Rainers Horen
Sonntag, den 28.09.2008 [19:13]
In letzter Zeit scheitern auch mal Softwareprojekte. Diese Bemerkung war nicht ganz ernst gemeint. Solche Aktionen bergen immer ungeahnte Fallstricke. Aber tatsächlich häufen sich Anfragen, denen kleine Katastrophen vorausgehen. Es gibt mit Worldpress zusammengehackte Webseiten, deren wilde Modifikationen im Kernel der Blogsoftware gemacht wurden. Spielt der Betreiber das erste Sicherheitsupdate auf, geht das System baden. Da werden an SAP-Agenturen TYPO3-Aufträge gegeben, was vorausberechenbare Folgen hat. Die Opfer haben fast Tränen in den Augen – merken sie doch, dass sie gerade einen schmerzlichen Lernprozess durchlaufen. Ein nettes Beispiel ist auch die (Flash-)Webseite eines britischen ¬Photographen, deren Betreiber nun plötzlich merkt, wie starr und unbeweglich sein Produkt ist und nun begreiflicherweise eine Lösung sucht, bei der er die Photos austauschen kann. Seine Flashlösung könnte in etwa so in Javascript ausschauen:

Also entweder waren die Kunden damals beratungswiderspenstig oder der Hacker weiß es wirklich nicht besser.
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Sonnabend, den 27.09.2008 [18:00]
Dieser vielleicht-tatsächlich letzte „schöne“ Sonnabend im Jahr hat Charlie „Qualität hat meinen Namen“ wieder einen kleinen Umsatzgipfel beschert.



Er hat es aber auch nicht wirklich einfach. Er ist ein wahrer Einzelkämpfer für den kalten und süßen Genuss. Leider gibt es diese übermächtigem Marktbegleiter mit einem italienischen ¬Namen . Ständig ist er auf der Suche nach lukrativen Stellplätzen und wird doch nach 20 Minuten polizeilich verscheucht. Es ist ein Teufelskreis. Wenn dann die Spaziergänger noch genussunwillig sind … Und wie jede Berufsgruppe hat auch er eine eigene Theorie: es gibt kaltes und warmes Eis. An heißen Tagen geht speziell Zitrone gut, wenn es gegen Herbst geht, kommt Eierpunsch gut. Das bunte Kaugummi- und Waldmeistereis ist speziell für Hintergründe. Das ist seine liebevolle Bezeichnung für Kinder, die noch nicht so gut der deutschen Sprache mächtig sind.
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Donnerstag, den 25.09.2008 [20:23]
Fundstelle in einer Stellenauslobung auf XING: „ • Sehr gute deutsch und englisch Kenntnisse in Wort und Schrift“. Jaja, das braucht auch der Verfasser dieses Textes. Ist schon traurig, wie sehr sich die Welt verändert hat. ¬Alain Finkielkraut hat sich gestern Nacht in ¬arte wieder einmal gehörig echauffiert. Nicht nur, dass er gegen die Islamisierung der französischen Schulen ist, nein – er ist Verächter alles Modernen. Und wenn dann die Spiel- oder Gesprächsleiterin solche medienaffinen Blogger und Netzkämpfer in die gleiche Couchgruppe setzt, dann ist Unterhaltung und gegenseitiges Kopfschütteln/Augenverdrehen vorprogrammiert.

Sicher hat er auch ein wenig recht, wenn er Auswüchse des Netzwahns anprangert. Bevor Kinder im Netz rumlaufen sollten sie vielleicht erstmal Grundkompetenzen wie Lesen und Schreiben erlernen und nicht alles, was im Netz rumhängt oder -steht, ist sinnvoll. Jetzt kommt ein schöner Satz: „Bis zum Auffinden einer wertigen Info muss man verdammt viel Schotter und Abraum beiseite bringen.“. Also das Netzt erzeugt diese Beliebigkeit und zugleich soll die Gemeinde mit diesem Netz lernen, damit sinnvoll und gefiltert umzugehen. Klingt ein wenig nach Saltomortale im Kopf. Und das kann älteren Herrn schon mal Angst machen.
Jeden Tag kommt neuer Spielkram auf den Markt. Ob das nun neue grafischen Elemente sind – wie etwas dieses nette Aufklappmenü oder immer wieder diese Plattformen/Portale/Communities. Bekomme ich doch überneulich einen telefonischen Anranzer: „Was, ¬Twitter kennst Du nicht?. Wer es tatsächlich noch nicht auf dem Schirm hat: das ist wieder so eine selbstdarstellerische Beschleunigung. Es ist quasi ein Mikroblog oder eben ein planetarer Chat. Jeder bläst 160 Zeichen lange Texte in den Aether. Der Sinn erschließt sich nicht augenfällig. Es gibt (bis auf Zeitverschwendung und eine kurzfristige antidepressive Wirkung) auch keinen. Das Verschnaufen verschwindet aus unserer Welt. In allen Religionen gibt es so eine Art Sabbath ???. Das ist einfach nur die eingebaute Selbstbremse, die das Leben etwas menschlicher machen soll. Wir sollen eben nicht aus jeder Resource das meiste herausholen, sondern Dinge einfach laufen lassen und/oder sich eine Verschnaufpause gönnen.

