Rainers Horen
Sonntag, den 21.12.2008 [09:03]
In der Zeit, „in der das Wünschen noch geholfen hat“, gab es den Spruch von „ … das gibt's in keinen Russenfilm — nicht mal im zweiten Teil.“ Das sollte auf eine ganz außerordentliche Ausprägung einer Tatsache hinweisen.

Generell hatten Russenfilme immer zwei Teile. Und das war nicht einfach nur eine zeitliche Zweiteilung, weil vielleicht auf eine Filmrolle nur eine Stunde draufging, sondern diese Einteilung hatten auch einen dramaturgischen Effekt. Im zweiten Teil wurde das Thema quasi eskaliert und auf höherem Niveau abgearbeitet.

Besonders schrill ist das im SF-Film aus dem Achtzigern, der mit dem Namen „Kin Dza-Dza“ (???-???-???) daherkommt. Das Ding ist total abgefahren. Ein Mann kommt nach Hause, seine Frau schickt ihn nochmal los, etwas aus dem Supermarkt zu holen un der trifft auf der Straße auf einen Penner, der im die Geschichte auftischt, dass er ein Zeitreisender sei und jetzt nur die Koordinaten brächte. Der Protagonist glaubt es natürlich nicht und schwupp steht auf auf dem fremden Planeten in einer Wüste.

Die dortigen Bewohner haben nur eine verstümmelte Sprache, die nur ein Wort kennt: „Ku“. Es wird interessanterweise nicht wie in europäischen Sprachen, sonder wie im Japanischen, nämlich ¬? ausgesprochen. Desderwegen, weil sie Gedanken lesen können. Superspruch der schrillen Dame auf dem Rollgefährt: „Die Wahrheit denken — wie absurd!“ Das hat schon etwas Philosophisches.

Der Film gewinnt wahrscheinlich den Preis für das kleinste Budget. Alles spielt in der Wüste von Karakum und die Teile stammen von irgendeinem Schrottplatz. Klar, der Planet ist ein Spiegel der sowjetischen Gesellschaft. Als der Film damals rauskam, haben die älteren Leute, die noch den Großen Vaterländischen Krieg erleben durften, die Nase gerümpft – die Jugend war (zu recht) total begeistert. Es ist nicht nur eine schonungslose Abrechnung mit dem Stalinismus, sondern eine Parabel, wie Menschen so ticken. Die totale Verfremdung in der Karakumwüste ist ein irres Stilmittel, damit der Zuschauer im Brechtschen Sinne nicht von der Form abgelenkt ist. Was bei Bert B. das weiße Leinentuch war ist bei KinDzaDza die Formlosigkeit des Sandes. Wohlgemerkt: die beiden kurzen Filmausschnitte sind aus dem ersten Teil des Russenfilmes. Im zweiten Teil, der mit einem Glossar der dortigen Sprache beginnt, fragt man sich ernsthaft, welche Drogen die dort zur Verfügung hatten.

Was die Turbulenzen am Finanzweltmarkt betrifft, ist es besser zu schweigen. Erst erzählen uns die Medien etwas von „Tatsachen“ um dann im gleichen Atemzuge zu bemerken, wie schlecht Stimmungsmache sei. Vielleicht würde es nicht zur Katastrophe kommen, hätten die Medien es einfach verschwiegen und es als internes Problem an der Wallstreet eingeordnet. Aber nein, diese anschlagorientierten Schreibknechte müssen wohl.

Und nun will unsere Regierung mit „Konsumgutscheinen“ irgend etwas bewirken. Wäre es nicht so, dass Männer bei Conrad Chinakram und Frauen bei ihrem Lieblingsdrogisten (hanseatische Lokalisierung: Budni) einkaufen würden? Diese Wohltuspritze würde also den Import stärken und die deutsche Wirtschaft bliebe außen vor.

