Rainers Horen
Freitag, den 24.04.2009 [09:33]


Mittlerweile läuft der Radfahrtenschreiber mit Autozooming. Das heißt, bei Tageswechsel schiebt sich das Betrachtungsfenster so in Lage und Größe, dass die Route gut zu sehen ist. Das ist nicht ganz trivial, da der Standardweg (Bestimmung der Grenze einer Polylinie) nicht geht. Es liegt daran, dass ein Tag aus mehreren Tracks besteht und somit die Methode gPolyline.extend() für jeden Track eingesetzt werden muss. Nach dem Durchlauf durch alle Polylinien kann dann das Zooming gestartet werden. Ist auch nicht weiter schlimm — letztlich nur drei Zeilen Javascript.

Das lässt sich alles technisch lösen und somit ist der Weg frei für einen Geoblog. Das ist ein völlig neues Format im Web, hoffentlich noch nie dagewesen. In normalen Webseiten wird per Menü navigiert. Der Geoblog besteht wie in obiger kleinen Demo nur aus einer fensterfüllende Erdkarte, in der man über den Kalender zeitlich surfen kann. Es gibt eine Wurmlinie, die den zurückgelegten Weg markiert und wer mag, kann vielfältiges Mumematerial (Multimedialen Kram) einbauen. Da sollte es doch Begehrlichkeiten geben, vielleicht Expeditionen, Safaries, Rallys oder eben Greenpeaceaktionen. Apropos „Aktionen“. Da fährt man doch durch Bad Kleinen und erinnert sich an die Geschehnisse im Zusammenhang mit der Terrorbekämpfung. Und dann schaut man aus dem Eisenbahnfester und erlebt seltsame Dinge: da sind schon wieder bewaffnete Organe am Werke.



Was ist das los? Drehen die einen Film? Es bleibt gespenstisch.

Schon Atemschutzmasken besorgt? Besser ist. Könnte man jetzt nicht schnell komplett diese Werbefläche kaufen? Wenn alle mit dieser hellblauen Maske rumlaufen, da glotzt doch jeder hin und schon haben wie die beste aller Aufmerksamkeitsflächen. Die Frage ist nur, welchen TKP man da erzielen kann.

Kleiner Nachtrag zur vorsaisonalen Sommerfrische in Göhren — so unscheu sind dort die Vögelchen. Die kleinen Piepmätze kommen sogar auf den Cafétisch und picken die Brosamen weg.

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Donnerstag, den 23.04.2009 [11:28]
Das Badestädtchen Göhren hat sich in den letzten zwanzig Jahren gemausert. Nichts ist hier mehr von der Miefigkeit der FDGB-Erholungsheime und der verordneten Fröhlichkeit der Pionierferienlager zu spüren. Zuweilen entdeckt man beim Wandern zwischen den Dörfern noch entsprechende Wüstungen zwischen Kiefern und Strandhafer, die ein wenig an die morbiden Gegenden des Tarkowskischen Stalkers erinnern. Die Mutschekiepchen lassen sich nicht stören. Auch für sie beginnt der Frühling, wobei das Weibchen recht uninteressiert tut – selbst ein probeweises Aufsitzen motoviert sie nicht.

Der örtliche Farbenhandel hat sehr viel weiße Farbe verkauft. Soweit ist das klar. Es ist diese Ostseebäderästhetik, wie wir sie aus den Vorkriegsfilmen kennen könnten und die ihre Wurzeln in den weißen Kreidefelsen haben könnte.

Deutsch ist es geblieben. Das ist schon bei der ausführlichen Gebrauchsanweisung für die Bäderbahn ersichtlich. Gerade der zweite Abschnitt, der die generöse Kinderermäßigung definiert, ist selbst für MuttersprachlerInnen schwer verständlich. Selbst ich (!) musste es mir zweimal durchlesen. Ach ja, und Hunde können keine Wochenkarte erwerben. Schade aber auch.

Hummeln hatten heute ihren großen Tag. Sie umschwärmten systematisch die Sauerkirschbäume auf Rügen und habe wohl auch Rimsky-Korsakow zu seinem Hummelflug inspiriert — oder war es der sowjetische Kampfflieger Iwan Apollonowitsch Hummel? Weil das Stück so bekannt ist, gibt es natürlich sehr viele Interpretationen (neudeutsch = „Coverversionen“). Mein persönlicher Favorit ist eindeutig die ¬Fagottversion. Soli mit Tieftonklangerzeugern sind ja immer sehr ohrschmeichelnd. Toll sind auch Tuba- und Bassklampfenkonzerte. In dem Stück spilet er erst mal da Großvatermotiv aus „Peter und der Wolf“ um dann im Abspielen des Hummelfluges seine Virtuosität besonders glänzen zu lassen.

