Rainers Horen
Sonntag, den 21.02.2010 [15:34]
Beim Stöbern im Netz, aber auch in anderen Zusammenhängen, poppen solche ambitioniertem Aufrüttelseiten hoch: ¬artistsforfreedom.net, ¬sunshine4kids.de, ¬worldpeace.de und ¬peaceworld.de und ¬clap4peace.de. Im Sinne der Aufklärung sollen die Betrachter zu besserem Verhalten erzogen werden. Im Idealfall kann man über T-Shirtkauf seinen eigenen Gedankensprung auch materiell manifestieren. Bezeichnenderweise kommt es aber in den seltensten Fällen bis zum Merchandising. Klar warum. Der Elan der ambitionierten Dilettanten ist nu mal begreiflicherweise begrenzt und mit Joomla! und Konsorten kommt eben nur das raus.
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Freitag, den 19.02.2010 [21:08]
Gestern war also wieder ein Photostammtisch und es ging um as Thema „Blitz“. Bisher hatte ich immer die Meinung, das wäre eine Angelegenheit für Pressefotographen und für Dilettanten, die mal schnell bei einer Party Peinlichkeiten ablichten.



Dem ist eben nicht so. Blitze sind eben auch ein künstlerisches Mittel und müssem gekonnt eingesetzt werden. Die einbauten Lichtspucker sind in dem Zusammenhang wirklich nur eine Notlösung. Profis koppeln ganze Armeen von Hochleistungsblitzen über Funk. So sieht es aus.



Hamburg ist voll im Tauwetter. Jetzt erscheint all der Unrat, den der Schnee die letzten Wochen gnädig verdeckt hat. Wahrscheinlich taut das Straßen- und Wegeeis schneller als die zugefrorenen Gullies. Dieses Riesenproblem war heute der Aufmacher des Hamburger Boulevard. Dabei ist es so einfach. Man nennt es Projektdarwinismus oder das 36. Strategem: „Einfach abwarten.“ Die meisten Probleme lösen sich von selbst. Lasst doch das unabgelaufene Wasser einfach stehen. Irgendwann sind auch die Eisblockaden getaut und dann liegt nur noch der Split auf allen Wegen.
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Mittwoch, den 17.02.2010 [08:05]
Man will es fast nicht glauben: aber auch ein MacBookPro geht einmal kaputt. Es ist nichts Ernsthaftes. Der ExpressCard-Slot hat so einen Kugelschreibermechanismus. ReiNschieben und hält. Nochmal drücken und das Modul wird wieder freigegeben. Das ist sinnvoll, wenn das einzuführende Teil fast verschwindet und man zum Entfernen eine Pinzette bräuchte. Besitzer von Digitalkameras kennen das Problem. Bei dem UMTS-Zäpfchen ist das natürlich obsolet. Da ist genügend Anfassmasse vorhanden – fast schon zuviel. Die Feder, die das rote Ding kraftvoll nach draußen befördert, ist noch da und arbeitet gut. Leider trifft das für den Sperrmechanismus nicht zu. Nun kommen die Holzspatel ins Spiel, mit denen man in Cafés die Milch und den Zucker einrührt. Ürigens werden diese Dinger auch gerne von Honigverkäuferinen auf dem Wochenmarkt verwendet.

Bekanntermaßen wird nirgends soviel wie im Internet gelogen. Eine russische Webs mit dem programatischen Namen „?????“ (Nichtlügen) bietet auch gleich den richtigen Dienst in Form eines Lügendetektors an. Die Zielgruppen werden gleich im Aufmacherbild angesprochen: Business, Familie und Beziehungen.

Wie zu erwarten, lügen auch die Anbieter des Polygrafen. Sie sind angeblich Mitglied einer internationalen Polygrafenorganisation, die es allerdings nicht gibt. Zumindenst findet man sie nicht mit der Datengurgel.

Desungeachtet geht natürlich alles mit rechten Dingen zu. Wie auf der ¬Detailseite zu sehen, gibt es neun Sensoren, die auf vielfältige Weise die körperliche Reaktion des Opfers erfassen. Es ist also nicht die einfache Hautwiderstandandsmessung, die eine bekannte amerikanische Kirche als Mittelpunkt ihrer Diagnose betrachtet. Der erste Sensor (?????? ?????-?????????????? ???????) misst tasächlich den allbekannten Hautwiderstand, den auch schon L. Ron Hubbard als Fundament seiner Theorie genommen hat. Die weiteren acht Messmethoden sind allsamt billig zu realisieren, tun nicht weh und sind auch gerade noch im gesetzlichen Rahmen. Letztendlich wird der Proband (potenzieller Fremdgeher, diebischer Supermarktangestellter oder unlauteres Kind) totalverkabelt.



Es ist ja auch ein teuflische Sache: da hat eine Frau einen Anfangsverdacht.
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Dienstag, den 16.02.2010 [08:49]
Das ¬Kafayas hat eine wirklich schöne Webs. Ein wahrhaftes Grafikergesellenstück. Leider ist das hübsche Erscheinungsbild recht starr, um nicht zu sagen unveränderlich.

Der Betreiber würde aber gerne auf seiner Webs den aktuellen Mittagsspeiseplan sehen. Schon deswegen, damit potentielle Mittagsgäste schon mal mediterran eingestimmt werden und dann schon mit vorgespeichelter Mundhöhle einreiten. Dem Mann kann geholfen werden. In einem simplen TYPO3-Verwaltungsbereich kann er sowohl Speisen anlegen. Aus diesen Gerichten kann er dann n Menüs zusammenstellen, die dann immer ab einem bestimmten Tag gelten – so lange, bis es es einen neuen Plan gibt.

