Rainers Horen
Sonnabend, den 26.01.2008 [18:11]
Nun ist es sicher löblich, wenn die Festangestellten bei der Hamburger Hochbahn neue, multimediale Wege beschreiten. So wird auf der Webseite seit einiger Zeit ein Audioguide angeboten, den der geneigte Nutzer erst zu Ende bauen muss. Er darf ein ZIP-Archiv runterladen und als Beipackzettel bekommt er ein PDF. Da juckt es doch im Finger, das Teil besser zu machen:


Nett wäre auch eine Integration in Googelmaps &mdash, das hatten wir aber schon und würde nur langweilen. In der ersten Version steuert der Player das kleine U-Bahn-Symbol auf der Stecke der Hamburger Hochbahn.
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Donnerstag, den 24.01.2008 [09:22]
Die Tage fliegen auch ohne Gedanken daran dahin. Schöne Alliteration! Der neue ¬Patientenplaner ist nun voll mandantenfähig. Das heißt, je nach Login wird eine andere Datenbank von Ärzten, Räumen, Patienten und Terminen zugeschaltet. So könnten viele Arztpraxen im In- und hoffentlich auch im Ausland damit ihre Termine planen. Übersetzungsaufträge für die L18n sind für alle wichtigen Weltsprachen vergeben.

Bei Eingabe von demo und demo in das als Login fungierende Schlüsselloch kann man auf einer „Spielwiese“ ausprobieren, wie das so geht. Im Bereich Raumplanung kann festgelegt werden, welcher Arzt an welchem Tag in welchem Zimmer praktiziert.



Durch Klick auf das kleine Kalendersymbol oder durch direktes Anklicken ist der Arzt oder die Sprechstundenhilfe auf einer Übersicht über die Terminplanung eines Tages und allen Räumen.



Es gibt noch eine arztfokussierte Sicht, die eine ganze Woche, aber eben nur ein Behandlungszimmer zeigt. Zur Zeit ist sie nur nicht verlinkt.

Durch Anwahl eines Zeitslots (in der Tages- oder in der Wochenansicht) im Fünfzehnminutenraster kann nun ein Termin angelegt oder verändert werden werden. Bisher werden Name eMail/Telefon und Bemerkungen erfasst. Praktisch wäre natürlich eine Ankopplung an vorhandene Patientensoftwaresysteme, damit sich das Eingabefeld für den Namen automatsich ergänzt. Das spart Zeit und vermeidet Irrtümer durch Schreibfehler.

In der Demovariante sind hier ca. 4000 Schauspieler abgelegt, die werden ja auch mal krank. ;-)) Nein, das war jetzt eine dürre Herleitung. Die Liste ist nun mal da.

Das Wetter war heute bisher miserabel. Selbst Dittsches Lieblingsgriller im Eppendorfer Weg hatte keine Gäste. Und so bleibt einem nichts Anderes übrig, als sich dem Schaffensrausch hinzugeben. So entstehen zu dunkler, nasser Winterszeit die schönsten Projekte. Ist überhaupt schon einmal soziologisch untersucht worden, inwieweit das Wetter und die Befindlichkeit der Protagonisten das Weltgeschehen entscheidend beeinflusst haben? Immerhin soll Pontius Pilatus damals zum Pessach starke Zahnschmerzen gehabt haben und der Gröfaz litt unter ständigen Blähungen im Darmbereich.

Letzterer schrieb damals ein Buch, dass seinen und den Kampf der Bewegung darstellte. Qualtinger trug ein den Achtzigern daraus vor. Galt damals als Kunstevent. Heute läuft auf arte ein ähnliches Projekt. Es nennt sich „hamburger lektionen“. Ein Imam mit starkem, unerschütterlichem Glauben hat 2000 in einer Hamburger Moschee auf Fragen der Anwesenden geantwortet. Davon gibt es eine Videoaufzeichnung, die verkauft wurde. Dieser Text wurde von einem größeren Stab von Übersetzern ins Deutsche übertragen. Und nun trägt Romuald Karmak das Ganze im Brechtschen Sinne vor. Das Grauen liegt im Text — es bedarf keiner Deko. Aus gewissen Gründen ist es hier nicht zitierfähig, schade eigentlich. Jede sollte sich das mal reinziehen, um einmal die die Sprache der Straße zu nutzen. Es ist so wie damals: niemand hat das Buch gelesen, obwohl es in fast jedem deutschen Buchregal stand.



Noch viel spannender wird die Diskussion danach. Es wäre einmal der Originalmitschnitt interessant. Mit welchem Stimmfall und so wurde das von Mohammed Fazazi damals vorgetragen. Bisher hat sich noch kein Verleih getraut, diesen Film ins Kino zu bringen. „Die Kirche“ schweigt sich bisher aus.

