Rainers Horen
Sonntag, den 20.04.2008 [22:35]
Heute am bedeutungs- und unheilsschwangeren 20. April war in Hamburg die Hölle los.

Es war der erste regenfreie Tag seit Wochen und die Hansestadt hat autofreien Sonntag ausgerufen. Autos fuhren zwar trotzem, aber Bus, Bahn und Boote waren deswegen kostenlos benutzbar. Stadtpark, Alster, Elbstrand und die Hafenfähren waren proppenvoll. Jetzt ein Panoramabild zu schießen ist eine echte Herausforderung. Und es kann gelingen. Mit viel Geduld erwischt man Momente, wo am Bildrand keine bewegten Menschen rumwuseln. Der Promenadenweg entlang Övelgönne ist da so ein Paradebeispiel.


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Sonnabend, den 19.04.2008 [10:53]
Die Bäume und Sträucher schlagen aus, seit heute dürfen nun auch offiziell (aber dennoch konspirativ) Minikameras vom Geheimdienst in Wohnungen angebracht werden und der Papst besucht die USA. Da wird es Zeit, wieder einmal etwas Neues zu entwicken – die Zeit des Tüfftelns ist wieder einmal angebrochen. Nun gibt es so viele Panoramabilder, dass eine Verknüpfung mit GoogleMaps sinnvoll sein könnte. Im Moment gibt es nur die Basisfunktionalität des Panoramavorzeigens. Der geneigte Betrachter wählt ein rotes Viereckchen auf der Karte und schwupp kommt das Panorama.


Fotografen scheinen einen hohen Status in dieser Gesellschaft zu haben. Vielleicht liegt es einfach nur an der Überbewertung der Medien. Wenn da also jemand mit einem Stativ und einer schwarzen Kamera hantiert, kommen wahrscheinlich Sehnsüchte nach Aufmerksamkeit hoch. Während der einstündigen, morgendlichen Panoramasafari wurden wir tatsächlich viermal von unbekannten Frauen ganz nett angesprochen. Untiges Frauchen entschuldigte sich sogar, dass sie jetzt nochmals ins Bild müsse, um die Kacke ihres kleinen Rackers aufzunehmen.


Das Mienenspiel des Hundes (Lupe verwenden!) offenbart ein gepeingtes Seelenleben des Vierbeiners. Im scheint es überhaupt nicht zu gefallen, wenn Frauchen den Kram entsorgt. Nicht umsonst nennt man die possierlichen Tiere auch Köter.

Mit Vögeln hat wir es hier schön öfters. Auf dem Nordteil der schrägen Kaskaden-Wiese im Stadtpark lebt seit Jahren eine einsame Krähe, die den Tick hat, im Kreis zu laufen. Schon im letzten Sommer gab es zu diesem Phänomene einen kurzen Dokumentarfilm. Dieses Jahr folgt also der zweite Teil der Dokusoap „Aus dem Leben der Stadtparkkrähe Hugo“. Dank der neuen Technik (zehnfach Zoom und Stativ) geht da jetzt Einiges. In der heutigen Staffel läuft er wieder seinen Großkreis ab, nascht an Maulwurfkadavern und macht der Nachbarin (etwas unbeholfen) den Hof.
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Dienstag, den 15.04.2008 [11:10]
Die geflügelte Kakertratte hat heute Nacht wieder zugeschlagen. Es ist heuer das vierte Mal. Saß sie wieder auf Augenhöhe und kackte genüßlich nach unten. Wie dem Schnappschuss zu entnehmen ist, nimmt sie gerade Maß. Diesmal traf sie nicht den Vorderbuckel, sondern die Hinterseite des Sattels getroffen. Aus eingeschränkter menschlicher Sicht – einfach widerlich!

Es gibt in dieser schönen Welt mehrere große Rätsel: warum fliegt ein Vogel, warum schwimmt ein Fisch, wieso können Mann und Frau zusammenleben und wo bleibt die Zeit. Die Alltagserfahrung will uns weis machen, daß die Zeit einfach weg ist, wenn sie einmal geschehen ist. Und doch gibt es Ausnahmen, die unbemerkt ablaufen. So heute beim Panofotografieren erlebt. Plötzlich gab es die Mutti mit Kind mindestens dreimal.



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Montag, den 14.04.2008 [23:37]
Das thüringische Technologiezentrum Jena ist gerade bei schönem Wetter eine große Inspiration für Photografen. Da alles so schön ist, brauchts besondere Technik. Jetzt kommt ein Panoramabild mit Lupe. Ganz links (Westen) beginnt es mit der Lutherkanzel und dem Cospedaer Grund. Jaja, das ist der Weg nach Cospeda. Dort war damals die mit dem Wiener Kongress endende große Völkerschlacht. , die der Herzoginmutter Anna-Amalia ob ihres geschleiften Tiefurt das Herz gebrochen hat. Napoleon war auch dort.



Der große Bergrücken sind die Sonnenberge. Dann wird die Kunitzburg, Jenzig und „Phallus Jenensis“ sichtbar. Das Bild entspricht fast der Zeichnung aus der Zeit des Weltkrieges, die hier vor einigen Wochen als Aufmacher herhalten musste. Boerners aus der Jahnstraße 15 lassen grüßen.

Vom gegenüberliegenden Hügel unterhalb der Wilhelmshöhe ist diese hübsche Panorama.

Es ist zugleich auch eine Sozialstudie über das Alltagsleben am Anfang des 21. Jahrhunderts im schönen Mitteldeutschland.

Das war die Zeit, in der die Menschen noch im Einklang mit der Natur lebten, die Menschen in stabilen Familienbeziehungen lebten und die Kinder fast immer auf ihre Eltern hörten. Die Leibeswäsche wurde noch im Wind flatternd auf der Veranda getrocknet.

Wo bleiben die Fördergelder, die wir Westler seit achtzehn Jahren jeden Monat als Solibeitrag zahlen? Die Frage wird gerade hier in Hamburg oft gestellt. Ostler wissen auch sehr gut, was der Solibeitrag ist. Es gab immer diese größen Marken, die man dann monatlich ins FDGB-Buch kleben durfte. Selbst die Jahresendprämie musste man „ freiwillig“ über Soli versteuern.

Nach diesem kurzen Abschweif zur Doppelbedeutung des Solibeitrages zurück zu den Fördergeldern, die mehrheitlich nach Nordosten unseres Vaterlandes fließen. Alles kann man nun wirklich nicht ablichten. Zumindest gibt es zwischen Kap Arkona und dem Fichtelberg jetzt schöne … auf denen die tollen Waren schnell vom potenteren Westteil unseres Vaterlands zu den Transferbeziehern gebracht werden.

In Italien hat heute zum dritten Mal der Zauberer Berlusconi gesiegt. Ein Reporter gefragt, warum die Italiener „so (töricht)“ seien, forderte er mindestens drei Stunden Sendezeit ein. Geht nicht.
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