Rainers Horen
Freitag, den 25.12.2009 [09:09]
Gestern ist der Papst bei einer Segenshandlung gestützt. Er blieb unverletzt – wie aufregend! Der Sache wird im Allgemeinen zu viel Aufmerksamkeit gezollt. Selbst unsere türkisch/kurdischen Mitbürger feiern dieses Jahresendfest – der Kinder wegen, wie mir versichert wurde. Also immerhin prangerte der Ratzinger den Egoismus und andere schlimme Dinge dieser Welt an. Kann er ja ohne Schaden – er muss sich nicht um sein Auskommen kümmern. Das ist ja auch gut so. Soll er sich doch um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmern. Da lenken die Mühen unserer Ebene nur ab.

Clap4Peace Übersichtskarte

Im Klatschprojekt werden werden nun die angemeldeten Nutzer auf einer Weltkarte angezeigt. Jetzt müsste es nur noch genügend Nutzer geben … Dazu könnte eine gewisse Internationalisierung der Seite beitragen. Da es eh zwei Domains (¬clap4peace.de und ¬clap4peace.com) gibt, liegt der Wunsch nahe, die beiden Sprachen auf die Domains aufzuteilen. Ein kurzes Gurgeln erbrachte eine wunderbare ¬zielführenden Anweisung, wie das geht. Dankeschön an Ben Keil aus dem Breisgau und Helmut Hummel für den Sprachumschalter, der allerdings nicht funzt.

Gestern war ein besonders magischer Moment: der Schnee war gerade so am Tauen, dass die Tiere schöne Muster treten konnten:



Noch lustiger als die tierischen Tatzenabdrücke und Krähenfüße ist der kurzte Ausschnitt aus so einem unsäglichen ¬B-Movie von jenseits des Teiches. Da spricht ein Alien, der die Welt retten will (also von den Menschen befreien will) mit einem Asiaten fließend auf Chinesisch. Veruntertitelt ist diese Filmpassage allerdings in Ukrainisch. Das merkt man schon am „ ?????“. Das ist das nette „Danke“ in dieser slawischen Sprache.
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Donnerstag, den 24.12.2009 [19:54]
„Fest der Mitmenschlichkeit“ – so tönte es heute unisono aus den Mündern unserer Häupter. Wie jedes Jahr hatten wieder die Dreifaltigkeit aus Bundespräsident, Oberkathole und Oberprotestantin die Gelegenheit, uns weiszumachen, dass wir eben nicht in einer Gesellschaft leben, deren einziges Motiv die Gewinnmaximierung darstellt.

Nun mag das mit dem Profit etwas links klingen, aber die Frage stellt sich doch, was nun die Wahrheit ist. Ist es die Übertrumpfungsgesellschaft oder die ersehnte Harmonie der Menschen? Und jetzt sagt mal nicht: irgend etwas in der Mitte. Das ist zu kurz gesehen. Nach Marx ist die Masse korrumpierbar. Er meinte noch, wenn die soziale Versorgung stimmt, dann werden die Leute brav. Heute wissen wir etwas von einer soziologischen Komponente. Es steckt eben drin. Geld beruhigt nicht – sondern erweckt neue Begehrlichkeiten. Offenbar steigt die Angst vor Verlust je höher der eigene Besitz ist. Und heute feiern nun die Deutschen dieses Weihnachtsfest und möchten gerne an das Gute im Menschen glauben.
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Dienstag, den 22.12.2009 [15:00]
Es fragt sich, wer immer aus Moskau hier vorbeischaut. Wird ja wohl nicht eine ehemalige Deutschlehrerin einer Srednaja Schkola sein, die hier den alten Zeiten nachhängt. Gruß an die sächsische Geodätenfreundin!
¬webmasterei.com
Das Webgeschäft geht es gut voran. Der im Zentrum des neuen Auftritts residierende WebBudgetKalkulator bekommt immer mehr Komponenten verpasst. Das ist das Wunderbare an TYPO3: man kann tatsächlich robuste Angebote unterbreiten. Das ist für beide Seiten eine gute Situation, da es keine Überraschungen gibt.



