Rainers Horen
Sonntag, den 16.09.2007 [22:27]



Auch der Herbst hat noch schönen Tage. So ist der Winterhuder Stadtpark und die Fuhlsbüttler Einflugschneise am Wochenende im September 2007 gut zu genießen. Keine Termine, keine Kompromisse usw. Einfach nur Genuss pur — nur das rechte Getränk fehlt noch.

Und ganz passend zur heiteren Stimmung fällt das das Frühwerk eines bisher ungekannten Meisters ins Auge. Die Technik 6-Farben auf Wertstoffkasten passt auch formell zum Inhalt: die unprätenziöse Darstellung des Ichs in Reflexion zum sozialen Umfeld. Bezeichnend sind die Größenverhältnisse vom Ich und dem vegetablen Umfeld. Unklar bleibt das Fluggefährt im rechten Bildbereich.



Falls der offenbar noch minderjährige Künstler einen Migrationshintergrund haben sollte, fügt sich Einiges. Die Körperhaltung deutet auf ein Selbstdarstellungsgehabe hin, wie es oft bei Mittelmeeranrainern und Balkanisten anzutreffen ist und der Flugkörper könnte einer frühkindlichen Traumatisierung im Balkankrieg entspringen. Was immer geht: das Bild stellt einen Alien dar, rechts oben ist sein Raumschiff und die hortensischen Objekte sind Erinnerungen an seine extraplanetare Heimat. Die Anzahl der Farben könnte auf den Quadranten seiner Herkunft Rückschluss geben. Klingt absurd? Das ist nur eine gesellschaftliche Konvention. Im kroatischen Hochsommer unbequeme Hemden mit Kravatten zu tragen ist gesellschaftlich estimiert. Das Tragen von T-Shirts, oder wie es früher hieß „Leibchen“, waren zumindest vor 100 Jahren nicht vorstellbar. Der halsabschnürende Strick die Norm und richtig.

Dass auf der Abfalltomme im Stadtpark sich eine Außerirdischer verewigt hat ist mit Sicherheit wesentlich wahrscheinlicher als die Meinung, dass das Schicksal der Menschen von der scheinbaren Konstellation von 1000000 von Lichtjahren entfernen Gesteinsbrocken abhängt.

Wird einem solcher Stuss von immerhin fortpflanzungsfähigen und strafmündigen Zeitgenossen mit der Inbrunst der Überzeugung erzählt , dann darf man bestenfalls milde lächeln. So wie man auch über nebigen, ungewollten Film eines Jungfilmers aus der Dogmabewegung lächeln darf.

Passend zum ewigen Thema des eigentlich sinnlosen Geschlechterkampfes kam gerade ein netter Beitrag im Radio. unter dem Titel Kleider, Kinder, Karriere wurde die Situation aufgezeigt, wie sie unser junges Glück in Metropolen so erlebt. Genial ist eine Umfrage an Berliner Schulen, bei der als erste Frage so allgemein die Gleichberechtigung abgefragt wurde. Klar: 95% konstatierten die Lösung: das Ziel ist erreicht. Die zweite Frage bohrte nach und fragte Unterschiede zwischen Schwester und Bruder ab. Da kam ein völlig anderes Bild zu tage. Es ist wirklich ein Witz. 100 Jahre haben nichts verändert. Bestenfalls der veränderte Spalt zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Der Spalt ist quantitativ unverändert, im Kopf hat sich nur das Wunschbild verändert. Wie sagt die Sozialkämpferin aus Moabit? Mit 14 sind sie voll in der Rolle: wer ist die Schönste im Lande? Habe ich nicht einen zu großen Po? Aber im Kopf sind sie die großen Kämpferinnen — und manche Jungfern bekommen mit 40 die Kurve immer noch nicht. Auch Frau Eva Herman kommt wieder einmal zu Wort: „Wir marschieren in Nadelstreifen durch eine kühle Männerwelt und unterdrücken unsere Gefühle. Wir kämpfen, statt aufzubauen und wir vereinsamen, statt das zu tun, was wir am besten können: ein warmes Nest bauen, Netzwerke anlegen, einen Schutzraum bieten in einer rücksichtsloser werdenden Welt.“. Nun wer Recht behält, das ist offen. Jedenfalls sind die Singlebörsen im Netz voll mit Menschen, deren Lebenskonzept nicht recht aufgehen will, die aber ein sehr genaues Bild davon haben, was sie wollen. das Wissen kann man auch gut ins Grab mitnehmen oder dem Hündchen erzählen — das hört ja geduldig zu. Übrigens im Feature sagt das auch ein Mädchen. „Kinder sind stressig. Da nehme ich mir lieber einen Hund.“ Deutschland Gute Nacht!
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Freitag, den 14.09.2007 [22:35]
Die heutige, völlig neuartige Programmierübung sieht nicht wirklich spektakulär aus – ist es doch nur ein sprachgeführtes Hotelzimmer-Verwaltungssystem für einen andersichtigen Kunden. Genauer gesagt kann er nichts sehen und so kommt das Webprogramm ohne Bildschirm aus – es ist also rein tastatur- und sprachgesteuert. Deswegen ist der Bildschirm so dunkel wie Dr. Ben-Mansur aus Libyen, der zum ersten mal im Internet ist und noch nicht weiß, in welche Hand die Mouse gehört. ;-))

