Rainers Horen
Freitag, den 07.08.2009 [15:09]
Schon oft bin ich gefragt worden, ob das „Arbeiten“ in Cafés nicht dekadent ist und zu sehr ablenkt. Nein – wie im kleinen Film zu sehen, passiert eigentlich nicht wirklich viel. Frauen sitzen da, trinken Bionade und schnacken und wie schon Helge Schneider im MakingOf ´seines „Jazzclubs“ kommentiert, kann man den Ton bei Frauengesprächen auch ausblenden. Jeder weiß worum es in diesen Gesprächen geht: um die Unmöglichkeit mit Männern langfristig glücklich zu sein.

Der deutsche Weg: „Antrag – Ablehnung – Einspruch“ zeitigt zuweilen Erfolg. Wie allgemein bekannt sein dürfte, klappt in der Gertigstraße das UMTS-Routing bei O2 nicht. Für Laien gesagt: man kommt nicht ins Internet. Das ist bekanntermaßen sehr bedauerlich, sind doch dort dei schönsten Galãocafés Hamburgs gelegen. Debitel verkauft für 22 € monatlich mobiles Surfen, was die wiederum über O2 erledigen. Wie leidige Erfahrungen der letzten Wochen beweisen ist der Telefonservice sehr schleppend und letztlich wird dann doch nur der regulären Kündigung nach Vertragslaufzeit stattgegeben. Begründung: „Sie hatten ja Verbindungen … “. Also lange genug gemotzt und schwupp wird man auf D1 geschaltet, die ja bekanntermaßen ca. 35 € im Monat kosten. Also ab nächster Wochen surfen wir im klasklaren Posthörnchennetz.

Gerade in der neuen Bio-Eisdiele sitzend werde ich Zeuge, wie der Eisladen ¬gekaschert wird. Von der Vertreterin der Qualitätssiegelorganisation (die voll mit Notebook, Drucker und Stromrolle bestückt ist) wird sie im Fortgehen auch nochmals darauf hingewiesen, dass es zu unangemeldeten Stichproben kommen kann. Na, dann wünschen wir vollen Erfolg! Ein Trost: solche sinnfreien Investitionen macht man nur zu Beginn der Selbständigkeit …

Ein befreundetet Jude aus Haifa, der in Hannover längere Zeit ein israelisches Restaurant geführt hat, erzählte mir mal, dass er nicht koscher kocht. Das wäre unnötiger Stress und letztlich ist das nur so eine Art Schutzgelderpressung, weil man als Pächter damit nur den Rabbi bezahlt, der dann regelmäßig seine Nase (nein hier kein Rassismus) in die Töpfe steckt. Er koche wie eine isralische Hausfrau – und das muss reichen.
Beitrag kommentieren

Donnerstag, den 06.08.2009 [12:54]


Der GeoBlog ist von der internen Verwaltung her fast fertig und nun harrt die eigentliche Ausgabe der multimedialen Geoinhalte auf ihre Vollendung. Die ganze Chose läuft prinzipiell in Ajax und dreistufig: zuerst wird der navigierbare Kalender eingeblendet. Tage, an denen was los war, sind als Link markiert. Klick auf den Tag holt aus der Datenbank die Tracks und Wegpunkte und schickt sie per JSON an den Browser, wo sie dann dargestellt werden. Klick auf eine Wegpunktikone öffnet ein Popupfenster mit leerem Inhalt _ da steht dann nur die Datensatz-ID als DOM-ID drin. Das Öffnen des leeren Fensters löst über ein Eventbinding einen Ajaxrequest aus, der die Leerflächhe mit den eigentlichen multimedialen Inhalten füllt. Das klingt jetzt alles ziemlich kompliziert.

Wenn der ahnungslose GeoBlog-Besucher das Ding aufruft, erscheint alles spielerisch leicht – und das ist eben die Kunst und auch die Dialektik, nämlich die Verbindung der Leichtigkeit der Erscheinung mit der unmerklichen Mühe des Machens.

