Rainers Horen
Sonntag, den 29.08.2010 [16:23]
Gestern ging in der Gertigstraße die Welt unter und das Gelbe Rad lag in der Gosse. Wie dramatisch – aber nach Sturm kommt meistens wieder Sonnenschein und so gehen wir frohen Mutes in den Sonntag.



Übrigens ist Regen sehr schwierig abzulichten, bräuchte man doch extrem kurze Belichtungszeiten, aber leider ist es in dem Moment auch recht dunkel. Da üben wir nochmal.

Heute ist fast schon perfekte Sicht. Lange genug hat der Regen die Luft gereinigt.


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Sonnabend, den 28.08.2010 [20:44]
Goethes Geburtstag – was ist sonst noch aus dieser besten aller denkbaren Welten zu berichten? Das Projekt der multimedialen Galerie kommt in die Phase des Endspurt. Wie zu erwarten war, dauert das Ding eben doch wieder länger als geplant. Da soll tagesabhängig eine Gruppe von Vorschaubildchen erscheinen. Diese Daumennagel kündigen Videos oder Stepkarusells an. Wem sich letzterer Begriff nicht erschließt: das ist die Darstellungsform, die moderne Großsichtaufsteller nutzen. Da erscheint die erste Werbung und schwuppdiwupps schiebt sich die nächste Produktanpreisung ins Sichtfeld. Das geht auch waagerecht, insbesondere im Web. Technisch gesehen ist das eine Orgie aus Javascript, HTML und Stylesheets, die von TYPO3 aus gesteuert wird.

BILD trifft arte. Klingt bizzar – ist es auch.Heute kommt im Kulturkanal „Bei Anruf Mord“ in 3D und dazu brauchts diese Spezial-Brille. Woher nehmen? BILD war heute auch 3D und deswegen lag diese Pappding bei. Seltsame Kooperation. Nun ist das Wort schon dreimal gefallen ud es fragt sich, was das nun wieder ist. Es ist der Versuch der Industrie, uns immer wieder dazu zu verleiten, alte Geräte unseren Eltern zu schenken und dann die neue Generation zu kaufen. Eigentlich gibt es nur einen Quantensprung – nämlich der Übergang vom Adenauerschwarzweißfernseher zur Farbegucken à la Willy Brandt. Wer erinnert sich noch an Stereo, Pseudoquadro, PAL-Plus und 5.1? Wollte doch keiner haben.

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Freitag, den 27.08.2010 [12:13]
Datenschützer schlagen Alarm: Hunderttausende Schlecker-Datensätze sind in freier Wildbahn. Die Drogeriekette hat keine Schuld, sonder der Dienstleister. Wer sich in Webagenturen rumtreibt, weiß, wie das passieren kann. Schweigen wir still. letztlich sind diese Vorkommnisse – denke wir nur das letztjährige Debakel bei kartenhaus.de das beste Argument, um in Kundengeldgesprächen Wertigkeit herzustellen. Webseiten sind nun einmal Opferlämmer. Sie laden gelangweilte Scriptkiddies förmlich zum Spiel und Unheilanrichten ein. Wenn dann noch wegen Kostendruck und/oder Profitgeilheit an einfachsten Schutzmaßnahmen gespart wird, dann dem ambitionierten Dilettantismus Tür und Tor geöffnet. Oft genommen: ein eMailadressenaufsammelndes Kontaktformular. Weil es schnell gehen muss hat es konzeptionell weder Spanschutz noch eMail-Bestätigung. Auch hier gilt der Spruch: „Mehr geht nich … ". Jeder, der gewisse Zauberworte in die Datengurgel eingibt und sich das Progrämmchen runterlädt und auch noch startet, kann in Abhängigkeit von seiner Internetanbindungsgeschwindigkeit pro Sekunde viele neue Newsletteranmeldungen in die Datenbank schreiben. Ein Tag hat viele Sekunden. Es gibt übrigens auch eine Firefoxerweiterung, die solche üblen Spielereien auch schon kann.

Warum ist die Welt so und nicht ein klein wenig besser? weil bei solchen Projekten nicht der Macher zu Rate gezogen wird, sondern der creatve Designer alles vorgibt. Und dann heißt es, das Layout sei abgenommen und aus energetischen Gründen rast dann die Lore unaufhaltsam auf dem Werksbahngleis ins Tal (bis sie dann unten aufschlägt).

Unsere Republik wird gerade mit elekronisch auslesbaren Personalausweisen asgestattet. Zur Sicherheit muss der Besitzer (und hoffentlich auch Eigentümer) der ID-Card eine Geheimnummer eintippen. Es gehört zu den Binsenweißheiten der EDV, dass solche Tastatureingaben immer auf einer zur Karte gehörenden Tastatur und nie auf der PC-Tastatur einzugeben sind. Warum? Weil Tastature ingaben auf unsicheren Systemen wie Windows mittels Trojaner immer mitzuloggen sind. Die neue, zukunftsweisende ID-Card ist aus Kostengründen ohne eigene Tastatur und besteht nur aus einem Leseschacht und dem Chip, der das Signalspiel des Kartenchips nach USB umsetzt. Gruselig! Das ganze Konstrukt ist aus Sicherheitssicht ein Alptraum und ist deswegen auch nicht gerichtsverwertbar. Entsprechende Prozesse kommen mit Sicherheit.

