Es ist fast schon ein Galerie der schönsten (S-Bahn)-Graffities der Stadt … Es gäbe ja noch einiges zu sagen – beispielsweise in welchen beschämenden Situationen die Kurzfilme entstanden oder wie das hier technisch funktioniert. Für TechnikerInnen: es geht um das Zusammenspiel zwischen GoogleMap-Events und Flash. Brücke dabei ist Javascript.
Oft ist eben nicht das Netz, sondern der Strom der begrenzende Faktor. Netz ist überall. Elektrosmogthematisierer wissen das ganz genau. Aber Wifi ist nicht nur böse, sondern birgt auch eine Menge Harmonie und Kunst ins sich. In jedem Datenstrom stecken mehrere Bedeutungsebenen. Die offensichtliche, physikalische Ebene, die einfach nur die energetische Sicht fokussiert, zeigt die wärmende Wirkung von Strahlen. Halte ich also ein Handy zwanzig Minuten ans Ohr, dan werden selbige warm. Das ist als ob man einen warmen Backstein an das Ohr presst. Die Folgen: der Arm wird lahm, das Ohr wird warm, der Sinn schwindet. Energie trägt aber oftmals auch einen Sinn. Diesen zu bewerten will ich mir mal nicht anmaßen. So ein Wifi-Netz überträgt nicht nur superwichtige eMails oder gutgestaltete Webseiten – nein, da ist auch Musik drin. Hier auf untiger kleinen Anwendung ist mal das Klanggewitter auf dem Goldbekwochenmarkt in der Nähe von Franks Imbissstand und Petras Moorkartoffel- und Gemüseverkaufe aufgezeichnet. Klick auf die Wififußabdrücke lässt dei Musik erschallen (falls der Lautsprecher eingeschaltet und bei XP verschiedene Regler und Knöpfe betätigt wurden).
Die Musik ist nicht immer „schön“, auch ist die Tongebung gewöhnungsbedürftig, aber eine Inspiration für angehende Komponisten moderner Musik ist es allemal. Der Eigennutz: nun ist auch klar, wie in GoggleMaps die Polygone gehandhabt werden und wie Klick- und andere Ereignisse mit Sang- und Klanggeschichten verheiratet werden können.
Seit gestern läuft im Hafen ein Kunstfestival. Das inhaltliche Konzept: jede Künstlergruppe gestaltet den Raum eines gewöhnlichen Containers – die ökonomische Seite: die Werbung wird über die Vermietung der Cateringflächen gegenfinaziert. Das Festival kostet zwar keinen Eintritt, aber der Liter Sprudelwasser schlägt mit zehn Euro zu Buche. OK – bringt man eben das Wasser aus der Hamburger Wasserleitung mit. Ansonsten ist es ein netter Zeitverteib. In einem Container hängt einfach nur eine Glühbirne von der Decke und die ganze Kiste wird von vier Hydraulikzylindern am Schaukeln gehalten. Kunst eben. Wer also Videoinstallationen, Kruzifixe aus Turnschuhen oder Kunstwerke aus Putzschwämmen bestaunen möchte, ist dort richtig. Nebenbei gibt es dort eine wunderbare Rumhängzone, in der der erschöpfte Kunstkonsument prima in Strandkörben und ähnlichen, jahreszeitlichen Gestühlen mit Hafenblick(!) tschillen kann.

Leider mischt sich unter das freudvolle Ereignis auch ein bitterer Beigeschmack: Der Zielserver nur ein preiswertes Webhostingangebot und so sind wesentliche Funktionen eingeschränkt. Schon die Migration dahin, die normalerweise gerade mal 30 Minuten dauert, braucht jetzt viele Stunden, weil die Shell nicht zur Verfügung steht und der maximale Upload stark beschränkt ist. Der import der Datenbank, der unter Normalbedingungen weniger Sekunden dauert, zieht sich jetzt viele Stunden hin. Da der Provider irgendein Adminprog (Plesk) nutzt, werden Datenbank statt im weltläufigen UTF8 im deutschnatinalen Zeichensatz angelegt, was einen vernünftigen Umgang mit Umlauten und typografisch richtigen Zeichen vollends vereitelt. Aber auch zur Laufzeit stößt so ein Heimer sauer auf: Gerade die multimedialen Möglichkeiten (das singende und klingende Web) machen keinen richtigen Spaß, da die Dateigröße auf 2 MB beschränkt ist. So können nur wenige Sekunden eines Filmes gezeigt werden – gut dass man auch youtube-Filme einbinden kann …
Es gibt so Tage – manche nennen es Tage mit schlechter Laune – da ist einem eigentlch alles zu viel. Das Einrichten eines Internetshops (egal mit welchem genialen System) ist immer ein Joch, das stark auf der Schulter drückt. Das ist sicher unabhängig vom Produkt; auch von Integratoren von xtCommerce, Magento und von TYPO3/tt-products höre ich Flüche. Zuweilen gibt es auch eine Dokumentation, die aber dann bestenfalls einen kleinen Teil erklärt. Der Rest ist dann wildes Hacken und Rätseln, wie das wohl alles gemeint sein kann. Wenn da zusätzlich zu dieser Bürde im Cafébüro die ganze Zeit Unterschichtenradio (ja auch das gibt es) dudelt, dann ist das eine gute Übung in Impulsvermeidung. Subjektiv gehört, wiederholt sich jedes „Lied“ alle zehn Minuten und inhaltlich besteht diese „Musik“ aus pentatonischen Gestammle im 4/4-Takt. Schlimm! Dann bleibt nur der Arbeitsplatz auf dem Balkon. Dort wütet der Hausmeister (Kreutzworträtselbegriff: „Mann mit viel Tagesfreizeit“) in Hundebegleitung. Er mäht immer einen kurzen Streifen, dann schltet er ab, fummelt das Nochnichtheu aus dem Sack, schaltet wieder ein und so weiter. Wenn es es durchlaufen lassen würde – wäre das zwar nicht schön für die Umwelt, aber besser für die Kodernerven.






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Annette