Rainers Horen
Sonntag, den 12.09.2010 [17:29]
In den letzten Tagen fiel öfters das Wort „Facebook“. Selbst hier gibt es links seit heute den Blog im Blog. Mag ja nett für den eifrigen Endnutzer sein, diese Universalgemeinde ist allerdings ein Albtraum für den Entwickler. Das hat mindestens zwei Gründe: Die ganze Sache ist nur scheinbar dokumentiert. So ganz einfache Sachen wie der „GefälltMir-Button“ ist super beschrieben. Damit pflanzt sich jeder automatisch den SuperSpion auf die Seite und facebook weiß von diesem Zeitpunkt an alles von der Seite – also nicht nur die Zugriffsstatistik, sondern die könnten auch Formularelemente usw. auslesen. Das gilt insbesondere, wenn der Ahnungslose sich auf dieses Javascript-Geraffle à la FBML enlässt. Die wirklich spannenden Sachen sind nicht beschrieben und müssen in einem sirupartige Prozess des Versuch und Irrtums und seltenen Erfolgen geraten werden. Das war die technische Seite … Viel schwerer wiegt das kommunikative Dilemma. Von weitem und mit unbedarftem Blicke erscheint es durchaus so, als ob man in der IT-Branche jedes Wunder vollbringen kann. Das ist auch oft so – kann aber nicht klappen, wenn der Guru keinen Einfluss aufs Geschehen hat. Viele Facebook-Gimmicks wie auch hier diese likebox wird von Facebook gestaltet und hier in den Horen nur aufgerufen. Kommt also der liebe Kunde vorbei und wünscht die Bildchen größer oder fragt warum nur drei Portraits angezeigt werden obwohl dort etwas von 13 Personen steht, dann kann nur nettes Achselzucken die Antwort sein.

Es ist nett und schmeichelhaft, wenn der Wunschträger den Internetevangelisten als den allwissenden Guru betrachtet. Das ist auch anfänglich gut fürs Ego, aber in Folge dieser Verehrung entsteht der falsche Gedanke, dass dieses Wissen ständig abrufbar und allumfassend ist.

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