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Mittwoch, den 22.04.2009 [08:37]
Urlaub auf dem herrlichen Rügen: auch solch eine Kurzvergnügung beginnt mit der Anreise. Das Ostseeticket für 26,- € erscheint an sich schon einmal angemessen. Nun gilt die Fahrkarte für fünf Personen und so wundert es nicht, wenn es schon im Hamburger Bahnhof zu spontanen Verbrüderungen mit zwei Rostocker Ökonomieprofessoren und einer Asiatin kommt. Nun ist der Fahrpreis schon fast wieder „drin“. Ab Rostock wurde es derbe. Jetzt mal nichts gegen große Hunde. Gut, wenn sie laut schnarchen und öfters mal furzen – das sollte im Toleranzbereich sein. Anfangs klang der Schnarch, wie wenn wo einer bei MacDonalds des letzten Rest schlürft. Wobei mir mit dieser Bemerkung des Hundehalters beim schlimmsten Kapitel der Reise – nämlich beim selbigen Zeitgenossen wären. kein Mensch will ja fremde Ehedramen wirklich begleiten, aber was da abging, war wirklich schlimm. Fremdschämen?


„Hallo, hier ist die Pia, wir fahren gerade nach Saßnitz“ usw. (Sie legt auf) Er: „Du sollst doch nicht auflegen, wie oft soll ich Dir das noch sagen. Das wiederholt sich jetzt mindestens fünfmal. Du bist vielleicht aber dusselig. Ich gebe unserer Beziehung maximal noch ein halbes Jahr.“ Sie: „Ich brauche 100 € mehr, wegen der Zigaretten.“ Er. „Du spinnst wohl, das Rauchen ist Dein Problem; dann bekomme ich 300 € wegen Puffbesuch.“ In dem Stil ging das über zwei Stunden, zwischendurch furzte oder schnarchte Bello – so wird es nicht langweilig. In Bergen ist dann Endstation weiter geht es mit den Rädern über Binz und Sellin bis Göhren.

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Montag, den 20.04.2009 [07:34]
Trotz oder gerade wegen des wirklich erschöpfenden Radausfluges in Richtung ehemaliger Zonengrenze gab es erholsamen Schlaf und erstaunlicherweise keinen Muskelkater.


Heute wurde versucht, auf einem MiniMac eine TYPO3-Anwendung zum Laufen zu bringen. Dank der Robustheit dieses europäischen Softwaregeschnurpsels ist das kein tagesfüllendes Problem. Grundlage ist XAMPP. Das ist so ein Webserver-Paket, das es für Linux, Mac und Windows gibt. Nachdem das dann lokal installiert ist, kann man dann (sofern sshd eingeschaltet ist) auch mit Entfernung gearbeitet werden. Das ist ganz besonders dann sinnvoll, wenn vor Ort Stahlarbeiter ihr Werk verrichten und/oder wenn sich eine Flex aufschreiend ins Material frisst. Das kommt auf Kampnagel oft vor – es sind die Geister der alten Zeit.

Die Daten sind auf dem Laborserver schnell per zip -ry eingepackt, auf die Reise geschickt und dann passiert auf dem Zielrechner etwas sehr, sehr Beunruhigendes: nach dem Auspacken liegen ein Teil der Dateien aus den unteren Stockwerken plötzlich gedoppelt auch im obersten Stock. Das lässt sich wirklich nicht nachvollziehen. Außerdem kann sich der cronjob, der ja auf der Kommandozeile läuft, nicht mit der lokalen Datenbank verbinden, obwohl die Zugangsdaten natürlich stimmen. Das CLI versucht sich über /var/mysql/mysql.sock zum Server zu hangeln. Da es diese Datei nicht gibt, ist es nur allzu verständlich, wenn das nicht klappt. Es liegt einfach daran, dass PHP != PHP ist. Es gibt nämlich ein PHP, das im Webserver läuft und eines, das einfach mal nur so auf der Shell aufgerufen wird. Und das sind überhaupt erstmal zwei verschiedene Programme, die auch auch verschiedene Konfigurationsdateien zurückgreifen.
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