Rainers Horen
Sonntag, den 18.07.2010 [20:01]
So sind die Elsässer: nicht nur dass die allfälligen Kreisverkehre nach dem zwanzigsten Male vollends beschwindeln, da stellen sie auch noch an völlig sinnfreien Stellen Verbotsschilder aus, die vom Design her sehr an die Blütezeit des großen Generals Charles de Gaulles erinnern.



Also selbst wenn der dreiste Autofahrer es wollte, in den Urwald kann man noch nicht einmal mit einem Öko-SUV reinfahren. Aber diese Großstadtjeeps sind eh nur Einkaufswagen für die Biomarkt ?-))

Auch nichtminder drastisch ist die Warnung an einer wunderschönen Picknickstelle direkt neben dem Gerstheimer Wasserkraftwerk. Vor dieser Rutschsitation besteht schon Horror, zumal dann ja gleich die Turbinen kommen. Eine Identifizierung wird im Falle der Fälle schwierig.

Erwachsenenrutsche

Auch für unsere ältere Generation kommen neue Ideen aus Frankreich. In Deutschland kann die Tragebehinderte bestenfalls zwischen verschiedenen gedeckten Farben wählen – im Land jenseits des Rheins kann Dame von Welt auch politisches Bekenntnis, ihre Begeisterung für Pelze oder Katzen kundtun.

Beitrag kommentieren

Sonnabend, den 17.07.2010 [09:04]
Was in französischen Supermärkten bis auf das wesentlich breitere Lebensmittelangebot anders ist: es riecht noch noch mehr nach Rattenscheiße, auf den Namensschildern der Fließbandarbeiterinnen stehen ihre Vornamen und Obst und Gemüse wird von Angestellten i der entsprechenden Abteilung gewogen. Es gbt also keine Wägekassen im Kassenbereich, noch traut man (so wie in Deutschland) dem Kunden bei der Selbstabwäge. Auch ja, und noch etwas: ein „Café au lait grande“ ist weder ein Kaffee-Oh-Lä und schon gar nicht groß. Es ist ein normaler schwarzer Kaffee aus dem Automaten. In der Türkei gibt es ja auch kein Döner Kebab ;-))
Beitrag kommentieren

Donnerstag, den 15.07.2010 [16:10]
Das menschliche Hirn ist zu wahren Purzelbäumen fähig und sehr phantasievoll. Falls jemand Zeit übrig hat, dann muss er nicht Gedichtände lesen, sondern kann sich auch sinnstiftende Kurzweil über Esolyrik verschaffen.

Gestern fiel mir beim gelangweilten Schlendern durch die Auslagen unseres EM-Ladens das Prospekt „Ausgeglichene Lebenskraft“ in die Händen. Also Chapeau für diese Poesie! Von der Unternehmeskomunikation gesehen ist das schon perfekt gestaltet. Es beginnt mit einem sehr persönlichen Einführungskapitel „Wie alles begann“, dann werden neue Probleme und Begrifflichkeiten eingeführt. Es gibt Orac, Bovis, GI und das allbekannte Yin&Yang. Bovis ist offenbar Allgemeinwissen – es wird nicht erklärt. Orac ist einfach nur die Menge der Antioxidantien, die ein Lebensmittel enthält, Damit auch die oftmals solchen energetischen Fragen obstinat seienden Herren weiterlesen, gibt es folgende nette Bildunterschrift unter eine Frucht, die ein wenig wie eine Muschi aussieht: „Die Durian wird Königin der Früchte genannt. Sie wird von diversen Rohkost Gurus gelobt und in Indonesien als Aphrodisiakum gepriesen. Der Indonesische Spruch: 'durian jatuh sarang naik' bedeudet 'wenn die Duriane fallen, stehen die Sarongs.'“ Wir wissen nicht genau, was Duriane sind – aber das erschließt sich wohl von selbst ;-))

Es werden nicht nur nachhhatige, hochenergetische Produkte aus fairem Handel und mit sozialer Kompetenz feilgeboten, sondern auch Teile, die sich durch besondere Hygenie („Qi-Board: 3 bis 5 mal hygienischer als andere Schneidebretter“) herausstellen. Hier wird also eine Angst bedient, die sehr persönlich ist und nicht auf globale Problemlösungen abzielt. Einen wissenschaftlichen Anstrich hat das Brettchen auch noch: „Eine Uni-Studie zeigt, dass …“ – ein Satz, den man immer bilden kann. Der ist sicher nicht justitiabel.

