Rainers Horen
Sonntag, den 20.09.2009 [08:02]
Heute ist also wieder einer dieser autofreien Sonntage und eben auch St. Pauli.

Gute Gelegenheit einmal eine Cabrio-Spritztour durch die Stadt zu machen und vielleicht in einer Winterhuder Eisdiele den Restsommer zu feiern. Aber was ist das? Die Straßen sind nicht wie erwartet leergefegt, sondern da sind ganz viele Sonntagsfahrer unterwegs! Und nicht nur das: auch Bahn und Fähre sind proppenvoll.
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Sonnabend, den 19.09.2009 [09:23]
Südlich von Bergedorf, in einem kleinen Dorf namens Curslack, weit vor dem bikergeschwängerten Zollenspieker, wohnt ein großer Tüftler. Der baut Grilleinrichtungen für Spanferkel und nutzt dafür ein Wasserspiel. Da ist also eine Pumpe, die Wasser in die Höhe pumpt. Das Oberwasser ergießt sich auf ein Schaufelwerk, das dann wiederum die Grillachse antreibt. Sieht gut aus.

Auf Nachfrage warum das so sei, antwortet der Herr: „Die Pumpe verbraucht weniger Strom als ein Antriebsmotor.“ Chapeau! Damit ist das Energieproblem der Menschheit gelöst. Überall im Land werden Wasserpumpen hingestellt, deren Wasserdruck über Schaufelräder riesige Schöpfrädergeneratoren antreiben. Das ist dann sogar noch nachhaltig.



Eine Straßenkreuzung ohne Licht, lediglich durch Ampeln illuminiert, ist ein gespenstischer Anblick.



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Donnerstag, den 17.09.2009 [13:26]
Der Beweis ist erbracht: Google arbeitet mit automatischer Gesichterkennung. Es gab gestern noch da Stimmen, die diese Tatsache anzweifelten. Hier auf dem Modeplakat vor dem „Baggersee“ in Ilkirch-Graffenstaden (einem von er Straßenbahn erschlossenem Vorort von Strassburg) hat der Roboter völlig sinnloserweise das hübsche Mädchen verunstaltet.


Das Google-Format Streetview ist in Deutschland zwar verpönt, aber dennoch eine Sache, die Suchtpotential hat. Die Datenkrake fährt mit episkopähnlichen Spezialwagen durch (fast) ganze Welt und lichtet ab stellt diese Straßensichten im Web sehr pfiffig dar.

Es ist fast schon ein gewisser Dokumentationszwang, mit dem Google nicht alleine ist. Jeden Donnerstag gibt es auf dem Wochenmarkt am Goldbekufer eine Zeit, an dem die Marktbeschicker mit ihrem mühsamen Standaufbau gerade fertig sind und noch keine potentiellen Kunden in Sicht sind. Jetzt trabt alles zum orangenen Frank & Tina. Dort gibt es leckere Fleischsalatbrötchen von Schühmann („der Fleischsalat, der süchtig macht“), die legendären Rühreibrötchen und Kaffee aus dem Spender. Der größte Magnet sind aber die tiefschürfenden Gespräche rund um den hölzernen Stehtisch. Da erfährt man nun wirklich alles, was im feinen Winterhude, im hanseatischen Hamburg und der großen, weiten Welt wichtig ist. War das jetzt wieder das berühmtberüchtigte Adjektivkonfetti, wie es gestern in der DeutschlandRadio angeprangert wurde?

So nun kommt noch ein kleines Gewinnspiel: die Aufgabe besteht darin, obigen lasziven Plakatauftsteller zu finden. Er steht in Strassburg
Die Straßburger Innenstand ist wie ein riesiges Labyrint, wer das Plakat gefunden hat, trägt in das dann auftauchende Fenster seine eMail-Adresse ein, wird damit auf die Verteilliste eines der größten Spamversender (wertvolle Infos für Konsumenten) geschoben, deren Adressaten täglich über neue Mittel zur Steigerung und Verbesserung ihrer Lebensumstände informiert werden – oder darf sich etwas wünschen.

Aus der schönen Spielerei lassen sich einige Ideen ableiten. Beispielsweise ist es recht einfach Möglich, den Verlauf solcher Spaziergänge aufzuzeichnen, abzuspeichern und zu verschicken. Dann ist der multinediale Spaziegang jederzeit wiederhol- und erweiterbar. Seltsamerweise hat sich Google dafür noch kein Datenformat ausgedacht. Vielleict gibt es in den nächsten Tagen hier einen entsprechenden Rekorder, der das dann leistet.

Kleiner Hinweis für Prototype-Entwickler. Die von einem unbekannten Belgier gebaute komprimierte Version des Prototype/Scriptaculous-Gespanns ¬Protoculous-Library ist leider veraltet. Im Rahmen des obigen Projekts habe ich mal eine ¬Version aus der heute aktuellen Version von Prototype1.6.1 gebaut. Nennen wir sie mal Protoculous1.6.1. Sie ist auf ein Drittel der Vollversion eingedampft. Viel Spaß!

