Rainers Horen
Freitag, den 24.10.2008 [12:25]
Gerade heute hat die Open-Streetmap-Gemeinde bekanntgegeben, dass nun Hamburg fast vollständig erfasst ist. Hunderte von GPS-Fans sind also die Straßen und Wege abgeradelt und haben ihre Messwerte in ein wikiähnliches System eingegeben.
Obige Karte aus der Webseite „Gedankenausbreitung“ von Frank Sautter zeigt den Qualitätsunterschied der von Google genutzten Tele-Atlas-Daten gegenüber den freien Daten. Auf den ersten Blick wird bei den freien Daten die Wegqualität (Straße,Weg) unterschieden und es gibt mehr Einzelheiten. Sehr nützlich: es werden tatsächlich Straßen und Wege unterschieden. Nützlich sind auch die Bahnunterführungen.

Nun wäre es ja prima, sowohl die Topo1.0 von Garmin als auch die Straßenkarte von OSM auf dem Gerät zu haben. Auf der SD-Karte gibt es ein Verzeichnis /garmin, in dem eine Datei gmapsupp.img. Beim ¬Computerteddy gibt es eine *.IMG-Datei, die die Straßenkarte Deutschlands enthält. So einfach diese Datei in dieses Verzeichnis kopieren geht zwar, bringt aber keine Punkte. Das Garmin kann damit nicht umgehen. Man muß (wie aus der Weltliteratur zu entnehmen ist), aus beiden Dateien eine neue Datei mixen. Das Javaprogramm mkgmap funzt einfach nicht und das Win32-Programm GMapTool generiert in Anhängigkeit von der Mixreihenfolge entweder eine kaputte Datei oder eine, die nur die OSM-Karte enthält. Die ganze Mixorgie endet dann mit dem lapidaren Satz: Write error, file I:/garmingmapsupp.img. There were errors, result is faulty. End.

Da dieser Fehlertext quasi gar nicht im Web vorkommt, muss er ziemlich dumm daherkommen. Nehmen wir doch mal eine Shell und schauen nach. Aha, der Chip ist zu 75% voll. Dann löschen wir doch einmal die Datei .Trash — schon mehr frei. Also versuchen wir es nochmals. Und siehe da — wenn's alle ist, ist's nun mal alle und nun funzt es erwartungsgemäß.

Jetzt freut sich der Rainer und auch auf die nächste Radtour in den Norden von Hamburg. Diesmal sagt dann der Handschmeichler auch Bescheid, wenn er in Volksdorf ist. Mit der Topokarte wurde in dem Walddorf immer „Saselbek“ angezeigt. Nun sollte alles OK sein.

Ist es nicht. Obwohl nun das neue IMG von der Größe her beide Karten enthalten muss und das Garmin auch beide Karten in der Liste anzeigt, ist immer nur die OSM-Straßenkarte sichtbar. Beim Navigieren (Videobeweis!) ist zu sehen, dass zuerst de Topokarte und dann die Straßenkarte gerendert wird.

Das ist jetzt fatal. Letztlich müsste man also den Chip wechseln, weil im Hamburg die OSM-Karte besser ist und in Restdeutschland die Topo1.

In einem etwas versteckten Menüpunkt des etreX Legend kann man jetzt alle Karten ein- oder ausschalten und einzelne Karten ansteuern. Ein kleiner Schönheitsfehler trübt das Ergebnis: die Openstreetmap hat im Rellmenü keinen Namen — es ist die Position im Menü, die im Screenshot gerade markiert ist. Im Klebeprogramm GMapTool gibt es keine Möglichkeit, den Namen zu vergeben, dann müsste der Fehler schon in der OSM-IMG stecken, was unwahrscheinlich ist. Die Firma ¬MAPwel stellt auch noch so ein Teil zu Verfügung. Mal sehen. Das Programm erwartet ein über GPS angeschossenes Garmin. Es kann also nicht direkt auf den Chip scheiben und erkennt das Ding auch nicht, obwohl es angeschlossen ist und auch ein Treiber da sein müsste, da ja MapSource auch mit dem Gerät reden kann. Laut Spec wird das „Garmin™ eTrex Legend HCx®“ von MapUpload unterstützt. Tut es aber vorerst nicht — erst nachdem im Garmin nochmals die Verbindung überprüft wird.
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Donnerstag, den 23.10.2008 [09:30]
Es sind diese Herbste, in denen man sich täglich sagt — das war nun gewisslich der letzte schöne Tag des Jahres. Und siehe da: es kommt noch einer. Heute ist aber bestimmt der letzte Tag vor dem Novembergrauen …