Aber auch hier zeigte sich die poetische Schönheit des Schrifttums: „Ein Qui-Board gehört zum Slow-Food-Gedanken. Ihr Amanprana Kampferlorbeer-Qi-Board sorgt für Resonanz und Verbundenheit mit Ihren Nahrungsmitteln. Es ist attraktiv und strahlt positive Energie aus. Sowohl von Ihnen als auch von der Nahrung auf dem Brett. Er erzeugt sozusagen eine positive Wechselwirkung. Das Qi-Board verschafft bei der Zubereitung Ihrer Gerichte ein gutes Gefühl. Ihre Liebe geht darin über. Und ein Gericht mit liebe zubereitet schmecken Sie heraus! Es verschafft mehr Energie ud Zuneigung. Wenn Sie das Qi-Board nutzen vergeht die Zeit langsamer. Sie möchten sich mehr Zeit für die Zubereitung Ihrer Mahlzeit nehmen.“


Beitrag kommentieren

Mittwoch, den 14.07.2010 [20:38]
Die letzten Tage war neben dem Wundenlecker und dem Nachdenken, warum es wohl nun schon dreimal zum gefährlichen Köpfer mit dem PEGASUS kam, immer noch und immer mehr das Thema mobile Apps angesagt. Das Wochenende war gefüllt mit JQTouch und heute soll es Sencha Touch sein. Was – wieder etwas Neues? Sencha ist eine Umkonfirmierung von extJs, dem erfgreichsten Backend-Javascript-Framework. Das Ganze kommt also aus der Ecke der desktopähnliche Webapps und soll auch SVG unterstützen. Da nun auch das TYPO3-Backend mit extJS (=Sencha) gemacht ist, darf man gespannt sein. Erfreulicherweise gibts auch eine XING-Gruppe …



Wie geht es nun weiter und wie kommt man zu solchen hübschen WebApps? Die Frage ist doch (wie immer), wohin marschiert der Webwahnsinn, in welches System ist es sinnvoll, Zeit und Energie zu investieren? Im ¬T3N-Blog stellt sich es so dar, als ob Sencha eine Zusammenfassung aus extJs und JQTouch ist. Das wäre dann wieder ein anderer Aspekt. Der Artikel im ¬Golem macht auch Hunger auf das neue Werkzeug. Selcha unterstützt iPhone und Android. Da es sowieso auf Standards setzt, sollte es auch auf anderen mobilen Handschmeichlern laufen.

Der ¬nebige Lehrfilm zeigt nochmals die Möglichkeiten von ¬Sencha. Ist letztlich so etwas wie Flex – nur schöner, weil Standard. Dokumentationsseitig gibt es einen Schnelllehrgang, der einen Geowittermonitor beschreibt. Der Rest ist reine API-Beschreibung. Da bleibt also viel Zeit zum Rumprobieren.

Das scheint nun alles sehr funktionell zu sein. Dieses ganze Konstrukt in TYPO3 abzubilden ist eventuell gar nicht zielführend. Wahrscheinlich wird der meiste Code im HTML/JS-Template stehen und nur Teilbereiche sind tatsächlich redaktionell beeinflussbar. Das ergibt auch einen gewissen Sinn.

Gutes, empfehlenswertes Produkt: das Internetradio IPdio von dnt. Auch ohne Handbuch braucht ein durchschnittlich affiner Mensch um die ersten Sender per WLAN zu hören. Auch das Programmieren der Senderliste klappt auf Anhieb. Da seit 90 Jahren der Standard immer noch ca. 1V Analogsgnal ist, kann man das supergeile Moderndings auch spielend leicht mit dem SABA Stereo Freiburg Vollautomatik verbinden. Da werden 52 Jahre überbrückt!

