Rainers Horen
Sonntag, den 28.06.2009 [17:57]
Der bekannte T3Guru und Schöpfer unzähliger knorker (nicht nur) Map-Extensions aus dem schönen Österreich Georg Ringer hatte wieder einmal eine famose Idee. Gut, die Idee hatte ich auch schon, aber er hat sie umgesetzt – und darum geht es! Auf nachfolgender, von ihm gebauten Karte, sind viele TYPO3-Typen eingetragen:

Das schafft ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl, das gut tut. Mittlwerweile werden auf zertifizierte Integratoren besonders gekennzeichnet. Von der Gestaltung her wäre es vielleeicht günstiger gewesen, das Editorfeld erst auf Aufforderung einzublenden. So hätte man immer eine schöne, ungetrübte Sicht auf unsere TYPO3-Welt. Wie Georg gerade gewünscht, hier auch noch mal der Link auf die ¬ungefensterte Seite.

Menschenführung ist schon so ein Thema. Beim letzten T3BB (TYPO3-Grillen) wurde das Thema der Äußerlichkeiten bei Camps aufgeworfen. Irgendjemand von den Offiziellen wollte einen Dresscode für die Referenten einführen – so in dem Sinne: keine Jeans, im oberen Bereich bestenfalls Poloshirts oder noch besser Hemd mit Krawatte. Klingt natürlich megaspießig und beim Grillen war man unter den Tätowierten und Gepiercten der Meinung, dass das nicht geht. OK. Auch eine Meinung. Ist aber schon komisch. Tritt nicht TYPO3 damit an, ein Enterprise-Content-Management-System zu sein? Es ist schon so, dass man mit dem System wirklich professionellere Dinge als mit Joomla!, Drupal, Contenido, Redaxo und Konsorten anstellen kann. Bestimmt kann die Agentur (zu Recht) höhere Preise für ihre Arbeit verlangen, wenn die Lösung nachhaltiger und robuster arbeitet. Es ist der ewige Diskurs zwischen Fundies und Realos, der schon den GRÜNEN viel Kraft gekostet hat. Es ist ja wirklich nett, wenn sich langhaarige, pizzaverschlingende Nerds um die Weiterentwicklung dieses genialen Webprogramms bemühen. Es macht sicher auch Spaß, aber wenn eine Agentur von diesem Wissenspool lebt, dann braucht es eben auch ein Außenbild, gewissermaßen eines sozialen interfaces. Vielleicht muss man diese Desparados mit etwas Materiellem, beispielsweise geilschnellen Rechnern oder Grakas, locken.

Sommerabendszeit ist auch in Hamburg Biergartenzeit. Es ist fast nicht zu glauben: auch der hohe Norden kann mit diesem Kulturgut reüsieren. Allerdings sitzt der Hamburger nicht unter den klasssischen Kastanien, sondern unter Linden. Das wäre noch zu verschmerzen, wenn es nicht das Verbot des Mitbringens von Brotzeiten gäbe. Das ist schon hart. So muss sich der hungrige Hamburger mit labbrigen Kartoffelspalten und/oder mit sogenannten Brezeln begnügen. Kein Wunder, wenn hier keine rechte Stimmung aufkommen will. Schon deswegen, weil das Abgabevolumen der Biergläser nur 0,4 Liter betragt, in bayischer Sichtweise sicherlich ein Witz – oder eben ein Damenbier. Wahrscheilich sind bayrische Biergärten auch nicht mit Stacheldraht gesäumt.



Im Nachbarareal des Landhauses Walter feiert sich gerade ein Abiturjahrgang und eine (nun ehemalige) Schülerin hält eine kleine Rede. Ist schon spannend, wie die jungen Menschen in diesem Moment denken. Die Rede sollte man aufzeichnen und dann beim fünfundzwanzigjährigen Jubiläum abspielen. Da steckt noch soviel Idealismus und Schwung drin – es ist schon schade, wie schnell der Elan der Jugend kanalisiert oder brutal abgebremst wird.

