Rainers Horen
Sonntag, den 17.10.2010 [16:12]
Ein Wunder ist geschehen: das MacBookPro sprang auf der Fähre nach Teneriffa wieder an – als wäre nichts geschehen. War wohl ein Tauproblem in der schwülwarmen, gomeranischen Luft. In Erinnerung bleibt auch der wunderbare Saftladen in La Calera, direkt gegenüber vom Busbahnhof. Das ist dort, wo sonntags die Deutschen ihren Ethokitsch auf dem „Flohmarkt“ verkaufen.



Die gekühlten Auslagen machen schon vom Hinschauen fruchtigdurstig.

Auch Didgeridoospielen kann man in Valle lernen. Das ist dann so wie das Jodeldiplom bei Loriot. Martin aus Basel baut da gerade ein Geschäft auf. Das Spielen auf dem hölzernen Blechblasinstrument soll auch gegen Schnarchen gut sein, was wiederum Herzinfarkt und Potenzstörungen vermeiden kann. Na dann – gut zu wissen. Spricht einiges für diese einsammachende Beschäftigung. Das Übungsdidgeridoo hat, wie der Guru sagte, den besten Klang, sieht aber nicht so aus. Das Rohr ist eine zölliges Abwasserrohr aus dem Supermarkt, das Mundstück war mal eine hölzerner Gardinenring und die Tute sollte eigentlich am friedhofenen Einsatzort den Grabblumen eine stützende Heimstatt geben. Obwohl es vom Mundstück her ein Blechblasinstrument darstellt, hat es doch einen ganz anderen Ansatz als beispielsweise eine Tuba. Letztlich kommt es nur auf die Lockerheit und Beweglichkeit der Lippen an – Luft brauchts weniger. Wenn wir jetzt mal Martin glauben, macht die verbesserte Lippenarbeit auch einen besseren Liebhaber.

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Freitag, den 15.10.2010 [17:09]
Als in den Achtzigern die westliche Welt die afghanischen Menschen mit moderner Videotechnik ausrüstete, damit sie die Greueltaten der Sowjets filmten, da thematisierte Karl Eduard von Schnitzler das. Es ist übrigens die einzige Sendung, an die ich mich erinnere. Also seiner Meinung nach, sollten die Vorsatzdinger an den Apparaten nicht Objektiv sondern Subjektiv heißen. Er wollte uns also weismachens, dass die gedrehten Filme nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Ein Körnchen Wahrheit ist schon dran, denken wir nur an die ¬Reportage von Esther Shapira aus Israel. Da sitzen die Journalisten in ihren klimatisierten Hotels und wenn die Schießerei vorbei ist, kaufen sie die Filme auf der Straße - Thema selektive Wahrnehmung.

Sitzt man so im iCafe, kommt es immer wieder vor, dass man nicht nur in fremden Skype- und Facebookprofilen landet, nein da werden einem auch fremde Photos gezeigt. Und die sind alle schön. Das Hirn arbeitet so. Entscheidung getroffen, Geld ausgegeben, dann muss es schön sein. Aber tatsächliche gibt es auch weniger schöne Ecken. Einfach nur das Subjektiv ¬darauf richten und abdrücken.
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Mittwoch, den 13.10.2010 [16:16]
Das ökologische Gewissen schlägt und so gab es heute eine geführte Wanderung durch den nicht sterbenden gomeranischen Regenwald. Der Botaniker aus dem Südhessischen, der schon seit 11 Jahren hier auf Gomera lebt, hat viel erkenntnisstiftende Dinge erzählt. Das häufigste Wort war dabei endemisch.



Das allerbeste war natürlich das abschließende Essen bei einer entlegenden Dings. ¬Efigenia soll Kult sein. Es gibt keine Speisekarte. Mann muss nur signalisieren, dass man Hunger hat. Dann gibt es: Almagrotte, das ist so eine Ziegenkaesepaste,dann einen Maisbrei mit hauseigenem Mojo, dann kam wohl ein ueppiger Salat (Tomaten, Gurken, Bananen, Avokado ...) dann gab es Gemüseeintopf, dann noch ein Kuechlein und zum Schluss wurde ein Espresso mit Orangenlikoer kredenzt. Parallel dazu gab es noch Rotwein und Wasser satt. Überhaupt konnte man immer nachbitten. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein: da war keinerlei Fleisch dabei.



Dabei kommt es zur sogenannten Zeremonie: einer aus der Gruppe wird von Efigenia gefüttert. Ein echter Gaudi!
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Dienstag, den 12.10.2010 [21:32]
Es gibt durchaus noch peinlicheres als das öffentliche Telefonieren -- das oeffentliche Skypen. Da sitzt eine Schweizerin vor ihrem Laptop und spricht rein. OK, das ist noch hinnehmbar, aber was macht sie jetzt? Sie springt hoch, rückt das Laptop zurecht und posiert vor der Kiste. Zuerst zeigt sie ihr neugekauftes gebatiktes Ethnokleid, hebt die Schöße, um die Details besser zu zeigen, dann hebt sie die neue Handtasche (aus nicht Kinderarbeit) ins Sichtfeld der Webcam und dann (ja das gibt es wieder) führt sie das Clapsband vor. Die schweizer Freundin aus dem Berner Oberland staunt und wir im Café auch. Mehr geht nicht.

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Montag, den 11.10.2010 [14:57]
Zu den beiden Problemen des zuwenig Hunger und der wunderschönen Langeweile kommt jetzt auch noch das Problem des verstopften Trinkrörchens wegen des dicken Mangosaftes dazu. Da dieser Blog nicht auf Internetbenutzung optimiert ist, gibt es ab jetzt leider keine multimedialen Elemente. FTP ist hier si schwierig zu nutzen. Mit Facebook geht das natürlich. Dort gibt es auch den Zeitrafferfilm des ¬gomeranischen Sonnenuntergangs

Gestern im ¬Paraiso gab es wieder dieses geniale, subtropische Lichtspiel. Letzte nacht war hier Sturm und die Uferstraß war voll mit Steinen - da musste der ¬kanarische Gastwirt mit seinem Besen ran. Da schmeckt das ¬eisgekühlte Bier gleich noch besser. Netter Brauch hier auf den Kanaren. Ein Eisschrank wird nur dafür reserviert.
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