Rainers Horen
Sonntag, den 31.10.2010 [12:52]
Mails müssen nicht nur geschrieben, sondern müssen auch versendet werden. Das gilt auch das massive Aktionen aus Büros heraus. Nun sind Büroangestellte im allgemeinen etwas gelangweilt. So ein Teamassistent muss zuweilen eindecken; hotels organisieren und hie und da mal eine Powerpoint-Schau bauen – da bleibt viel Zeit fürs wöchentliche Massenmailing übrig. Am sichersten ist dann Outlook. Ist ganz einfach: Adresse aus Liste in Adressfeld übertragen, dann (und jetzt kommt die gute Nachricht) den Text aus Word rüberkopieren, eventuell Anrede austauschen und auf SENDEN klicken. Das war es schon. Falls es um 4700 Adressen geht, ist das gut an einem verlängerten Nachmittag zu schaffen.

Nun gibt es auch eine größere Menge von Massenmailprogrammen für diese beliebte Spielkonsole mit den Namen „Windows“. EDV-Fachorgane wie ComputerBILD geben regelmäßig Ratschläge. In diesem Marktsegment geht es richtig professionell zu und die Kaffeekocherin wird entlastet.

Zusätzlich gibt es auch durchaus den ernsthaften, geldverdienenden Markt. Solche Adressdaten werden oftmals innerhalb von Webanwendungen generiert – Facebook ist das beste Beispiel. Auch innerhalb von TYPO3 gibt es ein Newsletterwerkzeug. Das hat den Vorteil, dass die Daten aus dem eigenen System kommen, sich der Redakteur schon gut im Backend auskennt und die Benutzerverwaltung parat ist. Klassischer Vertreter ist die Extension ¬direct_mail, die schon 59000 mal runtergeladen wurde. Für kleinere Aktionen im unteren vierstelligen Bereich ist das bestimmt ein hervorragendes Tool, hat aber auch seine Begenzungen. Das liegt einfach daran, dass alles in der Scriptsprache PHP geschrieben ist und dieses Zeug ist nun mal nicht so performant wie eine natives Maschinenprogramm.

Das bekannteste Massenmailprogramm ist das bayrische ¬openEMM aus München. Dem Vernehmen nach schafft das System schon einiges weg und hat ein sehr gutes Statistiktool beigepackt. Um es zu installieren braucht man einen Root-Server und eine Fachkraft, die Bescheid weiß. So muss Java, Phyton und eben openEMM installiert werden. Schon bei der Installation von Java kommt eine Fehlermeldung, weil irgendeine Shared Library angeblich fehlt. Das Setzen eines symbolischen Links von der aktuelle Version auf die geforderte entlastet. Im Laufe des Installationsprozesses werden jetzt noch fünf Ports belegt und eine Webadminoberfläche eingerichtet. Im Moment fehlt noch die Einsicht in den Gesamtzusammenhang. Jetzt kommt noch Python-Paket auf die Kiste. Python ist nur eine Sammlung von startbaren Programmen und Bibliotheken und kein Daemon, der spezielle Einstellungen braucht. Ist jedenfalls eine größere Kiste.

Wie schon im Anfang erwähnt, wäre eine Kombination eines professionellen Webredaktionssystems (TYPO3) mit dem Mailingtool aus München sinnvoll – so eine Art TYPOopenEMM. Ganau das hat eine andere(?) Münchner Firma gebaut und der Allgemeinheit zur freien Verfügung gestellt.
Beitrag kommentieren

Sonnabend, den 30.10.2010 [10:04]
Gut, die einen beschimpfen es als ¬Spam, die anderen reden es als „wertvolle Produktinformationen“ schön. Auf jeden Fall werden sehr viele eMails gleichzeitig verschickt.

Und einer muss die Schmutzarbeit tun, sonst macht es ein anderer Spezi und verdient damit sein Geld. Das Thema „eMail-Marketing“ ist wegen seiner Polyfaktorialität sehr anspruchsvoll. Die Botschaft soll kostengünstig im Hirn ankommen und möglichst einen unabwendbaren Kaufimpuls auslösen. Diese gewollte Reaktion wird durch viele Faktoren vereitelt, diese gilt es zu minimieren. Diese Hemmschuhe lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Da das eigentliche Versenden der Post sehr preiswert ist, sollte der Versender mit sehr vielen Adressen jonglieren. Falls er nicht genügend durch Gewinnspiele (hohe Kontaktqualität wegen der alr defnierten Zielgruppe) sammeln kann, dann bleibt ihm immer noch der Weg des Aufkaufs. Die Adressen entsprechen dann zwar nicht der affinen Zielgruppe, aber in dem Fall macht es sicherlich die Masse – Adressen werden in Millionengebinden verkauft und gewisse Probleme (Geldnot/Potenzangst) sind global und weltumspannend.