Der Osterbekkanal bietet heute einen mystischen Blick. Es gibt bis auf die Fähnchen nur Grautone. Das wäre im Druck sehr sparsam. Auch der Balkanmarkt bekommt heute ein neues Kleid angezogen.

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Montag, den 21.12.2009 [20:54]
Das Rhetorikfestival in Kopenhagen ist erwartungsgemäß ohne Resultat zu Ende gegangen. Es war wohl zu offensichtlich, dass die Mutter der Nation ein Problem deklariert hat, das mit Hilfe deutscher Technik dringend gelöst werden muss. Die Politiker haben nun Gelegenheit und auch Pflicht, ihre bewertenden Sätze abzulassen. Schweigen ist auch eine Aussage. Dann kommt allfällig die Zeit der Medien, die das Debakel so oder so interpretieren. Und so plätschert es dahin. Erfreulicherweise kommt über Europa ganz überraschend der Winter, so dass die Presse jetzt wieder sehr stark personalisiert berichten kann, was die Kälte so mit uns macht und/oder wie die Behörden usw. schlampen. Sehr illustrativ wurde heute im Hamburger Boulevardblättchen eine frierende Hochhausfamilie abgelichtet. Die Wohngruppe war wie so viele SAGAs Opfer der Energiesparpolitik. Der zentrale Vorlauf schaffte den plötzlichen Ansturm nicht mehr zu bedienen. Die Frau des Hauses hat sich ihre Hände über den Adventskerzen gewärmt. Nur gut, dass wir schon den vierten Advent hatten. Wie dramatisch!

Die letzte Woche vor dem großen Christenfeste ist angebrochen. Jetzt heißt es noch die spontanen, vom Herzen kommenden Geschenke zu besorgen und die Viktualienvorräte anzulegen. Immerhin haben am nächsten Wochenende die Geschäfte vier ganze Tage zu. Hunger darf nicht sein.

Im Café in der Jarrestraße sitzen auf dem eigentlich für mich vorgesehenen Platz (mit Doppelsteckdose) zwei Muttis, die sich seit zwei Stunden intensiv über ihre und andere Beziehungsprobleme unterhalten. Die kurzhaarige und etwas burschikos wirkende Frau von Jens (= nur unter Zwang geprächsbereit) hat die Andeutung eines Adamsapfels und offenbar Probleme mit Jens' Eltern – also ihren Schwiegereltern. Das ganze Gespräch spielt sich letztlich nur auf der Metaebene statt: „da habe ich mich neben mich gestellt und mal geschaut, was das mit mir macht … “. Da eine Kamera draufgehalten könnte prima die Zeit zwischen den Werbeblöcken am Vormittag füllen. Aber mal ehrlich: ist das nicht viel erfrischender, als wenn sich Männer unterhalten? Klar, auch Männer haben von allem eine sehr feste Meinung, aber Frauen haben nicht das Thema ihrer eigenen Leistungsfähigkeit und Pfiffigkeit.


In den hiesigen Stadtpark kommen jetzt wirklich nur noch die wirklich harten Jungs. Selbst die Frauen bleiben aus. So wie es unter 82 Millionen Deutschen dann doch immer einmal einen Amokläufer gibt, so gab es heute einen von den 1,8 Mio Hamburger, der tatsächlich Sport treibt. Das ist das Gesetz der großen Zahlen.


Am Tisch gegenüber hat sich derweil die Variante mit Kind niedergelassen. Kaum sitzt sie am Tisch, holt sie ihr Händy raus und schnattert mit ihrer besten Freundin über eine andere Freundin. Na klar, auch im Stadtpark und andernorts wird viel kinderwagenschiebenderweise telefoniert. Das ist ja auch de beste Gelegenheit. Das Kind kann sich derweil mit den installierten heraubhängenden Kinderbeunruhigern beschäftigen. Wann kommt endlich Kinderwagenfernsehen? Nur nicht so laut denken: in in kurzer Zeit kommt es auf den Markt.
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