Rainers Horen
Sonnabend, den 25.08.2007 [14:31]
Ähnliche Themen scheinen oft parallel gedacht zu werden. Und das Problem der steigenden Unmöglichkeit der Menschenvermehrung ist so eines. ¬Jason Malloy ist mal der Frage nachgegangen, ob es zwischen Intelligenz und Sexualverhalten eine Korrelatioin gibt. Bildungsfernes Publikum hat dafür den Satz geprägt „Dumm fickt gut!“ — ein Mythos, den es näher anzuschauen gilt. Bemerkenswert in der nebigen Grafik ist doch die Tatsach, dass Computerfutzis wesentlich mehr Vitalkraft aufweisen als die am Ende der Scala stehenden Mathematiker.

Jason führt einige Gründe an, warum Akademiker so wenig Sex haben. Nun wissen wir alle vom Vorrang der Qualität über die Quantität, aber im Falle von Sex gibt es da einen starken Zusammenhang. Wer selten paart, hat offenbar keine Lust und der/die wird dann auch recht unmotiviert im fall der Fälle kopulieren:

  1. Intelligente Menschen investieren ihre Zeit mit Absicht in andere Dinge.
  2. Intelligente Menschen scheuen sich stärker vor Risiken (Schwangerschaft, Sexualkrankheiten).
  3. Intelligente Menschen sind eher religiös/konservativ.
  4. Intelligente Menschen haben einen schwächer ausgeprägten Sexualtrieb.
  5. Intelligente Menschen sind tendenziell körperlich unattraktiv.

Der Punkt mit der Religiösität scheint dem amerikanischen Hirn zu entspringen und wollen wir mal beiseite legen. Ob intelligente Menschen religiöser sind, sei mal dahingestellt. Auch der zweite Punkt fühlt sich nicht stimmig an, da intelligente Männer tendenziell eher ¬für Sex zahlen, was angeblich kein Ausweis fehlender Risikobereitschaft ist. Selbst wenn man bereit ist, die auf schmalster Basis ruhende Statistik zu akzeptieren, bleibt immer noch die Frage, ob Safe Sex mit Prostituierten wirklich risikoreicher sein soll als Unsafe Sex mit einer kostenlosen Nymphomanin. ;-))

So schießt sich Malloy auf folgende Erklärung ein: Laut einer weiteren Statistik seien intelligente Männer tendenziell weniger athletisch und hätten selbst in Ehen tendenziell weniger Sex, was auf verminderte Libido zurückzuführen sei. (Hier stellt sich der Leser natürlich die Frage, ob dies nicht auf die eben angesprochenen Prostituiertenbesuche der Intelligenzbestien zurückzuführen sei – dieser Widerspruch fällt Malloy nicht auf). Beide Dinge würden vom Testosteron-Mangel verursacht. Und da umgekehrt das Testosteron angeblich auch noch den IQ senkt, hat alles seine Erklärung.

Was nun die Korrelation mit Studiengängen betrifft, muss man zuerst bedenke, dass die Uni, an der er seine „Feldforschung“ betrieben hat eine reine Frauenhochschule ist. Aber dennoch scheinen die Künstlerinnen genug externe Kontakte zu haben (0% Jungfrauen). Die Mathematikerinnen haben vor lauter Beweisen keine Zeit für Sex (83%). Soweit, so gut. Aber wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet bei der Informatik besonders wenige unberührte Studentinnen gibt (40%)? Dass Neurowissenschaftlerinnen oft Erfahrungen mit massiven Endorphinausschüttungen haben (25% Jungfrauen), dagegen Chemikerinnen/Biochemikerinnen spröde wie Mathematikerinnen sind (83%)?

Man hat zwei Optionen. Entweder denkt man sich lustige Erklärungen aus, etwa: „Chemikerinnen holen sich ihre Endorphine mit chemischen Mitteln, die brauchen keine Männer“ oder „Informatiker wollen im Gegensatz zu Mathematikern Geld verdienen, sind weniger nerdy/weltfremd als Mathematiker, und haben deswegen mehr Sex“ oder „Welche Künstlerin könnte zugeben, Jungfrau zu sein, ohne zu riskieren, weiter als Künstlerin ernst genommen zu werden?“ Oder man entwickelt eine gewisse Skepsis gegen die Daten und fragt sich nach Umfang und Art der Erhebung.

Wie ist das nun in Hamburg aus Männersicht? Nun kann ein Mann aus begreiflichen Gründen keine statistisch relevante Feldforschungen betreiben, aber auch Männergespräche fördern einige Beobachtungen zu Tage. Gehen wir mal von einer Verquickung von Häufigkeit und „Qualität“ aus und teilen wir den sex in die Gruppen „phantastisch/entspannend/leidenschaftlich“, „naja, geht so/normal“ und „skuril/abartig,/öde“ ein, so ergibt sich keine Abhängigkeit vom Bildungsstand. Dennoch: Tendenziell scheinen Ausüberinnen sozialpädagogischer Berufe etwas zu nerven mit ihrer genauigkeit in Beziehungsdingen, sind aber noch dem geplatzen Knoten umso eifriger und tabuloser. Es ist eben alles eine Waage.
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Donnerstag, den 23.08.2007 [08:20]
Nun gibt es sicher schönere Themen als der Ajax.Autocompleter aus der Script.aculo.us-Familie. Trotzdem muss mal gesagt werden: Er bietet viele Funktion und ist sehr flexibel. Die hierige Volltextsuche wird demnächst damit aufgebohrt.