Das Hauptproblem stellen die sogenannten Spamfilter auf Providerebene dar. Vermeintlich um den Endnutzer vor diesen wertvollen, erkenntnisstiftenden Wissenbrocken zu schützen, wird in den Postverkehr eingegriffen und „belanglose“ Post nicht direkt zugestelt. Das ist natürlich frevelhaft und widersinnig. Das ist, als ob der analoge Postbriefträger die Briefe auf der straße schon mal öffnet und unschöne, Depressionen einleitende Briefe gar nicht erst in den Kasten wirft. Elektronisch und digital geht das einfacher. Der Brief wird nach verschiedenen Kriterien bewertet: hat er überhaupt einen Absender, ist die Adresse hand- oder maschinengeschrieben, stecken Flugblätter drin. Naja, so geht es nicht, aber so ähnlich. Der Versender des Spams muss also alles vermeiden, was den Anschein nach Maschinenhaftigeit oder gar ¬Astroturfing hat. Das treibt die Kosten nach oben. Der Knackpunkt ist immer das Format der eMail. Kunden möchten immer allzugerne voll gestylte Brief verfassen, so mit Kopfbogen und in voller Schmiss. Leider wird immer genau dieses Phänomen von Spamfiltern als solchen erkannt. Eine reine Textmail hätte wesentlich größere Chancen „durchzukommen“. Wie immer siegt nicht der Verstand sondern die Ästhetik.

Der letzte Stolperstein zum Hirn ist der Inhalt der Botschaft. Da hat der Techniker nun wirklich keinen Einfluss. Das ist die Spielweise der Kommunikationsexpertinnen und Marketingspezialisten. Der gesunde Menschenverstand (der uns übrigens auch in die Katastrophe des XX. Jahrhunderts geführt hat) sagt einem schon mit innerer Stimme, dass bei der Mailingakttion etwas nicht stimmen kann – aber vielleicht ist das nur die Folge der Nichtmitgliedschaft zur affinen Zielgruppe.
Beitrag kommentieren

Freitag, den 29.10.2010 [09:22]
Beitrag kommentieren

Donnerstag, den 28.10.2010 [10:17]
Heute Mittag kam also das wundersame Didgeridoo rechtzeitig zu Beginn der ansonst freudlosen Jahreszeit an. Für den Alsterschwan, der bei Bobby Reich lebt, war heute auch ein besonders freudloser Tag. Wie er gerade über die Fernsicht stolz watschelt, wird er von einer älteren Dame im Citroën angefahren.


Es macht gehörig Bums ohne Quietsch. Das französische Auto mit Hamburger Kennzeichen fuhr schwanenfedernradkappenverziert weiter in Richtung des feinen Winterhudes.

Da lag er erst einmal benommen einsam auf dem weißen Mittelstrich. Plötzlich steht er selbstsicher auf, um dann ganz souverän zum Bürgersteig zu schreiten. Keine Klage, kein Hinken – hat wohl den Schnabel zusammengebissen. Nach einer längeren Pause (Bild) begab er sich zur Trauearbeit in die Böschungsbüsche am Alsterufer. Polizei ist gerufen.



Gerade vom Schwanenunfall kommend, trug der Postpote (DPDler) ein sehr längliches Paket durch den Novalisweg. Das muss das Didgeridoo sein. Und es war es auch. Die nichtsahnenden Nachbarn wissen von dem neuen hölzernen Hausgenossen und ihrem akustischen Glücke noch nichts, zumal es noch nicht zum ersten Anblasen kam und der neue Nachbar gerade heute einzog. Der Grundton wird schnell gefunden sein. Die nchste Hürde ist das sogenannte Dauerblasen, auch Zirkularatmung genannt. Das ist eine Atemtechnik, bei der man stundenlang blasen kann. Das ist wichtig für Glasbläser und Blasmusiker. Gerade für die erstere Berufsgruppe, ansonsten hätten ja alle Glühbirnen solche Wülste, die vom Luftholen herrühren. Diese Zirkularatmung ist also Grundvoraussetzung für diesen schönen, gestalterischen Beruf, bei dem es nie kalt wird. Einem originalen Didgespieler wird es auch nie kalt, wohnt er doch in der Nähe der Eukalyptuswälder, deren weiche Stämme die Termiten freundlicherweise rausfressen.

