Rainers Horen
Sonntag, den 25.01.2009 [18:08]
„Siemens quält charmant seine Kundinnen“. So oder ähnlich könnte der neue Claim der deutschen Weltfirma aus München klingen. Da kauft die bundesdeutsche Kleinstadthausfrau über den Versandhandel eine neue Waschmaschine und will die Zauberkiste (polytechnisch wie sie gebildet ist) gleich nutzen — und zwar als Unterbauvariante. Und deswegen muss die dicke Abdeckplatte ab. Klingt einfach. Warum jetzt eine dünne Blechplatte an Stelle der werksausgelieferten kommt, wissen nur die Sicherheitsgötter. Denn welches Kind zerrt die schwere Maschine aus der Küchenzeile, um dann in die Anschlüsse zu grabbschen? Auf jedem Fall muss die dicke Platte ab und die ist genialerweise mit obiger Schraubverbindung befestigt. Das Ding ist weder Torx, noch Imbus oder Pozidrive. Da haben sich die Herren Ingenieure etwas Feines ausgedacht. Klar, diese Schrauben sind für Akkuschrauber optimiert, weil sie größtes Drehmoment ohne Justieraufwand (selbstsuchend) realsieren. Wo bleibt die Kundenfreundlichkeit? IKEA packt immerhin noch seine Winkelchen bei — was man aber auch als Marketinggag abtuen kann.
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Sonnabend, den 24.01.2009 [14:58]


Wieder so eine unpopuläre Maßnahme der Hamburger CDU-Regierung: im Stadtpark wurden alte Eichen gefällt. Die Bestimmung des Baumalters überlassen wir den Dendrochronologen und/oder den fleißigen Schülern in ihren naturwissenschaftlichen Projektwochen. Sicher werden sich wieder Naturliebhaber echauffieren. So ist das immer, wenn emotional engagierte Dilettanten auf Profis stoßen. Da wird mit Halbwahrheiten und wagen Vermutungen Politik gemacht.

Heute erst wieder standen zwei Schülerinnen am Ende des Goldbekmarktes, die wieder einmal für eine Wahlrechtsreform eintraten. Es geht um die direkte Wählbarkeit von Kandidaten. Komisch, als ich erwähnte, dass es auch gewichtige Argumente für die bisherige Variante der Demokratie gäbe, waren sie nicht mehr so freundlich. Bis heute gibt es Listen und die Übernahme in die Aufgabe des Volksvertreters erfolgt in Anhängigkeit vom Listenplatz. Es findet also eine „Entmündigung“ des Wählers statt und es gibt ein Mitspracherecht der Parteikollegen. Und das ist richtig so. Damals nach 1990 war ich in Jena selber am politischen Leben der Stadt beteiligt und habe für das Stadtparlament kandidiert. Wie wir wissen ist daraus nichts geworden, aber eine Erkenntnis ist geblieben: Politiker werden von Innen anders gesehen als von Außen. Wir wussten schon, was wir von gewissen Schreihälsen und Aufschneidern zu halten haben. Es wäre fast schon gefährlich, die politische Macht von Leuten ausgehen zu lassen, die sich gut darstellen können. Insofern ist die Methode mit den Listenplätzen ein gutes Regulativ, das Schlimmste zu vermeiden. Schill war ein ungutes Beispiel für die Überbetonung einer Person. Nur diese Erfahrungen und Einsichten haben die jungen Schülerinnen mit ihrem Unterschriftenlisten nicht, die sind einfach nur mit der Welt der Erwachsenen nicht einverstanden.

Die Problematik mit dem Einbau der Smoothgalerie in das TYPO3-Projekt hat sich zur größten Zufriedenheit geklärt. Das Problem war, dass sich trotz des eigenen Namenraums der JS-Lib es Interferenzen mit der genutzten Prototype-Lib gab. Es gibt überrschende Lösungen. Sven Wappler hat die Smoothgalerie nach Prototype ¬portiert. Das klappt bis auf den automatischen Modus unter IE7 perfekt. Der ¬Ferdinandslider baut so eine Diashow nach – erreicht auf nicht die Schönheit seiner Vorlage. Vielen Dank an ¬Marcus aus München für den Tipp!

Nun geht der Wahnsinn weiter. So ein Künstler kommt in der Welt rum und was liegt näher, als den Entstehungsort der Werke als auch seine Ausstellungsorte mit Geodaten zu verquicken? Georg hat dazu eine ¬T3-Extension geschrieben, die so gut und modular gebaut und dokumentiert ist, dass es rasch gelingen sollte, die Erfassung der Geo-Daten in das Verwaltungstool zu integrieren. Auch dazu gibt es eine durchdachte ¬Wiki-Doku
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Donnerstag, den 22.01.2009 [20:41]
Das TYPO3-Projekt schreitet hurtig voran. Nun kommt der Kernpunkt, nämlich die Gemäldegalerie. Die Künstlerin hat schon mal in ihrem Adminbereich die vielen Bilder brav eingepflegt (auch so ein neues Wort) und nun kommt die Darstellung. Eine kurze Suche im Netz fördert eine nette ¬Übersicht von Auskennbert zu Tage, die eine größere Menge von solchen Galeriemodulen für TYPO3 auflistet, demonstriert und bewertet.

Ist ja nett, was es da alles so gibt, aber die ¬Smoothgallery von Georg kommt den Vorstellungen am nächsten. Die Plugins sind letztlich alle für Photogalerien konzipiert. Dort haben die Bilder fast immer das gleiche Format und als Metainfos gibt es nur eine Bildunterschrift. Bei Gemälden ist das anders und so schränkt sich die Auswahl schon sehr ein. Nun heißt es wieder ¬„RTFM“. Es ist doch wunderschön, wenn das lebenslange Lernen nicht aufhört!


