Rainers Horen
Sonntag, den 18.04.2010 [16:53]
Dieser herrliche Blick vom Süden nach Berlin begleitet die Wissensdurstiges Geowissenschaftler der Freien Universität Berlin in Lankwitz in jeden Tag vom 6. Stock des suizidgesicherten Büros: In Hamburg ist man nicht so ängstlich – da sind weit höhere Fenster öffenbar. So gibt es im Grindel in jeder Wohnung genügend Gelegenheit, allerdings nicht im öffentlich zugänglichen Treppenhaus. Aber ist das nicht eine rein symbolische Maßnahme? Der Lebensüberdrüssige könnte ja die Scheibe einschlagen - oder?



Thema in der FU Berlin war eine GPS-basierte iPhone-Web-App. Beim flüchtigen Hinschauen erscheint die webbrowserbasierende Lösung viel charmanter, da man nicht für jeden kommunnikativen Handschmeichler eine native Anwendung schreiben muss und das Angebot des Audio- und Videotags in HTML5 ist verführerisch. Leider steckt der Teufel im Detail. Das iPhone startet zwangsläufig Quicktime und spielt es eben nicht in der Weboberfläche ab. Das PalmPre hat große Probleme mit dem richtigen Anzeigen der Videos. Gibt man die Breite vor, dann wird die Höhe nicht automatisch angepasst. Wird das PalmPre senkrecjt gehalten und der Film ist Breitformat, dann dreht der Player 90°, weil er denkt, das passe dann besser. Allerdings bleibt die Seite stehen, was dann total putzig aussieht. Das Verhalten lässt sich nicht abschalten. Dreht der Nutzer den PalmPre, dann kommt alles durcheinander. Audio lässt sich auf dem iPhone nicht ohne Nutzereingabe abspielen – somit entfallen automatische Benachrichtigungen bei Annäherung an Wegpunkte. Viele ¬schöne Sätze von Apple hauen auf dem iPhone nicht hin. Letztlich ist das ganze System recht hakelig und kann bestenfalls die Hoffnung auf bessere Zeiten nähren.
Beitrag kommentieren

Sonnabend, den 17.04.2010 [15:34]
Erst der Absturz des polnischen Hofstates, nun blockiert eine stratosphärtsche Aschewolke den gesamten europäischen Flugverkehr. Sind das nicht alles Vorboten des an angekündigten Weltuntergangs? Schon die alten Mayas haben es gewusst und nun kommen die Einschläge immer näher. Alles bricht zusammen …



Beitrag kommentieren

Freitag, den 16.04.2010 [16:41]
Seit gestern sind wir nun in der Hauptstadt unseres tapferen Vaterlandes. So eine Mitfahrgelegenheit ist immer wieder ein Born von Eindrücken. Die beiden Fahrerinnen waren gerade mal volljährig und hatten den Führerschein auf Probe. Ist ja alles OK. Der dritte Mitfahrer kam gerade vom erfolglosen Bewerbungsprozedere als Fluglotse wieder und schimpfte auf eben selbiges. Das Ganze ging wohl über 7 Tage und er war in der letzten Runde. Angeblich war er zu gesprächig – so das Urteil der Jury. Meine tröstend gemeinte Vermutung, dass es wohl sehr viel mehr Bewerber als Stellen gäbe, verneinte er barsch. (?) Nein, es gäbe zuviele falsche und unfähige Bewerber. Ob diese Einstellung des gesunden Selbsbewusstseins vielleicht das Auschlusskriterium war? Jedenfalls war die ewig kichernde Beifahrerin gleich scharf auf den Knochen. An der ersten Tanke habe ich sie alleine gelassen und das Schicksal seinen Lauf nehmen lassen. Das sind also die Wirtschaftslenker von Morgen …

Ankunft Berlin-Friedrichshain: mehr Ostberlin geht nicht. Riesenplattenbau an Plattenbau, ein rosarotes Versorgungsrohr schlängelt sich längs der Straße der Pariser Kommune.
Beitrag kommentieren

Mittwoch, den 14.04.2010 [08:03]
Vielleicht ist schon jemand über Preisvergleichsportale gestolpert. Ein kurzes Gurgeln nach „Preisvergleich“ bringt eine Handvoll solcher Angebote zu Tage. Ich gleich mal naive Zähne zu ziehen: das sind keine Partisanenaktionen, sondern eben doch handfesten Geschäft. Das sind gewissermaßen Werbeplattformen, in die sich die Betreiber der Webshops einkaufen können. Der Schreiber dieser Zeilen hat die große Ehre, an solch einem Projekt für ein bekanntes Hamburger palindromisches Versandhaus mitarbeiten zu dürfen. Genau gesagt, darf ich es auf TYPO3 umstellen. Eine wunderbare Aufgabe.

Nun hat sich über das durchaus lukrative Geschäft ein Wölkchen geschoben. Es ist vorkekommen, dass die angekündigten günstigen Preise nicht gestimmt haben, wenn sich der ahnungslose Nutzer zum Shop begeben hat. Der Shopbetreiber ändert Preise und aus welchen Gründen auch immer, sind diese Änderungen auf dem Portal nicht zeitnah sichtbar. Die Vermutung der Absicht liegt natürlich nahe. Nun gibt es ein spektakuläres BGH-Urteil, das diesen Mißstand anprangert und „ehrsamen“ Shopbetreiber in die Bredouille bringt. Nicht nur, dass diese irrführende Preisansage oftmals am Browsercache oder am Internetanbiter-Proxy hängenbleibt, nein: oftmals können diese Shops überhaupt nicht diesen Wünschen des Gesetzgebers nachkommen. Warum? Dilemma der IT-Industrie. Mehr sage ich jetzt nicht. Es ist so ein Paarung aus Blödheit und Chuzpe. Wenn ich einen Shop hätte, würde ich jetzt diesen Werbevertrag mit den Portalbetreibern aufkündigen. Abmahnungen sind zu teuer. Wäre das nicht eine Geschäftsidee – da jetzt helfend unter die Arme zu greifen?

Leider gibt es jetzt auf technischer Seite zwei sich widersprechende Forderungen: einmal möchte man dem Netzverkehr minimieren – man wird also die ursprüngliche Datenquelle nicht jedesmal abfragen und die Produktinformation zwischenspeichern. Allerdings kann das Verfahren die Abmahner auf den Plan rufen. So werden wir die eigentlichen Preisinfos per Ajax nachladen. Die Webseite ist dann schon vollständig da und angezeigt und eine knappe Sekunde später werden die Preise aktualisiert. Ist natürlich ein zusätzlicher Aufwand und bedarf „Herrschaftswissens“. Gut, das trennt dann zusätzlich die Spreu vom Weizen.



Schon wegen des besseren Wetters hat heute (oder auch vielleicht schon gestern) die Schumachersaison begonnen. Noch etwas frisch, aber das Bier schmeckt schon mal.
Beitrag kommentieren