Beitrag kommentieren

Mittwoch, den 27.10.2010 [17:42]
Man mag zu Geldinstituten eine nicht nur wohlwollendes Verhältnis haben. Gründe finden sich, genau diese Anstalten als Repräsentanten des Systems zu sehen. Tatsächlich sind gerade Sparkassen Scharnier und Schwungbrett für die lokale Wirtschaft. Leider gilt immer das Gesetz der großen Zahlen. Unter 82 Millionen Deutschen gibt es mindestens einen Amokläufer, einer Knopfhasser und einen Menschenpenisesser. Leider gibt es auch Partisanen, die nette Webauftritte von Banken mit Spam bombardieren. Und was noch leiderer ist – es gibt unschuldige Opfer. Die geben sich nämlich große Mühe und versehen nebige eMailadressenaufsammelformulare mit einem sogenannten Captcha. Das sind diese lustigen und verzerrten Buchstaben- und Zifferfolgen, die ein maschinelles Ausfüllen und Abschicken wirksam verhindern sollen und tun.

Im Beispiel müsste der Mitmacher am Gewinnspiel den „Text“ VNwDXrh4Zq in das Feld eintippen. Müßig zu erwöhen: bei jedem Aufruf gibt es einen anderen Text; es gibt genügend davon. Bei zehn Zeichen wären das 32 hoch 10 Varianten. Das ist eine Zahl, die eingewöhnlicher Taschenrechner nicht ausrechnen mag. Nun gibt es vielleicht Zeichenerkennungsprogramme, die solche Verwurstelten Bildchen untersuchen können. Dass der Hacker aus Hamburg und Zwickau diese Technik angewendet hat, ist schon deswegen unwahrscheinlich, weil der zeitliche Abstand zwischen den Eingaben zwischen einer knappen Minute und wesentlich länger schwankt. Solch ein Erkenungsprogramm würde, wenn es klappen würde, dann doch schneller arbeiten und dem Hacker aus Wilkau-Haßlau würde es in den Fingern jucken, den Schaden noch größer werder zu lassen. Die ganze Partisanenaktion hat nur eine Ziel (bis auf die Befriedigung seines ADS), die Quaität der Daten zu verschlechtern. Er hat den Angriff von mindestens 30 Rechnern aus gestartet und hat die eMail-Adressen sehr phantasievoll gewählt. Kostprobe gefällig? masumeh.stoehnen@freinett.com, monika.steinhuegel@talkermail.com, marianne.farbstoff@feeonline.de, christel.wachsartig@urboot.com christine.teufelchen@tiscalon.de oder thomas.selbstbemitleidung@talkermail.com. In diesem poetischen Stil sind weitere Konvolute von anscheinend scheinbaren Menschen erschaffen.

Mittlerweile ist also die Hemmschwelle von vier Ziffern auf acht Buchstaben/Ziffern erhöht. Es ist wie mit den Bürgern aus Schilda, die dem Esel das Heufressen abgwöhnen wollten – die Zahl der Teilnehmer am Gewinnspiel haben sich drastisch verringert.

Das Didgeridoo ist auf dem ¬Wege in die Hansestadt. Es bleibt spannend –die PLZ ist schon mal falsch. Mal sehen, wie das Logistiksystem darauf reagiert. Der Fehler muss während des Medienbruches passiert sein, da hat wohl jemand beim Bildschirmabtippen gefehlert. Jedenfalls wird es am morgen oder übermorgen hier erste Erfahrungen mit dem vibrierenden Holzrohr geben.

Nachtrag zum Spamproblem: wen die vom Spammer verwendeten Domains tatsächlich existieren und er völlig wahlfrei dort vor dem @-Zeichen „Vornamen“ verwendet, dann liegt dei Vermutung nahe, dass er Domaineigner ist, denn nur so kann er solch ein catchall-Mechanismus nutzen. Das heißt, man muss nicht alle eMail-Adressen definieren, sondern legt fest, dass alles zu einer Sammeladresse geschickt wird. Was liegt näher, als bei der DENIC nachzufragen, wem diese Domains gehören. Und tatsächlich stellt sich nach zwei Probennahmen heraus, dass beide Domains einer Hamburger Travel-Firma in Uhlenhorst gehören. Volltreffer!
Beitrag kommentieren

