Rainers Horen
Freitag, den 01.10.2010 [21:14]
Drama im Stadtpark: ein Schwan hat sich im Modellbootteich verirrt. Da kommt er nicht mehr weg. Die Startbahn ist zu kurz und der Rand ist wegen der Höhe unüberwindbar. Da muss ein Wunder geschehen oder die Hamburger Polizei wird von einem mitleidigen Zeitgenossen angefordert.



Das Facebookprojekt nimmt Formen an, der geneigte Zuhörer kann jetzt die einzelnen Stück bewerten und damit Einfluß auf die Playlist nehmen. Tolle Sache!

Nennen wir erst einmal die guten Seiten des Datenmolochs: hier kann sich der ambitionierte Dilettant wahrlich austoben und schnell mal was Nettes bauen. Es gibt viele Gründe gegen Facebook in den Harnisch zu gehen. Die „Entwicklungsumgebung“ ist eine Katastrophe – es gibt nur einen schmalen Texteingabestreifen. Die Auslagerung von Logik ist nicht gestattet. Der komplette Code läuft in einem Sandkasten, der alle Bezeichner von Variablen und Methoden mit einem Vornamen versieht und alle Netzadressen über einen lokalen Proxie befriedigt, der natürlich heftig filtert. Beispielsweise sind animierte Bildchen nicht einbindbar. Gut, wer will das schon. Generell ist der Start von Flash und Iframes erst nach Klick des Users möglich. Deshalb gibt es auch auf all diesen Seiten dieses Frontispiz, das zum Klicken verführen soll. Ist erstaml der Reiter angeklickt, dann geht wegen der Iframemöglichkeit wieder alles. Dann gehen eben auch Live-Anzeigen wie Webcams usw.

Heute ist der 011010, das ist „26“ und der ASCII-Code für & – wenn das nichts zu bedeuten hat.
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Mittwoch, den 29.09.2010 [16:16]
Es gibt wohl nichts schöneres, als den quirligen Moloch an Elbe, Alster und Bille an selbiger Alster zu begrüßen. Nach vorne ist der Blick durch die Trauerweiden auf die im Wind schaukelnden und auf Leiher harrenden Segelboote und im rückwärtigen Bereich huschen telefonierende Jogger vorbei. Übrigens gutes Beispiel für den Dopplereffekt – einen Kunstkopf sollte man immer dabei haben. Zuweilen finde ich mich in Realsatire angekommen – besonders wenn sich zwei ältere Herrschaften direkt hinter er Bank darüber auslassen, wie gut es ihnen geht. Auch da wäre ein mitlaufendes Mikro zielführend. Besser könnte es ein Helge Schneider nicht auf die Bühne bringen.

An der Facebookfront geht doch ¬Einiges!. Schon mit einfachen Bordmittel und vor allem ohne die teuren Programmierkenntnisse kann schon eine ansprechende Präsenz im Facebook entstehen. Es ist eine perfekte Spielwiese für Designerinnen – die Fläche ist nicht dynamisch, sondern genau 520 Pixel breit und da man kein Scripting nutzen kann, habe alle Dilettanten die gleiche Chance auf Blamage.

Nach dem heutigen Kenntnisstand gibt es mindestens zwei Möglichkeiten der Facebookgedöns.

Zum einen gibt es die so genannt sein wollenden FacebookApps. Das sind ganz gewöhnliche dynamische Webseiten, die in Java, PHP oder Ruby gemacht sind und die durch Verwendung der Facebook-API lesen und schreibenden Zugriff auf die Nutzerdaten haben. Die App des ¬Miba-Pianos ist so eine Seite, wobei nun gerade dort die API wenig zum Zuge kommt. Schließendlich kann man solche Seite als Fenster im ¬Facebook laufen lassen. Der zweifelhafte Vorteil besteht in der rechten Zwangswerbung und der Beschränkung der Arbeitsfläche. Ansonsten bringt es überhaupt keine Vorteile. Vielelicht erregt es gewisse kleingeistige Menschen, wenn „ihr Programm“ unter der Facebook-Domain erreichbar ist.