Dieses jahreszeitliche Thema hat auch eine biographische Dimension. Es kommt auch immer wieder einmal eine schöne Zeit, auch wenn es oft genug Grund gibt, daran zu zweifeln. Zweifel sind nicht erlaubt, machen sie doch die Sache schlimmer, als sie vielleicht ist. Die Schöpfung oder der Darwinismus hat uns den Verstand und das Selbstbewusstsein gegeben. Das ist letztlich ein weiterer Faktor, mit dem wir mit noch mehr Energie gegen das uns umgebende Unbill „kämpfen“. Bis zum Auftritt des Menschen wurden die Tiere nur mit schärferen Krallen und besseren Strategien ausgestattet. Nun, wir als Mensch, haben auch noch soziale Angst und können damit einen noch gewichtigeren Faktor in den Verdrängungskampf der Gene ins Spiel bringen.

Es klingt wenig ermunternd, aber es geht tatsächlich nur um die Gene. Die physischen Körper haben nur eine Aufgabe, nämlich die Verbreitung der Gene voranzutreiben. Wir leben also mindestens 14 Jahre für den schönen Moment, auf den wir uns so freuen. Danach kommt noch ein wenig Hütezeit. Dann haben wir unsere Erfüllung erreicht. Die anderen Jahre verbrauchen wir nur Ressourcen. Verwalter dieses kostbaren Gutes wissen das. Die wissen auch vom Problem der Reintegration von ehemaligen Freelancern. Es gibt das Klischee von der mangelnden Teamfähigkeit. Nicht ganz zu unrecht.

Gerade heute findet sich in XING ein Hilferuf nach einem Webentwickler. Schon mal als Eingangsqualifikationsfilter wurde die Frage gestellt, was die wichtigsten Kriterien bei der Erstellung einer Webseite sind. Erwartet wird höchstwahrscheinlich das Gestammle, was man gewöhnlicherweise dem Kunden gegenüber redet und das ist auch das, was ein Mitarbeiter denken und sagen soll. Aber was ist nun die tatsächliche Zielfunktion?



(1) das Budget darf nicht überschritten werden,
(2) der Kunde muss zufrieden sein (Webseite muss auf seinem Rechner schön aussehen,
(3) das Projekt muss insofern nachhaltig gestaltet sein, dass Änderungswünsche keine Kostenexplosion auslösen.

Aber was sollte geantwortet werden? valider (X)HTML-Code, klare und übersichtliche Navigation, Suchmaschinenoptimierung und Barrierefreiheit. Die erfolgreiche Webseite „zieht die zahlungskräftigen Kunden wie ein kräftiger Magnet zu Ihnen“. Die Schlagworte ändern sich mittelfristig. Und Adjektive verhunzen unsere Sprache zu Marketinggeblubber.

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Dienstag, den 21.10.2008 [00:46]
Heute provoziert das feine Nieselwetter zu einer kleinen Fingerübung, die im Filmarchiv des ¬Alabama-Kinos auf Kampnagel stöbern lässt.