Wozu ein Biergarten taugt? Hier kann der Wortakrobat seine Artikel schreiben und schon übervorgestern Todeslinie war, muss ich also ran. Hier ist also das aus den Fingern Gesaugte zum Thema „Wege finden in Hamburg“ nach einer Pfütze Bier und einem Wienerle:

¬Aromagärtner auf dem Isemarkt: „Was hast Du denn da für ein Ding an Deiner Brust baumeln?“ Ich: „das ist so ein Navidings für Großstadtindianer, damit ich nicht vollends verloren gehe.“ Er nun wieder: „Zieht das nicht die Strahlung an? Ich habe gehört, dass man davon Star bekommt.“ Ich: „“Hm. also wenn ich nach Poppenbüttel radeln möchte, dann fühlt das der Hamburger Vorort und kommt mir etwas entgegen … Koppekn wir uns mal aus der Diskussion über Wahrheit, Soheit und Grundprinzipien humanistischer Kommunikationspsychologie aus und beschränken uns darauf, was so ein batteriebetriebenes Kästchen so mit uns macht und wie es unsere Aufmerksamkeit binden kann.

Um es vorneweg zu sagen: der Besitz und Gebrauch solch eines Wanderer-GPS ist in der Großstadt genau so notwendig wie eine DSL-Flat oder Franzbrötchen. Nett zu haben. Nun ist das Ding irgendwann nach reiflicher Überlegung beim Outdoorapotheker am Barmbeker Bahnhof gekauft und nach dem Auspacken stellt man fest, dass da jetzt das entscheidende Kartenmaterial fehlt. Jetzt müsste man nochmals den gleiche Preis wie für das Gerät ausgeben. Das schreckt ab. Nun leben wir nicht mehr in der Generation „Golf“, sondern sind in der Generation „Download“ angekommen und jeder halbwegs pfiffige Mensch weiß „Da geht was.“ Tatsächlich ist der Markführer ins diesen Dingen recht plietsch und so ist eine pekuniäre Abkürzung nicht möglich.



Allerdings gibt es eine ältere Version der topografischen Variante noch nicht registrierungspflichtig und nach einigen Mühen erscheint auf dem Display das Wasser- und Wegenetz Hamburgs und auch Restdeutschlands. Die gute Nachricht: seit einiger Zeit gibt es eine auf dem Wikiprinzip basierende Karte, die völlig gemeinfrei ist und deswegen auch ohne schlechtes Restgewissen benutzt werden darf. Das Kartenmaterial ist zwar zur Zeit noch nicht routingfähig, aber einen geschenktem Gaul … Etwas knifflig ist es, wenn man mehr als eine Karte im Gerät haben möchte. In größeren Städten wie Hamburg oder Straßburg ist natürlich die OpenStreetmap einfach die bessere Wahl, aber auf dem flachen Lande (wie beispielsweise auf Rügen), muss man dann doch auf die Topokarte umschalten. Auf dem (ostdeutschen) Dorfe gibt es offensichtlich noch nicht genügend GPS-Enthusiasten, die die Wege abradeln. Das Garmin kennt nur eine Karte und so muss der Bastler mit einem Programm seine Topo mit der OSM „verheiraten“. So ein bißchen im Netz nach „merge IMG“ gurgeln und man wird schnell fündig.

Nach diesem Vorgeplänkel kommen wir nun zur Frage: wozu in Teufels Namen braucht der großstädtische Radler eine Navi? Die Antwort: das Teil ist eigentlich überflüssig. trotzdem möchte ich es nicht mehr missen. Also, wenn ich zu einem Kunden nach Altona oder in die Innenstadt fahre, brauche ich es nicht – das ist klar. Aber am Wochenende, so nur zum Spaß, da hänge ich mir das kleine Ding gerne um den Hals. Apropos „Hals“. Ich warne ausdrücklich vor der Lenkerhalterung. Es gehört schon ein sehr großes Maß an Selnstdisziplin dazu, das Ding nicht zu vergessen abzunehmen. Eines montags kam ich früh morgens zum Rad und da war das Helferlein noch am Lenker. Das war die gute Nachricht. Der Schreck saß tief.