Also: diese Plugin nutzt eine schon vorhandene Javascriptkiste, die in etwas wie hier links aussieht: Fein! Wie es aussieht, ist es vermutlich einfacher, nicht die Lib von Georg zu nehmen, sondern einfach selber aus der Gemälde-DB die Code zu bauen, der dann über die Javascript-Lib die schöne Diashow baut. Einzige Fußangel für diesen Weg ist das in der Diashow eingesetzte Framework Mootools, das sich dann eventuell mit der im Projekt benutzten Prototype beißen könnte. daran hat allerdings Jon gedacht – es gibt bei ihm eine Variante mit ¬Namesspace.

Das ist alles gut gemeint, aber leider klappt die Galerie nur teilweise. Obige Demo beweist die grundsätzliche Funktionalität. Innerhalb des T3-Frameworks bleibt der Kasten schwarz und nur die Bildunterschrift wechselt ab und zu selbstständig und unverdeckt. Normalerweise soll das Karussell und der Erklärungstext nur optional erscheinen. Die üblichen Verdächtigen wie Javascriptfehler und/oder fehlende Komponenten sind es diesmal nicht. Ein Blick mittels Firebug in die JS-Konsole und den Netzverkehr räumen den Verdacht aus.

Wer will schon Schritt-für-Schritt sich durch fremdem Code debuggen? Bevor man das macht, nimmt man entweder eine andere Software oder stochert weiter systematisch im Nebel. Genau wie beim Essen die Sauce entscheidend ist, so ist es hier die Reihenfolge der Bibliotheken ganz wichtig. Kommt erst die Galerielib und dann der Prototypekram, funktioniert die Galerie nicht und im anderen Fall hapert das Menü und es wird der Fehler uncaught exception: [object Object] ausgegeben. Na prima! Schrittweises auskommentieren offenbart den Bösewicht: addClassname aus der Prototypekiste verhält sich unanständig. Na gut, bauen wir es anders — und es funzt tatsächlich!

Screenshot

Nun kommt doch noch der Pferdefuß in Gestalt der Freunde aus Redmont. Im IE7 meckert er in der GalleryLib den Mootols-Befehl getElementyan. Das stört ihn nur, wenn noch das Urgestein Prototype anwesend ist. Wie schön könnte doch die Welt sein!
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Mittwoch, den 21.01.2009 [08:53]
Es gibt schon geniale Gedanken: nicht nur dass man den Leuten alles mögliche vollmundig verspricht (so wie uns das gestern der neue „stärkste Mann der Welt“ vorgemacht macht), sondern tatsächlich mal was Neues. Die Telekom entwickelt gerade ein System, bei dem die Verbindungsdaten aller Handynutzer in einen großen Topf geworfen werden und dann gewisse Footprints rausgerechnet werden. Die Zellenaufenthalte werden mit GPS-Straßennetz abgeglichen und so ist beispielsweise eine Stauwarnung möglich. Wenn sich also Objekte mit normaler Geschwindigkeit bewegt haben und plötzlich nicht mehr, dann muss das ein Stau sein. Das ganze System kostet eigentlich nur Rechenzeit und bietet sicher wertvolle Informationen für die leidgeprüften Autofahrer.

Apropos Obama: irgendwie bleibt er doch Weltpolizist. Länder, die nicht nach seinem Geschmäckle sind, da möchte er eingreifen. Nun kann man sicher die Landung in der Normandie ins Feld ziehen, aber ein fader Geschmack bleibt.

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Montag, den 19.01.2009 [20:18]
Nun also ran an ein eigenes Frontend-Plugin. Das will einfach heißen, dass die Darstellung von Inhalten nicht irgendwelchen Standardschematas folgt, sondern nach eigene, individuellen Regeln. Für die Verwaltung gibt es bei TYPO3 einen komfortablen Baukasten, den man nur konfigurieren muss.

Mit dem Modul Kickstarter kann das Grundgerüst einer solchen Erweiterung gebaut werden. Das ist schon mal eine nette Hilfe, hat aber auch seine Fallstricke. Wenn dieser Wizard seine Arbeit getan hat, muss man dann doch per Texteditor in irgendwelchen PHP-Strukturen rumstochern. Das ist zwar alles gut dokumentiert, aber Zeit und Nerven kostet es dennoch.



Da fragt der Kickstarter nach Bezeichnern für Datenbankfelder, die dann im Verwaltungsteil den Namen von Eingabe- oder Auswahllistenelementen spielen. Sagen wir mal: „Maltechnik:“ und dann „Öl, Aquarell, Kreide, Kupferstich“. Ok, das ist einfach. Wenn alles brav eingetippt ist, kommt der entscheidende Moment — das Modul wird angelegt und abgespeichert. Beim Erstaufruf kommt dann eine Meldung wie: „locallang_db.xml ist keine Sprachendatei“. Des Rätsels Lösung: Ohne besonderen Eingriff wird für TYPO3 das westeuropäische Sprachenpaket (Latin-1) verwendet. All diese Texte werdenin obiger XML-Datei angelegt. wenn nun die Webseite in Latin-1 ist, dann werden auch die Bezeichner in dieser Kodierung erfasst und dann in die XML geschrieben, die aber UTF-8 erwartet. erwartungsgemäß knallt es!
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