Wer also wissen möchte, was es heute (und damit ist der Zeitpunkt des Lesens dieses Artikel gemeint), der braucht einfach hier nur nach rechts schauen. Die Schrift ist etwas pippelig, das aber auch der kleine Grafik geschuldet, da passt das überbordende und wortgewaltige Angebot nur hinein, wenn …
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Montag, den 15.02.2010 [08:49]
Neue Vögel hat der Winter nach Winterhude gebracht. Nachdem wir uns zunehmend vom Bild der kleinen Stadtvögel (Spatzen, Rotkehlchen und Meisen) entfernt und uns an größere Vögel wie Krähen und Elstern gewöhnt haben, kommen nun noch größere gefiederte Freunde in unseren Sprengel. Das scheint ein Gesetz zu sein: die Vögel werden größer –? und hässlicher.

Warum scheitern soviele Webprojekte? Warum explodieren im Projektverlauf die Kosten? Wie entsteht das suboptimale Rufbild einer sehr innovativen Branche?

Das kann natürlich auch am Macher liegen. Leider gibt es in letzter Zeit in dieser sich rasant entwickelnden Branche immer mehr schwarze Schafe, die sich bewusst oder ungewollt völlig übernehmen. Das ist aber ncht die Hauptursache.

Diese Debakel treten leider auch auf, wenn der Macher fachlich perfekt für die Aufgabe geeignet ist und gewissermaßen souverän mit der Technik spielen kann?



Skizzieren wir einmal den Idealfall, der wie schon der Begriff suggeriert, sehr selten auftritt. Da komt ein Kunde mit einer perfekten Idee (Portal/Shop/Community) und möchte sie Gestalt annehmen lassen. Es kommt zu einem Gespräck zwischen ihm und dem Entwickler. Der Entwickler hört sich die Vision an, stellt Rückfragen und beginnt nun gedanklich ein Storyboard (weiland „Libretto“) zu entwerfen. Dann lässt er vor seinem geistigen Auge alle denkbaren und seriösen TYPO3-Extensions vorbeiziehen und prüft, ob er mit diesen Stangenlösungen für den Kunden eine budgetfreundliche Lösung bauen kann. Wenn das nicht geht, dann entwirft und baut er eine eigene Extension, die perfekt diue Kundenwünsche erfüllt. Alles kann so einfach sein. Beide Seiten haben ein gutes Gefühl und gehen leicht tänzelnd und froh aus dem Projekt.

Die Realität sieht anders aus. Der Kunde geht zu einer Agentur, trägt seine unreflektierten Gedanken vor. Der Profischnacker nimmt das auf, stellt fest, dass das seine Leute nicht wuppen können und ruft einen Freelancer an. Jetzt werden so Sätze gebildet wie: „Wir sind derzeit voll belegt, wir schwimmen in einem Ozean voller Aufträge …“ . Der arme Freelancer sagt erstmal zu. Er weiß warum. Beim näheren Betrachten des „Pflichtenheftes“ können sich je nach charakterlicher Ausprägung verschiedene Reaktionen ergeben: er lehnt dann doch ab, er spricht einen anderen Freelancer mit der Bitte um Hilfe an oder er ist sehr optmistisch und fängt einfach mal an. Natürlich dauert es länger als geplant und nun kommt es zu folgendem Phänomen: der Coder wird zunehmend unwirsch, weil sein Stundensatz ist unterirdische absackt und gleichzeitig ruft dann vielleicht der Geldgeber öfters mal an und fragt nach, wann das nun endlich fertig wird und (was noch schlimmer ist) formuliert immer mehr Präzisierungen seiner Wünsche. Oftmals sind das Änderungswünsche, die sich nicht einfach per CSS fixen lassen. Vielleicht möchte eine Idee verwirklicht haben, die ein völlig neues Datenbankmodell erfordert … Jetzt kommt sicher der Einwurf mit dem Pflichtenheft – das ist so ein Schriebs, in dem alle Wünsche an das Produkt aufgeschriebn sind. Schauen wir einmal beispielhaft in solch ein Konvolut: „Die Startseite darf nicht starr in ihrem Aussehen sein, Es muss ohne großen Aufwand möglich sein, das Aussehen komplett zu verändern.“ Gut ist auch eine Formulierung wie: „Die Daten müssen aus dem Programm XYZ (völlig unbekanntes Konstrukt) importiert werden“. Letzter Wunsch ist schon deswegen etwas unpräzise formuliert, weil nicht erwähnt wurde, ob dieser Import einmalig zu vollziehen ist oder im laufenden Bertrieb. Im ersteren Fall wäre eventuel eine Gummilösung angebracht, bei der vielleicht eine Praktikantin die Daten händisch importiert.

Diese „Pflichtenhefte“ sind im Agenturalltag leider keine Ausnahme. Oftmals sind diese Schriftstücke einfach nur Gedankensplitter. Es ist so, als ob der Bauherr zu einem Architekten geht und ein Kostenvoranschlag für sein neues Haus möchte und der Bauherr schreibt so Sätze auf wie: „Die Fahrstuhletagenanzeige soll in Grün sein und im Bad ist mir wichtig, dass die Fliesen runde Ecken haben.“ Ein Angebot soll ja für den Geldgeber vergleichbar sein und das ist nu wirklich nicht gegeben.
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