Was treibt der Freelancer bei solchem für Hamburg völlig untypischen Retterwetter? Er baut zum x-ten Mal eine Bilder- und Filmgalerie. Auch in TYPO3 gibt es da schon viele fertige Lösungen, aber erfahrungsgemäß sind die meistens entweder sehr dilettantisch gebaut und/sehr speziell auf eine Darstellungsvariante ausgelegt. Da im gegenwärtigen Projekt eine Anbindung an eine Eventdatenbank angesagt ist, wäre eine Verbiegung einer Instantlösung nicht zielführend. Diese Kostenerhöhung ist letztlich auch eine Folge der unidirektionalen Befehlskommunikation und so sitzt der TYPO3-Evangelist in seinem Lieblingscafé und hackt eine Individuallösung – gut wird ja wohl auch bezahlt.

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Donnerstag, den 26.08.2010 [22:46]
Jetzt mal was für die Landratten, das sind die, die die Hamburger (herrliche Aliteration) als „Fischköppe“ titulieren. So gestaltet sich ein Alltag. Mit dem Fahrrad an der Alster längs zur Speicherstadt, dort auf die Barkasse und ab die Elbe gen Nordsee bis Fischmarkt, dann noch wenige Meter und schon ist das Büro im achten Stock der ehemaligen Hopfendarre erreicht. Den ganzen Tag ziehen die Pötte vorbei, Mittags gibt es Leckeres vom Türken auf der Reeperbahn und als gerade Feierabend ist, da hupt es laut und die Queen Mary ? zieht am Fenster majestätisch vorbei. Mehr geht nun wirklich nicht.



Mehr an Blödheit gibt auch das letzte Bundestagsgesetz nicht her. Laut dem neuen Gesetz darf sich ein Arbeitgeber nicht mehr auf privaten Plattformen (facebook, studiVZ) über den Bewerber schlaumachen. Er darf bestenfalls auf „Profiplattformen“ wie XING umtun. Wenn dieses Stöberverbot überhaupt einen Sinn ergibt, dann liegt er wohl darin, dass die Sekretöse nicht schreiben darf: „Sehr geehrter Herr Mustermann, wir haben Sie leider auf den ganz rechten Stapel gelegt, weil wir auf Facebook feststellten mussten, dass Sie einen überdurchschnittlich liederlichen Lebenswandel und einen linksradikale, träumerische Lebenseinstellung haben. Betrachten Sie diese Absage bitte nicht als persönlich … und wir sind ganz sich, dass mit Ihren überdurchschnittlich… " usw. Sie muss also weiterhin schreiben: „Es ist uns wahrlich nicht leichtgefalllen einem anderen Bewerber … Viel Glück auf Ihren weiteren … Seien Sie versichert … “
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Mittwoch, den 25.08.2010 [21:01]
Die islamische Idee von der reinen und unreinen Hand macht sich in Deutschland im breiter – so seit längerer Zeit in Lebensmittelverkaufsständen zu sehen. Das hat die Verkäuferin über der rechten Hand einen zarten Gummihandschuh an, mit dem sie die Brötchen bei „Dat Backhuus“ anfasst. Mit der linken, unbewehrten Hand jongliert sie mit dem Geld. Warum? Aus Faulheit zieht sie den Handschuh nich tausendmal am Tag an und aus und teils den Hygienelevel auf ihre beiden Hände auf. Kann sie dann nicht gleich auf die Überzieher verzichten? Nein, natürlich nicht, denn der sichtbare Handschuh hat eine hohe Symbolkraft. auch der Pfarrer, der am Sonntag aus der Bibel liest, könnte das aus dem Kopf machen. Er kennt die Texte, dennoch schlägt er die Prachtausgabe auf und tut so, als ob liest. Solche symbolischen Handlungen gibt es nicht nur in Politik und Religion, sondern auch in so ganz profanen Dingen wie Internetentwicklung. Gewiss werden alle Projekte „suchmaschinenoptimiert“ gebaut, aber das wäre nicht extra verkaufbar. So nimmt man allfällig einen SEO-Mann mit ins Boot, der dann ein mehrseitiges Pamphlet dem Macher übergibt, in dem steht, was der Entwickler eh schon weiß. Aber so hat es höheres Gewicht …
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Montag, den 23.08.2010 [12:46]
Das Wetter ist gruselig end endsommerlich: es regnet dicke Bindfäden – vielleicht sind es auch Schusterjunegn. Das ist so genau nicht auszumachen. Auf der Straße schaffen sich laute Arbeiter und stören die Mittagspause.



Der Webdesigner (ja da ist wieder das schreckliche Wort) tut Gutes und darf nicht drüber sprechen. Das ist nun mal sein Los. Und er tut es nicht aus christlicher Gutmenschenüberzeugung. Nein, er muss vor jedem Auftrag ein Schweigegelübde ablegen. Vornehm heißt das „NDA“. So erfahrt niemand, was der einsame Programmierer so baut. Und es sind wahrlich große Dinge. Es wohlklingende Markennamen, aber auch Geldinstitute und Bundesverbände. In nächster Zeit liegt als Aufgabe der Nachbau einer Kreuzung von XING und Youtube an – gewissermaßen eine Bewegtbildgemeinde. Schauen wir mal. Wie schrieb gerade die Zwischenhändlerin: „Naja aber du müsstest ja wissen, wie lange Du für die Umsetzung brauchst, oder? Ginge dann nur um die Programmierung.“. Das richtet auf: eben nur die Programmierung. Der Architekt hat schon mal die Fassade hinskizziert und jetzt wird das Megahochhaus nur noch gebaut. Dankeschön für die Wertschätzung!
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