Wenn dieses von uns allen geliebte und zugleich gehasste System vollendet arbeiten würde, wären wir alle schon tot. Ein Hoch den menschlichen Schwächen!
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Dienstag, den 23.09.2008 [19:28]
Tatsächlich war der Sonntag das Ende des Sommers und nun beginnt die lange, feuchte Regenzeit in Hamburg. Zeit für eine Mediavistenschreibmaschine.
Problemstellung: immer wieder müssen Germanisten (und vor allem Germanistinnen) Texte verfassen und da brauchts solcher Spezialzeichen. Unter Mac wäre das kein Problem, aber eben unter diesem tollen XP. Genau in diesem ganz speziellen Falle könnte obige Schreibmaschine helfen. Bei Lichte besehen, sollte die Berufsgruppe nicht Germanisten heißen, da sie sich ja nicht mit den indogermanischen Sprachen, sondern mit der unsrigen Stprache beschäftigen. Besser wäre also Teutonisten. Romanisten treiben ihre Studien auch auch nicht über das Rumänische, sondern über die ganze Sprachgruppe.

Auf der Wiese vor dem Planetarium zelebrieren gerade Gutmenschen eine atheistischen Gottesdienst.


Kinder der Welt haben auf Zeichnungen ihre Wünsche an die Zukunft malerisch und zeichnerisch hinterlassen und so flattern jetzt buntbedruckte Stofffähnchen an Bambusrohren durch den Stadtparkwind und bremsen ein wenig die Schritte der Parkbesucher ab, die eigentlich auf den Aussichtsturm wollen.


Um sich –ja genau – wieder einmal selber zu bestätigen, wie grün doch Hamburg ist.

Nicht nur in der quirligen Metropole gibt es Handies zu kaufen. Und wenn ein Nachmittag zu lange zu werden droht, dann schauen wir doch mal, was so mit Handies in dieser globalisierten Welt geht.

Ja, tatsächlich kann man die Simse auch in exotischen Schriften verfassen. Getestet mit positiven Ausgang ist Russisch, Ukrainisch, Persisch und Ivrit. An fernöstlichen Schriften beißt sich das Nokia6300 (die Marke ist selbstverständlich Eigentum der Nokia Corporation in Espoo, ihre Nennung dient hier nur der Erläuterung eines Sachverhaltes) die Zähne aus. Du wurde wohl Speicherplatz und/oder Lizenzgebühr gespart. Trotzdem ist es erstaunlich, dass die Schreibrichtung und sogar die Ligatur stimmt.

So ist klar, dass hier Unicode in UTF-8-Kodierung eingesetzt wird. Das hat politische Konsequenzen: Nichtwesteuropäer müssen noch mehr Geld für das Simsen ausgeben, da für jedes Zeichen doppelter Platz verbraucht wird – das ist der Fluch des Codes mit variabler Länge. Das heißt, ein Text darf nur 80 Zeichen lang sein. Das zwingt zur Kürze im Ausdruck.

Überhaupt ist ja Simsen die weitaus teuerste Art der Datenversendung. Da koster ein Megabyte mehrere Tausend Euro. Im noramlen Internet kostet das gleiche Volumen Bruchteile von Cents. Die Jugend liebt es!

Da rechts kann man auf den Knöppen rummachen, dann laufen Pangramme durch. Das sind Texte, die möglichst alle Buchstaben eines Alphabetes enthalten. Die sind dann sehr nützlich um mal auszutesten, was das eigene Handy so kann – fallls das interessiert.


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