Wochenende ist Radausflugtag. Nicht immer möchten mir im großen Pulk im Rahmen des ADFC fahren und so führt uns das kleine Teil durch völlig neue Stadtteile und zu neuen Erlebnissen. Wir picken uns ein attraktives Ziel heraus. Oft ist es ein Café oder eine Ausflugsgaststätte. Nehmen wir mal zur Illustration das Wiener Café in Volksdorf oder den Deichgraf in Finkenwerder. Wir tippen dann die Position ein und ab geht es quasi per Luftlinie. Falls uns ein Grundstück im Wege ist, zeigt das Navi an, ob es links- oder rechtsrum günstiger ist. Es ist unglaublich, was es für Ecken in Hamburg gibt und was für schrille Mitbürger man kennenlernen kann!

Der Schreiber dieser Zeilen ist nicht nur begeisterter Radler, sondern auch Web-Programmierer. Von irgendwoher muss das Geld ja herkommen. Wenn es einmal passt, befestige ich mit einem Gorillastativ eine Digicam am Lenker und mache fortlaufend Photos. Das GPS läuft parallel mit. Da es kaum hochwertige Kameras mit GPS und kaum GPS-Geräte mit anspruchsvoller Kameratechnik gibt, greifen wir zu einem Trick: wir synchronisieren nachträglich mittels der Zeitstempel beide Welten. So lassen sich dann automatisch die vielen Bilder einer Google-Map-Karte zuordnen und es ergeben sich nette Spielereien, die am Schluss dieses Artikels (also hier) verlinkt sind.
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Sonnabend, den 27.06.2009 [16:52]
War es nicht gestern oder vorgestern, als Steve Jobs vor einem handverlesenem Publikum sein neues Männerspielzeug medienwirksam vorführte? Dann kam die kurze Zeit des Ah und Oh, als wirkliche Leistungsträger und andere wichtige Herren das Flachdings mit gespreizten Händen bedienten und in der Luft hin- und herwackelten.


Und nun sitzt man nichtsahnend im Hamburger Biergarten und anscheinend unkomplizierte, hundebestückte Zeitbürger führen sich das pfiffige Teil gegenseitig vor. Das iPhone ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und die ist sicherlich auch im Landhaus Walter.

Die Szene erinnert an das Duett in der Straußschen „Fledermaus“. Damals hat es schon gereicht, eine goldene Taschenuhr aus der Westentaschen zu ziehen und eine Melodie zu starten.
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Freitag, den 26.06.2009 [16:25]
Der Freund der Kinder und unübertroffene Frauenschwarm Michael Jackson ist tot. So wabert es seit gestern Abend durch alle Medien. Das Internet soll sogar wegen der Twitterflut fast zusammen gebrochen sein. DEm Vernehmen nach soll er die visuelle Komponente in die Popkultur gebracht haben. MTV ist mit ihm groß geworden.War er nun ein begnadeter Sänger oder ein genialer Tänzer?

In einem seiner Videos kopiert er einen speziellen Schritt von Marcel Marceau, der so tut als ob man rückwärts geht, dabei geht es aber noch vorne. Nennt sich „Moonwalk“. Nebiges Video zeigt wie es geht.

Ein anderer großer amerikanischer Künstler ist nicht gestorben. Er wurde heute im Backladen in der Jarrestraße gesichtet. Unvergesslich ist seine Rolle als Roboter in der SF-Parodie ¬The Sleeper. Das ist der Film, in dem die Menschen zur Befriedigung ihrer animalischen Gelüste das ¬Orgasmotron nutzen.

Vorgestern war Relaunch des zuständigen REWE. Was auffällt: Luftballons hängen draußen und im Eingangsbereich stehen nicht mehr die Grillzutaten rum. Habe mich schon die ganze Zeit gefragt, wie leichtsinnig das eigentlich ist. Dafür steht jetzt genau ein Einkaufswagen für einen Rollifahrer und ein Wagen für Muttis von Wickelkindern rum. Der Platz bringt also schon mal kein Geld.