Die andere Möglichkeit ist die Anlage einer Fanseite innerhalb von Facebook mit ihren Reitern. Dort lassen sich eigene Reiter definieren (maximal aber nur drei), in denen sich leider nicht die Fenstertechnik, sondern das FBML tummelt. Wenn die Fenstertechnik zugelassen wäre, dann könnten man ja dann dort seine kundenspezifischen Dinge feiern – beispielsweise die dynamische Anzeige, wer gerade die Radiostation hört oder ein Shopsystem inegrieren. Es geht also nur FBML. Was ist das nun wieder? Das ist eine Markersprache, mit der solche Inhaltselemente wie Filme, Kommentare oder Flash eingebaut werden können. Damit eine gewisse Interaktion möglich ist, gibt es ¬FBJS. Das ist ein (Sandkasten-)Javascript-Dialekt, der den Zugang auf die Webseite (DOM) und das Netzt (Ajax) erlaubt. Damit gehen dann sogar Kontaktformulare und die ganze schöne bunte Welt des Webs.
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Montag, den 27.09.2010 [09:13]
Es ist kalt geworden in Hamburg. Hier rechts das Sonnengewinndiagramm zeigt es überdeutlich. Winter soll dem Vernehmen nach die Jahreszeit sein, in der der Regen kälter wird. Dennoch: die Heizung funzt noch nicht und so ist es in der Wohnung recht ungemütlich. Da die Küche kieinen Beistellherd mehr hat, ist auch dieser Weg abgeschnitten. So bleiben jetzt nur noch dicke Strümpfe, das Bett oder das Café um die Ecke. Allerdings ist leider von den Betriebsuralub des „Stadtgeflüsters“ zu berichten und bei Fatma belibt immer der „böse“ Blick. Wenn es ganz arg wird, dann bliebe noch ein Eintopf, der wärmt dann von innen, aber auch von außen, es sei denn man „arbeite“ gleich in der Küche, wo es eh am gemütlichsten ist.



Nachdem unsere B-Presse das Thema entsprechend eingenordet hat: die Hartzer bekommen nicht wirklich mehr Geld. Dem Vernehmen nach werden es wohl fünf Euro im Monat. In zehn Jahren wären das 600 €. Die werktätige Bevölkerung wird das nicht weiter stören, die hat andere Probleme. Dieser Teil der Deutschen denkt viellicht über Nachhaltigkeit der Energieerzeugung nach. Auch ein Thema.

Ernsthafte Diskussionen sind nicht wirklich erlaubt. Warum? Zum einen ist das Thema sehr komplex und setzt ein Wissen und Willen zur Einsicht vorraus. Da das Thema sehr politisch ist, entzeiht es sich größtenteils einer Sachdiskussion. Somit werden einem einfach Argumente um die Ohren gehauen, die völlig im luftleeren Raum schweben und immer eine Intention aufweisen. Es sind die Überzeugungen und Merksätze, die „oft gehört und gern geglaubt“, einfach nur zur Abwehr dienen. Neulich beim Arme-Leute-Frühstück (Hafer, Grütze, Quark mit Öl = supergesund) wurde der Satz in die morgenwache Runde geworfen: „Ein Zenter Weizen ist biller als ein Zentner Rollsplit.“ Solche statistischen Sätze (60% der Deutschen onanieren regelmäßig usw.) haben eine rethorische Sprengkraft und in der richtigen Runde eingeworfen, gibt es keine Gegenfragen – wird doch das eigene Weltbild bestätigt. Bei Lichte besehen finde ich's gut, wenn Lebensmittel so billig sind, aber in dem sozialen Kontext war die Tatsache des Preisgefälles ein bitterböser Akt und ein Anzeichen des Verfalls unserer Gesellschaft. in gewissen Kreisen, in denen man mit dem Gelände-Jeep in den Bioladen brettert, ist es natürlich unanständig, wenn Essen billig ist, dann muss es minderwertig sein.

An Hand der (Atom-)Stromdiskusion lässt sich diese Streitkultur gut festmachen.