Es ist schwierig aus drei Stunden Hasspredigt etwas rauszuscneiden — es würde eine Bewertung beinhalten. te/epo/is zitiert:

„Die Ungläubigen haben uns die Armut gebracht und uns gezwungen, nach Europa auszuwandern. Und hier geben sie uns nichts als Krümel und Almosen. Wir machen die Arbeit, die die Deutschen nicht tun wollen, waschen Teller, putzen Toiletten. […] wir arbeiten für sie wie Sklaven. […] Du hast die Aufgabe, die Herrschaft der Ungläubigen zu beseitigen, ihre Kinder zu töten, ihre Frauen zu erbeuten und ihre Häuser zu zerstören. Sei in dieser Welt wie ein Fremder. Sei kein Gefangener Deines Geldes. Dschihad ist die einzige Lösung, diese Welt zu verändern. […] Die Demokratie ist die Religion der Ungläubigen und wird der ganzen Welt aufgezwungen. Das Volk wählt eine Partei von selbst ernannten Götzen. Wenn europäische Parlamente Feindseligkeiten gegen Muslime anzetteln, ist die Bevölkerung mitverantwortlich, denn sie beteiligt sich durch Wahlen, Steuern, Presse. Die Presse ist ja die vierte Macht im Staate. Deshalb sind diese Ungläubigen Krieger. Und da sie Krieger sind, sind ihre Vermögen, ihre Ehre, ihre Seelen und alles, was sie besitzen, für die Muslime antastbar.“

Klar: Islam darf man nicht mit Islamismus gleichsetzen. Genau so wie nicht alle 3-Tage-Christen missionieren und Kreuzzüge anzetteln mögen. Bewegt man sich in intereligiösen Kreisen (in Hamburg gibt es eine entsprechende Arbeitsgruppe an der theologischen Fakultät), dann wird man feststellen, wie sich fast alle Religiösen bemühen ein Bild der Harmlösigkeit und Intellektualität zu zeichnen. Als wäre Judentum oder der Islamismus eine rein geistige Haltung. Gerne werden in dem Zusammenhang Wortdeutungen herangezogen. Bekanntestes Beispiel ist der Dschihad ???? , der immer als „Anstrengung“ — also als total gewaltfrei gedeutet wird. Gerne genommen sind auch die fünf Säulen. Den Hinduisten gelingt es nicht immer sich selbst zu verharmlosen … das ist ein anderes Kapitel und hat im Moment eine geringe Praxisrelevanz.

Die arte-Diskussion ist voll im Gange. Die beiden Männer (der gelassen wirkende Hans-Peter Raddatz und der sehr aggressive wirkende Bassam Tibi ???? ????) können sich offenbar überhaupt nicht leiden. Schon dort treffen Welten aufeinander. Schon Voltaire, einer der Urväter der Aufklärung fragte: „Was sollte man einem Menschen antworten, der einem sagt, er gehorche lieber Gott als den Menschen, und der infolgedessen sicher ist, den Himmel zu verdienen, wenn er einen erdrosselt?“ Es ist eben das Problem jeder monoteistischen Religion: andere Meinungen sind nicht denkbar, da es ja nur eine Meinung=G*tt gibt.
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Dienstag, den 22.01.2008 [09:14]
Die ergiebigen Regenfälle sind beendet. Die Wintersonne hilft uns dabei, die letzen trüben Tage zu vergessen. Spätestens jetzt rufen die Fenster nach einer längst überfälligen Putzaktion.

An der amerikanischen und japanischen Börse rumort es gewaltig. Deutsche Anleger werden
von der Kanzlerin beruhigt. BILD verängstigt brave Bürger und S-Bahnbenutzer indem sie exemplarisch das Rowdytum in städtischen Öffis anprangert. So kennt man sie.

Wenn wir gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen sind: denen soll nun wieder mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Medienverweigerer freuen sich — sie sparen nun noch mehr Geld. Aber mal im Ernst. Wenn BILD nach dem Motto verfährt, dass ein Thema nicht totrecherchiert werden solle, erwartet man doch von ARD und ZDF etwas mehr Ernsthaftigkeit. Ein ambitionierter Youtuber ( ¬Matthias Dittmayer) zeigt in seinem Video, wie gerade in diesen „Amtsstuben“ geschludert wird. Klar, der Filmemacher ist selber ein Gamer und seine Intention geht in Richtung Verharmlosung. Auf der anderen Seite ist aber auch eine gewisse Sachkenntnis nützlich. Der kleine Film macht eigentlch kein neues Thema auf, sondern weist nur nach, wie wenig man den Inhalten solcher TV-Magazine trauen darf. Ein Teil der Faux-pas sind einfach nur der „Hektik“ in solchen Anstalten geschuldet, aber einem größeren Teil kann man wohl bewußtes Handeln unterstellen („Diese Freude“ wurde eingeschnitten, wie es […] üblich ist.). Vielleicht ist es aber auch ganz anders. Jedenfalls stehen auch ÖRs unter Druck; die Sendung muss fertig werden und Einschaltquoten sind auch wichtig.



Nun ist die Sonne auch am Osterbekkanal untergegangen. Im romantischen Lichte erscheint selbst der krudeste Hinterhof zwischen Alstercity und Wäscherei zum Träumen.



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Montag, den 21.01.2008 [18:47]
Das Wetter ist so triest und langweilig, dass nicht einmal ein hundertfaches Zeitraffer des Blickes auf die Straße Erhellung bringt. Es regnet einfach nur ergiebig (wie der Wetterbericht sagt und auch für die nächsten Tage ankündigt) und hört nicht auf.

Nach längerer Regenzeit beginnt immer das Fahrrad so von innen so verdächtig zu knacken. Was das wohl ist? Es kommt und geht dann auch irgendwann wieder.
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