Rainers Horen
Sonnabend, den 08.11.2008
Das Wochenende naht. Und jetzt ist es auch schon da. Zeit für Überlegungen, wie der Welt noch geholfen werden kann. Gerade in der kalten Jahreszeit. Lutz Donnerhacke antwortete einmal in den Urzeiten des Netze auf die Frage, was denn nun das Internet sei, das ist immer das, was man zu erst wahrnimmt. Man könne also in ein leeres Zimmer eine Sperrholzkiste mit Lämpchen und einer Hupe stellen und die Leute würden glauben, das sei jetzt das Internet. Das Beharrrungsvermögen des Hirns ist wirklich immens. Als die Schöpfer von Excel™ vor dem Problem standen, die ersten Hemmschwellen für den Endnutzer einzureißen, haben sie einfach die Anmutung eines großen Kontorbuches in den PC übertragen.

Damit der Adept nicht verunsichert wird, bleibt auch alles immer schön im Blick. Es wird also nicht nur das zu bearbeitende Teilproblem angezeigt, sondern immer alles. Die Mitdenkleistung ist also auf niedrigstem Niveau angesiedelt. Dank Ajax und anderen Schlagworten geht das jetzt auch im Web. In obiger kleiner Kinodatenbank kann man wie gewohnt, die Metainformationen zu den Filmen ganz einfach bearbeiten. Das Live-Grid basiert auf dem Teil von Rico und ist dankenswerter Weise von ¬Chris van de Steeg für das Prototype-Framework angepasst.

Das Teil unterstützt aber nur das reine Rollern des Anzeigebereiches. Pfiffig hat Chris das Buffering gelöst. Ist zwar gut gemeint, verzögert aber dann doch das Rollern über größere Sprünge, da ja durch das Zwischenspeichern nun mehr gemacht werden muss, was die Prozedur in der Summe verlangsamt.

In unsere Mini-Anwendung wird der Datensatz modifiziert. Und zwar nicht nur die eine Zelle, sondern auch abhängige Felder. Da stört der Zwischenspeicher nur und so schalten wir ihn ab. Außerdem würde der Zwischenspeicher die korrekte Anzeige der geänderten Datensätze vereiteln. Im Forum zu livegrid hatte das auch schon jemand festgestellt. Nett ist nun auch, dass man mit der Escape-Taste abbrechen kann. Gute Infos zum Eventhandling finden sich in der ¬Encytemedia. Das waren doch auch die, welche den Imagecropper vorgestellt haben.
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Mittwoch, den 05.11.2008 [09:29]
Auf der A2 sind viele Leute bei der Heimkehr von einer Kaffeefahrt in ihrem Bus verbrannt, weil ein unbedingter Genussmensch 1500 Meter nach der letzten Rast auf dem Busklo heimlich rauchen musste und Barack Obama hat tatsächlich die Wahl gewonnen. Nun also geht der Wahnsinn dieser Welt weiter. Der russische Zar gibt am Tage der Wahl bekannt, dass er Raketen in Königsberg stationieren will und daraufhin ist dem polnischen Donald Tusk das NATO-Abwehrschild nicht mehr so wichtig. So einfach kann sich alles klären.

Auch ein Kneipenbesuch im Niewöhner in der Gertigstraße kann zu Stress ausarten: Grünkohlzeit ist angesagt und auf jedem Tisch steht die Sonderspeisekarte.

Dem geborenen Mathematiker drängt sich sofort ein Problem auf. Es gibt drei Preise und drei Komponenten – Sättigungsbeilage, Kassler und Wurst. Es muss sich also rausrechnen lassen. Die Cramersche Regel, die immer zur Lösung führt, ist dann doch zu kompliziert für ein biergeschwängertes Hirn u nd ein Bierdeckel reicht für die Determinantenberechnungn icht Also muss ein kleiner Zettel und ein Stiftel her. Jetzt ist es klar: die Sättigungsbeilage kostet 7 €.
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Dienstag, den 04.11.2008 [09:01]
Da sitzt sie nun jede Woche beharrlich, liest ihr Buch, bezahlt die Standgebühr und wartet.

Nun heute habe ich einmal meine ganzen Mut zusammengenommen, bin stehengeblieben und habe nachgefragt, was sie nun so Tolles anbietet. Auf der Sachebene kam dann rüber, dass sie etwas mich mit etwas beglücken kann, das zwischen christlichem Fundamentalismus und Atheismus liege — also etwas wirklich Lebendigem, Engelhaftem. Nun gut — wollen wir die Engel, Feen und Kobolte dort lassen, wo sie sind: in das Reich der weiblichen(?) Träume, Visionen und Hoffnungen. Jetzt schauen wir auf die formale Ebene: da komme ich vorbei, da sitzt jemand. Jetzt jemanden wegen eines Konsumwunsches ansprechen, der signalisiert gestört zu sein, ist schon eine hohe Hemmschwelle. Gemacht, getan. Nun kommt das Gespräch über die Wesen aus der Zwischenwelt und die ganze Zeit wird das unbehagliche Gefühl immer schlimmer – nicht wegen des Sprechdurchfalls, sondern eben wegen der energetischen Dinge, die sie so nett in der Sachebene abarbeitet. Da muss ich mich (oder sollte ich mich) konzentrieren und mein Gesprächspartner sitzt.

Das geht gar nicht. Wäre sie zum Beginn des Beratungsgespräches aufgestanden, wäre vielleicht das Gespräch besser zu verdauen gewesen, aber auch diese Situation wäre verheerend, weil ich das Aufstehen ausgelöst hätte. Der potentielle Kunde darf ich das Gefühl haben, er löse beim Verkäufer Stress aus, denn dann hat er ein ungutes Gefühl, er fühlt sich schuldig und wird schon von vornherein schlecht drauf sein. Rundum: ein Verkäufer muss stehen. Jetzt sitzt die Tarotkennerin schon viele Wochen auf dem Isemarkt und hat es es bisher nicht wahrgenommen. Ihre Karten können ihr selber auch nicht helfen.

Heute Nacht hat die USA ihre Schicksalswahl. Man kann Herrn Obama nur wünschen, dass er die Wahl nicht gewinnt — so lebt er dann wenigstens etwas länger. Demokratie heißt im Endeffekt: „ich akzeptiere, wenn der andere gewinnt“. In der bisherigen Geschichte haben es immer nur die Linken akzeptiert. Gewinnt mal eine linke Gruppierung, dann wird dieser Unfall oft wieder gewaltsam rückgängig gemacht. Beispiele? Allende in Chile, Kennedy in den Staaten, Mahatma Ghandi.
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