Jetzt mal für die Laien. Es kommt vor, dass man im Web zuweilen aus einer sehr langen Liste etwas auswählen lassen möchte. Denken wir uns eine Liste aller Orte dieser schönen, wie wir wissen, besten aller denkbaren Welten. Diese Ortsliste hat zur Zeit mehrere Millionen Einträge und wenn der Atomkrieg oder die stürmische Klimeveränderung nicht kommen sollte, bleibt die Liste auch so groß. Gut – so eine Megaliste ist unhandhabbar. Selbst wenn man aphabetisch sortieren würde … hier setzt der Autocompleter an. In ein scheinbar stino Eingabefeld gibt der Nutzer (oder auch die Nutzerin {nur gut dass es hier in nullter Näherung nur zwei Geschlechter gibt}) die ersten Buchstaben ein und wie von Geisterhand werden unterhalb des Feldes Vorschläge gemacht, die übernommen werden können. Das klingt erstmal nicht spektakulär. Das pfiffige der Funktion ist der Zugang zu den internen Handlern. Somit ist nun alles möglich. Standardgemäß wird das ausgewählte Teil aus der Trefferliste in das Eingabefeld kopiert ist die Trefferliste wieder abgedimmt. Mit dem Überladen dieses Events lässt sich beispielsweise die getroffene Auswahl via Ajax in der Datenbank zurückspeichern oder eine SMS versenden ;-))

Singlebörsen sind immer wieder ein Fundgrube, um Untiefen menschlichen Daseins auszuloten. So gerade heute bei einer sehr dem Markenwesen eingeschworenen Börse. Nach dem ersten Satz kann man das mit gutem Willen noch als Scherz bewerten – ist es aber wohl nicht:

Seit ich die Menschen kenne, lieb' ich die Tiere. Meine Katzen sind daher seit einiger Zeit die einzigen Wesen, die meine ungeteilte Aufmerksamkeit genießen - ich schätze ihre Ehrlichkeit, ihre Treue, ihre Unbestechlichkeit (jedenfalls im Vergleich zum Menschen). …

Viel Spaß Du Assistentin i.D Tierheilpraktikerin i.A. — egal was dieses Akronym wohl bedeuten mag.

Pünktlich zu den gestrigen Gedanken zur neuen Rolle der Männer in unserer Gesellschaft, hat das Thema das Deutschlandradio unter der Überschrift ¬Neue Jungen braucht das Land aufgegriffen. Grundtenor ist der Gedanke, dass nun nach vielen Jahren der Frauenemanzipation eine gewisse Schieflage aufgetreten ist, die es zu beheben gilt. Das in den Köpfen immer noch herumspukende klassische Männerbild passt einfach nicht mehr zur Realität einer frauendominierenden Gesellschaft, in der die Mutter-Kind-Beziehung einen wesentlich höheren Stellenwert hat als die Beziehung der Frau zum Vater ihrer Kinder oder gar erst zum gegenwärtigen Liebhaber.

Das ist natürlich für viele Männer ein schmerzlicher Prozess – gilt es doch alte Hüte abzusetzen. Es ist schon bedenklich, wenn Mädchen und Frauen erfolgreichen bei Schule und Studium sind. Nun kann das verschiedene Ursachen haben:

  1. Männer sind eben dümmer,
  2. unser Bildungssystem bevorteilt Lern- und Denkweise von Frauen (nichtkreatives Auswendiglernen …),
  3. Lehrerinen bevorzugen unbewusst Geschlechtsgenossinen,
  4. Männer durchschauen mehr die Sinnlosigkeit des Bildungssystems und ziehen dennoch falsche Schlußfolgerungen aus der Erkenntnis.
  5. Jungens sind in dem Alter in einer sehr schwierigen Phase und haben sehr mit ihrer Mannwerdung zu tun.

Nein die Ursache liegt wo ganz anderes. Schauen wir uns mal an, wer uns in dieser Welt beherrscht:


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Mittwoch, den 22.08.2007 [21:26]
Nochmal was zum gestrigen Thema Männerbünde: Gestern hatten wir es mit dem Sujet „Vater und Sohn“, das mindestens schon Erich Ohser in seinen wochenendlichen Cartoons und die Prager Marionettenpuppen Spejbl und Hurvínek thematisierten. Bezeichnenderweise sind beide Darstellungen dieser Konstellation abstrakte Figuren (Strichmännchen und Puppen). Ist es die zweitgrößte Angst der meisten Männer (vor Homosexualität und vor dem „besseren, anderen Mann), die das Thema Kommunikation zwischen Männern so tabuisieren lässt. Durch die Konstellation Vater/Sohn ist ähnlich des Plots verschiedener Grimmscher Märchen ein Vollzug nicht möglich. Beispielsweise verwandelt sich das ins Mannesalter kommende Brüderchen in ein Reh, damit das Schwesterchen „geschützt“ ist. Erst nach einem Reifungsprozess, der im Märchen mit dem Lösen von Aufgaben modelliert wird, erfolg die Rückverwandlung.