Mit ihm kann man die fünf Zimmer mit Gästen belegen und den Zustand abfragen. Durch Drücken von H kann man die Hilfe aufrufen. Wird der Admin melancholisch, aknn er mit W auf eine riese Witzdatenbank zweifelhafter Güte zugreifen. ;-))


Das Ganze klappt nur, wenn an den Rechner ein Lautsprecher angeschlossen ist, eingeschaltet ist und alle Regler im PC auf LAUT stehen.

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Mittwoch, den 12.09.2007 [15:44]
Es gibt wirklich noch schöne Dinge auf dieser Welt, die seit heute von einer Großmacht mit der Vakuumbombe bedroht wird. Laut Beschreibung hilft dagegen kein Bunker und Menschen werden prima getötet. Gut zu wissen.

Das soll nicht das Thema sein. So eine fette Bilderdatenbank, in der man flott suchen kann – das ist es. Hier ein kleines Demo:

In einer ernsten Anwendung sind alle Bilder verschlagwortet und dich Suche filtert tatsächlich diese Tags. In der Demo sind es einfach die Dateinamen :-))
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Montag, den 10.09.2007 [09:14]
Heute ist ¬Eva Herman mit viel Mediengewitter vom öffentlich-rechtlichen N|DR rausgeschmissen wurden. Wie lange wird es ihre Homepage wohl noch geben?

Fragt man umstehende Zeitgenossen, was bei ihnen so vom Vorgang hängengeblieben ist, dann vernimmt man das Konzentrat von BILD. In Wahrheit ist ihre Bemerkung zum Frauenbild zwar diskussionswürdig, nimmt aber in dem ganzen Buch nur einen Halbsatz ein. Der Auslöser war eben die Bemerkung, dass nicht alles schlecht war und ein Gutes war eben die Frauenpolitik im Naziregime. Nun gut, das ist etwas daneben und der Urnig- und Tribadenclub von Alster und Elbe muss nach solchen ketzerischen Äußerungen natürlich die Notbremse ziehen.

Leider ist es auch nicht möglich, mal ein Blick in das Machwerk zu werfen. Einschlägige Buchhandlungen in der Nachbarschaft haben das Buch mit einem bannfluch belegt, was die Sache noch spannender macht. Wo bleibt nur die Toleranz?

Muß das nicht eine tolerante Demokratie aushalten? Wir halten ja auch das millionenefache Frauenbild aus, das unsere muselmanischen Mitbürger haben. Und das ist bestimmt noch heftiger.

Die viermal verheiratete Eva H. beklagt den Niedergang der Familie in unserer Gesellschaft und will die kleinste Zelle der deutschen Gesellschaft retten. Das ist natürlich ein hehres Ziel und sehr ehrenhaft. Zumindest scheint sie daran zu glauben – ihre eigene Biografie birgt starke Hinweise darauf.