Klar, Atom = schlimme Sache – muss nicht sein. Aber schauen wir uns mal die Hintergründe an und verbleiben nicht in der esoterischen (= vereinfachenden) Welt. Wasser, Gas und Bier kann man zwischenlagern. Das hängt mit der Dinglichkeit dieser Produkte zusammen. Bei Strom ist das anders. Beim Strom wird der Wellencharakter unserer Welt deutlich. Wenn Herr Dr. Mustermann in Eppendorf den Stromstecker seiner Ökoölpresse in seiner Designerküche in die Wand steckt, genau in dem Moment wird das Schaufelrad in der Dampturbine im gehassten Atomkraftwerk ein wenig abgebremst und genau in dem Moment muss der Dampf ein wenig mehr drücken. Strom ist also nur ein Verlängerer. Es ist wie beim Tauziehen oder beim Armdrücken im Edenhall. Da gibt es kein Vertun. Nun kommt das Argument der Zwischenspeicherung. Elektroenergie lässt sich nicht speichern. Das ist die schlechte Nachricht. Es gibt nun die Möglichkeit, Strom durch Umwandlungsprozesse in andere Energeiformen zu wandeln, in dem Zustand die Energie verharren zu lassen und dann wieder zurück zu Strom. Soweit die Theorie. Bekannt sind Pumpspeicherwerke, Schwungräder, Akkus oder gespannte Sprungfedern. Leider sind die Wandlungs mit sehr hohen Verlusten behaftet und die Speicherkapazität ist sehr begrenzt. Es ist nun mal so, dass Energie sehr viel Volumen/Masse braucht. Leider gilt in diesem Zusammenhang die Formel E=m*C2 nicht. Die einzige ernstzunehmende Technik sind die erwähnten Pumpspeicherwerke, die aber auch eine grottenschlechte Energiebilanz haben. Engpässe sind die Turbinen, aber auch die Rohrleitungen. Die Dinger werden nur benutzt, um in Notfällen ganz schnell ein paar Gigawatts zu haben.

In der Welt ohne erneuerbare Energie sah das Dilemma etwa so aus: der stets schwankende Bedarf an Strom wurde aus einem Mix aus billiger, beständiger Energie (Kohle, Atom, Wasserkraft) und teurer, schneller Energie (Gaskraftwerk, Pumpspeicher) befriedigt. Ein Teil der Lastschwankungen wurde durch geografische Mittelwertbildung (Energieverbund) abgefedert. Es gibt Formen von Energieerzeugung, die relativ preiswert Strom erzeugen kann. Diese Techniken sind allerdings sehr träge und lassen sich bei Änderung des Bedarfes kaum steuern. Dazu gehören Kohle und Atom, wobei Atom das trägere und billigere ist – die Entsorgung ist ein anderes Thema …). Am schellsten kann kein Gaskraftwerk auf Lastschwankungen reagieren, allerdings ist das auch die teuerste Variante. Nun gibt es seit einigen Jahren die Windspargel. Die haben nun eine negative Zeitkonstante, da sie sich nicht schnell oder langsam steuern lassen, sondern unsteuerbar verschiedene Energie abgeben. Sie werden subventioniert, sind also nur scheinar günstig und verschlimmern die Energiebilanz. Es gibt dann nächtliche, windige Zeiten in denen der Stromabnehmer Geld bekommt, wenn er den Strom abnimmt. Und das entwickelt sich, wie Grigori Kossonossow, der Wächter der Fliegerschule, so treffend ausrief.

Nun gibt es ein denkbarer Ausweg, der vielleicht das Chaos hinuaszögert. Bislang war der Strompreis für den privaten Endverbraucher unveränderlich. Denken wir uns einen neuen Stromzähler, der den Preis in Abhängigkeit der momentanen Marktsituation anpasst. Dann könnte der schlaue Bürger seine Wäsche in der Nacht waschen und am hellen Tag nur die Energiesparlampen einschalten. Was gemerkt? Da ist steckt ein Widerspruch drin. Der Strom ist dann am teuersten, wenn ihn alle brauchen. Warum wohl? Dann endlich lohnt sich ein antizyklisches Leben! Vielleicht kommt das dann so wie mit den Telefonquatsch, dass man dann kostenpflichtige Programme runterladen kann, die einem die Programmierung abnehmen. So etwa: ich wasche meine Wäsche nur, wenn der Preis unter 1,50 €/kWh liegt, aber dennoch bei einem Preis von von 1,80 €, wenn die Wäsche langsam stinkt. Wer weiß? Oder es bekommen die Kochkisten eine Renaissance. Dann kocht die sparige Hausfrau nachts um drei und hält dann das Essen in einer mit Holzspänen isolierten Kiste warm. Wenn dann an der Nordseeküste ein Sturm weht, bekommt man eine SMS: „Jetzt badewannenbaden?“ Mal im Ernst: das ist doch alles nur eine Verschiebebahnhof, der das Debakel ein paar Jahre in die weitere Zukunft schiebt.
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