Besuch im NDR: als Student in Halle an der schöne Saale war NDR2 unser Leib- und Magensender. Wir hatten da so einen 13-kreisigen Röhrensuperhet – da ging einiges. Bei Flaschendrehparties lief das Ding auch als Verstäker für unsere Tonbandmusik. Also, wenn wir aus der Reichardtstraße kamen, hörten wir „Musik nach der Schule“ und zur Abendbrotzeit kam der „Club“. DT64 spielte nur eine untergeordnete Rolle. Wir hausten damals zu dritt in ca. 30 qm und fühlen uns im Block 495 in Halle-Neustadt sehr wohl. Heute gehört der zwölfstockige Block dem Studentenwerk und die haben wirklich Mühe, diese Hochhausbuchten an Einzelpersonen zu vermieten. NDR war also das ferne Musikparadies. Und heute habe ich die heiligen Hallen an der Rothenbaumchaussee betreten. Der erste Eindruck: hier ist ein Stück der alten DDR konserviert worden. An allen Ein- und Ausgängen sitzen Pförtner und überhaupt strahlt der Komplex sehr viel Ruhe aus. Da sitzen die Redakteure in ihrem Büro und warten – so erscheint es zumindest mir als flüchtigem Betrachter. Im Unterschied zu früher gibt es nun das Netz als Kurzweilbringer. Was gibt es das nicht alles zu erledigen? Da wird getwittert, gefacebookt, gexingt. Es gibt immer etwas zu tun … Bemerkeswert ist die Technik. An den uralten PCs (MSIE6) hängen nicht die gewöhnlichen Brüllwürfel aus dem Baumarkt, sondern schwarze Plastikkästen. Das wäre noch nicht bemerkenswert. Nein, die Kästchen haben große Klinken- und ¬XLR-Anschlüsse. Übrigens: der NDR scheint der wlanfreieste Platz in ganz Hamburg zu sein. Wenn man auf dem nur einen Kilometer entfernten Isemarkt sein MacBook aufklappt, da purzeln einem zig Netze entgegen. Im NDR nicht einer. Auch UMTS geht nur am Fenster und das auch nur bedingt. Die Verbindung reißt laufend ab.
Auch deswegen soll ¬clap4peace Zeichen setzen. Eine „akustische Lichterkette“ soll symbolisch alle Menschen zumindest beim Klatschen vereinen. Wer klatscht, kann keine Waffe gebrauchen. Auch ein Muslim bekäme das Kunststück nicht hin. Und deswegen muss es auch eine arabischsprachigen Teil des Projektes geben.

TYPO3 und Mehrsprachigkeit: das gehört einfach zusammen. Leider steckt der Teufel im Detail. Aber nun funzt es. Leider liegen die meisten Plugins nicht in arabischer Übersetzung vor, so dass diese Sprachvariante etwas aufwändiger ist. Außerdem ergibt sich durch die Rechtsläufigkeit der Schrift einfach das Problem des veränderten (weil gespiegelten) Layouts. Alle Elemente, die nicht „natürlich“ gestapelt sind, müssen nochmals „angefasst“ werden. In der Kalkulation muss man also für das Templaten noch einmal 50% Zeit draufschlagen. Seltsam: die Haupttextbox lässt sich in der ¬arabischen Variante nicht verschieben.
Twitter ist schon eine zeitbindene Maßnahme. Auf jeden Fall sollte man es sich anschauen. Seit gestern gibt es dort einen ¬Account und schon gibt es einen Verfolger.



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