Also. Stellen wir uns vor, irgendwelche Außerirdische landen Sonntagnachmittag im Hamburger Stadtpark und beobachten die menschliche Gesellschaft, die dort lustwandelt, dann wird es schwierig den Aliens zu vermiitteln, was Familie ist. Was sehen die grünen Männchen? Da kommen radelnde Muttis mit ihren Prinzen vorbei. Schwatzende Trommlerinnen kreuzen den Weg, die ihr Welt- und Männerbild gegenseitig abgleichen und/oder bestätigen und nicht zu vergessen die Joggerinnen und auch Jogger, die mit leicht autistischen Zügen, ihren Trainingsplan absolvieren. Wo bleibt die Familie – was treibt die? Sitzen die Kinder in der guten Stube vor dem Televisor, Mutti bereitet das Abendbrot vor und Vati ist mit seiner Knatterkiste beim Oldtimerrennen im abgesperrten Teil des Stadtparkes. Kann sein …



Letztlich hat es wenig Sinn, über Wünsche, Träume und Visionen einzelner Sachbuchautoren zu sinnieren. Die Welt wird von anderen Kräften gelenkt. In sofern ist die Aufklärung des 18. und 19. Jahrhunderts zweckfrei, da sich kaum ein Führertyp beim Vorführen der Verwerflichkeit seines Handelns zur Kursänderung bewegen lässt.

Betrachten wir das Thema doch mal aus jüdischer Sicht, nämlich in Hinblick auf die Frage von Motivationen der beteilgten Kräfte. Eine bedeutende Macht in unserem Lande ist (nein – nicht das Feigenblatt der Demokratie) die Industrie. Was will die? Da gibt es zwei Wünsche. Erstens unbeschränkte Mobilität aber auch „Erpressbarkeit“. Sie möchte die Arbeitskräfte im Alter der höchsten Leistungsfähigkeit mit höchstmöglicher Flexibilität. Da sind familiäre Bindungen nur im Wege. Wer zieht schon gerne öfters mit Kind und Kegel um. Angestellte über 40 wären gewöhnlicherweise gut erpressbar, weil sie in Bindung und kreditbelastet leben. Sie könnten prima loyal sein und sich beliebig niedrig entlohnen lassen. Leider sieht die Wirklichkeit mittlerweile konträr aus:

Die Lebenszeit höchster beruflicher Spannkraft und Leistungsfähigkeit ist auch die Zeit höchster sexueller Potenz und somit auch die Zeit der Paarbindungssuche. Schlecht für den global denkenden Unternehmer und Arbeitergeber. Angestellte über 40 sind oft wieder alleine und „leider“ überhaupt nicht erpressbar (wenn sie weise sind). Das war nun die Sicht der gesellschaftlicht relevanten Kräfte. Für sie ist Familie nur bedingt interessant. In der Rolle des willigen Konsumenten ist aus Unternehmersicht das Familiekonzept sehr kontraproduktiv – die eintretenden Synergieeffekte sind wahres Gift für den Absatz. Da brauchen mehrere Menschen nur noch eine Waschmaschine, einen Wiledawischmopp, eine Wohnung und eventuell nur ein Auto. Sehr böse!

Nun gibt es eventuell noch den Pol der Politik, deren Aufgabe ja eigentlich nur die Vermittlung zwischen Oben und Unten ist. Sie ist gewissermaßen der Filz, der denen da unten immer wieder die oben laufenden Geldströme begreiflich machen muss.

Gerade erzählt beispielsweise das Radio vom Kommunique des Treffens der deutschen Merkel und des französischen Oberguru und Playboys Nicolas Sarkozy (liebevoll auch Sackrosine genannt):
„Geldgeschäfte sollten transparenter sein.“ – so die Beiden auf der Pressekonferenz. Erstens ist es ja gerade ihre Aufgabe, diese Vorgänge zu verschleiern und überhaupt beruht das Finanzleben auf Herrschaftswissen Einzelner. Das Ganze ist also nur der verzweifelte Versuch etwas zu sagen, um es gesagt zu haben. So könnte man auch an die Moral eines Tsunamis appelieren …
Also der Staat ist stark am Familienprinzip interessiert, deswegen steht es ja in jedem Parteiprogramm ;--)). Nein mal im Ernst: das Familienmodell entlastet die Staatskasse, da im Problemfalle der Partner finanziell einspringt.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Welt der Zwecklügen, Ehrenerklärungen und Unschuldsgestammels zurück zu den Protagonisten des Familienlebens.

Gewissermaßen als Einstieg soll nebiges Umschlagbild des Buches ¬101 Gründe ohne Frau zu leben dienen. Im Vergleich zum heutigen Bild, das eine treusorgende usw. darstellt erkennt man schon die 80 Jahre Sozialgeschichte.
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