Rainers Horen
Freitag, den 15.08.2008 [11:04]
Auf dem ¬Hamburg-Portal werden ahnungslosen Hamburgbesuchern als Geheimtipp die ¬Kaltenhofener Wasserkünste angepriesen. Wahrscheinlich lohnt der Besuch nicht. Ein riesiges Gelände auf einer Elbinsel, angefüllt mit rechteckigen Wasserflächen, ist gut mit einem Zaun gesichert, ein Asphaltweg führt vorbei – das war es schon. Leckere Brombeeren sind pflückbar.



Nach der Choleraepidemie ließ Hamburg diese Anlage errichten, die aus Elbwasser durch mechanische Filterung Trinkwasser herstellt. Seit einigen Jahren außerbetriebgenommen harrt es nun seiner neuen Bestimmung. Einige „böse“ Investoren wollen dort schicke Wohnanlagen errichten. Nur wer will in Sichtweite der ¬Affi und der zentralen ¬Müllverbrennungsanlage wohnen?
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Dienstag, den 12.08.2008 [13:56]
Heute beginnt eine kleine Ehrenreihe, in der besondere Hamburger einen würdigen Platz finden.

Allerortens und insbesondere auf Hamburger Wochenmärkten ist der Verfechter der ¬Vegetarischen Initiative Günni anzutreffen.

Mit seinem dunkelgrünen Tirolerhut hat er sich eine cleveres Alleinstellungsmerkmal erarbeitet und ist auch von weitem (beispielsweise auf einem schanzenviertelnem Hinterhof) gut zu erkennen. „Früher war ich Schäfer in der Lüneburger Heide und stand oft bis zu den Knöcheln im Blut. Und plötzlich wurde mir Einiges klar.“ – so erzählt Günther aus seinem Vorleben. Heute zieht er auf Hamburger Gemüsemärkten eine Schar von Frauen allen Alters an, die geduldig in langer Schlange mit Gleichgesinnten stehend, von ihm duzenderweise beraten werden wollen. Sein Obst und Gemüse ist gewiss nicht sauber und geschönt. Er verkauft pure Natur. Andere Grünhöker lassen das nicht mehr verkaufbare Obst von Hilfskräften unbeobachtet aussortieren und entsorgen. Nicht so Günni: er macht die Natürlichkeit und Unmittelbarkeit zum Programm. Er sortiert vor den Augen der KäuferInnen die schlechten Äpfel usw. aus. Damit demonstriert er geradezu sein aufopferndes Verhalten und beweist wie viel er wegwerfen muss, um die hohe Qualität zu halten. Als Kundin kommt der Eindruck eines unkaufmännischen, aber desto altruistischen Verhaltens rüber. Man schämt sich fast, das preisintensive Gemüse mit nach Hause zu nehmen.
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