Rainers Horen
Mittwoch, den 06.08.2008 [09:11]
Da sag mal keiner, Technik könnte nicht faszinieren. Hat aber eben auch seine Grenzen.



Obiges Charakterstück dreier sonnensüchtiger Jungfern ist mit zehnfachem Zoom und mit der 180-Euro-Knipse von Fuji geschossen. So richtig nett und scharf (im technischen Sinne) ist das nicht und erinnert mehr so an Spionagebilder in 007-Manier. Ist ja auch klar. wenn man weiß, wie wuchtig früher ein 300-er Tele war, der fragt sich ernsthaft, ob das in Gummilinsenmanier in solch ein kleines Gehäuse passen kann. Nun geht die technische Entwicklung in großen Schritten, aber jeder Ingenieur weiß von der tatsächlichen Stagnation. Mit Elektronik gleich welcher Art kann man „nur“ eigentlich nur das Zusammenspiel technischer Komponenten optimieren. Beispielsweise kann eine Straßenbahn durch Hochtechnik ruckfrei anfahren oder ihre Bremsenergie ins Netz rückspeisen, aber in einem Kilogramm Masse kann man nur eine gewisse Energie umsetzen. Beispielsweise werden Transformatoren seit Ende der Dreißiger Jahre nicht wirklich kleiner – man verlässt das Wirkprinzip und lässt den Trafo für das Nokia-Netzteil im Ultraschallbereich arbeiten. Dann passt ein Netzteil in den Stecker. Aber was für ein irrer technischer Aufwand, der sich in der kurzen Lebensdauer niederschlägt. Auf der anderen Seite: muss so ein Schnurps länger als 24 Monate halten? Und doch: das Netzteil vom MacBookPro leckt jetzt schon. Läuft der Mac mit Netzteil, dann krippelt es, wenn man metallische Verschraubungen berührt. Das ist nicht normal! Ein nichtsagender Spannungstest ergibt ca. 113 V gegen Erde. Im Milliamperbereich zeigt das ITT MX20 leider nichts an. War das Kribbeln wirklich unter 100 µA?
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Dienstag, den 05.08.2008 [09:12]
Sag mir in Hamburg wo Du wohnst und ich sage Dir, was Du für eine(r) bist. Es gibt in diesen Schubladen auch langfristig auch einmal Verschiebungen, aber in Rahlstedt oder Lurup wohnen nun mal nicht unbedingt die hippen Leute. Eimsbüttel und Ottensen – da wohnt „man“.

Hellkampbild

Steppenwolf oder Araucaria, so hat es Hesse mal seinen ¬Harry Haller sagen lassen. ¬Wolfgang Schmidbauer beklagt sich in seinem letzten Buch auch über ein ähnliches Problem: die meisten hilfesuchenden Ehepaare in seiner Beratung hätten gerne gleichzeitig die emotionelle Sicherheit der Ehe, aber auch wilde, animalische Begegnungen. Ein gordischer Knoten! Was hat das nun mit dem Hinterhof im Eimsbüttler Hellkamp zu tun?

Nichts. Da wohnen sie nun: diese Grafiker, Journalisten und ¬c(!)reativen Werber. Sieht der Hofblick nicht recht bürgerlich und angekommen aus?



Ganz in der Nähe – über der ehemaligen U-Bahnhalte „Hellkamp“ – ist heute ein Vögelchen gelandet und fliegt fürderhin nicht weg oder fort.

Vielleicht ist es eine israelische Brieftaube, die ihre wichtige Message verloren hat und sich nun nicht nach Hause traut. Schon während des nachmittäglichen Wolkenbruchs saß sie auf dem Trittoir und sinnierte ob ihrer miesen Befindlichkeit. Hat Angst vor dem Schrecksenmeister. Es ist schon ein kleines Drama in diesem hippen Kleinbürgerbiotop! Ein klein wenig erinnert die Taube an den sowjetischen Besatzungssoldaten, er aus seiner Dresdner Garnison ausbrach, weil ihm sein Mantel gestohlen wurde und er ohnmächtige Angst vor dem nächsten B/A-Appell hatte. So lief er Amok und wurde auf einer Müllkippe in der Nähe von (West-)Berlin geschnappt.
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