Die Location war OK, sie entsprach der Musik. Die Zuhörer saßen auf dem Bahndamm der Peutebahn, die Bühne war Standard. Fies war nur, dass die „Tanzfläche“ einen Buckel wegen dem Saalkabel hatte und deswegen die Punker beim „Tanzen“ ständig hinfielen. Wollten die das nicht gerade?
Diese genannte Peutebahn ist auf der Veddel. Für Nichthamburger: das ist das Wohnquartier, wo keine „Deutschen“ wohnen und Türken wegziehen wollen, weil zu viele „Ausländer“ wohnen. Veddel liegt malerisch zwischen Autobahn, Elbe und Eisennahnstrecke – also sehr verkehrsgünstig. Ureinwohner an der Wegstrecke: „He, Alda, hast kein Licht am Rad!“. Ok – hat er recht. Wenn es schnell zum Bunker in Hamm-Nord soll dann brauchts Kompromisse, manchmal auch auf der Taxi/Busspur über die Elbbrücke mitten in der Hamburger Einfallsstraße.
Toller Bunker und wer in solchen Überresten eines tausendjährigen Reiches noch nicht war, der kann nicht mitreden. Das Hochsteigen im Inneren hat schon etwas Beklemmendes. Es gibt nur lange, fensterlose Gänge, die mit schweren Türen und noch schwereren Ketten und Schlössern bestückt sind. Es geht eine Treppe nach der anderen nach oben und irgendwann steht eine Tür halboffen und die ¬Bunkerpolka hat dort ihren kleinen Probenraum.
Nach Eigenaussage des Kollektives ist das ganze Musizieren auch ein wenig Selbsttherapie, die Musik ist einfach nur mitreißend. Wenn schon eine Musikschublade abgefragt werden sollte, dann könnte man das alles als eine Funkyrockballade betrachten. Die kleinen miserablen Videomitschnitte sollen nur einen kleinen Stimmungseindruck und die kafkaeske, beklemmende Bunkeratmospäre rüberbringen. Es gibt systembedingt keine Fenster und auch überhaupt kann es schlimme Stimmung machen. Nach einige Sechslingen muss auch wieder einmal etwas nach draußen und schon kommt das nächste Problem. Wohin?
Also raus aus dem Bunker im Bunker und ins Treppenhaus. Da geht das Licht aus. Rufe von Drinnen: „Geh' einfach den Gang lang, dann kommt ein Schalter.“ Nach endlosem Tasten kommt tatsächlicher ein Knuppel an der Wand und nun ist es wieder hell. Allerdings ist hier immer noch kein Klo. Jetzt müsste man eine roten Faden oder zumindest eine Tüte Erbsen bei sich haben!
Vier Etagen nach unten und um einige Ecken gelaufen kommt dann endlich das WC. Die ehemals laute Musik ist nur noch von Ferne und sehr verhallt zu erahnen. Verschiedene Gänge gehen jetzt hier ab. Die ganze Situation erinnert an fast vergessene Kafka-Geschichten, die vom aussichtslosen Versuch des Kampfes gehen die Wirklichkeit berichten.
Da war doch noch die Zeitschaltung. Also flugs den nächsten Taster erspäht und den Zeitkreis erfrischen – geschafft! Was heiß hier geschafft? Ja, hell ist es wieder für eine Zeit, aber die Funkmusik wird immer schwächer. Die Gänge ähneln sich sich auf fatale Weise. Der Verstand sagt, dass ein Backtracking in Richtung ansteigender Lautstärke in die Irre führen kann. Also geht es erst einmal drei Stockwerke nach oben. Tatsächlich wird die Musik lauter und plötzlich kommt mir auch der typische orientale Partybrodem entgegen. Hurra, ich bin wieder bei der Bunkerpolka.
Ein fatales Problem hat sich die Fuji-Kamera im Zusammenspiel mit SDHC-Speicherplättchen offenbart. SDHC sind meist blauen Speicherdinger ab 4 GB: das darauf laufende Ordnersystem FAT32 kann nur Dateien bis 2 GB verwalten, also maximal zwei Filme à ca. 35 Minuten. Nun bestand bei mir der Glaube und die Hoffnung, dass die Kamera auch größere Filme aufnehmen kann, indem sie einfach nach 35 Minuten die Datei schreibt und dann eine neue anlegt, in der dann die nachfolgenden Filmsequenzen abgespeichert werden. Dem ist nicht so! Es passiert Folgendes: läuft die Aufnahmezeit über die magische Grenze, dann wird überhaupt nichts aufgenommen und die Bilder, die vorher gemacht wurden sind, sind auch weg. Deswegen gibt es jetzt hier keine Podcasts von ARGE Killer, IntoFuckingOblivion, Toxikokinetic und schon gar nicht von Neue Katastrophen. Besonders schmerzlich sind auch die verloren gegangenen Bildsequenzen vom Dixiklo direkt neben der Bühne. Zu schade aber auch. allerdings gibt es jetzt noch einen kurzen Ausschnitt aus einem der Punkkonzerte:
Viel Spaß beim nostalgischen Zuhören!
Zugegebermaßen macht es auch viel mehr Spaß, dort zu schreiben. Er ist von der Handhabung noch einfacher als in diesem klassischen Blog und hat eben auch viel schönere Möglichkeiten.
Ein gewöhnlicher Blog aus der Adenauerzeit wird eigentlich nur über den Zeitablauf strukturiert – zuweilen gibt es auch eine thematische Sortierung und dann ist der Blog schon fast eine gewöhnliche Webseite mit seinem Baummenü.



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fat16 kann 2GB Dateien und fat32 4GB. Rein theoretisch könnte man die Speicherplättchen NTFS-formatieren - aber das kann sicher die Sw der Fuji-Kamera nicht.
Viele Grüße