Die Warenträger sind jetzt alle einheitlich in Nord-Süd-Stellung ausgerichtet. Alles ist insgesamt heller überichtlicher geworden. Die Kühle erstreckt sich jetzt über die gesamte Tiefe. Alles in allem scheint sich die Ökobilanz und die CO2-Nachhaltigkeit verschlechtert zu haben. Dazu trägt auch das veränderte Sortiment bei: es gibt mehr Produkte aus dem mediteranen und dem iberischen Raum, der Kram wird also von weiter her rangeschleppt. Die Kühle für Fleisch grenzt direkt an die Regale für Milchprodukte. Empfindsame jüdische Seelen könnte das stören. Offenbar ist das neue Konzept nicht interkulturell gegengeslesen worden …

Die Kassiererinnen haben eine neue Oberfläche auf ihren Displays. Wie Molly sagte, bekommt man totale Kopfschmerzen – könnte sein, dass die bonbonrundgelutschte XP-Oberfläche nervt. Warum können die Kassenkräfte eigentlich nicht ihren persönlichen Skin einstellen? Es gibt auch eine gute Nachhricht: die französische, meeresgesalzene Butter von Président ist wieder im Regal.
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Donnerstag, den 25.06.2009 [22:20]
Richtig gut ist's, wenn sich die Technik unterordnet, wenn der Mann also einer Frau nicht ansieht, wenn sie geschminkt ist. Dieses nette Bild des Portos ist nämlich in HDR-Technik (man beachte den Blick ins Caféinnere) und hoffentlich sieht man die Schminke nicht. ;-))



Themenwechsel: Die Presse rätselt, ob wir gewissermaßen „imKrieg“ seien. immerhin sind gerade vorgestern drei (ost-)deutsche Soldaten „gefallen“. Fangen wir einmal mit der schieren Begrifflichkeit an: „Krieg“ heißt so, weil der Böse mit ohne Bezahlung etwas bekommt (kriegt). Da gehören also immer zwei Beteiligte dazu. Krieg ohne Partner heißt offiziell „Bürgerkrieg“. Krieg ist dann, wenn es deklariert wird. Dann und nur dann darf man straffrei Leute totmachen. Deutschland grenzt bekanntermaßen nicht an Afghanistan – trotzdem könnten wir uns im Krieg befinden. Selbst im Krieg ist nicht jeder gefallen, der eines unnatürlichen Todes mit Fremdeinwirkung stirbt. Wenn also die deutschen Soldaten in einen Hinterhalt geraten und dann in einem wässrigen Straßengraben fallen, dann sind sie nicht gefallen. Ich glaube: man fällt als Soldat, wenn ein anderer Soldat aug einen schießt oder sticht oder einen großen Stein rollen lässt. Im letzteren Fall gäbe es wohl einen Verhandlungsspielraum …

Die Lösung des Knotens ist banal: es ist ein versicherungsrechtliches Problem. So sind es Unfälle, die für die Versicherungsanstalten glimpflicher vorbeigehen.
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Mittwoch, den 24.06.2009 [23:10]
Heute begann der Tag mit einer wunderschönen Zeit in Fatmas Porto. Hier ist wirklich das pralle Leben: da werden die frischen Winterhuder vorgeführt und gestillt, Abiturientinnen erholen sich vom Lernstress und Webprogrammierer tüfteln an neuen und nachhaltigen Lösungen für ihre Kunden. Die Welt ist voller Aufgaben …


Die Verwaltung von Adressen innerhalb einer Shopseite ist doch einfacher als befürchtet. Einfach eine Adressgruppe anlegen und füttern. Dann kann man auf belieber Seite das Plugin „Adressen“ einbinden und via Template konfigurieren. Allerdings sollte man das Häkchen „nur für Admin änderbar“ unbedingt setzen, sonst könnte der Kunde alles verdaddeln.

Offenbar war das GPS heute im Raum Eppendorf stark gestört. Ab Winterhuder Marktplatz Richtung „Im Eck“ gab es wohl heftige Verzerrungen. Ganz bestimmt bin ich nicht durch die Alster geschwommen, sondern brav die ganze Erikastraße abgeradelt.

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Dienstag, den 23.06.2009 [18:46]
Oftmals sind schöne Dinge im Web ganz einfach zu lösen. Hier bespielsweise soll das Panoramabild einer Arztpraxis mit möglichst einfache Mitteln realisiert werden. In diesem Fall gilt tatsächlich: easy=simple. Vermutlich möchte die Arztpaxis allerdings als Startblick nicht den Blick auf die Blumen, sondern den auf die Empfangsbereich – und jetzt wird es schwierig. Wahrscheinlich muss jetzt das böse Javascript in Form der ¬Drag&Drop-Lib von Prototype ins Spiel kommen. Und schon morpht das Problemchen zu einem Projektchen. Später vielleicht einmal.

