Rainers Horen
Sonntag, den 16.12.2007 [10:47]
Der dunkle Sonntag ist angebrochen und wie versprochen, entsteht hier die kleine Hamburger Fahrradhändlerdatenbank.


Es gehen schon einige Funktionen. Zumindest werden die Daten schon einmal aus der kleinen Datenbank ausgelesen und in die Karte übertragen. Man kann auch neue Händler anlegen. Das ganze system ist eben mal nicht so nebenbei gebaut. Bisher sind schon fünf Stunden ins Land gegangen. Die google-API ist eben doch sehr komplex. Im Moment verweigert sich das System, die schönen Erklärungsfähnchen zu zeigen. Das geht nur mit den Standardpicksern. Außerdem läuft noch alles mit Javascript. es ist wahrscheinlich günstiger, ais der SQL-Datenbank eine KML-Datei zu zaubern — dann löst sich auch obiges Problem. Morgen ist auch noch ein Tag.
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Freitag, den 14.12.2007 [10:01]
Eine kleine Meinungsverschiedenheit im Büro hat ein Nachdenken über Ästhetik/Geschmack und Zweckmäßigkeit ausgelöst. Es ging um einen Flyer der zum Zwecke der Veranstaltungsankündigung von jemandem entworfen wurde, der Der Grafiker genannt wird. Kurz gesagt — der Brottext war in einer unleserlichen Zierschrift gehalten. Sein Kommentar: mir gefällt es und das sei nunmal Geschmacksache.. Zum Einen muss es nicht dem Grafiker gefallen, sondern dem Kunden, denn der bezahlt. Auf der anderen Seite hat Schrift im Fließtext nicht die Aufgabe zu gefallen, sondern Informationen möglichst reibungslos in Hirn dringen zu lassen.



Seit vielen Jahren werden für solche Texte etwa Garamond, Baskerville, Bodoni, Excelsior, Times, Palatino, Grotesk oder Helvetica genutzt. Unser aller Hirn hatte diese Schriften schon millionenfach gesehen und sie als Schablone abgelegt. Wir werden also beim Lesen (neuronales OCR) ständig das zu Lesende mit dieser Schablone vergleichen. Jenäher der neue Sinneseindruck dem abgespeicherten Muster kommt, umso schneller können wir es lesen und verstehen. Weichen Schriften von diesem Schema ab, dann kommt es zu Reibung, zu Frustration oder schlichtweg zur Unleserlichkeit. Das ist dann das Empfinden des Laien — der Wissende um diese Dinge runzelt die Stirn und lächelt vielleicht milde.



Legt man die erwähnten acht häufigsten Schriften übereinander, entsteht etwa das, was oben abgedeutet ist. Es ist also keine Geschmacksache! Es fragt sich, was so ein Grafiker in Hamburg studiert, wenn noch nicht einmal die Banalsten Dinge verinnerlicht sind und solche typografischen Scheußlichkeiten nicht bemerkt werden.

So und im Webbereich ist das ähnlich tragisch. Da werden Gestaltungen bevorzugt, die schön sind. Soll die Homepage eines Hotels zum Augenschmaus dienen? Soll sie gerahmt werden?Auch hier sollte sie doch dem Zwecke des schnellen Informationstransfers dienen, natürlich mit ästhetischen Anspruch, aber doch nicht als Selbstzweck.

Woher nun diese Schnippigkeit, dieser Denkliberalismus, diesem falschen(?) Selbstbewußtsein. Mit scheint das Phänomen in Hamburg, Köln und München verbreiterter als beispielsweise in Chemnitz und Dresden zu sein.
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Donnerstag, den 13.12.2007 [09:17]
Mit dem chinesischen Schriftzug ????? verziert ein großer deutscher Discounter sein Prospekt, das am 8. Januar gelten soll. Es soll unter dem Claim (für die älteren unter uns „Slogan“) „… ein Traum von Asien“ für Jasminreis und Bambussprossen werben.

Soso, also „noch besser und von minderwertiger Qualität“ Da hat wohl wieder einmal die neue Praktikantin aus der Generation Download wichtige Tagesgeschäfte erledigt. Norma muss sich eben auch rechnen.

Allerortens sieht man die schönen Schriftzeichen. Sie sollen wohl eine gewisse Weltläufigkeit vorgeben und cool wirken. Wir hatten das schon einmal in unserem schönen Deutschland: zur Zeit Schiller und Goethens hat sich auch die Herzoginwittum Anna-Amalia dem nicht entziehen können und stellte schöne porzellanene Fakes aus dem sächsischen Meißen in ihr Palais. Allerdings hatten es die Weimarischen mehr mit dem naheliegenden Italien und so war das Kleinod Tiefurt überwiegend römisch eingerichtet; insbesondere nachdem die Herrin über Sachsen-Weimar-Eisenach das schöne Land besuchte. Es hat ihr wohl dermaßen gefallen, dass Goethen hinterhergeschickt wurde, um sie wieder zu den Regierungsgeschäften zu bitten. China war da echt weit weg und schon Italien war eine Herausforderung, gab es doch keinen Flieger.