In Deutschland gibt es Frauenfitneßstudios, Frauenfahrschulen, Frauenkneipen, Frauenläden usw. Das wird als ganz selbstverständlich hingenommen und der Gedanke an von der Stadt subventionierte homoerotische Anbahnungsorte kommt recht spät. Spiegelt man jedoch das System auf Männer, dann ist sofort der Gedanke einer schwulen Veranstaltung nahe. Unsere neuen Inländer nehmen das Recht solche Oasen ganz selbstverständlich in Anspruch. Man bracht nur in einschlägigen Vierteln durch Hamburg zu laufen, da gibt es allerortens solche Kneipen und Klubs und keine türkische Frau käme ernsthaft auf die Idee, das streitig zu machen. Und das ist ziemlich schlau. Schon Schwanitz und Hellinger wussten, wie wichtig es ist, dass beide Geschlechter ihre Rückzugsräume brauchen. Nur so tanken sie wieder Spannung auf. Es ist genau die Spannung, die wir am anderen Geschlecht so mögen. ;-))

Was bleibt? Obiger Film verrät es. Die Männchen lassen ihre Segelboote im Stadtpark fahren und fachsimpeln über die Technik, die man übersichtlich in einem Fachmarkt in Wandsbek kaufen kann.

Wie unklar Kommunikation zwischen Menschen sein kann, zeigt schon nebiges Wackelbild:

Der Rechte sagt: „Do it (oder was auch immer)!“ und erhofft sich ganz selbstverständlich eine Reaktion. Der Aufgeforderte reagiert ganz unerwartet (Mausklick). Erstere meinte wohl untere Reaktion. Mann – wenn das schon nicht klappt …

Überschreiten wir nun die Artengrenze, dann wird es ganz verrückt. Lassen wir die Gedanken tanzen. Eine Hydra käme auf Grund ihrer Mehrköpfigkeit ins Grübeln. Langhälsige Individuen würden den Gedanken der Nachahmung wegen der Unmöglichkeit der Ausführung verwerfen. Kopflose Fische sehen keinen Handlungsbedarf und schließendlich hat auch der Elefant keine Chance, den ganzen Kram zu verstehen.



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Dienstag, den 21.08.2007 [09:03]
Nun missbrauchen gewisse Schurkenstaaten schon friedliebende Brieftauben („Kleine weiße Friedenstaube, fliege übers Land,
allen Menschen, groß und kleinen, bist du wohlbekannt … Fliege übers große Wasser, über Berg und Tal, bringe allen Menschen Frieden, grüß sie tausendmal.“
) für ihre frevelhaften Ziele – nämlich als biogene Selbstmordattentäter. So gesehen auf der B203 in Heide. Offenbar hat die Arme die Bürde ihres Sprengstoffgürtel über dem Balkan abgeworfen. So hat sich erhoffte zerstörerische Wirkung auf dem Nadelöhr zwischen Heide und Büsum nicht in voller Gänze eingestellt.

Nach diesen grauen Gedanken muss jetzt aber ganz schnell ein emotionaler Stimmungsaufheller her.

Und da ist er schon: Spejble und Hurvínek aus Prag kommen im Herbst zu uns. Genauer gesagt kommt Helena Štáchová. Sie führt für die norddeutschen Kinnings die beiden Puppen.

Waren das nicht die kammerspieligen Szenen, die ein wenig an „Vater und Sohn&ldquo, von ¬e. o. plauen erinnern? Erich Ohser aus dem thüringisch/vogtländischen Plauen hat sich wie sein Namensvetter Kästner ein wenig mit dem regime arrangiert (wer hat das nicht) und zeichnete unter dem bekannten Pseudonym die beiden Figuren. Ist schon verwunderlich, wie in einem Umfeld, dass Mutter und Familie so hochhält, eine derartige Konstellation (Vater und Sohn) dermaßen liebt. Tragischerweise wurde Erich in den letzten Kriegstagen denunziert. Es ging wohl auch um sein Verhältnis zu seinem Freund und Nachbarn.

Mit dem im Nachfolgenden vorgestellten kleinen Werkzeug kann der Endnutzer eines Redaktionssystems beispielhaft die „Wackelbilder“ bestücken. Das sind so lebendige Bilder im Web, die nach einiger Zeit selbständig ihr Motiv wechseln.



Er kann Bilder hochladen, wieder löschen oder auch die Reihenfolge der Anzeige verändern, indem er einfach die kleinen Vorschaubildchen im rechten Bereich verschiebt. Mag ein Bild nicht mehr, dann löscht ein einfacher Doppelklick das Bild aus der Abfolge.
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