Rainers Horen
Sonnabend, den 14.11.2009 [14:08]
Die Textlastigkeit nimmt zu. Wo bleiben die Bilder? Es ist die Regenzeit in Hamburg, die anderenorts als „Winter“ bezeichnet wird. Winter, davon gibt es nur noch eine Erinnerung an Schneekristalle, beißende Kälte, Eisblumen, Schneesturm und der Blick aus der warmen Stube auf tanzelne Schneeflocken. Was spielt sich in der Neuzeit ab? Es wird immer dunkler, die Blätter fallen, bilden mit der versteckten Hundescheiße ein unheilvolles Konglomerat, wenn man Glück hat, regnet es mal nicht viel.

Viele Nachbarn und Freunde schimpfen über feuchte Wohnungswände und Schimmel. Solche Wohnungen werden vornehmlich in den Sommermonaten an Ahnungslose vermietet und kommt im Hebst das Erwachen und dann der nachfolgende Kampf um Heilung und geen den „ahnungslsosen“ Vermieter, dessen Strategie im „Ballflachhalten“ besteht. Auf der Sachebene entsteht durch Atmen, Kochen usw Wasserdampf, der sich an der kältesten Stelle im Raum niederschlägt, sofern dort der Taupunkt über der Temperatur liegt. Stehen alle Wohnungstüren offen, sucht sich der Brodem die kälteste Stelle in der Wohnung. Das könnte dann hinter dem an der Außenwand stehenden Schlafzimmerschrank sein. Die gute Nachricht dabei ist, dass man den Schlamassel lange nicht bewerkt. Auch der Vermieter trägt eine Mitschuld. Ist nämlich die Auenwand nicht schlagwetterfest, kommt auch Nässe von draußen. Das passiert, wenn die Fugen beim Mauern nicht besonders behandelt werden. Natürlich tragen auch Kältebrücken im Mauerwerk dazu bei.

Wege aus dieser heiklen Situation: sofort das Mietverhältnis lösen! Wenn das nicht geht: üpiges Esoterikgeraune hilft in diesem Falle nicht. Sinnvoll ist es, auf messtechnischem Wege die neuralgischen Punkte aufzustöbern. Für adhoc-Messungen ist solch ein Mauerwerkfeuchtemesser nützlich.



Der Messkopf der ¬Hygromette „dringt“ einige Zentimeter in die Wand ein und misst hochfrequenzig die Feuchte. Wenn also an einer „unschuldigen“ Wand plötzlich ein Streifen von doppelter Feuchtigkeit auftritt, dan ist das wohl Vermitersache – da muss von außen ein Problem anliegen. Natürlich sind solche Mesungen weder justiziabel noch gerichtsverwertbar. Sie geben aber einen deutlichen Fingerzeug auf einzuschlagende Strategien gegenüber dem Vermieter.
Beitrag kommentieren

Donnerstag, den 12.11.2009 [17:54]
Heute wurde in Winterhude die erste Frau mit Mundschutz gesichtet. Sie war Kundin auf dem Goldbekmarkt, sah aus wie eine Oberlehrerin und kaufte beim Ökoschlachter (wo sonst?) ein. Jetzt glotzt man noch hin. Ist das nicht eine wunderbare Aufmerksamkeitsfläche mit großer Reichweite? Es ist fast schon als ein kleines Wunder zu bezeichnen, dass BILD nicht so wie bei den Fräuleinzeitschriften, einen Mundschutz als Beipack der Sonntagsausgabe drantackert. „BILD hilft“ – wäre in diesem Fall schön doppelsinnig. Aber auch andere Wohltäter der Menschheit könnten die Hysterie nutzen: Budni könnte seinen Hausclaim einen aktuellen Bezug geben: „Jeden Tag Gutes tun!“. Wenn der Gedanke fortgesponnen wird, dann ließe sich auch eine Geschichte erzählen, indem es jeden Tag eine neue Ausgabe gibt. Es könnte auch die Schlagzeile gleich drüber stehen, dann ist der Schutzbefohlene gleich doppelter Werbeträger und könnte andere, ahnungsloe Zeitgenossen zum Kauf der Postille animieren. Im redaktionellen Bereich der Dailyprintwerbeträger (aka Zeitungen) kann in Zukunft auch auf die Gefahren des Mundschutzes, seine Nebenwirkungen usw. hingewiesen werden. Frauengerecht könnte es um die Farbgestaltung des Vlieses und die Abwehrverstärkung des Bösens mittels Engelaufdruck und bei Männern um irgendwelche Meßwerte gehen.

Rechtshinweis: Selbstverständlich sind diese Claims (weiland „Slogans“) alle samt und sonders Eigentum der Markeninhaber und werden hier nur zu Dokumentationszwecken genutzt.

Heute vor 20 Jahren hat das Neue Forum folgenden Text verkündet:

„Bürgerinnen und Bürger der DDR!
Eure spontanen und furchtlosen Willensbekundungen im ganzen Land haben eine friedliche Revolution in Gang gesetzt, haben das Politbüro gestürzt und die Mauer durchbrochen.

Lasst euch nicht von den Forderungen nach einem politischen Neuaufbau der Gesellschaft ablenken! Ihr wurdet weder zum Bau der Mauer noch zu ihrer Öffnung befragt, lasst euch jetzt kein Sanierungskonzept aufdrängen, das uns zum Hinterhof und zur Billiglohnquelle des Westens macht! Achtet genau darauf, wem die jetzt eintretenden Unternehmungen und Geschäfte Vorteil bringen werden und wie hoch die sozialen Kosten sind. Lasst das Land nicht verhökern und euch nicht als Mietsklaven verdingen!

Wir werden für längere Zeit arm bleiben, aber wir wollen keine Gesellschaft haben, in der Schieber und Ellenbogentypen den Rahm abschöpfen. Ihr seid die Helden der politischen Revolution, lasst euch jetzt nicht ruhig stellen durch Reisen und Schulden erhöhende Konsumspritzen!

Fordert die sofortige schonungslose Offenlegung der tatsächlichen Wirtschaftslage. Lasst nicht zu, dass die Politbürokratie sich aus ihrer Verantwortung davon stiehlt und euch das Auslöffeln der Suppe überlässt."

Warum nur so aggro? Das ist ja wohl die negativste Zukunftsprophezeiung aus dieser Zeit zu sein. Aus dem Text spricht soviel Argwohn und Misstrauen – nichts ist visionär.
Beitrag kommentieren

Dienstag, den 10.11.2009 [00:00]
Das Wochenende ist auch ein klein wenig Schöpferzeit. Da nun beim Autoverleiher vor Ort so ein gewisser Tarifdschungel herrscht, wollten wir der Sache mal nachgehen.


Und tatsächlich: oft bezahlt man zuviel. Das beweist obiger Kalkulator. Es ist eben doch ein dichter Dschungel. Falls diese Tool zum Einsatz kommt, ergeben sich offenbar zwei widersprüchliche Folgen: die erhöhte Transparenz kann Kunden anlocken, allerdings buchen die dann tendenziell preisbewusster. Das Ziel der Umsatzsteigerung ist somit erreicht. Nun gibt es auch noch andere, nichtgelbe Vermietungen: Avis, Sixt, Hertz, europcar, rent-a-car … Wäre eine nette Herausforderung. Für die Fans von Vollschirmanwendungen gibt es den ¬starcarKalkulator auch in voller Pracht ohne die lästige Begrenzung hier in den Horen.
Beitrag kommentieren  |  Kommentar lesen