Nun wäre es spannend zu erfahren, wie der Werbespruch der Normas ausgesprochen wird. Hier ein kleines Werkzeug. Links kommt der chinesische Text rein und rechts kommt dann P?ny?n raus (sofern jemand das linke Feld verlässt oder rechts reinklickt):

Nennen wir es mal suchmaschinengerecht Hanzi2Pinyin. Hànzi nennt sich diese „chinesische“ Schrift, die auch in japanischen Kaiserreich in der Form des Kanji verwendet wird und P?ny?n ist diese romanisierte (einfachdeutsch: latinisierte) Variante des Mandarin.

Leider funktioniert das nur, wenn auf dem Rechner das chinesische Schriftsystem installiert ist. Mac- und Vista-Nutzer können sich zurücklehnen: die ostasiatische Unterstützung ist von hausaus eingebaut. Windowsjünger müssten sich über ihre geliegte Systemsteuerung/Regios- und Sprachoptionen zu dem Menüpunkt hangeln, der das nun mal tut. Das Häkchen ist leicht gesetzt und nun kommt die Überraschung. Bitte legen Sie die XP-CD ein. Ist es ein Discounterrechner (siehe oben) ist man jetzt spätestens angeschmiert, da die mitgelieferte Wiederherstellungsscheibe eben keine XP-CD ist.

Noch eine Verwunderlichkeit: ist die Schrift nicht installiert, erscheint im linken Textbereich eine Folge von Ersatzzeichen. Das ist meistens ein Fragezeichen oder ein hochkantiges Rechteck. Es scheint also nur ein Darstellungsproblem zu sein. Wird es aber vom Formular beispielsweise via Ajax zum Server geschickt, stellt man fest, dass da jetzt wirklich das Ersatzzeichen stand. Tut das not?

Einer Großstadtsage nach, soll es Frauen geben, deren Nacken mit dem Schriftzug ? tätowiert ist. Sieht nett aus. In einer sehr wohlwollenden Interpretation könnte das ein Hinweis auf das chinesische Tierkreiszeichen Hahn sein oder die selbstbewusste Dame gehört zu der Gruppe selbstbewußter Frauen, die sich ganz ungeniert selber Hühner nennen. Fatal ist nur, dass im Chinesischen die Wendung das Huhn machen als auf den Strich gehen gedeutet wird.
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Mittwoch, den 12.12.2007 [09:38]
Sind wir also doch zur großen Leidenschaft des selbstausbeuterischen Programmierens zurückgekehrt, obwohl der heutige, mittäglichen Gang zum Thai einige Fragen aufgeworfen hat. Beispielsweise essen die dortigen Angestellten (oder Sklaven, die genaue Rechtsform der Abhängigkeit ist nicht offensichtlich) ihren Mittagstisch mit Gabeln und sie unterhalten sich untereinander bei Tische mit deutscher Zunge. Wir werden das mal im Auge behalten — Schläfer?. Das Essen schmeckt immerhin noch — es wird ja auch frisch auf Aufforderung zubereitet und den Laden gibt es erst seit zwei Wochen.

Ist eigentlich nicht spektakulär. Solche Mashups hat man schon oft gesehen.



Nach Eingabe einer Adresse und Knopfdrücken zeigt die Karte den aktuellen Kartenausschnitt an. Das Problem löst sich über die GMAP-API. Dann ist noch das Miniproblem die Position weiterzuverarbeiten. Links unten wird immer die aktuelle Position der Nadel angezeigt. Soweit sogut — jetzt noch eine Anwendung ausgedacht.

Wer oft mit dem Rad unterwegs ist und dann doch mal Platten hat, dem wäre sehr geholfen, den Standort des nächsten Schraubers zu wissen. Da haben wir doch schon eine nette Herausforderung für die nächsten Tage.

Darf man eine Galerie der schrecklichsten Webseiten machen — ist das nicht dann ebenso parterre wie das erhabenheitserheischende und voyoristische Pöbelfernsehen? Schlimm ist doch nur, wenn einem solche Produkte als positives und nachstrebenswertes ¬Beispiel präsentiert werden. Da bleibt die Spucke weg und man kämpft gegen den Spontanimpuls. Fast so gruselig wie der Gang des legendären Stalkerkollektives durch den Fleischwolf in der Zone. Wie heißt es so schön: ? ?????????, ??????? ???? ???. Leider gibt es also keinen anderen Weg, aber es gibt Streichhölzer und in soweit gibt es dann doch den freien menschlichen Willen. Niemand möchte den Kürzeren ziehen. Ist das nicht das Motto einer fatalistischen Weltsicht? Und überhaupt — das kurze Stück des bebilderten Hörspiels bevorzugt mit Kopfhörern zu gemießen.

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