Beitrag kommentieren

Dienstag, den 13.07.2010 [11:36]
Heute schläft ein Audi-Fahrer aus dem Main-Spessart-Kreis bestimmt unruhig. Aber alles nach und nach: gerade will ich heute 11:10 Uhr ordnungsgemäß bei Grün die Kreuzung von der Altonaer Straße/Schulterblatt Richtung Backpacker-Hostel überqueren, da will mir ein entgegenkommender und linksabbiegende Fahrer eines schwarzen Audis die Vorfahrt nehmen. Um noch Schlimmeres zu vermeiden, bremse ich instinktiv. Das führt beim MountainBike allfällig zum Köpfer – ein Phänomen das schon Uwe Timm in seinem amüsanten Roman „Der Mann auf dem Hochrad“ sehr eindrucksvoll geschildert hat. Kurzgesagt ging ich über den Lenker und lag bei schönem Wetter auf dem Schulterblatt. Der Südhesse aus dem Spessart glotzt mich seelenruhig an, gibt Gas und entschwindet Richtung Doormannsweg.

Als ich mich aufrapple (leider habe ich mir geistesgegenwärtig die Nummer nicht gemerkt) steht ein Saniauto vor mir. „Ja wir haben das mit dem schwarzen Audi gerade gesehen. Sollen wir Sie ins Spital fahren?“ Ich (unter Schock und doch geistesgegenwärtig): „Zu dieser angestrebten, fakturierbaren Leistung wird es nicht kommen, ich habe nur oberflächliche Schürfwunden, ansonsten keine Maläschen.“

Was bleibt? kurzzeitige Aufmerksamkeit und der Gang zur Davidswache. Dort ist es prima klimatisiert und so diktiere ich eine Strafanzeige, die der PK in ein kleines Vokabelheft kritzelt. „Das ist ein amtliches Dokument.“ OK, ist ja immerhin paginiert. Vermutlich kommt nach einigen Wochen ein Brief der Staatsanwaltschaft mit der Mitteilung der Verfahrenseinstellung.
Beitrag kommentieren

Montag, den 12.07.2010 [20:25]
Schon gestern machte die Rede vom heißesten Tage die Runde. Heute war es noch besser. Die Straßenlinden werfen derweil maximal ab. Vermutlich ist die Natur wieder schlau und „weiß“ von einem harten Winter, aber darauf sind wir schon vorbereitet, das kennen wir vom letzten Winter, in dem die Alster zufror.



Ansonsten geht der mobile Wahnsinn weiter. Diese Horen gibt es ja nun auch in der mobilen Variante. Technische Grundlage ist iUI, die Javascript/CSS-Bibliotek vom Firebugentwickler. Patrick Lobacher hat darüber ein Buch verfasst (iPhone OS Webenetwicklung) und ich habe mich schon gewundert, warum er sich so ausführlich mit dem Quelltext beschäftigt hat.

Jetzt ist es klar: es gibt keine Dokumentation (bis auf die Quelle) und so verwundert es nicht, dass sich der T3-Patrick so verbissen hat. Nun gut – dieses Webkit war Pionier und als Vorübung für das JQTouch zu verstehen. Das Kit arbeitet mit JQuery (prima!) ist ist auch ein klein wenig dokumentiert. Jonathan Stark aus Kanada ist da wohl der Schöpfer diese Systems. Sein Buch hat es sogar bis auf de deutschen Markt gechafft. Er tat es wohl in Hinblick auf das geniale phonegap, was aber nun leider wegen liederlicher Gedanken von Steve Jobs gestorben ist. So ist er nun mal – der Salvatore der Menschheit. Das Buch (mehr oder wenig durch das STOPP von Steve) ist völlig wertfrei, wird aber immer noch fleißig angepriesen. Sein Baby JQTouch ist nun in SenchaTouch aufgegangen und Jonathan ist nun in der Firma der Projektleiter. Hat sich der Fleiß für ihn dann doch gelohnt.
Beitrag kommentieren