Apropos Javascript-Frameworks. Das ist auch so ein schönes Streitthema. Jedem sein fettes Framework. Jetzt mal Spaß beiseite. Es gibt da schon eine Menge gute Dinge. Und alles hat sicher seine Berechtigung. Da gibt es Dings, die großen Wert auf fertige Effekte legen. Mootools ist so eine Teil. Es ist das Baby von Georg aus Linz und er überschwemmt die TYPO3-Gemeinde mit seinen Extensions, die sicher sehr gut sind. Nur leider ist es in dieser Webwelt sehr fehlerträchtig, mehrere solcher Werkbänke gleichzeitig einzusetzen. Nutz man beispielsweise Georgs tolle Extensions, dann ist man gezwungen den Rest der TYPO3-Webseite auch mit der Lib zu bauen. Damit sind fast alle Prorammiererfahrungen hinfällig und die Kosten sind schwer kalkulierbar. Wie schon erwähnt, gibt es diese Werkbänke für verschiedene Zielgruppen: Mootools ist recht effektlasstig, YUI und extJs bieten weniger Effekte – dafür mehr so Grids. das sind Systeme, die gewohnte Desktop-Umgebungen „nachbauen“. Es sind also Werkzeuge für Intranetlösungen. Und Prototype und JQuery zielen mehr so auf Entwickler, die Eigenes bauen wollen. Wobei Prototype das älteste Framework ist. Ist man (so wie ich) Pionier auf dem Gebiet, ist man allfällig Prototype-Fan. Heute würde ich da JQuery nehmen – das ist schlanker und pfiffiger. Gerade die DOM-Fetcher sind sehr mächtig.

In folgenden Versionen von TYPO3 wird im Verwaltunfstool ¬extJS einegsetzt. Eine kluge Entscheidung. Das passt. extJs arbeitet von vornherein mit einem Namesraum, so dass man „zu Not“ auch anderen Kram einbinden kann – auch die berühmt-berüchtige Smoothgallery, denn solchen Fraunenschnickschnack gibt es dort nicht …
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Mittwoch, den 16.09.2009 [20:55]
In stolzer Bescheidenheit kann vermeldet werden: es gibt nun weltweit ca. 200 zertifizierte TYPO3-Spezialisten – einer davon schreibt diese Zeilen. Die Prüfung ist schon ein echtes Filter und spiegelt ganz gut die Praxis wider. Leute, die die Prüfung noch nicht agelegt haben, sind in diesem Zusammenhang natürlich anderer Meinug und spielen das Thema geflissentlich runter. Das menschliche Hirn arbeitet nun mal so.

Deutsche Medien feedbacken immer noch das tragische aber auch heldenhafte Geschehen in der Münchner S-Bahn. Das Opfer soll jetzt Orden bekommen. Einge Stimmen fordern sogar die Seeligsprechung. Die Politiker sondern symbolische Forderungen ab. In ihrer Bestürzung treten sie je nach politische Coleur für naheliegende Maßnahmen ein. In gewissen Zeiten wurden solche Individuen, die sich krass gegen menschliche Normen verhalten, gefedert und geteert. Das hat solche Ausfälle auch nicht verhindert. Ab einer statistischen Losgröße passiert sind gewisse singuläre Ereignisse nicht auszuschließen. Erhöhung von Strafen: da backen die sich ein Ei drauf – zumal sie eh ständig unter Drogen stehen. Kameras im öffentlichen Raume wirken nur in der ersten Zeit nach der Installation, dann tritt eine Gewöhnung ein. Mehr kulturelle und soziale Angebote gehen sich für einige Zeitgenossen sicher ins Leere. Sicher hätten zehn oder zwölf Rentner gereicht, um die Rowdies zu stoppen. Ist leider nicht geschen. Wie hier schon einmal erwähnt, ist der Machthaber/Agressor immer im Vorteil, da es für den einzelnen in der Masse energetisch eifacher ist, dem Problem auszuweichen als andere zum Mitmachen zu motivieren. Das ist ähnlich dem Gefangenemdilemma. Es gibt deswegen keine Wirksame Maßnahme, solche Vorfälle zu verhindern; genau so wenig wie es möglich war und ist, Faschismus zu verhindern. Trotzdem gibt es nach diesem Vorfall natürlich die Pflichten der Politiker.
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Montag, den 14.09.2009 [11:18]
Das Wochenende war wahrlich turbulent. In der Schanze war die übliche Randale mit brennenden Barrikaden und Wasserwerfern. Die Morgenpost tittelte mit herrlichen Aufmachern. So ein Polizeieinsatz im abendlichen Frühherbst generiert aber auch herrliche Motive im Gegenlicht!

In einer Münchner S-Bahn ist ein Fünfzigjähriger wegen seiner Zivilcourae totgeprügelt worden und der Wahlkampf hatte im gestrigen Fernsehen seinen medialen Höhepunkt. Auf der politischen Sachebene wurde nichts verhandelt, aber Mimik und Gestik der beiden ehemaligen Kampfesgenossen und jetzigen Widersacher waren in der Presse Hauptthema. BILD macht auf mit „Yes we gähn!“.

Es schien, also die Hauptachse der Kommunikation nicht die beiden Spitzenpolitiker waren, sondern die vier Fragesteller der größten Fernsehanstalten. Es klang ein wenig so, als wenn eine alleinerziehende Mutter im Bus oder auf der Straße auf ihren Sprößlin einredet und nicht der Prinz der Addessat des Redeschwalls ist, sondern umstehende, potentielle neue Geschlechtspartner. Lautstärke, Sprachniveau und zweite Bedeutungsebenen in der Rede lassen es vermuten …
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