Rainers Horen
Sonntag, den 06.04.2008 [21:34]
Wir pendeln nicht – aber der heutige Bruch der Lenkstange während des gemütlichen Radeln auf dem Wiesendamm gen Barmbeker Arbeitsmuseum hat schon etwas Mystisches. Das muss wohl ein Schutzengel zugegen gewesens ein. Nur wenige Stunden früher auf der nächtlichen, rasanten Fahrt von Lemsahl nach Poppenbüttel hätte das spontane langsame Wegknicken der rechten Lenkerstange sicher andere Folgen gehabt.
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Freitag, den 04.04.2008 [16:59]
Immer wieder werden folgende beiden Frage gestellt: Was macht ein Koder eigentlich den ganzen Tag? und (noch besser) Wann ist der Kram denn nun bald fertig?.

Die Beantwortung der ersten Frage soll durch ein audiovisuelles Experiment geklärt werden. Der Probant sitzt bequem, die Kamera schnurrt ……… Offenbar passiert nichts Greifbares. Die Körperbewegungen sind minimalistisch.

Neuerdings gibt es bei der männlichen Ausgabe vom Budni(kowski) – dem CONRAD-Elektronikparadies in Wandsbek – ein Bauset BrainCT. Man muss nur wenig löten und schon bald kann der Hobbyforscher seine ersten Bild schießen. Da die moderne Technik recht empfindlich auf Elektrosmog reagiert, empfiehlt der russische Hersteller aus Omsk für die Glättung und Stabilisierung der Stromversorgung den Einsatz eines ¬Ilgnerumformers. Allerdings muss der möglichst nahe zum Gerät stehen, damit die verfälschenden induktiv/ohmschen Verluste gering bleiben.

Damit kann nun jedermann (und auch jedfrau) in der heimischen Wohnung bildgebende Hirnforschung betreiben. Wer wollte nicht immer schon einmal wissen, wo sich das Zentrum für die Gefühle und Triebe befindet. Hinter den Ohren?

Die andere Frage zum zeitlichen Horizont der „Fertigstellung“ von Software ist noch schwieriger zu beantworten. Das Problem beginnt schon mit der Aufgabenstellung: „wir brauchen beispielsweise ein Hotelzimmerreservierungssystem. Bitte stellen Sie keine weiteren Fragen und was kostet das?“

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So ein Webprojekt unterscheidet sich von anderne Projekten, daß es (wenn man nicht aufpasst) nie fertig wird. Das ist gut für den Kunden – schlecht für den Macher.

Um mit Webtechnologien ein Reservierungssystem für ein Hotel zu wuppen, gibt es einige Vorgaben: das System muß nun wirklich DAU-konform sein, auch Legasteniker sollen buchen können, Doppelbuchungen sind natürlich zu vermeiden, ein individuelles Rabattsystem sol es schon sein und alles soll dem potentiellen Gast auch noch Spaß machen. Als Nebenbedingung muss die Webdatenbankanwendung nächste Woche fertig sein, im Hosting nichts kosten (bei HanseNet ist das kostenlos) und überhaupt.



Beim näheren Hinsehen auf das System kommen die Fragen. Immerhin ist es eine Internetanwendung und selbstverständlich können da auch mehrere Gäste gleichzeitig buchen wollen. Liegt also ein Zimmer auf dem Merkzettel, darf es für andere Besucher nicht mehr buchbar sein. Nach einer gewissen Zeit der Inaktivtät kann das Zimmer wieder zurück ins Regal gestellt werden.
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Donnerstag, den 03.04.2008 [10:38]
Immer wenn der Alsterbibel – dem politischen Wochenmagazin, für politische bewußte Menschen, die mehr wissen wollen – kein aktuelles Thema mehr einfällt oder Abhandlungen über Hitlers Handlanger gerade nicht opportun sind, dann kommt das Spiegel-Lieblingsthema auf das Tableau: der zeitgeistige Geschlechterkampf.

Auch die vorabendliche Featurewelt der ÖR-Radios ist voll von diesem neuen Gedankengut. ¬Neue Männer braucht das Land von Wolf Eismann und ¬Der männliche Makel von Heiner Dahl sprechen typisch das Thema der zeitgeistigen Irritationen an.

Letzte Woche verschickte T-Mobile (weiland die Graue Post) an alle Geschäftskunden ein Hochglanzmagazin, das eigentlich funktionslos daherkommt. Es schafft zumindest Arbeitsplätze in der PR-Abteilung und hat einen ähnlichen Charme wie diese unsägliche Apothekerpostille. Jede größere Firma leistet sich dieses verschwenderischen Luxus. Viellicht wird auch nur einem guten Bekannten ein toller Auftrag zugeschanzt. davon lebt die Wirtschaft.

Aber schauen wir uns mal die Aufmacherbilder an, die hier oben links zu Demonstrationszwecken wiedergegeben sind. Wie sieht die Männersicht aus? Entweder nimmt die taffe Frau das ganze Bild ein (Bild 3 und 4) oder die zugeordneten Männer sitzen verschämt im Hintergrund oder werden an ihrem Schlips gepackt. Die sekundären Geschlechtmerkmale der Macherin treten dennoch stark zutage. Im dritten Bild wird immerhin als Remineszens an alte Rollen eine Schneiderpuppe ins Bild gebracht. Die T-Agentur hat durchweg die Damen also zum einen in ihrem ursprünglichen Selbstbild dargestellt (vollbusig, im Profil, mit Rock oder in „weiblicher“ Arbeitsumgebung – zum anderen sind sie entweder in großer, autonomer Souveränität oder in dominater Position gegenüber den Männer dargestellt.

