Rainers Horen
Sonntag, den 14.03.2010 [07:55]
Es gibt schon seltsame Vorstellungen von Recht. In Hamburg darf ein Radfahrer kostenlos sein Rad in der S- und U-Bahn mitnehmen, allerdings nicht in der Stoßzeit, aber dennoch in der Zeit der Hamburger Schulferien. Das zum rechtlichen Hintergrund. Nun gibt es Notsituationen, wo man eben mal schnell zu einem Kunden muss. Die Stadt ist total vereist und so kommt der frevelhafte Gedanke hoch, sich doch mal über diese Regel hinwegzusetzen und wenn nun noch die Bahn fast leer ist, dann gibt es auch kein schlechtes Gewissen. Es kommt wie es kommen muss: in der Kelle springen mehrere Herren in den Waggon und rufen gleich: „Wem gehört das Rad hier?“ Sofort schießen solche Gedanken durch den Kopf wie: „Was passiert bei Ignorierung, zerstechen die dann das Rad, drehen die Ventile raus oder schließen es einfach an.“ Jedenfalls habe ich mich dann gleichmütig hochgeschraubt und bekomme gleich die Frage: „Ist das Ihres?“. So ist eine Casus eingetreten. „Kommen Sie mal mit auf den Perron.“ Hat er nicht gesagt, immerhin sind wir nicht mehr in der Kaiserzeit, aber jedenfalls stehe ich mit anderen Deliquenten draußen. „Kostet 10 € und wenn Sie noch nach Altona müssen, steigen Sie einfach in den Nachfolgezug. Wenn der nicht voll ist, können Sie gerne mitfahren. Ich kann Ihnen allerdings nicht garantieren, dass Sie eine Kollege kontrolliert. Wir müssen das ahnden … “ Also – eine erzieherische Wirkung hatte die Maßnahme bei mir nicht.
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Freitag, den 12.03.2010 [12:49]
Der Winterhuder Gospelchor durchlebt in diesen Tagen eine spannende und erwartungsvolle Zeit. Das ist nicht die die Erwartung des nun endlichen eintreten müssenden Frühlings, sondern es geht vordergründig um einen Wettbewerb um den besten Chor.

Die sangesfreudigen Damen und Herren kämpfen um den Titel „Chormeister 2010“. Also ¬heftig und kräftig klicken (wohten), damit sie auch gewinnen … Es wäre ihnen sehr zu wünschen – auch wenn das Wort „Chormeister“ extrem frauenfeindlich daherkommt.

An der TYPO3-Front geht es munter weiter. Die Open Flash Charts sind wegen ihrer sehr fein möglichen Konfigurationsmöglichkeiten extrem leistungsfähig. Für einen Einbau in ein Redaktionsystems ist viel Pfiffigkeit gefragt. So gibt es Eigenschaften, die in einer variablen Zahl vorkommen können. Denken wir nur an Liniendiagramme. Das hat zu Folge, das die sogenannte Flexform nur bedingt zum Einsatz kommen kann und so kommt ein neues Studierobjekt in das Gesichtsfeld: ¬DynaFlex heißt das Kind. Also heißt es wieder, einige Seiten von so einem Technikkram lesen zu müssen.

Lesen war gestern, das ist die gute Nachricht. Heute guckt man Podcasts. Und so sitzt Kaspar (TYPO3-Erfinder) und Thomas Hempel (auch großer Guru) in einem hölzernen Fahrstuhlschacht oder Besenkammer, beschoßt mit einem BlechMac und erklären uns völlig unnerdig wie das alles so geht. Faszinierend.
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Donnerstag, den 11.03.2010 [13:18]
Letztes Jahr wurde diese wundervolle Anwendung für das moderne Tanztheater Kampnagel gebaut und heute kommt der Gedanke, wie man das noch verbessern kann. Die hübsche Grafik, die den Gewinn der Photovoltaikanlage so ansprechend darstellt, könnte auch in Flash sein. Daraus ergäben sich einige Vorteile: es geht alles viel schneller, der Server wird entlastet und der Endnutzer könnte so wie bei GoogleAnalytics mit der Maus rumspielen.

