Rainers Horen
Sonntag, den 10.05.2009 [10:55]
Das Wochenende ist trotz oder gerade wegen des Hafengeburtstages sehr angenehm. Die meisten Hamburger sind mit ihren Gästen zu diesem unsäglichen Auflauf am Hafen. Und das ist gut so, komischerweise sind die Fleete und Parks auch sehr gefüllt. Es sind die Gäste, die zum deutlichen Anstieg der Menschenpopulation an Elbe und leider auch Alster führen.


In solchen Momenten drängt der Wille zu einem anderen Fokus – beispielsweise zu den anderen, kleinen Dingen am Wegesrand. Ein sehr ergiebiges Thema ist Sex und heute geht es nicht um die menschlichen Vorgänge in den Rhododendronbüschen, sondern um die scheinbar banale Baumblüte. Es gibt tatsächlich nur wenig Bäume mit prachtvollem Brautschmuck – also Bäume die es nötig haben, sich zu schminken. Es sind eigentlich nur fremdländische Teile. Die Rosskastanie ist nur wirklich nicht einheimisch und sollte schon einmal von übereifrigen Dendrolologen nach dem 1. Weltkrieg ausgemerzt werden. Schön ist auch der welsche Tulpenbaum (ich meine den echten und nicht die Magnolie) und sicher auch die Robinie. Bis auf diese wenigen Ausnahmen sind also nur die „nützlichen“ Bäume (Äpfel, Birnen, Kirschen) mit schönen Blüten ausgestattet. Es gibt nebbich auch nur weiße und gelbe Blüten. Oder hat schon einmal jemand blau- oder rotblühende Bäume gesichtet?

Obiger Baum ist ein sehr seltener Taschentuchbaum (Davidia involucrata). Die Namensgebung ist offensichtlich. Dieser chinesische Baum, der wegen seiner Kälteempfindlichkeit in Deutschland eigentlich nur in Hamburg gedeihen kann, könnte zu einem wikiartigen, geovertaggten Baumkataster inspirieren. Ein Name muss her: „GeoArboretum“, „DendroWiki“ oder gar „GeoDendrokataster“?
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Sonnabend, den 09.05.2009 [15:24]
Aufmerksame Leser werden schon von dem Pianisten, Schlagzeuger und Bassisten M.R. erfahren haben und dass er auch ein IRadio betreibt. Ab genau diesem Moment wird geoffenbart, wer in diesen Kanal reinhört. Aufschlussreicherweise gilt Michi im alten Europa nichts – seine Fans sind Latinos und Japaner.
Die Geschlechts- und Altersgruppenzugehörigkeit lässt sich leider über die IP-Nummer nicht bestimmen. Wäre ja auch noch schöner! Obwohl, wenn am anderen Ende der Leitung eine Dame sitzen würde, dann ist eines klar: sie hat Konfektionsgröße 38 und Körbchengröße B oder C. Das stimmt eigentlich immer. Die Werbeindustrie träumt davon. Nicht von Körbchengrößen, nein von affinen Zielgruppen, Nielsenbereichen und von Tausenderkontaktpreisen.

Schick wäre jetzt noch eine Anzeige der Ortszeit der Radiohörer. Wenn das die amtliche (Zeitzonen)-Zeit sein soll, gibt es ein kleines Problem, da diese Grenzen durch Politik vorgegeben werden. Leider ergibt sich auch nach längerem Gurgeln, dass es nur einen Webdienst gibt und das ist dann nicht wirklich eine realistische Lösung, weil dann die Ergebnisse in einer Datenbank zwischengespeichert werden müssten, damit nicht alle paar Sekunden für jeden Hörer ein Netzzugriff nach Kanada gemacht werden müsste – dort läuft der ¬Dienst.

Idee: einfach die Longitude auswerten. Dann ist die Zeit zwar nicht amtlich, sondern eben genau die Zeit, die dem Sonnenstand entspricht.

Dieses wunder schöne Teil ist natürlich sehr nett, aber recht nutzlos. Richtig interessant wird es fürs Marketing, wenn beispielsweise erfasst wird, bei welchem Stück die Hörer tendenziell aussteigen und andere schöne Impulse, die zur Verbesserung unserer Warenwelt dienen könnten. Gerne! Nur hier endet meine durch ADS gesteuerte Selbstausbeutung. Aber vielleicht gibt es in der weite Welt visionäre Menschen mit Budget …

Es gibt so schöne Dinge auf dieser Welt – auch schöne Webseiten. Das nachfolgende Flexgeraffle ist ja nicht schlecht und sicher könnte man das auch mit dem klasssichen Gespann HTML/CSS/Mocha, allerdings bei der Schrift wären dann doch die Grenzen erreicht.
Die Bedienelemente funzen tatsächlich: also der Baum kann sich entfalten, die Knöpfe tun was und das Akkordion tut es. Ist schon geil. Das ist hier keine Werbung für einen Schreibwarenhersteller, sondern für Ralf Sczepan, der noch mehr schöne Dinge bauen kann. Morgen grillen wir in der Jarrestadt.
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