Rainers Horen
Sonnabend, den 29.12.2007 [17:49]
Heute auf der Fahrt aus dem kalten Weimar nach Hamburg tönte es kurz vor Uelzen aus dem Metronomlaustsprecher: „Nächster Halt Uelzen. Nach einem Zwischenstopp fahren wir weiter nach Hamburg-Harburg. Raucher, die den zwanzigminütigen Aufenthalt zum Rauchen nutzen wollen, möchten wir darauf hinweisen, das im gesamten Uelzner Bahnhof Rauchverbot herrscht. Bitte nutzen Sie den Platz vor dem Bahnhofsgebäude.“ Klingt wohlfeil und hat eine gewisse Häme kommen lassen und leider sah die Wirklichkeit anders aus: Zugegebenermaßen standen auch einige Freunde des guten Geschmackes tatsächlich außerhalb des Bahnhofes (vorwiegend Raucherinnen) — die meisten standen aber direkt auf dem Bahnsteig und genossen dort ihren Duft der großen weiten Welt. Das wirft nun wirklich kein gutes Licht auf die gewünschte Disziplin im neuen Jahr.



Steigen wir also mal in eine Sucht/Genuß-Diskussion ein. Als Aufwärmer soll obige Sentenz dienen, die gerne Goethen zugeschrieben wird und wohl auch von ihm ist. Sie dient als Deko im Weimarischen Elephantenkeller, in den man gut Goldenen Hochzeit und anderes (Jugendweihe …) feiern kann.

In unserem Kulturkreis ist Alkohol und Nikotin legimiert. Warum nun gerade diese beide Drogen „erlaubt sind“ könnte Thema eines Aufsatzes sein, der zu wissenschaftlichen Qualifikationen führt, sein.

Der Unterschied zwischen den beiden Laster liegt in der sozialen Akteptanz. Trinken (????) wird deutlich vom Saufen (??????) unterschieden. Ich habe hier mal die russischen Fachwörter angegeben, das die Russen gewissermaßen eine Referenz in diesen Problemkreis bilden.

Nachdenkenswert ist auch die Frage, warum gerde diese beiden Drogen von der Gesellschaft akzeptiert werden —wohl auch wegen der überschaubaren Folgen für den Alltag. Offenbar kann man Alkohol ein Leben lang trinken,ohne dass es zu einer Sucht kommt. Beim Alkohol gbt es auch eine strikte Zeiteilung des Konsums: gesellschaftlich ist er akzeptiert, wenn gewisse Regeln eingehalten werden. Das heißt, wenn ein Anlass gegeben ist ond die Lokation stimmt, dann darf auch mal über die Strenge geschlagen werden. Wehe dem aber, der anlasslos, auf offener Straße trinkt — dann reagiert das Umfeld sehr empfindlich. Schnell kommt der Deliquent in eine sehr dunkle Ecke und hat Mühe, dort wieder herauszukommen.

Wie ist das nun beimTabakgenuß? Die Sucht beginnt schon nach wenigen Zigaretten und die obige Konsumentenzweiteilung findet nicht statt. Rauchen war bis vor Kurzem überall akzeptiert und bestenfalls als Unart abgetan. Auch die gegenwärtige raucherdiskriminierende Aktion zielt nicht auf die selbstzerstörerische Sucht, sondern nur auf die Kontamination der genußverweigernen Nichtraucher. Es bleibt spannend, was nun ab morgen passiert. Im schlimmsten Fall ändert sich analog zum Handytelefoieren im Auto rein gar nichts. Sinnvoll wäe ein Lizenzsystem wie in England, wo ein Verstoß gegen Regeln dem Pub eine Abstufung bringt. Wer also in seiner Kneipe den Qualm zulässt, darf ein Jahr lang nur noch alkoholfreies Bier ausschenken. Nicht anzunehmnen, dassein Wirt dieses existenzbedrohendes Risiko eingeht. Vielleicht ist eine Denunziationswebseite sinnvoll, auf er man anonym seinen Bürgerechten nachgehen kann und Verstöße meldet. Die Ordnungsbehörden könnten dann die Effizients ihrer Kontrollen radikal erhöhen, indem sie bevorzugt solche schwarzen Schafe besucht.
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Mittwoch, den 26.12.2007 [09:42]
Es geht doch: der mehrsprachige Untertitel mit live-Umschaltung.

Die Lösung ist der konsequente Einsatz von Javascript. Alle Texte aller Sprachen stecken in einer großen ¬Json-Variable, die per PHP aus den srt- und sub-Dateien gebaut wird. Immerhin sind das 300kByte. Leider ist es nicht möglich, den Text direkt in den Film zu platzieren. Trotz hohem Z-Index wird durch den Repaint-Befehl des Flashes der Text überschrieben. Falls der Film schwarze Balken hat, kann man in diesen Bereich schreiben, der wird dann nicht überschrieben. Das klappt allerdings nur auf dem Mac :-((. So muss also der Text auf einem Balken außerhalb ders Fimes laufen.

Auch am zweiten Feiertag ist der Stadtpark nicht gerade einladend. Selbst die Enten haben sich verkrochen und warten auf noch bessere Zeiten. Die kommen, so wie das unseren Großkopfernen in den letzten Tagen versichert haben. Selbst der Papst, der ziemlich katholisch sein soll und wie alle Männer etwas gegen Kondome hat, hat durch seinen Segen in 63 Sprachen dazu beigetragen. Auf jeden Fall wird die Luft in Kneipen sauberer.
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Montag, den 24.12.2007 [19:38]
Die letzten Tage war als Vorübung für den Untertiteleditor UTE der mehrsprachige Stalker dran. Sie hat tatsächlich einige Erkenntnisse gebracht: es gibt verschiedene Formate, die nicht CHARSET-sicher sind. Sie sind nicht in UTF8, sondern in den landesüblicher Kodierungen angelegt. Ein automatischer Import ist daher leider nicht möglich. Die Untertitelung kann während der Laufzeit des Filmes nicht umgeschaltet werden. Die Untertitel können entweder als XML- oder SRT-Datei extern angeboten oder mittels dem kostenpflichtigen ¬Captionate in das Video eingebunden werden. Die Umschaltung geschieht immer zum Filmstart via Flashvariable, die auf die externe Datei oder auf den Untertitelsatz im Video zeigt oder mittels Playliste. Im letzeren Fall legt man eben den Film mehrfach an und schaltet dann dort um. Die Gummilösung wäre vielleicht, nach erfolgter Umschaltung sofort auf den alten Abspielstand vorzuspulen. Es ist also ein weites Feld. Leider ist auch in der ansonsten prima dokumentierten Webseite von Jeroen Wijering nichts über die Bedeutung der Stati zu erfahren, die der Player aussendet.

In den meisten deutschen Familien wird die Bescherung erledigt sein, die Erwachsenen hoffen fälschlicherweise auf die Müdigkeit der Kinder …

Unser Bundespräsident mahnte wie jedes Jahr die Solidarität der Menschen untereinander an. Gute Idee! Da hätte er in diesem Zusammenhang ja auch doch die leistungsbezogen Bezahlung der Beamten und die Praxisnähe der universitären Ausbildung anmahnen können — auch immer gerne genommen.



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