Rainers Horen
Sonntag, den 13.12.2009 [20:11]
Dritter Advent: es war einfach nur sonniges Wetter und so gab es einen Radelausflug durch den Klövensteen zur S-Bahn-Halte Halstenbek. Der Umstieg an den Landungsbrücken verführte zu einer Fährenfahrt mit der 62. Nachtfotos mit einer Billigknipse sind Glücksache. Also muss muss wirklich eine Spiegelreflex her. Vertrauen wir den Marktgesetzen und warten wir die Zeit nach dem Heiligen Feste ab.

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Sonnabend, den 12.12.2009 [11:36]
Gestern war also wie so ein kultureller Höhepunkt im feinen Winterhude. Harry Rowohlt und Frank Schulz füllten das Lichtspielhaus „Magazin“ am Fiefstücken mit ihren „Hamburgensien in Blau“. Harry – mal für die Generation „Praktikum“: das ist der ewige Penner aus der Lindenstraße, einer bekannten Serie im ZDF. Frank ist wohl auch Romanautor und schreibt Romane mit Lokalkolorit. Das ist natürliches in illustres Paar. Frank sprach seine Texte im breitesten Südbarmbekisch. Harry war einfach nur Harry und simulierte zuweilen einen Ostler aus Sachsen.

Nach drei Stunden bester Unterhaltug gaben die Beiden das ¬legendäre botanisches Drama „Erna, unser Baum ist am Nadeln …“ als Zugabe. Mehr geht nicht. Dem Paganini der Abschweifung zuhören, das ist wie ein Tafel guter Schokolade zu geniessen. Er kann es wirklich gut.

Genug der begeisterten Lobhudelei. Heute war nun Vorabend des dritten Advent und der Geist des Einkaufens nahm uns in Besitz. Das mit der neuen spiegelreflexnen Kamera geht nicht aus dem Kopf. Von Tag zu Tag sinken die Preise der anvisierten EOS500d und ihres großen Bruders, der EOS50d. Im Netz wollen wir so ein Zeug nicht kaufen und wenn es im klassischen Offlinehandel nicht wirklich teurer ist – warum nicht. Da stehen wir nun im Medimax und siehe da, das Ding kostet nicht mehr als das billigste Angebot bei geizkragen.de. Schon kamen (flüchtig) ernsthaft die Gedanken ins Hirn, welche der Geldkarten gezückt werden sollten. Auch hatten wir schon einen mitgebrachten Chip in das Vorführmodell reingesteckt und voll mal getestet. Aber dann kann die aufschwungfeindliche Einsicht der vorweihnachtlichen Preisüberhöhung. Und so zertrampelten wir das zaghafte Pflänzchen.



Aber draußen, im Hof des Farmsener Einkaufszentrums, da gab es etwas zu erleben: ein sogenannten Megaschwenkgrill war aufgebaut und eine Menschenmenge scharte sich tatsächlich herum. Ein Teil der „Thüringer“ lag nicht direkt auf dem Grill, sondern im Grillrandbereich auf Alufolie. Eine Frau im kanonischen Alter: „Sind die auch heiß?“ Der Herr über Grill und Würste: „Heiß ist der Hintern einer Frau, sonst nichts!“. Das hat gesessen. Plötzlich macht sich kurzes, betretenes Schweigen in der Runde breit … Das ist auch Farmsen.
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Freitag, den 11.12.2009 [08:49]

Gestern geschah noch ein kleines Wunder. Da saß ich nun mit dem MacBook auf dem Goldbekmarkt bei Frank&Tina und frühstückte bei Kaffee und Fleischsalatbrötchen von Schümann. Nach getaner „Arbeit“ (bloggen) riss ich überschwenglich das rote Netzzäpfchen aus dem ExpressSlot – da entglitt es meiner händischen Kontrolle und schlitterte auf der Wachstuchdecke wie ein Bierglas im Saloon über den langen Biergartentisch und fiel auf die verregnete Straße herunter. Das ist noch nicht bewerkenswert und einfach nur Alltag. Aber dann: das Zäpfchen lag auf einem Gully genau mittig und parallel zu den Rippen ließ das Blut erstarren. Das ist, als ob man einen Spazierstock in die Höhe wirft und er zufällig selbsbalancierend auf der Spitze stehenbleibt. Da muß ich wohl einen Schutzengel gehabt haben. Ob das auch ein Vorzeichen der Periode des Wassermanns ist?
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Donnerstag, den 10.12.2009 [22:09]
Bei solch einem schlechten Wetter für Menschen (Molche hätten hre Freude daran) gibt es nur einen Ausweg: in einem Schaffensrausch eine neue, zeitgemäße Selbstdarstellung zimmern. Im Mittelpunkt des Geschäftes steht das 2009-er Basswort „Nachhaltigkeit“. Das ist eigentlich ein uralter Hut. Produkte in einem gewisses Qualitätssegmant lohnen sich langfristig!