Da sich das ganze Drama in der TYPO3-Welt abspielt, wäre es nur allzu natürlich, wenn darus eine Extension erwächst. Dann haben andere Coder auch etwas davon. Als Lösungsansatz fällt ¬Open Flash Chart ins Auge. Das ist so eine generische Flashanwendung, die sich über externe Daten (JSON) füttert. Ich liebe es!

Alternativen wäre vielleicht die Google-API, mit der auch EINIGES geht, allerdings ist Google der Teufel und die Chausse liefert doch auch nur Pixelbildchen. Ernst zu nehmen ist noch SVG, aber leider wird das nicht von allen internetanguckprogrammen unterstützt. So bleibt der andere Teufel namens Adobe. Da aber OFC frei daherkommt, ist das wohl das kleinste Übel. Vorteil einer Flash-Lösung: es werden wenig Daten übertragen, die Darstellung kann skaliert werden und mit Mausover lassen sich bemerkenswerte Dinge veranstalten. Wer GoogleAnal kennt, weiß was ich meine. Wen es ernsthaft interessiert: es gibt da eine wunderbare Übersicht über all diese ¬Chartbaumaschinen.

Jetzt wird es wieder total technisch. Schade, die Welt könnte so schön sein. Es geht jedenfalls um eine neue TYPO3-Extension, die gestern schlichtweg „EXT::OpenFlashChart“ getauft wurde. Sie soll es dem Redakteur ermöglichen, solche netten Erfolgsdiagramme ins Netz stellen zu können. Nachdem er seine Zuständigkeit zum Thema überprüft hat, sollte er zuerst den Typ des Charts wählen können, danach kann er die Oberfläche gestalten (Größe, Farbe, Titel, Achsen) und dann sollte er die Daten reinkippen können. Vielleicht kann er auch ein Script angeben, was dann in Echtzeit (wieder dieses wichtige Wort) Daten von irgendeinem Prozess oder Sensor abholt.

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Mittwoch, den 10.03.2010 [13:13]
Bevor wir wieder in Technik schwelgen kommt erstmal eine kurze Abschweifung. in Hamburg gibt es eine sehr ambitionierte Märchenerzählerin, die sogar (wie wir hier rechts sehen können) im Fernsehen war. Es muss mohl ein Privatsender sein, denn die nette, anmoderierende Sprecherin bildet den Satz: „Wer erinnert nicht die schönen Stunden …“. Ganz oberlehrerhaft heißt das im Germanistendeutsch: „sich erinnern an “. Aber nicht so, das ist englische Grammatik. Das ist ebenso ein Stuss wie „ … in 1989 fiel die Mauer …“. Tatsächlich „fiel sie im Jahre 1989“ oder „sie fiel 1989“. Nun mag das ein völlig überflüssiger Gedankenfluss sein und Deutschland hat andere Probleme als den richtigen Gebrauch intransitiver Verben. Aber dennoch ist das einfach eine kulturelle Errungenschaft und richtige Sprache trägt auch zur unmissverständlichen Kommunikation bei. Schade für Alexandra. Wird doch ihre Sprachgewalt so schludrig eingepackt. Das macht keinen Sinn ;-))

Gerade im Netz gefunden: „In der deutschen Sprache haben viele Abstrakta einen männlichen Artikel. Artikel werden hier ausschließlich grammatikalisch verwandt und bevorzugen kein biologisches Geschlecht, schon gar nicht bei Berufsbezeichnungen oder Funktionen im Organigramm. Wo möglich werden trotzdem indifferente Pluralformen oder weibliche Abstrakta gewählt.“ – auch nicht schlecht.

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