Rainers Horen
Sonntag, den 12.04.2009 [13:14]
Nullsoft bietet auch selber ein Netzradio an. Was heisst anbieten – er ist einfach da und lässt sich leicht kopierer aber eben nicht konfigurieren. Beispielsweise läuft er immer sofort los. Das kann so gut sein, und eine nähere Erklärung, wie man nun das Radio in fremde Seiten einbaut, gibt es nicht.
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Freitag, den 10.04.2009 [00:05]
Pünktlich zum Karfreitag (letztlich dem christlichen Pendant zu Jom Kippur) plagen Zahnschmerzen – und das nicht nur symbolisch. Ist das mein Kreuzweg? Jedenfalls soll nach Bulgakows „?????? ? ?????????“ gerade dieser Pontius Pilatus von schweren Zahlschmerzen in dieser schweren Zeit für die Menschheit geplagt worden sein. Das wäre eine schlüssige Erklärung für unser aller Dilemma. Ohne jetzt in ein theologisches Streitgespräch einsteigen zu wollen, aber der Messias kann der Zimmermannssohn aus Judäa nicht sein. Will man ein Märchen durch ein anderes erklären und glaubt der Bibel, dann ist es nicht denkbar. Denn nach Micha soll nach Eintreffen des Erlösers Wolf und Schaf friedlich nebeneinander weiden und die berühmten Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet sein. Dem scheint nicht zu sein. All diesen Gedankengänge sind natürlich müßig, denn wen interessierts?

„Auch Michelangelo brauchte Marmor, hätte er nur Ton, wäre er Töpfer geworden“ – so entschuldigte der Duce seinen eseligen Angriff auf Südfrankreich. Stalin wurde gefragt, ob er lieber vom Volk gefürchtet oder aus Überzeugung geliebt werden wollte. Stalin: „Ich möchte gefürchtet werden. Angst bleibt, Überzeugungen wechseln.“ Hitler: „Es ist schön, wenn uns der Schrecken vorangeht“ Es ist aufschlussreich, wie sarkastisch die Führer des 20. Jahrhunderts, ihre Wahrheiten verbreiteten.

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Donnerstag, den 09.04.2009 [21:22]
Heute wird es nochmal musikalisch. Der großartige Pianist Miba bietet auch ein eigenes Radio. Auf seiner Webseite startet dafür ein externes Programm, beispielsweise iTunes. In den Horen läuft es eingebettet. Das ist also ein echtes Radio. Das heisst, wenn diese Webseite reloadet wird, dann beginnt die Musik nicht wieder von vorn, sondern wird einfach fortgeführt. Das ganze Konstrukt ist eine Kombination aus einem ¬Icecast und einem Flashplayer. Drumherum ist noch ein wenig PHP gestrickt, das die Netzspielereien bastelt, die Flash aus Sicherheitsgründen nicht dürfen darf. Das Flash scheint ein technisches Problem zu haben: nach einer gewissen Zeit meldet das Internetanguckprogramm Bedenken an. Offenbar hat der französische Programmierer ein Speicherleck gelassen. Nun wird auch klar, warum das Teil keinen Urheber hat. Es ist einfach nur auf dieser schönen Welt. Eine mögliche ¬Alternative lässt sich leider nicht so prima wie dieser etwas wackelige Player individualisieren. Schauen wir einmal, was der Minicaster leistet. Schon in der Dokumentation steht, dass andere Player ein Speicherproblem haben, weil Flash gewisse Einschränkungen im Zusammenhang mit dem MP3-Speichermanagment hat. Der Minicaster wendet einen Trick an, um zyklisch den Speicher zu reinigen.

Wie das nun mit dem Internetradio von ¬WaveStreaming funktioniert, gibt es noch keine Erfahrungsberichte. Zumindest gibt es vielfältige graphische Anmutungen. Bevor der neugierige Besucher auf START klickt, sollte er das Radio im Kopf des Tages stoppen, ansonsten gibt es schreckliche Echoeffekte.
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Mittwoch, den 08.04.2009 [23:10]


Immer wieder nachgefragt: frische Panoramas aus Hamburg und Anderswo. Heute habe ich sie mal mit dem Hüllmandelschen Flashteil kombiniert. Im Vergleich zur Javascriptlösung läuft das jetzt ruckfreier, dafür scheint der Renderer ein wenig zu stufeln und zu grisseln.
Nett ist es trotzdem – es scheint so, als ob man einen Tod immer sterben müsse.

