Das es (im Gegensatz zu gestern) mehr trübe als sonnig war, ging es ab nach Finkenwerden. Bis gerade eben war es ein Geheimtipp. Da ganz hinten am Deich gibt es die Galerie Deichgraf. Es gibt Kaffee und Kuchen und eine ganze Menge Kunst.
Obiges und untiges Panoramabild können schon mal einen Eindruck vom Gehöft machen.
Selbstverständlich ist nicht Kaffee und Kuchen der Besuchermagnet, sondern die Bilder von Thilo Piccenini. Seine Galerie ist wunderbar gestaltet und das Licht schreit nach HDR-Bildern:

Ist schon ein Ambiente, in dem man stundenlang verweilen kann. Gleich daneben steht ein Anwesen – das kann man bestimmt kaufen.

Es sieht zumindest so aus, als ob da wieder mal tapeziert werden müsste. Vielleicht kauft das ja eine Frauen-WG, die werden dann von der tollen Weinüberwachsung und der romantischen Stimmung begeistert sein.
Es ist diese Stimmung, die durch die Weitläufigkeit der Landschaft, ihr Gebrochensein und ihre Nähe zu Industrie und Hafen entsteht.


Heute beginnt trotz eitel Sonnenscheins der erste Drupaltag. Dieses Web-CMS soll ja dem Verlauten nach zu den drei Hauptspielern neben TYPO3 und Yoomla! gehören. Na, schauen wir mal.wget und tar -zxvf sind die besten Freunde. Das geht schnell von der Hand. Nun sollen auf dem Server zukünftig gleich mehrere Seiten mit dem System laufen, also muss man sich über die Multi-Site-Installation Gedanken machen. Geschwind noch eine Virtuellen Host und eine Datenbank anglegt – jetzt sind wir noch guten Mutes. Erster Start: OK – Error500 – kann passieren. Nur gut, dass wir Zugriff auf die entsprechende Logdatei haben.
OPTIONS not allowed. Eine testweise Umbenennung der .htaccess lässt die Fehlermeldung verschwinden, also muss ich in der httpd.conf entsprechen Einstellungen vornehmen. Da wir am Apache nicht jeden Tag rumspielen, geht es erstmal ab zum Indianer und dort wird es auch klar: AllowOverride muss angepasst werden. Zack, kommt doch gleich die nächste Herausforderung: die üblichen Probleme mit den Schreibrechten im Dateisystem. Putzig ist nur die Fehlermeldung. Ich soll da was kopieren, wobei Ziel und Quelle gleich sind. Tja, man denkt ja mit und kopiert aus dem default-Ordner. OK, das war einfach. Auch bei der Datenbank-Einrichtung poppen falsche Fehlermeldungen hoch, die sich aber fixen lassen. „Er“ hat eine Testtabelle angelegt, meckert dann was an und beim zweiten Versuch moniert er das Vorhandensein genau dieser Tabelle. Händisches Löschen der Tabelle bringt Abhilfe.
So jetzt geht einiges. Leider meckert das System jetzt an, dass die gerade runtergeladene Version kreuzgefährlich ist und rät zu einem raschen Update. Upps – hört denn der Quatsch nie auf? Also wieder ins Netz und Wissen gesaugt. Es sieht so aus: die installierte deutsche Sprachvariante hat Sicherheitslöcher, die in der nachfolgenden, originalen Version behoben sind. Wie nebiger Film zeigt, ist ein Update innerhalb einer Majorversion auf jeden Fall wesentlich aufwändiger als bei TYPO3, bei dem man lediglich einen symbolischen Link ändern muss. Da die gerade installierte Version noch „jungfräulich“ ist, ergibt das wenig Sinn, sich in den Updatedschungel zu begeben – eine Neuinstallation sollte in zehn Minuten erledigt sein.
Das ist noch nicht das ganze Dilemma: viele wichtige Module liegen noch nicht in Drupal6 vor, so dass man doch Drupal5 installieren sollte. Schauen wir mal. Auf jeden Fall ergibt sich ein Nachhaltigkeitsproblem. Nehmen wir mal an, wir nutzen für ein Kundenprojekt ein Modul, dass dann (wie sich später herausstellt) nicht weiterentwickelt wird. Dann hat man spätestens nach ca. eine Jahr ein massives Problem. Da ein Update auf eine neue Drupal-Version wegen des Moduls nicht erlaubt ist, handelt sich die Webseite ein massives Sicherheitsproblem ein.
Eine kleine Abmilderung des Sicherheitsloches ist das Verstecken des CMS. Das erhöht zwar die Einbruchsicherheit keinen Jota, aber man wird eventuell von bösen Hackern nicht so schnell gefunden. Es gibt leider (oder gottseidank) Programme, die die Verwundbarkeit von Webseiten überprüfen. ¬Wikto ist solch ein Vertreter. Das Programm testet übliche URLS und sucht nach Mustern. So findet es natürlich ganz schnell raus, dass eine Webseite mit Drupal6.4 gemacht ist, kennt alle potentiellen Hintertürchen und schon wird auf der eigene Webseite für das Konkurrenzprodukt geworben oder die Kundendaten sind weg. Wäre unangenehm.
So heute gesehen in der Jarrestadt. Die hoffnungsvollen Weihnachtsfanatiker Lutz und Dirk Brenneis eröffnen in der urbanen Wohnmaschine mit Tradition (Bædecker: „Hamburgs Beitrag zur städtebaulichen Moderne“) das ¬Hamburger Weihnachtskontor.
Etwas ungewöhnlich ist die Namensgebung des ambitionierten Ladengeschäftes und auch der Netzdomain. Ist doch ein Kontor der Verwaltungteil eines Handelshauses. Im Laufe der Zeit bekam das Wort Kontor (und insbesondere der Kontorist – Kontoristinnen kamen später) einen schlechten Beigeschmack und so wechselte man auf das französische Wort Bureau, obwohl Kontor ja auch französisch ist. Mittlerweile heisst diese trockene Schwitzbude Office. Letztlich ist also Kontor eigentlich kein Begriff, der Kauflaune macht …





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