Das sieht jetzt hier in der Fertigstellung trivial aus. Das stimmt in zweierlei Hinsicht nicht. Vom ersten Anschein ist da ein Lichtbild des Kinos. Da ist eine (hoffentlich einladende) Eingabezeile. Nach Eingabe von Beispielesweise Kamel erscheint eine Liste von Filmen.Nach deren Auswahl kommt ein wenig Text und Bild zum Film. In einer Liste wird angezeigt, wann das Kunstwerk lief und der kleine Kalender führt dann zur Monatsübersicht, in der man blättern kann.

Das klingt nun wirklich banal &mdash, das baut jeder gelangweilte Angestellte (XING ist voll davon) zischen Mittag und einsetztender Nachmittagslangweile. Leider war es nicht so. Die Texte sind uralt und in mindesten drei verschiedenen Kodierunge in der Datenbank abgelegt. Für die Gänsefüßchen wurden vom Einpfleger alles benutzt, was so ähnlich aussieht.

Sehr hilfreich beim Knobeln war nachfolgendes Werkzeug, das unbekannten Text auseinander nimmt und anzeigt, wie sich die Zeichen intern darstellen.

Letztlich funktioniert es nun so, dass der Text auf verdächtige Zeichen untersucht und dann gegebenenfalls iconv startet.

Kleine Nebenbmerkung: die Photos liegen alle als Flash vor, obwohl es wirklich nur Einzelbilder sind. Man bekommt ja aber auch allfällig in MS-Word eingepackt, weil auf den Windowskisten der Screenshot nicht abgespeichert, sondern standardmäßig in der Zwischenablage rumhängt und der Normalanwender dann weiß, was er zu tun hat.

Die einen bauen (hoffentlich) wertvolle Webanwendungen – andere Zeitgenossen bauen Häuser zwischen Ohlsdorfer Friedhof und S-Bahn.


So eine Haus kostet nicht nur viel Geld, sondern auch viel Nerven. Denn der Bauherr kauft kein Haus, sondern ein Vielleichthaus. Was da nicht alles schiefgehen kann … das ist nicht nur die Technik und Pfusch am Bau.

Schlimmstenfalls geht dem Bauträger das Geld aus. Dann ist schlecht. Na, wie wollen nicht immer gleich das Schlimmste vermuten. Immerhin stehen dort auch schon hübsche Reihenhäuser und Kinder sitzen dort schon wie hingepflanzt vor ihrem Fernseher und schauen neugierig auf Minibagger und Baugeschehen.


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Montag, den 20.10.2008 [17:34]
Gerade kommen Anfragen über XING rein, wie man durch Klick auf eine Symbol oder auf einen Text anzeigen kann, wo sich eine Geschichte abspielt oder wo sich beispielsweise eine Kneipe wie der legendäre Goldene Handschuh befindet.

Also jetzt mal ganz didaktisch eins nach dem anderen. In das wikiähnliche CMS gibt man folgenden Code ein: [[gmap:53.549,9.961|Goldene Handschuh]]. Mit dieser Technik braucht der Nutzer keine speziellen Kenntnisse und mit einem speziellen Wizard könnte sich Minifenster öffnen, das die drei Werte abfragt. Obiges CMS baut daraus beispielhaft einen Link zu: http://maps.google.com/maps?hl=de&geocode=&q=+53.545,+9.938&ie=UTF8&z=14. Dazu brauchts einen regulären Ausdruck, den jeder Programmierer sicher im Schalf aufsagen kann. Bei abgeschaltetem Javascript im Browser kann nun der Nutzer durch Klick auf den Link direkt zur „hässlichen“ Googlemapseite kommen, wo er dann die Position sieht.

Um das nun so schön wie hier in diesem Blog anzuzeigen, greifen wir etwas tiefer in die Trickkiste. Nachdem die Seite geladen ist, kommt Javascript ins Spiel, das jetzt alle Links sucht, die als Class zum Beispiel gmappopup haben. Um das schön transparent zu lösen, bietet sich die behaviour-Bibliothek von Ben Nolan an. Dort wird in einer Regelkette definiert, welche CMS-Klassifikatoren welches Javascriptverhalten zeitigen
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