Inhaltlich soll die Webseite sehr knapp gehalten sein und sich auf die Darstellung des Wesentlichen beschränken. Im Mittelpunkt steht ein Kalkulator, mit dem man die Kosten einer anvisierten Homepage bestimmen kann. Es ist quasi ein virtuelles Schaufenster, in dem übersichtlich die Weihnachtsgeschenke platziert sind. Gestalterisch sind völllig neue Wege beschritten – der Gesamtaufbau widerspricht den bisherigen Sehgewohnheiten und dennoch (so die Hoffnung) ist die intuitive Bedienbarkeit nicht geschmälert. Ganz im Gegenteil: durch die Beschränkung auf vier und fünf Menüpunkte an einer Stelle ist das Prinzip sofort ersichtlich. Weniger ist also oftmals mehr.

Technisch – wie kann es anders sein – ist die neue, (noch nicht) mehrsprachige ¬Webseite in TYPO3 realisiert. Nun prahlt TYPO3 mit der Tatsache, dass – im Unterschied zu anderen Redaktionssystem – die Mehrsprachigkeit von Anfang Grundprinzip des Softwaredesigns ist. Stimmt. Das bezieht sich aber meiner Kenntnis nur auf das Redaktionssystem. Das heißt, auf die stinknormalen Textinhalte, die in der Datenbanktabelle tt_content abgelegt werden. Diese Texte kann dann der Übersetzer sehr komfortabel bearbeiten. Die Rechte lassen sich sehr fein runterbrechen, so dass der Übersetzer nur Texte seiner Sprache in seinem Redaktionsbereich anfassen kann. Textpassagen, die in Erweiterungen verwendet werden, sind in XML-Dateinen untergebracht. Der Webseitenkalkulator ist mit solch einer Extension (¬EXT:formhandler) realisiert. Der Macher des TYPO3 hat selber eine Erweiterung geschrieben, mit der die Redakteure diese Texte bearbeiten können. Soweit so gut. Nur leider greift hier nicht das Rechtesystem. Der Übersetzer kann jetzt quasi jeden Text bearbeiten. Das ist nicht gut.
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Montag, den 07.12.2009 [13:59]
Es ist oft eine schmale Gratwanderung zwischen Parodie und Wahrhaftigkeit auf der sich Medien bewegen. Heute begann in der dänische Kapitale „Hopenhagen“ dieser Betroffenheits- und Resolutionsparteitag, auf dem sich wichtig dünkende Menschen zum Phototermin treffen. So eine Rhetorikolympiade muss ja auch mal sein. „Unsere“ Morgenpost macht natürlich mit dem Thema auf und druckt doch tatsächlich eine Liste ab, in der unser möglicher Beitrag zur CO2-Verminderung dargestellt wird. Es geht also nicht um irgendwelche anonymen Maßnahmen, sondern um uns Bürger. Die Liste bildet einen üblichen Tagesablauf ab und beginnt mit dem Ratschlag statt eines Radioweckers einen mechanischen Aufziehwecker zu nutzen und endet mit der Empfehlung einer nichtelektrischen Zahnbürste. Das sind natürlich alles schmerzliche Eingriffe in unserer liebgewonnene Bequehmlichkeit.

Die Chinesen sind bei diesem Spiele wieder einmal die plietschesten. Intern halten sie sicher dieses CO2-Gedöns für so eine neokolonialistische Denke, die sie (die Chinesen) nur vom Wachstumswahn abbringen soll. Deswegen auch der durchaus schlaue Einwand: „Wir machen da voll mit, wenn nur Deuschland auch seine Technlogie kostenlos zur Verfügung stellt – es geht doch um uns alle usw.“ Da haben die Herren vom Land der Mitte den Spieß voll umgedreht und unterstellen letztlich der westlichen Langnasenwelt die Strategie des ökounterfütterten Ökomarketings. Ist übrigens auch ein Gedanke.

Im feinen Winterhude ist die protestantische Botschaft („Genuss durch Verzicht“) durchaus angekommen. Das anonyme Musikanten-Duo mit Kontrabassbalalaika und Bandonium musiziert (etwas selbstvergessen und -verliebt) völlig CO2-neutral ihre knallige und minimalistische Kammermusik, die an den frühen Philip Glass („Tabus - also Dinge, die eigentlich verboten sein sollten - sind oft am interessantesten.) erinnert.


Es ist schon erstaunlich, was mit drei Saiten geht. Es macht immer „Blingblangblung“ – das aber wiederum auf eine sehr konzertante Art, die immerhin die Diplommuttis von Mühlenkamp und Schinkelplatz zur Geldspenden bringt.
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