Rainers Horen
Sonntag, den 23.05.2010 [12:25]
TYPO3Camp, 2. Tag: das gestrige, tagausklingende Grillen hat irgendwo auch geschlaucht. Grillen in Hamburg – das geht für einen echten Thüringer eigentlich gar nicht. Da werden irgendwelche „Würste“ auf Briketts schwarzgekokelt, dazu gibt es frische Salate und Majonäse. Es sträubt sich alles in mir, dazu weitere Einzelheiten bekanntzugeben. Nach dem Frühstück (Nichthamburger: „Was sind das das für zimtige Gebäckstücke?“) geht es wieder um die Themenvergabe. Als Schwerpunkt scheint sich heute „Mailing“ und angrenzende Gebiete wie Hochverfügbarkeit, Security, SEO und social Marketing.



Sicherheitsprobleme sind auch wichtig, aber der ganze socialKram. Da kommt was Neues aus Amiland. Die Dinger nennen sich @gowalla, @foursquare und @friendticker. Da markert man mit dem iPhone, dass man gerade in einer Kneipe ist und wenn ich dann oft genug dort war, bi ich Premiemuser und bekomme vielleicht eine Pizza gratis. Die Leute sind dann extra oft in einem Café – nur um dort um die Punkte zu kämpfen. Klingt erstmal aus Marketingsicht sehr geil, aber nun weiß ja der Einbrecher, wann die Wohnung frei ist … Mehr dazu auf [ im Twitter] Elke berichtet vom SocialMedia-Monitoring.



Es gibt Anwendungen, die ständig beispielsweise Markennamen monitoren. Da taucht ein Forumsbericht auf, dann wird überprüft, ob das ein Meinungsmacher ist, wie präsent der im Netz ist und reagieren in Echtzeit. Dell und Starbucks ist da wohl Marktführer. Im Extremfall twittert jemand, dass der Kaffee lauwarm ist und bekommt vielleicht sofort einen neuen Kaffee. Das Opfer twittert dann wohlwollend und schon ist die Welt wieder in Ordnung.

Wenn man das selber realisieren will, muss man wissen, dass beispielseise Twitter immer nur 3000 Tweets rausgegeben werden. In der Masse von Informationen unterzugehen, ist eine Illusion. Dank dem Befehl 'grep' lassen sich in Sekundenbruchteilen riesige Datenmengen durchforsten. Radian6 ist so eine Software und kostet 500€ im Monat. Da gibt es aber auch kleinere Teile. Der Aufwand, um das selber zu bauen ist nicht zu unterschätzen, weil die APIs recht hakelig sind und nur für eine eigene App lohnt dann der Hackingaufwand nicht.


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Sonnabend, den 22.05.2010 [15:04]
Das TYPO3-Camp hat schon früh am Morgen begonnen. Über 100 Leute aus ganz DACH-Land freuen sich auf die nächsten zwei Tage. Erfreulicherweise ist der Frauenanteil doch recht hoch. Noch geht es um die Vergabe der Themen. Das Publikum ist natürlich sehr gemischt. Neben den Cracks sind dieses Jahr auch viele HTML/CSS-Slicer am Start. Das sind die armen Geschöpfe, deren Aufgabe darin besteht, die kreativen Ausdünstungen grafikverliebter Designer in Webtechnik umzusetzen. In Wahrheit bekommt man solche Leistungen für $99 overnight aus Bangalore – nur weiß das nicht jeder und so gibt es Brot für deutsche „HTML-Programmierer“, die dann sicher etwas mehr Geld brauchen.



So, nun ist die erste Session von Felix aus dem hohen Norden. Thema ist Extbase. Das ist für die meisten Menschen auf diesem Planeten nicht wirklich spannend. In der Metaebene kommen wir zum Thema „Experten-Laien-Kommunikation“. Ist schon schwierig, wenn jemand zu sehr begeistert ist …



Die zweite Session darf ich nun halten. Da kann ich aus stolzer Bescheidenheit nichts dazu sagen. Ist das nicht wunderbar, wenn möglicht viele Menschen meinen rhetorischen Ergüssen ausgeliefert sind? Der Trick ist einfach der, im Plenum ein möglichst geiles Thema von allgemeinem Interesse anzukündigen und schon schnellen viele, viele Hände nach oben und erwarten erkenntnisstiftendes Wissen. Ätsch, da kommt was ganz Anderes. Noch keine Ahnung. Nein, es wird lustig.

Dritte Sitzung: „Migration zu Version 5“: Christian vom Coreteam setzt sich auf die forderste Bank flüstert aus dem Nähkästchen. Das ist insgesamt ein streitbares Thema. Letztlich Es gibt Fundis und Realos. Die einen müssen die Wünsche der Kunden erfüllen und andere fröhnen ihrem akademischen Programmierhobby. Ist die neue Version schnell? „Performance ist ein Feature“ – so wird Robert L. nachgesagt.



Nach dem Mittagessen: Nutzbarkeit des Backends für Redakteue. Ist schlimm und nicht amerikanisch. Dokumentation ist oftmals eine symbolische Handlung. Web ist ein flüchtiges Medium und dazu brauchts keine Schulung. Und jetzt kommt TYPO3 mit seinem Backend, das einem Sozialhilfeantrag ähnelt. Da ist auch auf Redaktionssicht auch ein Lernprozess nötig. Eine Kutsche ist nun mal einfacher zu bedienen als ein Auto. Trotzdem lernen viele Menschen Auto fahren. Klar, der Nutzen ist offensichtlich – zumindest im Auto.



Nun ist Volkers große Stunde. Sein Baby ist das Shopsystem in TYPO3. Außerhalb der TYPO3-Welt gibt es wohl Shops, aber die haben dann kein CMS und sind deswegen sehr eigeschränkt. DEr Grundgedanke war damals ein System zu erschaffen, das nicht alles abdeckt, sondern mehr ein Framework, das offen für alle Erweiterungen sein sollte. x:Commerce ist nett und von einem Studenten kann man das für einen Riesen haben. Erweiterungen? da können die Kosten leicht expodieren. Ein großes Problem ist immer das Payment. Immerhin ist ja genau das, was wir wollen, es ist gewissermaßen der Zweck eine Shops. Nach Aussage von Volker geht das alles, die Frage ist ja nur, was dann für Kosten kommen.



Ein Genie aus Berlin stellt ein System vor (¬T3Flex), mit dem man über individuelle Flexanwendungen Daten in TYPO3-Seiten einpflegen kann. Es ist eben schwierig, sehr vieen Leuten irgendwelche Schulungen anzubieten. Dann wird eben eine eigene (Air-)Desktopanwendung gebaut, die dann die Daten entgegennimmt und vorgekaut der TYPO3-Instanz hinwirft.

Das Rausschmeißerthema vor dem Grillen bestreitet nochmals Christian. Obwohl das Thema „Caching“ wie ein Männerding klingt, sind doch Frauenzimmer anwesend. Kress.de versendet täglich News, die dann einen Besucherschwapp auslösen. Der Ansturm wird von einer Standard-12GB-RAM abgefrühstückt. Leider gibt es auch dynamischen Inhalt und der verzögert die Auslieferungszeit von 30ms auf ca. 100ms. Und das ist viel.
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