Wer in Hamburg wohnt, kann mit dem Begriff Domina(nz) etwas anfangen – die andere können ja irgendein Wiki zu Rate ziehen. Zur Begrifflichkeit Autonomie lassen wir hier einmal den begnadeten Soziologen und Pianisten Helge Schneider zu Wort kommen:

Mag sein, daß es in alten Zeiten frauenverachtende Hexenverbrennungen gab und die Frauen nicht in der Fabrik arbeiten durften – nun haben wir gottlob andere Zeiten. Für den Mann hat sich bis auf gewisse Irritationen im Umgang mit den geheimnisvollen Frauen nicht viel geändert. Mann macht Ausbildung, dient beim Barras, dann begibt er sich in Lohnknechtschaft, macht eine zweifelhafte „Karriere“ um schließlich so oder so aufzuwachen.

Frauen haben es ungleich schwerer: sie möchten Kinder, möglichst mit dem richtigen Mann. Dazu sollten sie immer noch gut aussehen, weibliche Reize haben und eine gewisse Koketterie betreiben. Männer stehen drauf :-)) Auf der anderen Seite „wollen“ Frauen Karriere machen und kompromisslos ihre Lebenswirklichkeit bewältigen. Das mit der Ausbildung läuft nach parallel, aber dann gibt es Probleme. Entweder sie machen Karriere, ziehen sich Kostümchen an und sind ständig in Konfis und/oder Fliegern. Ständig müssen sie gegen eine Bevorzugung der Männer kämpfen, müssen mindestens besser sein usw. Mit 40 werden sie entweder (so wie die auch die Männer) vom System aussortiert und stehen – sich gerade umstrukturierend “ dem Liebesmakt zur Verfügung. Da Frauen immer noch „nach oben heiraten“ wollen, wird es langsam dünn. Über einer Chefärztin oder Geschäftsführerin gibt es wenig nette Herren. Außerdem sind die Auserkorenen nicht so leicht zu fangen. in einem Land mit den strengsten Alimentegesetzen ist der der Braten recht gut riechbar.

Die andere Hälfte der Frauschaft lässt sich von Liebe (Sextrieb) leiten und bindet sich in jungen Jahren. Dann beginnt die Eheachterbahn mit all ihrem Freud und Leid. Mit 40 stehen dann diese Damen vor ähnlichen Problemen wie die ehemaligen Karrierefrauen. Nun gibt es wie immer mehrere Möglichkeiten. Wer immer schon mal gerne gebastelt hat, findet sich auf dem Wochenmarkt wieder und verkauft gefilzte Handtaschen, Kräuteressig, friesisches Gebäck, gefärbtes Popcorn oder eben importierten „Schmuck“ aus Fernost. Dienstags und freitags kann man sich auf dem Isemarkt gut inspirieren lassen. Allerdings ist die Verweilzeit solcher Ideen nicht lang – also rasch hin!

Männer sind in diesem Umbruchprozess nicht so kreativ wie ihre geschlechtlichen Gegenparts. Die Gefahr der Süchte liegt oft näher.

Wer es mehr so mit Menschen hat, der geht ins Coaching, Training oder in die Präventologie. Entsprechende Institute bietet passende Wochenendkurse an.

Das Ganze klingt nicht wirklich freudvoll und zuweilen gibt es durchaus Auswege oder Außnahmen. Dazu später mehr.

Edenhall: es sieht aus wie zu Kaisers Zeiten, alle heißen Rainer und haben Spaß dabei. Tatsächlich heißt der Pächter, die meisten Zapfer und viele Gäste Rainer. Musik ist auch OK und geraucht wird brav draußen im Biergarten an der tobenden Kreuzung Barmbeker Straße/Semperstraße.

Gerade heute war es besonders harmonisch: alle grüßen – es ist gemütlich, man kennt sich. Am Stammtisch sitzen zwei Paddlerinnen, die um die Aufmerksamkeit ihres männlichen Gegenübers bemüht sind. Die stumme Körpersprache (Eigenberührungen, Haarordnungsmaßnahmen und Armschränkungen) sind beredt. Wenn nicht klar wäre wo die Szene spielt, dann sieht es zeitweise aus wie ein Bewerbungsgespräch aus. OK – das fläzige Verhalten passt nicht …

Es kommt noch besser. Der Zapfer Rainer gibt 5 € zurück, die der Rainer vom Montag zu viel abgezogen hat. Scheint alles gut zu sein. Dann kommt nebige Rechnung. Hört denn das nie auf?

KP = Köpi,
RK = Rosmarinkartoffeln

Aber was soll der Marker steuerbordoben: Rainer Ost. Das darf wohl nicht wahr sein. nach neunzehn Jahren gemeinsamer Heimat gibt es immer noch diese Mauer in den Köpfen!

Wegen der häufigen Nachfrage hier der Code für obiges Aufmacherbild:


Auf HTML-Seite gibt es nur die kleinen Vorschaubildchen mit dem Classname imgmenu. Das war es schon.
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