ein voller Erfolg – der Stadtpark war gefüllt. Da kamen sie wieder: die Großfamilien mit Sack und Pack, mit Kind und Kegel. Hamburger, die nicht stadtparknah wohnen, werten den Park ab. Genauso wie mal ein Gast bei einer bauer-Party behauptete, dass sie in einer Wohnung mit der Zimmerhöhe unter drei Metern nicht wohnen könne, da bekäme sie Beklemmungen. Es muß sich ja lohnen, im teuren Eppendorf zu wohnen und wenn der Grund nur entsprechende Gespräche bei einer Party sind.

Auf dem Wege zu Büro entdeckt man immer wieder kleine Kostbarkeiten, die so unscheinbar ihre Existenz leben. So stach heute an der Rückwand eines Teppichhändlers folgendes Panorama ins Auge:



Da ist hier ein unbekannter Künstler, der sich auf die folkloristische Darstellung des Teppichhandels spezialisiert hat und kaum wahrgenommen wird. Täglich huschen da per Ringbahn Tausende Hamburger an dem Kunstwerk zwischen Lübecker Straße und Uhlandstraße vorbei und vermutlich wird dieses Kleinod nicht geachtet. Armer, unbekannter Künstler.

Gerade an einem XP-Rechner sitzend stelle ich fest, hier kann ich mit Rechten eines Praktikanten in der hosts-Datei was eintragen. Da kann dann wohl auch jeder Bug im Browser. Jetzt wird einiges klar… Jetzt mal für Fachunkundige (wo bleibt die weibliche Form?): in diese Datei kann ich eintragen, wohin der Browser gehen soll, wenn ich da was in die Adesszeile eintrage oder auf einen Link klicke. Beispielsweise will ich zum Angebot des SPIEGELS, lande aber auf einer Seite, die wie die Onlineversion der Alsterbibel aussieht, aber ganz andere Inhalte verbreitet. Was ist das für ein Gaudi was ist da für ein Schabernack möglich!

Weniger Spaß auf die oberflächliche Art zeitigt folgender Browsertest:


Mit ihm kann man mal testen, was der eigene Browser so im Bereich der Globalisierung leistet. Ich kann es schon mal vorwegnehmen: der Mozilla.Browser Firefox ist wesentlich internationaler. Der Explorer ist ziemlich christlich vorgeprägt…
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