Ein anderer Gedanke zum Zeitthema kommt von Annette aus Leipzig: „ … ich habe mir das mit den Konsumgutscheinen noch mal überlegt. Die ganze Sache ist eine ziemlich clever Wirtschaftsförderung. Mit den Konsumgutscheinen kaufen die Leute billige chinesische Produkte. Damit wird die chinesische Exportwirtschaft gestärkt, was zwingend zur Vermeidung des Inflationsanstieges in Europa und den USA erforderlich ist. Sonst müssten nämlich die Leute teure einheimische Produkte kaufen und die ganze schöne Globalisierung wäre gefährdet. Damit können die Notenbanken die Zinsen weiter unten lassen, denn mit steigenden Zinsen käme die Wirtschaft noch mehr unter Druck, da sie keine Preisüberwälzungsspielräume hat. (Schließlich verdienen die Chinesen mit den Billgexporten nicht so übermäßig viel.) Die Konsumenten könnten auch nicht mehr so fröhlich auf Kredit leben. Und das Beste daran: Die Masse ist mit Einkaufen beschäftigt und kommt nicht auf dumme Gedanken!“ Tatsächlich ein Saltomortale im Hirn, besser geht es nicht!
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Mittwoch, den 17.12.2008 [19:45]
Die Wielahnkamera von Digitus hat ihren weiten Weg von Taiwan bis in den Novalisweg gefunden. Schöne Verpackung! Nachdem erstmal das ganze Netz auf das C-Netz der Kamera umgestellt wurde (192.168.0.*) kommt langsam der Gedanke einer elektronischen Attrappe hoch. Das WLAN lässt sich nur mit WEP verschlüsseln, was ja (wie selbst überprüft) in 10 Minuten geknackt ist.Nur gut, dass die entsprechende Software von Schäuble in Deutschland verboten ist. Die Kamera kann nur im Funkanal 1 betrieben werden und beide Netzinterface (Kabel und Funk) haben die gleiche ¬MAC-Adresse. Das mit der gleichen Adresse zweier Netzwerkkarten ist zwar megaböse, weil es zu „unerklärlichen Fehlern“ im Netz führen kann, ist aber doch auch Mumpe. Aber die Einschränkung auf den Kanal kann das Spannerprojekt echt scheitern lassen.

Im Waschzettel steht was von 640×480-er Auflösung bei 25 Frames und verschiedenen Kompressionsraten. Ist das nicht so, dass solche Eigenschaften auch gleichzeitig gelten sollten. Wenn ich aslo ein Auto hätte, dann gilt zar die Höchstgeschwindigkeit auch nur im 5. Gang aber das Radio und der Airback sollten dann noch funktionieren. Nicht in diesem Fall. Bei dem Versuch , die angegebene TV-Qualität vom Balkon in die Stube zu übertragen friert das Bild ein — also entweder doch mit Kabel oder nur Briefmarkengröße …

Die Bilder könnten live im Netzt betrachtet werden. Das setzt allerdings DynDNS und ein Sicherheitsloch im Router voraus. Außerdem gibt es nur einen Java- und einen ActiveX-Betrachter. Die Performance ist – wie oben getestet – sehr mangelhaft.

Was also bleibt ist der Versand der Bilder auf einen Internetserver der Wahl.
Nach einige Tests werden noch mehr Lücken offenbar. Es gibt drei Modi der unsicheren FTP-Bildverschickung:
1. einfach immer nur der gleiche Dateiname, dann gibt es keine Archivfunktion, da es nur ein Bild gibt.
2. Bilder bekommen fortlaufenden Zeitstempel. Das ist insofern sehr ungünstig, weil die meisten Dateisysteme ab 10000 Bilder in einem Ordner anfangen zu ächzen.
3. Es werden fortlaufend Nummern vergeben. Die allerdings beginnen wieder (undokumentiert) bei Null, falls mal kurz der Stromstecker gezogen wurde — na prima!

Es bleibt also nur zweite Variante, die allerdings einen Cronjob auf dem Server vorraussetzt, die Bilder in entsprechende Fächer umkopiert …
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Montag, den 15.12.2008 [09:47]
Dem aufmerksamen Leser wird eine gewisse Programmierunlust nicht entgangen sein. Bisher gab es hier auf diesen Horen (besonders nach einem Wochenende) nette kleine Webspielereien. Das letzte Spielzeug war wohl der Hamburger Wochenmarkt mit seinen Standorten und Marktbeschickern. Zuweilen wird die Lust vom Leben ausgebremst. Auch ein Möbelpacker hat abends in seinem Feierabend keine Lust mehr an körperlicher Ertüchtigung und so wird er vermutlich nicht ins Fitnessstudio gehen wollen.

Was ist meine persönliche Bürde? Hier kommt eine kleine Ahnung dessen – Audiokommentar kommt sich einmal später:


Worum geht es? Nun den Schönheitspreis gewinnt es sicher nicht, aber die Welt wird es ein klein wenig netter und übersichtlicher machen. Ganz im Ernst: läuft auch nur der kleinste Film im Kino oder Tivi, dann war vorher ein unvorstellbares Räderwerk von überwiegend freischaffenden Helfern am Werk. Eine Ahnung bekommt der ansonsten ahnungslose Puffmaisschnurpsler mit, wenn er tatsächlich im Kino sitzen bleiben würde und sieht dann die lange Liste der Mitmacher. Tatsächlich ist das nur ein kleiner Ausschnitt. Es ist ein jahrelanger Kampf (falls man das möchte), um im Abspann aufgenommen zu werden.

Im obigen Excel-Programm wird sowohl das Budget als auch der dann tatsächlich auftretenden Geldfluss verwaltet. Die Kosten sind in über Kostenstellen verwaltet, die mit gekauftem Personal aufgefüllt werden sollten.
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