Dienstag, den 26.10.2010 [14:42]
Dem aufmerksamen Leser wird es klar sein, wer hier in Richtung Altona fährt, handelt verkehrsrechtswidrig. Der fährt nämlich kamikazeartig auf der linken Spur. Und so ist es passiert. Schlimme Dinge geschehen nur, wenn mindestens zwei handelnde Komponenten fehlern. Gut – Linksfahren ist böse, wenn aber die Dame aus Altona mit gesenktem Kopfe, den Verkehr ignorierend, auf die vielbefahrende Stresemannstraße fährt. Ja dann. Dann braucht sie sich nicht zu wundern, mit entgegenkommenden Radrabauken zusammenzustoßen. Ihre Unversehrtheit verdankt sie nur der Geistesgegenwart, der Masseträgheit und dem sofortigen Greifreflex des Entgegenkommers. Und jetzt noch frech werden. Auf das Knie zeigend: „Da ist ein Loch.“ „Ein zwei Stiche, dann ist das Löchlein und die Kältebrücke in der Strumpfhose verschwunden.“ „Nein, nein: das ist eine ¬Levis – kostet 60 bis 70 Euro.“ „Ok, hier hast Du 30 €, ich fühle mich der Markenmacht erlegen. Hau ab, sonst hole ich noch die Polizei.“ Die Lehre aus der Geschichte: davongekommen.

Beitrag kommentieren

Montag, den 25.10.2010 [13:34]
Die Sonnigkeit dieses Montages ist unschwer nebigem Diagramm zu entnehmen. Tatsächlich ist Hamburg wieder dem regnerischen Vorwinterschlaf entronnen und die Straßencafés füllen sich mit vergnügungssüchtigen, gelangweilten und auch sehr redegewandten Frauenzimmer. Themen sind natürlich Beziehungsprobleme, aber auch im vermehrten Maße Smartphones und Navis. Selbstverständlich geht es nicht um technische Spezifikationen, sodern mehr auf der Metaebene um Handschmeichlertum und Farbgestaltung. Denken wir nur an den Goetheschen, vierundzwanzigteiligen Farbkreis, der (auf einen Irrtu aufsetzend) nun schon über 200 Jahre unser ästhetisches Denken bestimmt. Dabei ist es auch einfach erklrbar: Quinte und Quarte besimmen die Welt. Die Farbkombis, die wir gemeiniglich als „schön“ empfinden, stehen eben genau in diesem Frequenzverhältnis. Eine Tatsache, die schon der alte Pythagoras wusste, leider musste er deswegen vorzeitig sterben.

Oftmals werden einfache Dinge zu kompliziert dargestellt. Nehmen wir einmal die Psychologie – da studieren hoffnungsvolle junge Menschen viele Jahre diese Wissenschaft. Mit zweifelhaften Berufsaussichten. Die gute Nachricht: es geht einfacher.

Da sind zwei Farbgruppen: rot und blau und die bringt der Ratsuchende in die ihm gemäße Reihenfolge. Also ganz oben steht das Lieblingsrot, darunter das Zweitschönste usw. Aus dieser Abfrage lässt sich rein digital eine Lebensprognose erstellen.

Es ist immer wieder verblüffend, wie genau die Psychogramme ausfallen. Das macht Angst, da liegt die Vermutung nahe, dass auch Astrologie nicht ganz stimmig und etwas unseriös ist. Das Prinzip ist gleich. Jedes dieser Denksysteme beruht auf dem Determinismus eines möglichst vielgestaltigen Eingangs (Sternstellungen, Kartenpostionen beim Tarot, rückwärts abgespielte Dialoge usw.) Nehmen wir einmal das geniale Skatblatt: das Bild sind die Personen, also der Kunde selber als Bube/Dame, König – der Phantasie sind keine Grenzen gesteckt. Die Blattfarbe sagen wir ist das was ich bin, will, nicht will, was die anderen von mir wollen. Die Lage der Karten symbolisieren räumliche und zeitliche Bezüge. Na, dämmert es? Man könnte auch alle Körpersekrete auf Glasplatten auskristallisieren lassen. Ein ähnliches Denksystem liese sich bauen.

Und das Ganze wird im Petisco getippt. Das ist das authentisch portugiesische Resti gegenüber der „Roten Flora“ (in diesem Falle darf ich der um sich greifenden Unsitte des Adjektibgroßschreibens folgen), hat ein WLAN, dessen Passwort der Wirt ahnungslos ausplaudert. Es steht in seiner Kladde und Strom hats auch. Die Steckdose ist unterm Tisch zwischen Tresen und Klo – also eine perfektes Lokal. Der ständig laufende Televisor nervt ein wenig, ist aber wegen Fußballabstinenz aus.
Beitrag kommentieren