Heute ist wieder die commerce-Erweiterung von TYPO3 angesagt. Da sag mal einer, in TYPO3 gäbe es keine brauchbaren Shops! Geht doch. Heute scheint der erste durchgehende Sonnentag stattzufinden. Die Photovoltaikanlage auf Kampnagel wird es freuen. Und wir dürfen im Novalishof arbeiten. Es ist Realität gewordene Antivision des Hesseschen Steppenwolfes: so beschaulich und gepflegt, das könnte glattweg als Werbung für eine Sekte oder eine Lebensversichrung durchgehen – was ja prinzipiell das gleiche ist.



So sitzt nun der Webguru im Schatten eines verblühten Rhododendrons und sinniert über verschiedene Möglichkeiten der Implementierung. Das Webshopbuch von Andrea, das mehr so tt_products beschreibt ist dann doch nicht so richtig hilfreich. Schon mehr hilft das ¬Tutorial von Steffen Kamper. Einfach mal das Kochrezept Schritt für Schritt abarbeiten – das klappt ohne Irritationen. Die deutsche Doku wächst im ¬Entwicklerverzeichnis. Ist alles in allem eine runde Sache. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung nicht einschläft. Es wäre schade drum.

In der Kundenwebseite sollen auch noch einige Adresssammlungen abgebildet werden. Die unfeine Lösung wäre die simple Anlage von HTML-Tabellen. Das ist insofern unschön, weil in diesem Fall keine Mehrfachverwertung der Daten möglich wäre und überhaupt macht amn so etwas nicht. Es ist natürlich klar: ¬tt_address ist die Lösung. Die Frage ist nur, wie man das einbindet.
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Montag, den 22.06.2009 [11:15]
Heute früh noch ein Hadernis mit O2 und nun im LAndhaus Walter schon wieder volle Versöhnung. Die Betreiber des Biergartens am Landhaus Walter sind offenbar Sympatisanten der Piratenpartei und haben ein offene WLAN eingerichtet. Das zeugt von Naivität oder politischem Draufgängertum. Sollte man nicht die Gelegenheit nutzen und Kipos runterladen?


Arno, der sommerliche SaisonZapfer, hat auch so seine Meinung: Die Gefahr ist nicht BILD und MOPO, nein Das Abendblatt ist die Gefahr. Da kommt Vati von der Arbeit, zieht seine Puschen an und lässt sich von Mutti des „seriöse“ Blatt von Springer bringen. Das wird geglaubt.

Er findet dan doch das Mullah-Regime schlimm. Mein Einwand, dass man sich in solchen Regimen gut einrichten kann, lässt er nicht gelten. Kennt er eben nicht. Dabei war das im alten Regim so einfach: zum Ersten Mai raus auf die Straße und wenn man gefragt wurde (was nun wirklich selten geschah) faselt man eben was von der führenden Rolle der Arbeiterklasse und der politischen Vorhut usw. und der Rest in privat. Keiner hat erwartet, dass man daran glaubt. Hier ist das anders. Hier soll man authentisch lügen: „Schauen Sie, das wunderbare Produkt, ich nutze es selber!“ Diese Getue macht langfristig krank oder große Freude. Wer es als „Erwachsener“ immer noch nicht geschnallt hat, der braucht einen Coach. Das ist so eine konfektionierter Seelenklempner, der mit Allgemeinplätzen wie: „Was wollen Sie erreichen und was hindert Sie daran, diese Vision zu verwirklichen?“ punktet. Sicherlich gibt es in dieser Berufsgruppe begnadete Leute, die einfach ein gutes Gefühl haben und viel Energie rüberbringen, der damals kettenrauchende und nun zum ewig Unergründlichen geholte Rechtsanwalt Fehsenfeld war so ein Könner. Bei ihm waren die Rechtsberatungen schon fast eine Art Lebenshlfe, weil er tatsächlich erklärte, wie Menschen ticken und wie man mit ihnen zielführend umgeht.

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