Leider ist dieser „Widerspruch“ auch die Ursache bei manchem Missverständnis bei der Preisbildung. „Ich möchte etwas ganz Einfaches!“ – so ein häufiger Koberspruch. Der Unterschied zwischen easy und simple ist offenbar nicht jedem klar. Letztlich gilt das Schleevoigtsche Gesetz der Reziprokität: nämlich dasss es immer genau anders rum ist, wie man denkt. Jobs, die besonders mühsam sind, werden am miesesten bezahlt, Frauenklamotten mit wenig Stoff sind am teuersten und einfach zu bedienende Software ist eben auch nicht billig.

Es gibt durchaus auch Lichtblicke: es gibt etwas effektieres als Yaml. Es heißt 960.gs und ist ¬wesentlich einfacher zu nutzen als ersteres CSS-Framework. Yaml erscheint schon ein wenig akademisch, es gibt viele Dateien, die man einbinden muss. Das Teil von Adam Hawkins nutzt einen ganz anderen Ansatz. Er geht von einem Grundraster von 12/16 Spalten aus, die immer ein festes Padding von 10 Pixeln haben und deswegen gibt es nur eine CSS-Datei. Die verschiedenen realen Konstellationen fackelt er über einen ganzen Blumenstrauß voller Klasen mit festem Namen ab. Das klingt verdammt genial. Mal schauen, was da so geht.
Beitrag kommentieren  |  Kommentar lesen

Dienstag, den 04.08.2009 [12:11]
Der Mittwochvormittag verspricht schön zu werden. Blauer Himmel, keine Schmerzen und Aufgaben, die den Geist anregen – was will man mehr? Und was das für Herausforderungen sind: das Shopsystem für einen Hamburger Großhändler soll eine Akkordionnavigation haben und da bietet sich das ¬rgaccordion von Georg Ringer an. Klappt auch wunderbar, nur leider nutzt der Linzer als Javascriptframework nicht Scriptaculous oder jQuery sondern sein „Baby“ Mootools. Dieses kompakte Teil ist bestimmt nicht schlecht – nur kann ich nun das angehäufte (Javascript-) Wissen nicht nutzen und muss also heute wieder einmal „lebenslang lernen“. ¬Lernmaterial gibt es wahrlich genug. Da tut sich wieder enaml eine ¬neue Welt auf und sicher ist das Ding ein tolles und fettes Framework. Seine Stärken liegen wohl in besonders pfiffigen Effekten – wer es braucht. TYPO3 arbeitet im Backend mit dem Gespann Prototype/Scriptoculous und so müsste man immer zwei Syntaxen im Kopf haben. Kostet eben alles Zeit und ist gerade wegen der harmonischen Hemmung so nervig. Das ist das Lernbehinderungsphänomen, wenn der Schüler/die Schülerin etwas lernen soll, das ähnlich vorhandenen Strukturen ist. Beispielsweise kann man gut gleichzeitig Mandarin und Ivrit lernen – aber nicht Polnisch und Bosnisch.

Neben dem Neulernen der DOM-Fetcher $ und $$ liegt immer noch das Reduzieren des Shops an. Das commerce-Paket von TYPO3 soll möglichst viele Shops abbilden und auch ein wenig zeigen, was die Programmierer so drauf haben. Da aber nun die meisten Shopbetreiber nicht einmal ahnen, was da so geht, ist radikales Kastrieren angesagt. Also weg mit den Staffelpreisen, verschiedenen Liefer- und Bezahlmöglichkeiten, automatischer Versandkostenberechnung, dem Unterschied zwischen Produkten und Artikeln und der Attributverwaltung. Jeder Steinmetz weiß, dass es nur daruf ankommt aus dem Marmor das Richtige (oder besser gesagt das Überflüssige) wegzuschlagen, damit das imposante Reiterstandbild aus dem unförmigen Marmorblock aus Norditalien entsteht.

Beitrag kommentieren