Gerade wie ich in einem wirklich netten Café in der Jarrestadt sitze und vor mich hin code und netzwerke kommt eine junge (unschuldige?) Dame herein und macht sich anheischig, Daten für ein Internetportal zu erfassen. Kostenlose Werbung? Ja klar, gerne her damit. Der Betreiber des Cafés (beziehungsweise die anwesende Angestellte) ist völlig ahnungslos, worauf er/sie sich einlässt. Schließlich fragt die City-Scouterin nach Sortiment, Zahlungsmöglichkeiten und Schuld/Unschuld der Produkte und knipst verschiedene Photos anzuzweifelnder Qualität. Was mit den Daten jetzt passiert, bleibt völlig im Dunkeln. Die Photos, die wirklich nur mit dem Handschmeichler lomografiert wurden, bilden jetzt das Außenbild des Geschäftes. Letztlich besteht kein Vertragsverhältnis und falls jetzt in dem Portal geschäftsschädigende Äußerung zum Café stehen (Web 2.0β!), wird es für den Pächter schwierig, seine Reputation geradezuziehen, weil jetzt dem Mobile-Portal aus dem nahen Uhlenhorst uneingeplante Kosten entstünden, wenn er solchem Änderungsbegehren folgen würde. Erfahrungsgemäß würde solche Störungen des Arbeitsablauf gerne per retardierenden Maßnahmen minimieren; Buchbinder Wanninger lässt grüßen.



Was Schuld und Unschuld betrifft, da meine ich die neuzeitlichen Qualitätsmerkmale von Produkten und Dienstleistungen. In der alten Zeit musste ein Brot frisch, knusprig und schmackhaft sein, eine Apfelsine war süß und saftig. Heute zählen solche Merkmale weniger, sondern Produkte werden danach bewertet, ob sie auf unangenehme Weise mit der Umwelt wechselwirken oder eben nicht. Sie sind also schuldig oder frei von Sünde. Da die Dinge zumeist nur Gegenstände sind, überträgt sich die Sünde auf den Verbraucher und somit kann der bewusste Käufer durch Kauf von Öko/Bio/Nachhaltig seine eigene Seele freikaufen. Ist das nicht eine moderne Form des Ablasshandels?
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Montag, den 06.04.2009 [08:10]
Zu basisdemokratischen Spielarten unserer Staatsform kann man durchaus geteilter Meinung sein. Gerade in den letzten Tagen werden wieder einmal die Grenzen solcher populistischen Tendenzen aufgezeigt. Schon seit Wochen stehen Bürger (zumeist Lehrer usw. - also Menschen die sich trotz ihres sehr beschränkten Zeitbudgets mit anderen Problemen als die Mehrheit beschäftigen) auf Aufmerksamkeitsflächen und werben für die Restaurierung des Olsterdorfers Freibades. Das Ganze reüssiert in einer Bürgerinitiative, die eigentlich Oberlehrerverein heißen müsste. Die Gegenpartei (Bäderland GmbH) möchte das Schwimmbad zeitgeistig in Richtung Wellness erneuern und auf einem Teil der Fläche adäquaten Wohnraum für Leistungsträger errichten und mit dem Verkaufserlös aus dem Grundstücksverkauf andere kommunale Aufgaben wuppen.

In der Argumentation der Initiative werden dann immer nur fröhlich tobende Kinder gezeigt. Aber wie sieht es wirklich aus: diese Schwimmbäder sind Keimzellen der Unzucht und des Fußpilzes. Laut EU-Verordnung dürfen in solchen Bereichen nicht mehr als 85dB Krach sein. Der Orchestergraben im Bayreuther Dings bildet da eine Ausnahme — wegen des Denkmalschutzes. Jedenfalls wird es schwierig werden, in solchen testesterongeschwängerten Bereichen dieses Grenzpegel einzuhalten. Das ist alles kein Problem, wenn das Bad Bestandsschutz hat. Im Falle einer grundlegenden Sanierung greift die volle Härte aus Brüssel.

Auf den Flugzetteln sollten nicht immer nur die tobenden Kinder in Dreiecksbadehosen gezegt werden, sondern es sollten auch einmal die glücklichen Einzelkinder auf ihren persönlichen Gartenspielegeräten gezeigt werden, die dann mit ihren jungen Eltern in die neuen Häuser einziehen.

Eine parallele Stadtdiskussion ist der angebliche Baumfrevel, der gerade in der Hansestadt durch billige polnische und andere osteuropäische Arbeiter vollzogen wird. Laut Flugblatt werden 1312 Bäume in der Stadt gefällt. Hallo – wie auch wir Menschen haben auch Bäume nicht das ewige Leben und die Bäume müssen sterben. Gewöhnlicherweise verdampfen die Bäume nicht, sie fliegen auch nicht in den Himmel, sondern sie fallen schlichtweg irgendwann unangekündigt um. Würden also im Jahr über 1000 Bäume umfallen, würden vielleicht 100 Leute jährlich von Bäumen erschlagen. Und das ist jetzt in Ordnung?

Auf dem anrührigen Foto steht eine alleinerziehende Mama mahnend neben dem Baumstumpf. Das arme Kind, was bekommt das nur für einen Plot mit ins Leben. Fakt ist: die Stadt hat fast kein Geld für die Baumpflege und wenn im Moorkamp eine Linde gefunden wird, die auf Grund einer Pilzerkrankung eigentlich nur noch von der Borke gehalten wird, dann muss der weg. Durch diese Straße fährt die meistfrequentierte Buslinie der Stadt … Würde so ein hölzerner Koloss auf einen vollbesetzten Bus fallen, ja dann wäre das Geschrei groß! Diese Stabilitätstest werden nach Aussage des Chefstadtdendrologen leider nur noch in solchen frequentierten Straßen durchgeführt, weil die Leute einfach nicht bezahlt werden können.
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